WMDEDGT 04/2019

Wenn schon sonst wenig im Blog landet, das WMDEDGT klappt zur Zeit wieder zuverlässig. Details siehe hier.

Der Wecker summt um 6:15. Der Dr. rer. nat. ist wie immer schon weg, der Zwerg hat offensichtlich in seinem Bett geschlafen. Also alles gut. Es ist leider morgens wieder dunkel, mit Tageslicht war das Aufstehen irgendwie einfacher, aber es klappt heute ganz gut.

Freitags entfällt die Frühstücksdose für den Zwerg, sie frühstücken im Kindergarten gemeinsam. Also mache ich „nur“ Frühstück für uns zuhause. Ich wechsle mehrfach zwischen Frühstücken und Zwerg wachkuscheln hin und her, wie halt jeden Morgen. Irgendwann sitzt ein müdes warmes kuscheliges Bündel auf meinem Schoß, trinkt zwei Becher Milch und isst sein Teewurstbrot.

(Anekdote: Morgens räume ich sämtliche angefangenen Brotbeläge und sonstigen Leckereien auf den Tisch, die Kühl- und Vorratsschrank so bieten. Das erhöht die Chance, dass das Wunschlebensmittel schon dasteht, wenn der Zwerg sich für irgendwas entscheidet, d. h., ich muss einmal weniger aufstehen. Entsprechend ist bei ihm „Frühstück“ synonym für „kaltes Büffet“. Und ein besonders schöner Obstteller bedeutet, dass jemand Geburtstag hat. Das hat gelegentlich schon für Verwirrung beim Umfeld gesorgt.)

Nach dem Frühstück machen wir uns fertig, um den Zwerg in den Kindergarten zu schaffen. Dabei umschiffe ich die üblichen Explosionsgelegenheiten einigermaßen erfolgreich und schaffe sogar, ihn zum Laufen zu überzeugen. Schließlich will ich einen Probelauf für „Mama fährt mit dem Rad in die Arbeit“ machen, es klappt erstaunlich gut. Man kann mit einer Hand ein Fahrrad schieben und mit der anderen Hand dem Kind beim Balancieren über Bordsteine helfen, habe ich gelernt.

Ich fahre noch zwei, drei Kilometer mit dem Fahrrad, um zu sehen, was das nach dem Winter noch an Zuwendung braucht (Kette ölen, Vorderradbremse einstellen). Dann gehts nach Hause, kurz mit dem Dr. rer. nat. telefonieren, Wäsche waschen und aufräumen.

Gegen elf muss ich wieder los, der Dr. rer. nat. und ich nutzen die kindfreie Zeit, um zu unserem Lieblingsasiaten zum Mittagessen zu fahren. Das war wie immer sehr lecker. Und wir kamen heute sogar über die reinen Alltags-Organisations-Gespräche raus und hatten noch Zeit, über anderes zu reden – Überlegungen für die nächsten Ferien, ein paar Wohnungs-Veränderungs-Pläne,… tat gut.

Der Zwerg eskalierte gerade heftigst, als ich um 13:00 in den Kindergarten kam – es wollte doch tatsächlich ein anderes Kind sein Spielzeug nicht für ihn hergeben. Klarer Fall von Schlafdefizit, also Kind eingesammelt, Lautstärkepegel und Blutdruck wieder auf normale Höhe runtergeschaukelwippt, heimgebracht, Gummibärchen, Schnuller, Bett.

Dabei besprochen, dass wir an seiner Aufstehzeit wirklich nichts ändern können (weil schon auf Beginn der Kernzeit in meiner Arbeit optimiert), sondern an seiner Zubettgehzeit drehen müssen. Ich glaube, er hat es jetzt verstanden, d. h. für nächste Woche brauchen wir einen klaren Zeitplan für alles ab dem Abendessen.

Das Wecken aus dem Mittagsschlaf war trotz Zusammenarbeit beider Eltern zäh. Sehr zäh. Ein Lymphknoten seitlich unterm Kiefer ist auch dick – Rest vom letzten Infekt oder doch schon wieder ein neuer? Mal sehen.

Ich hatte gestern abend noch Panna Cotta gemacht, die gabs jetzt mit frischen Erdbeeren, und danach war auch der Zwerg wieder wach und umgänglich. Ein bisschen Wall-E schauen, eine Runde Lego spielen, dann noch ein Knäckebrot snacken, und schon ist es Zeit fürs Abendessen. Ich habe nebenher bei eb*y einige Sachen in 110 gesucht (das Kind wächst schon wieder…), parallel dazu Sachen eingestellt und einen Abendplan gemalt.

Zum Abendessen gabs Grießklößchen für den Dr. rer. nat. und den Zwerg, Brote für mich und den Zwerg, und auch danach kam nicht mehr viel Spektakuläres. Nur den Abendplan muss ich euch noch zeigen:

Unbenannt

Wem die Schlafenszeit ein wenig spät vorkommt: Der Zwerg braucht grob 10 bis 11 Stunden Schlaf in 24 Stunden. Mittagsschlaf ist noch nicht verhandelbar, wir begrenzen auf eine Stunde. Macht noch maximal 10 Stunden für die Nacht, und ich wecke ihn unter der Woche ca. 6:30/6:45. Das passt schon für uns.

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WMDEDGT 03/2019

Same procedure as every month…

Wie immer stehe ich um 6 auf, der Dr. rer. nat. ist schon auf dem Sprung, immerhin können wir kurz den Rest des Tages planen. Ich hüpfe unter die Dusche und verpasse meiner Fusselwolle eine Portion Öl. (Aktuell habe ich meine Haarpflegeprodukte mit Silikon gegen Naturkosmetikshampoo und Öl getauscht. Wir sind noch in der Findungsphase.)

Danach ab in die Küche, Frühstück machen und Proviant für den Zwerg schnippeln. Heute ist zwar ein kurzer Kindergartentag – ein ordentlicher fränkischer Kindergarten schließt am Faschingsdienstag um 12 -, aber das Kind möchte Essen mitnehmen, also mache ich eine Dose mit Karotten, Apfel und Butterbrot. Dazu meinen Kaffee, zwei Sorten Käse, ein fast leeres Honigglas und ein Rest Mehrkornbrot.
Wenig später habe ich ein müdes Kuschelkind auf dem Schoß sitzen, das exakt in dem Moment Hunger bekommt, als ich eigentlich abräumen will. Eine Kiwi und eine Scheibe Butterbrot später schaltet sich die Plappereinheit ein und ich höre ungefilterten stream of consciousness zu den Computerspielen des Dr. rer. nat. vom Vorabend. Ich bin heute müde, aber relaxt, daher rauscht das Meiste an mir vorbei.

8:12, im Kindergarten steppt der Bär. Die Mädchen sind zu 99% Prinzessinnen in rosa oder himmelblau, ohne Reifrock, Rüschen und drei Lagen Rock geht gar nix. Bei den Jungen ist die Mischung bunter (Tiere, Feuerwehr/Polizei und Lego N*njago). Der Zwerg hat gestern schon jede Verkleidung verweigert, und auch heute stapft er in normalen Klamotten ohne einen Blick nach links und rechts in seine Bauecke. Ich mag es, wenn er so klar ist, da weiß ich, was zu tun ist.

Wenig später schlage ich in der Arbeit auf und mache gleich wieder meinen Lieblingsjob als „ich muss da was festlegen, hab aber nicht verstanden, worum’s geht“-Erklärbär. Bevor sie dann Mist entscheiden und das irgendwie auf mich zurückfällt, kümmere ich mich lieber darum – Projektende ist absehbar, so what. Zwischendrin bestelle ich schnell die Plots für meine Schulung am Montag, sülze ein paar Zeilen in den Monatsbericht und muss dann auch schon fast wieder los Richtung Kindergarten.

Ich hole einen fröhlichen Zwerg gleichzeitig mit gefühlt allen anderen 75 Kindern ab, wir laufen mit einer fröhlichen Schar heimwärts, die sich unterwegs in diverse Richtungen verteilt, und alle kennen und mögen den Zwerg ❤ Zuhause will er lieber spielen als essen, offensichtlich hat er sich am Faschingsbuffet reichlich bedient. Auch gut, Hauptsache er ist satt. Der Mittagsschlaf klappt unspektakulär – am Wochenende waren wir kurz vor der Abschaffung, aber mit frühem Aufstehen und mehr Action dank Kindergarten ist er doch müde genug.

Nach dem Mittagsschlaf versuche ich, ihn zu einem Ausflug zu motivieren, aber die Legoauswahl ist spannender. Also bauen wir kleine Fahrzeuge, Hütten, Hütten und kleine Fahrzeuge… Irgendwann kommt ein hungriger Dr. rer. nat., und die beiden Männer vernichten eine Lage Grießklößchen. Ein Apfelstrudel wandert auch gleich ins Rohr, damit wäre das Abendessen für heute schon geklärt.

Der Dr. rer. nat. und ich dürfen kurz auf dem Zwergenbett abhängen und uns über unseren Tag austauschen, während er dem Zwerg Legosteine anreicht. Irgendwann verkrümele ich mich an den Rechner und recherchiere ein wenig nach einem Ersatz für meine alte Spritschleuder (nicht dringend, aber ein Herzensanliegen.)

Das Abendessen verläuft unspektakulär, danach haben der Dr. rer. nat,. und ich etwas Neues ausgeheckt. Er geht inzwischen meistens gleichzeitig mit dem Zwerg ins Bett und hat daher wenig Zeit alleine. Deshalb ist heute nach dem Essen Sperrstunde, er guckt allein im Arbeitszimmer eine Folge seiner Serie und ich assistiere am Esstisch bei – Überraschung, Lego. Das klappt erstaunlich gut, der Zwerg protestiert überhaupt nicht, also werden wir das wiederholen.

21:30, der Dr. rer. nat. strebt ins Bett und der Zwerg hampelt neben mir auf Papas Stuhl, während ich diesen Artikel tippe. Er ist offensichtlich noch nicht müde, mal sehen, wie spät der Abend wird. Ich werde jetzt noch eine Weile an meinem Hausschuh weiterhäkeln, bis das Duracellkind neben mir müde wird, und gehe vermutlich direkt nach ihm ins Bett.

Das war heute ein langer, durchaus anstrengender Tag.



WMDEDGT 02/2019

Falls tatsächlich noch jemand nicht weiß, was das ist: hier nachlesen, bitte.

6:00, mich weckt das Vibrieren meines Handy und nahezu gleichzeitig habe ich einen Fuß des Zwergs im Gesicht. Das sagt einiges aus über die Nacht: Er kam wieder irgendwann rüber ins Elternbett – normal, ich habe ihn vorher icht bemerkt – gut, wenn das Kind quer liegt, ist der Dr. rer. nat. schon in der Arbeit – auch normal.
Ich starte mit einer heißen Dusche in die Morgenroutine, deren Einzelteile in der perfekten Reihenfolge angeordnet sind. Nach dem Duschen gleich eincremen, damit ich mich nach dem Frühstück ohne Schmiererei schminken kann. Beim Kind die Zimmertür öffnen, der Fünfminutenabstand für weitere Weckversuche passt genau zu meinem Frühstücksrhythmus. Und so weiter ist unser gesamter Morgen durchgetaktet und ausgetüftelt, sonst kämen wir zwei Trödeltanten nie aus dem Haus.

Um 7 habe ich ein Kuschelkind auf dem Schoß, genieße seine Bettwärme und ärgere mich über unbedarftes Gelaber eines Herrn auf twitter.

Wieder eine Stunde später sind wir fast auf dem Weg in den Kindergarten, Majestät bestehen allerdings noch darauf, sich aufs Töpfchen zu setzen. Völlig neue Anwandlungen, aber gut, ist ja grundsätzlich in meinem Sinn. Danach gehts zügig in den Kindergarten, heute wird mir nur noch kurz zum Abschied gewinkt und weg war er. Gut so.

In der Arbeit begrüßt mich eine leidige Pflicht, ich muss wieder mal Monatsbericht schreiben. Ich bemühe mich um halbwegs diplomatische Formulierungen und stelle fest, dass ich im Januar einiges geschafft habe. Bis zum Mittagessen arbeite ich mich durch eine Besprechung, in der es um etwas ganz anderes ging als ich dachte, ein Rundschreiben, zu dem mein Beitrag angeblich anders hätte aussehen sollen (was mir aber keiner gesagt hat) und eine Übersetzung eines meiner Dokumente, die inhaltlich eher große interpretative Kreise um meine ursprünglichen Aussagen fliegt.

Das kostet mich einen halben Beutel Kakaomandeln und drei Stunden Arbeit, bis gegen eins mein Chef aus seiner Schulung zurückkommt und mich erlöst: „Essen?“
Die folgende halbe Stunde war definitiv das Highlight des Arbeitstages, bevor ich mich wieder in meinen Papierkram verkrieche. Ich mache pünktlich Schluss, düse nach Hause und schaffe es sogar noch aufs Klo, bevor ich den Zwerg abhole.

Der ist ganz gut drauf und rollert freiwillig mit mir Richtung Apotheke, ich musste ihn gar nicht mit dem Fruchtriegel bestechen, den ich mitgebracht hatte. Wir erwerben diverse Pillen und Salben und machen uns auf den Heimweg. Vor der letzten Ecke beschließt der Zwerg, dass er jetzt das Dreirad schiebt und düst los – nur um wenige Meter später seinen Vater damit abzuschießen. Der Dr. rer. nat. hat früh Schluss gemacht und jetzt einen neuen Abdruck am Schienbein.

Drinnen folgt erstmal des Zwergs Erholungsdreikampf – Schnullern, Gummibärchen, Videogucken – bevor wir ihn in sein Zimmer komplimentieren. Der Nachmittag vergeht mit Lego, Puzzles und Boxen – ein Kissen an der Wäscheleine am Haken, der mal die Federwiege hielt, leistet hervorragende Dienste. Plötzlich bricht ein völlig unterzuckerter Zwerg theatralisch zusammen und bestellt „Nudellln!“.
Er beginnt mit Lebkuchen und getoastetem Brot, bis das Menü serviert wird, und haut dann ordentlich rein. Morgen muss offensichtlich wieder mehr Nahrhaftes in die Brotdose.

Wir bestellen anschließen neue Puzzles auf eb*y, jetzt sind 40 Teile und mehr gefragt. Außerdem packe ich ein Paket zum Wegbringen (die 6-Teile-Puzzles…) und beschäftige den Junior mit diesem neuen Spielzeug. Der mitgelieferte Akkuschrauber liegt nur rum, aber das Kind schraubt und stapelt mit Begeisterung. Super, wieder mal ein Spielzeug, das man auch mitnehmen kann. Gegen 20 Uhr wird er quengelig, d. h., es wird Zeit für die letzte Raubtierfütterung des Tages und dann den Weg ins Bett. Nach außerordentlich kurzem „Aber der Papa soll!“-Protest lege ich ihn hin, wir lesen das halbe Petterson-und-Findus-Buch und um kurz nach neun kann ich mich rausschleichen.

Ich schreibe diesen Beitrag, werde noch ein paar Reihen stricken und dann auch ins Bett gehen. Morgen ist ein langer Tag – erst arbeiten, dann den Zwerg abholen und ab zum Kinderturnen mit Heimkehr gegen 18 Uhr.

Und ihr so?

Edit: ich stelle gerade fest, dass ich ein inlinkz-Konto brauche, um meinen Link bei Frau Brüllen einzutragen. Sowas Doofes.

03.02.19

Angenehm ruhig hier.

Das Teilzeitdrama von vor Weihnachten ist entschärft, ich kann am Montag unterschreiben gehen. Ich habe Wunschstundenzahl und -verteilung bekommen.
Den ITler ignoriere ich, wenn das Irrenhaus in Form zweier(!) Ebenen von eingeschalteten Vorgesetzten ihn gewähren lässt, habe ich da keinen Erziehungsauftrag.

Der Zwerg war die ganze letzte Woche außerordentlich irre – neun Stunden Nachtschlaf mussten reichen, dafür den ganzen Tag mit dem Kopf durch die Wand, symbolisch wie wörtlich gemeint, zuhause wie im Kindergarten. Heute morgen kam er um 10(!!!) nach 13 Stunden Schlaf am Stück(!!!1elf) aus dem Bett geschlurft und war umgänglich. Hoffentlich haben wir da wieder einen Gehirnumbau überstanden.

Meine Schwester braucht aktuell handfeste Unterstützung, sie hat sich am Freitag ein Bein ziemlich zerlegt. Die Knochen sind alle an ihrem Platz, weiteres steht noch nicht fest. Ich bin spontan eingesprungen, und das mit mehreren positiven Erlebnissen auf einmal.

  1. Wenns nötig ist, hat unser Alltag genug Reserven, damit ich umdisponieren kann.
  2. Meine Schwester und ich konnten miteinander sehr intensiv und reflektierend reden. Das ist toll, und neu.
  3. Ganz nebenbei haben wir eine Schwäche von ihr, die ihr unglaublich unangenehm ist, entschärft.
  4. Und ich hinterfrage gerade alte Glaubenssätze, ohne mich zu fürchten. Und ohne ganz akuten Druck, besser mit dem Zwerg umgehen zu müssen, sondern einfach, weil ich da was erkenne.

Das klingt nach einer guten Zeit, finde ich. Und ganz nebenbei werden die Tage schon wieder länger, ohne dass ich das Gefühl gehabt hätte, winterdepressiv zu sein. Auch gut.

Gesundes Neues! und Jahresendfragebogen

Ich wünsche allen, die hier vorbeikommen, ein wunderbares neues Jahr –  Gesundheit, Frieden, Sicherheit und Zufriedenheit für alle.

Eine kurze Jahresbilanz von 2018:

Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war Dein Jahr?

Eine 8 mit Tendenz nach oben. Beruflich immer wieder Unklarheit und Unsicherheit, aber weit weg von existentiellen Problemen. Privat war alles recht ruhig, Langeweile im positiven Sinn.

Zugenommen oder abgenommen?

Zugenommen, eindeutig. Nicht irre viel, aber die alten Hosen passen definitiv nicht mehr. Zur Trendumkehr fehlt mir die Motivation. Vielleicht wirds ab März besser, wenn ich an zwei Wochentagen den Zwerg nicht mehr abholen muss – an diesen Tagen will ich möglichst mit dem Fahrrad fahren.

Haare länger oder kürzer?

Kürzer. Ist bei meiner Frisur aber unwichtig.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

Etwas kurzsichtiger, dafür jetzt mit Prismen. Das entlastet Augen und Hirn doch deutlich.

Mehr ausgegeben oder weniger?

Ähnlich. Es gab keine großen Anschaffungen, soweit ich mich erinnere, nur die üblichen durchlaufenden Kosten mit Kind im Wachstum und zwei berufstätigen Erwachsenen.

Der hirnrissigste Plan?

Eigentlich keiner, oder vielleicht die paar Tage Alleinurlaub in Berlin im Oktober. Da waren ein paar zeitliche Planungen… äh… unrealistisch.

Die gefährlichste Unternehmung?

Mit Migräne-Aura und Kind im Auto selbst noch nach Hause fahren. Das mache ich nicht mehr.

Der beste Sex?

Gabs, ja. (Erwähnte ich schon das Kleinkind im Haushalt?)

Die teuerste Anschaffung?

Mein neues Handy vermutlich. Anfang Dezember hat sich das alte eine Spiderapp deluxe zugelegt, deshalb musste das sein.

Das leckerste Essen?

Möglicherweise mein selbstgekochtes Entrecote auf Gemüsebett mit Salzkartoffeln, das gabs an Heiligabend. Oder eins der diversen Steaks, die der Dr. rer. nat. uns brutzelt. Oder meine Panna Cotta von gestern.

Das beeindruckenste Buch? Der ergreifendste Film? Die beste CD? Das schönste Konzert?

Begonnen habe ich die kurze Geschichte der Menschheit von Yuval Harari.
Und seit kurzem lese ich Bücher über diverse Aspekte von Six Sigma, die ich auch sehr erhellend finde.
Schlechtester Film des Jahres war für meinen Geschmack Thor Ragnarok – so ein Schnuckel und so ein platter Klamauk, nein danke.

Die meiste Zeit verbracht mit…?

… dem Zwerg und dem Dr. rer. nat.

Die schönste Zeit verbracht mit…?

… dem Zwerg und dem Dr. rer. nat. einerseits und andererseits mit den meisten meiner Projektmitglieder. Wir hatten einige sehr intensive und produktive Sitzungen, die mich berührt haben.

Vorherrschendes Gefühl 2018?

Schöne Dinge tun und dabei mit einem Auge auf die Uhr schielen. Mein Zeitplan ist stellenweise ziemlich straff.

2018 zum ersten Mal getan?

Meiner Chefchefin vor versammeltem Publikum widersprochen und mich dabei gut behauptet.
(Dass ich hinterher im Büro geheult habe, ist mir dabei egal.)

2018 nach langer Zeit wieder getan?

Den langhaarigen Bombenleger getroffen. Alleine aus Spaß am Wegfahren weggefahren.

3 Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?

Einen ganz bestimmten Kollegen.
Das Warten darauf, dass in der Arbeit endlich mal klar ist, wie es weitergeht.
Eine gewisse Nachbarin, die hier im Haus Stimmung macht.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?

Das Universum, dass der Zwerg möglichst früh einen Kindergartenplatz braucht und nicht erst mit 3 3/4. Hat geklappt, war richtig.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?

Jede Breze, die ich überraschend dem Zwerg vor die Nase halten konnte. Da strahlt er immer noch jedesmal wie ein Putzeimer.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?

Das Muttertagskunstwerk des Zwergs. Bei uns sind Geschenke üblicherweise abgesprochen und daher nicht sehr überraschend. Der Zwerg macht da nicht mit, der erlebt Schenken noch mit Haut und Haaren.

Dein Wort des Jahres?

Black Belt. Ich werde bald einer, und unser neuer COO ist einer.

#Dein Unwort des Jahres?

„Mama weg!!!1elf“ Papakinder sind manchmal nicht. lustig.

#Dein Lieblingsblog des Jahres?

Immer noch Herr Paul. Echt, sympathisch, und ich bin beim  Lesen immer wieder beeindruckt davon, was er und Jott so stemmen.
Wiederentdeckt habe ich den Shopblogger.

2018 war mit einem Wort…?

Weitermachen.

Dein grösster Wunsch fürs kommende Jahr?

Dass der Dr. rer. nat. gesundheitlich wieder in eine bessere Phase kommt.
Dass bei uns beiden beruflich Klarheit reinkommt.
Dass wir weiterhin von Katastrophen verschont bleiben.

… und manchmal ist es so einfach.

Gestern noch ein nerviges Thema, heute kam mir der Geistesblitz.

Wenn der Zwerg abends noch zu viel Energie übrig hat, will er kämpfen. Sein Kampfstil liegt irgendwo zwischen KratzenBeißenSpucken und MMA, und vor allem ist das Einverständnis seines Gegenübers völlig uninteressant.

Mich nervt das maßlos, aber ich hatte bisher keine Lösung.

Heute war Junior wieder besonders rappelig. Seinen Krabbelparcours hatten wir schon durch (Hocker, Schemel, Hocker, Tisch, Matratze, Krabbeltunnel und wieder von vorn). Irgendwann kam vom Dr. rer. nat. ein Kommentar a la „er braucht zu Weihnachten doch noch einen Boxsack“. Da assoziierte mein Hirn frei, und siehe da.

Ich habe mir unser größtes, dickstes, stabilstes Sofakissen geschnappt und bin mit dem Zwerg in den Kampf gezogen. Er konnte nach Herzenslust treten, boxen, mit dem Kopf stoßen, kneifen, reinbeißen, vollsabbern, … und ich war als Sparringspartner verfügbar, aber ohne blaue Flecken.

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WMDEDGT 12/2018

Sie kennen es, Details gibts bei Frau Brüllen.

6:14, mich weckt das Geräusch der Klotür, kurz bevor mein Wecker sich meldet. Wir sind alle angeschlagen, deshalb ist der Dr. rer. nat so spät dran und ich habe mich gestern schon krankgemeldet. Trotzdem geht der Zwerg in den Kindergarten, also muss ich früh aufstehen.

7:14, mittlerweile sitze ich mit einem frisch gewickelten Zwerg beim Frühstück. Er hat schon von seiner Aufsteh-Weltuntergangsstimmung auf fröhliches Endlosgeplapper umgeschalten. Ich sitze mit platzendem Schädel, halboffenen Augen und gefühlten 20% Gehirnkapazität daneben, bemühe mich, zu frühstücken und ihn nicht zu sehr zu ignorieren. In dem Zustand fällt es mir schon schwer, den Standardablauf (Essen. Tisch abräumen. Zähneputzen.) abzuarbeiten.

8:14, ich gebe einen protestierenden Zwerg im Kindergarten ab. Er braucht eine extra Kuschelrunde und fängt sich auch dann nur so mittel. Die Erzieherin und ich vereinbaren, seinen Kindergartentag radikal zu kürzen, d. h., ich hole ihn vor dem Mittagessen ab. So ganz fit ist er auch noch nicht wieder.
Als er sich dann doch aufs Spielen mit der großen Eisenbahn einlässt, darf ich gehen.

Um 9:14 (schaumermal, ob ich das den Rest des Tages durchziehe ;-)) sitze ich schon beim Arzt, hole mir die Krankschreibung und einen Sack voll Medikamente gegen meine Stirnhöhlenentzündung mittleren Ausmaßes. Das meiste davon nehme ich eh schon (Sin*pret, Nasenspray und Ibu), aber einen Inhalator habe ich noch nicht. Der Nutzen dieses Geräts leuchtet mir ein, das werde ich nutzen. Das „ich schreibs sicherheitshalber mal mit auf“-Antibiotikum bleibt noch in der Apotheke, das ist ja schnell besorgt, wenn ichs wirklich brauche.

Von der Apotheke bin ich etwa um 10:14 zuhause. Ich bereite schnell ein Mittagessen für den Zwerg und mich vor, koche mir eine Halblitertasse Kräutertee und setze mich mit dem Laptop aufs Sofa. Schnell noch in der Arbeit Bescheid sagen, und dann werde ich – wie schon in den letzten Tagen abends – mich weiter durch das Blog von Jule Stinkesocke lesen. Das ist teilweise sehr unterhaltsam, manchmal aber auch hart zu lesen, insgesamt sehr fesselnd.

11:14, immer noch warm eingepackt auf dem Sofa.

12:14, zuhause mit dem Zwerg und ich muss erstmal durchatmen. Das Abholen ist maximal eskaliert, dank einer Mischung aus schlechtem Timing und erschöpftem Zwerg. Morgen will er vor oder nach dem Mittagessen abgeholt werden – klingt beides vertretbar, ich hoffe, er entscheidet sich noch. Sonst haben wir die Eskalation morgen wieder.
(Nicht falsch verstehen, ich lasse ihn gerne und viel selbst entscheiden. Aber wenn ich merke, dass er überfordert ist, weil er nur noch sich widersprechende Wünsche brüllschluchzt, entscheide ich. Hieß: Ich klemme mir fünfzehn strampelnde, brüllschluchzende Kilos unter den Arm und trage sie aus dem Kindergarten. Nicht schön für alle Beteiligten, aber die kürzeste Lösung.)

13:14, ein völlig erschöpfter Zwerg ist in sein Bett verschwunden, freiwillig und alleine. Der wird groß.
Ich sitze auf dem Sofa, schnorchele und lese.

Mittlerweile ist es 15:14 vorbei, wir sind zu dritt und gammeln zuhause rum. Der Zwerg hat sich gefreut wie ein Schnitzel, als ihn der Papa aus dem Mittagsschlaf wachkuscheln kam. Wir haben gegessen, der Zwerg durfte eine Runde am Spülbecken planschen und inzwischen sitzt er auf Papas Schoß und guckt zu, wie der irgendein D&D-Spiel spielt.

Gegen 17:14 kommt noch schnell jemand, der über ebay eingekauft hat, und holt ein paar Winterstiefelchen des Zwergs ab. Wir plaudern kurz, aber nur kurz, sie muss mit dem Fahrrad noch einige Kilometer nach Hause fahren.

18:14 ist bei uns klassische Abendessenszeit, seit der Zwerg in den Kindergarten geht. Heute waren wir sogar ein paar Minuten früher dran. Wie gewünscht gab es Tütenspätzle für die Herren und belegte Brote für mich, dazu die Reste des Tages: ein paar Erbsen, ein bisschen Pudding, Obst und Gemüse aus der Frühstücksdose des Zwergs,… was halt so anfällt. Und bis auf eine kleine Apfelmus-Sauerei-Eskalation lief es erfreulich friedlich ab. Der Zwerg ist halt irgendwann satt und geht spielen, aber das ist in Ordnung.

19:14 sitzt der Zwerg vor seinem Legohaufen und flötet „Dreckbär“ in Endlosschleife, um mich davon zu überzeugen, ihm einen Bus zu bauen. Sein Charme wirkt nur leider gerade nicht, der ausgewählte Kosename ist nicht ganz nach meinem Geschmack. Etwas später flippt er mal wieder völlig rum und will „kämpfen“, also mich kneifen und boxen und ich soll bitte mitkämpfen,  aber ohne meine körperliche Überlegenheit zu nutzen. Das Verhalten kommt bei ihm nur, wenn er körperlich nicht ausgelastet ist, aber trotzdem schon ziemlich müde. Ich bin wie üblich der Spielverderber und mache nicht mit.

20:14 liegen die beiden Männer im Bett des Zwergs, lesen das aktuell beliebteste Weihnachtsbuch und irgendwann wird es dunkel und leise da drin. Ich fülle noch mal Tabletten nach und springe unter die Dusche.

21:14, aus dem Arbeitszimmer des Dr. rer. nat. hustet es, ich sitze weiterhin auf dem Sofa, surfe, lese und spiele mal wieder H*dden C*ty. Neue Events spiele ich etwas intensiver, das Alltagsspiel ist nicht mehr spannend.

Jetzt gehts nur noch irgendwann ins Bett. Licht aus um 23:14 ist wahrscheinlich 😉