Morgens früh um sieben

„Steuerung-Führer.“

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Herzchenaugenmoment noch vorher: Um sechs bin ich gerade so dabei, aufzuwachen. Zwei kleine Füße tappen durch den Flur, die Schlafzimmertür schwingt auf. Ein prüfender Blick über mich hinweg: kein Papa mehr da, der ist schon in der Arbeit. Ein kurzes Zögern, dann klettert der Zwerg zu mir ins Bett, kuschelt sich seitlich an mich, schaut mich noch einmal an und schläft wieder. Das war trotz randvoller Blase sehr, sehr schön

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Testen wir dieses Format doch mal, vielleicht entstehen so wieder ein paar mehr Beiträge. Details zum Prinzip gibts hier.

Vom Aufstehen und Frühstücken gibts kein Bild, mir ist nämlich erst im Auto aufgefallen, dass ja heute ein 12. ist.

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Stau an ungewohnter Stelle, es gibt seit gestern eine neue Verkehrsführung – aus einer zweispurigen Straße in die Innenstadt machen wir einfach mal eine Spur plus Busspur. Schöne Idee, so in der Theorie.

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Ankunft in der Arbeit, ich telefoniere mit dem Dr. rer. nat. und hole nebenbei eine Portion Lebenselixier.

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Arbeit: eher unspektakulär, Besprechungen absitzen, Termine planen und Teilnehmerliste der Schulung gestern ins System bringen.

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Nach dem Abholen braucht der Zwerg erstmal was für den Blutzucker, auf dem Rückweg fahren wir kurz rechts ran und gucken Baustelle.

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Zuhause das Heimkommritual: „Bagger gucken“ für den Zwerg, wobei „Bagger“ ein Synonym ist für alles, was ihm so zugänglich ist an Videos. Ich schreibe diesen Beitrag am Laptop vor und ergänze anschließend die Handyfotos.

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Wenn ich unbarmherzig die Rappelkiste nach 10 Minuten abschalte, spielen wir halt mit Buch und Magnet die Baustelle weiter…

Später übernimmt der Dr. rer. nat. den Zwerg, und ich kümmere mich um die Küche: Vorher…

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… und zwanzig Minuten später.

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Zeit für unser Abendessen. Ohne Bild, da turbulent.

Danach braucht das müde Kind eine Kuschelrunde, und sein Shirt wechselt mehrfach vom Löwen zum Affen. Wendepailetten sind auch bei zweieinhalbjährigen Jungs ein Renner.

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Da der Dr. rer. nat. noch für seine Dienstreise packen muss (zweieinhalb Tage alleine mit dem Papakind, yay. Nicht.), hole ich ein Spielzeug aus dem Schrank, das der Zwerg nur unter Aufsicht bekommt.

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Leider hält die Begeisterung nicht lange an, die Zylinder zum Einsetzen in die verschiedenen Löcher lernen fliegen und ich räume die Blöcke wieder weg.

Halb zehn, der Dr. rer. nat. hat den Zwerg endlich ins Bett bugsieren können, Feierabend für die Eltern.

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(Nachsatz: Mehrere Fotos und mobiles WordPress harmonieren nicht. Absolut gar nicht. Oder ich bin zu doof.)

 

WMDEDGT 06/2018

Wie schon seit langer Zeit bloggt am Monatsfünften die halbe Bloggerwelt, was sie so den ganzen Monatsfünften treibt. Frau Brüllen hats initiiert, wie vermutlich inzwischen auch jeder weiß.

Der Tag begann so richtig um kurz nach sechs, als mein Wecker summte. (D. h., eigentlich hat mich das Aufstehen des Dr. rer. nat. irgendwann davor so halb geweckt, aber solange ich wieder einschlafen kann, zählt es nicht.) Das übliche Morgenritual – duschen, was anziehen, Frühstück machen, den Zwerg zum ersten Mal wecken. Der quittiert diesen Versuch aktuell immer mit „Mama weg, Papa kommen“, wahlweise lautet der zweite Teil auch „weiterschlafen“. Nunja, ich kenne diesen Zustand. Das ist ja genau mein Grund, deutlich vor dem Zwerg aufzustehen, wenn wir beide gleichzeitig in dieser frisch geweckten Verfassung wären, gäbe das nix Konstruktives.

Frühstücken, dabei mit dem mittlerweile wacheren Zwerg kuscheln, ein bisschen den Kran mitfüttern, Zähneputzen, Sachen packen und gegen 8 sitzen wir im Auto. Ich setze den Zwerg bei seiner Tagesmutter ab, ein bisschen Smalltalk über die unerträgliche Hitze, und weiter gehts. Beim nächsten Supermarkt nehme ich noch schnell einen Kasten Wasser mit, meine Schwester hatte mich um diese Unterstützung gebeten, sie kann aktuell nicht schwer tragen.

Gegen 8:45 schlage ich im Büro auf, beschäftige mich mit meiner To-do-Liste und stelle fest, dass ich von 2 der 3 anstehenden Themen besser die Finger lasse. Ich bräuchte dazu meinen Terminkalender, und nachdem ich heute vom alten aufs neue Mailprogramm umgestellt werde, würde das wenig Sinn machen. Also stricke ich ein paar öde Folien und freue mich auf meinen interessanten Termin von 10 bis 12. Dort probieren wir eine Methode zur Prozessanalyse aus, diskutieren mit Leidenschaft und kleben Zettel an eine Wand, bis alle sieben anwesenden Köpfe rauchen.

Danach brauche ich erstmal eine Pause, also gehe ich mit meinem Chef essen und berichte ihm von dem Termin, solche Dinge interessieren ihn immer. Nach dem Essen gehts weiter mit den öden Folien *seufz* aber immerhin habe ich das meiste geschafft.

Im Anschluss schnell den Kasten Wasser bei meiner schwester abliefern und ein paar Takte quatschen, dann hole ich den Zwerg ab und gegen 15:00 sind wir zuhause. Er will „Nicht essen! Papa Bagger kucken!“, lässt sich dann auf „Mama Bagger kucken!“ runterhandeln und versinkt in seinen zehn Minuten lego-duplo-Aufbaufilmchen. Ich lese nebenher einmal quer durch meine Online-News, dann klappen wir den Laptop wieder zu und gehen in die Küche.

Der Dr. rer. nat. hat sich für 16:00 angekündigt, bis dahin sollte unser Schokoladeneis in der Maschine sein. Der Zwerg überbrückt die Wartezeit mit zwei Sorten Keksen im Wechsel, zwischendrin bekommen wir noch ein Paket mit Druckertoner und verschütten eine Tasse Milch. Sobald der „Papppaaaaaa!“ da ist, bin ich abgemeldet und kann auch mal eine Runde in Ruhe vor mich hin pusseln.

Die Männer spielen duplo im Kinderzimmer, ich kläre mit dem Dr. rer. nat. einige Planungen, was meine/unsere Arbeitszeiten angeht (noch nicht spruchreif, aber auf dem Weg dorthin). Dann gehe ich kurz einkaufen und besorge unter anderem Heidelbeeren und Leberknödel fürs Abendessen der Herren, Spargel für meines und Erdbeeren für alle. Das Abendessen beginnt zäh: Der Zwerg war vorher zwei Stunden im duplo-Flow, jetzt sind sämtliche Akkus erschöpft und er kann nur noch Sirene. Sobald etwas im Magen ist, fühlt er sich besser, aber bis man ihn mal soweit hat… *seufz*

Nach dem Abendesse das Übliche: Abhängen in Kinder- und Arbeitszimmer, Surfen, nochmal Bagger gucken und irgendwann muss der Knatschezwerg ins Bett.

Uff.

Hier herrscht gerade der etwas stärker als normal ausgeprägte Wahnsinn.

Unsere Tagesmutter kränkelt seit Jahresbeginn und fällt immer wieder tageweise aus. Jetzt ist sie seit einer Woche krank, Ende nicht absehbar. Die Kommunikation läuft nur noch über ihren Mann, auch das ist für mich ein sicheres Zeichen, dass da was nicht passt.
Geschickterweise wechselt genau jetzt zur Monatsmitte ihre Vertretung, die Neue fängt morgen an. D. h., ab morgen machen wir eine neue Eingewöhnung, und wenn der Zwerg und sie sich aneinander gewöhnt haben, können wir zumindest auf diese Ersatz-Tagesmutter zurückgreifen. Das kostet uns jetzt erstmal zusätzliche Zeit, aber dauerhaft wird es eine Entlastung.

Tja, und so stemmen wir momentan die Fulltime-Zwergenbetreuung zusätzlich zur normalen Arbeit. D. h., wir arbeiten in Schichten und versuchen, den Zwerg trotz des wechselhaften Wetters möglichst gut auszulasten.

Der hat aktuell wieder eine Papaphase deluxe, d. h., ich werde morgens mit enttäuschtem Gebrüll begrüßt, zwischendrin gemobbt und abends rausgeschmissen, wenn der Papa in Sichtweite ist.
Und als zweites Sahnehäubchen ist nächste Woche in der Arbeit Zertifizierungsaudit, für das ich meine beiden Themen top in Ordnung haben muss. Da herrscht also auch Hochbetrieb.
Über den Zustand der Wohnung reden wir gar nicht.

Ich bin soo froh, wenn das rum ist und wir wieder Normalzustand haben.

Vereinbarkeit

Irgendwo habe ich hier noch einen Entwurf rumliegen, in dem ich das Thema mal grundsätzlich angehen wollte. Naja, hier der aktuelle Einzelfall:

Wir haben unsere Tagesmutter ja übers Jugendamt gefunden, und entsprechend gibt es auch fertige Verträge für diese Betreuungsverhältnisse. Darin steht was von 20 Tagen Urlaub mit Vertretung durch Springerinnen in einem zentralen Stützpunkt.

(Einschub: Die 20 Tage sind verdammt wenig, ja, und da auch Krankheitstage angerechnet werden, ist das eine Alibirechnung. Das ist einer der vielen Punkte, wo die TaMü die Nachteile des Angestelltendasein mit den Nachteilen der Selbständigkeit verbinden.)

Auf jeden Fall hatten wir letztes Jahr schon 10 Tage ohne Vertretung. Zwischen Weihnachten und Dreikönig, da hatten wir eh Urlaub, so what.
Dieses Jahr kam dann – ooops – eine Woche mehr Tamu-Urlaub ums Eck und ich werde direkt nach Neujahr 2019 arbeiten müssen. Außerdem haben wir gelernt, dass der Dr. rer. nat. den Zwerg nur dann mehrere Tage am Stück allein betreuen kann, wenn beide gesund sind, was gerade Anfang Januar nicht übermäßig wahrscheinlich ist.
Mit dem Sahnehäubchen, dass „irgendwann im Frühjahr“ die Springerin aufhört und „irgendwann“ eine neue anfangen soll.

Es folgte ein durchaus erhellendes Gespräch zwischen mir und der Tamu, nach dem uns beiden klar war, dass sie weiß, dass sie ihren Vertrag – wie nennen wirs – großzügig dehnt.
Es folgte weiterhin ein Telefonat mit dem Jugendamt, und siehe da, die neue Springerin ist bekannt, sie wird in ihren ersten zwei Arbeitswochen gleich bei unserer Tamu vorbeischauen, wir besuchen sie und dann kann der Zwerg in der Woche nach Ostern zu ihr.
Als drittes folgten einige Abende im Internet, und damit wäre die Urlaubsplanung für 2018 fertig. Einmal fliegen wir zu dritt in den Süden, und der Zwerg und ich werden noch ein paar Tage auf einen Kinderbauernhof fahren.

Was ist jetzt mein Fazit? Ich weiß es selbst nicht so genau. Viel Aufregung, einige zergrübelte Nächte, ein Haufen Aufwand für mich, aber das Ergebnis find ich gut.