WMDEDGT 12/2017

Endlich mal wieder habe ich es morgens gleich mitbekommen. Und da ihr jetzt schon etwas zu lesen habt, ist auch klar, dass ich gut aus dem Bett gekommen bin.

Mein Wecker hat mich um 6:30 aus dem Tiefschlaf geholt. Das freut mich, damit habe ich nämlich wirklich gut geschlafen. Die letzten Nächte waren mehr so „wach um halb fünf und dann nur noch dösen“, das taugt auf Dauer nicht.

Um 7 ist meine stille halbe Morgenstunde rum, ich habe mich gewaschen, gefrühstückt, mich geschminkt und wecke den Zwerg zum Wickelnwaschenanziehen. Er hat heute einen anstrengenden Tag vor sich, seine Tagesmutter erwartet Handwerker, die Fenster tauschen. Ich bin im Büro, ebenso wie der Dr. rer. nat., und wir haben beide Termine, die wir nicht spontan verschieben wollten/konnten. Insbesondere da die Tagesmutter uns noch zwei Wochen spontane Schließung wegen Hausrenovierung angedroht hat, aber das ist ein anderes Thema.

Beim Aufwecken stelle ich fest, dass der Zwerg in einer ziemlich großen Pfütze liegt. Wenig überraschend, da er gestern Abend gebadet hat, man hat jedesmal den Eindruck, die Wanne hätte keinen Abfluss und er müsste sie per Windel leeren. Also gut, schnell in die Waschmaschine mit dem Kram, dann kann ich das heute nachmittag trocknen und wieder aufziehen. Wir machen uns fertig, ich liefere ihn bei der Tagesmutter ab („Tür! Loch! Brrrrm!“) und bin um 9 im Büro.

Dort ist nichts Besonderes los, ich ignoriere aus Gründen das Nikolauspäckchen unserer Chefin und mache mich an die Jahresauswertung eines meiner beiden Aufgabengebiete. Um 10 ein Termin mit Kollegin und Chef, ansonsten kann ich in Ruhe vor mich hinwurschteln.

Der Termin zu dritt wurde spontan ein Abteilungs-Jahresgespräch. Das tat uns auch gut, mit zwei Teilzeitkräften und einem, der ständig Schulungen hält, geht dieser Austausch sonst unter. Mittags gibts Falafel mit Couscoussalat aus der Kantine, kein Highlight aber ganz okay. Um 14:30 fahre ich wieder Richtung Tagesmutter, den Zwerg abholen.

Dort waren die Handwerker fleißig, ich schlängele mich durch einigen Bauschutt und werde von einem freudig gepiepsten „Mammaaa!“ empfangen. Laut Tagesmutter war er relativ anhänglich und leicht aus der Fassung zu bringen. Passt zu unseren Erwartungen,  gestern Abend war es spät, und die Beschreibung passt zu einem müden Zwerg. Auf dem Heimweg stoppen wir bei ALDI und kaufen Brot, Obst und eine „Bezee!!“ für den Zwerg. Die vertilgt er gleich auf dem Parkplatz, während wir uns die Füße vertreten, Dachdeckern zuschauen, eine DHL-Fahrerin kennenlernen und auf Randsteinen balancieren üben.

Gegen 4 sind wir zuhause, der Dr. rer. nat. ist auch schon da und wird begeistert begrüßt. Der Zwerg bestellt wie üblich „BAGGAAA!“-Videos von youtube, eine Viertelstunde darf er gucken und wir Eltern tauschen uns über unseren Tag aus. Der Rest des Tages vergeht mit Wäsche, Äpfelschnippeln für den Strudel, duplo- und Holzbausteinen und Internetsurfen.

Gegen halb sechs essen wir zu Abend, Grießklößchen für die Männer und belegte Brote für mich. Der Zwerg hängt mehr auf unseren Schößen herum als zu essen, aber beim Apfelstrudel schlägt er dann doch zu. Da er offensichtlich groggy ist, versuche ich gegen 8, ihn ins Bett zu manövrieren. Nunja, um halb neun sitzen wir wieder auf dem Sofa und lesen „Buuu!“ Der Zwerg liest zwar selbst, kommentiert aber alles, so dass ich mit Mühe dazu komme, diesen Post weiterzuschreiben. Zwischen „Atze! Eis! Tisch! Leiter!“ denkt sich schwer in ganzen Sätzen *ächz* Der Dr. rer. nat hat in der Zwischenzeit noch mit einer Freundin telefoniert. Jetzt folgt der zweite Akt des Insbettbringens – mal sehen, für wen sich der Zwerg diesmal entscheidet. Nach dem abgebrochenen zweiten Anlauf mit mir – der Zwerg legt sich zwei Minuten lang hin und wartet ab, dann düst er wieder Richtung Arbeitszimmer – folgt der dritte Anlauf mit seinem Vater.

Der ist erfolgreich, hurra. Noch eine halbe Stunde herumsurfen und quatschen, dann gehts ins Bett.

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WMDEDGT 11/2017

Man könnt ja auch mal wieder bloggen, nech.

Der Tag begann gegen 1:30, als der Zwerg mich gesucht und gefunden hat. Er hat gestern zum ersten Mal in seinem Leben den Mittagsschlaf ausfallen lassen, fiel dafür gegen halb sechs unweckbar um und war dann so gegen ein Uhr morgens wach (also genauer gesagt knüppelhart HELLWACH), hat sich zuerst den Papa gesucht und dann musste die Mama auch noch her. Die schläft nämlich wegen übelster Hustenanfälle zur Zeit im Exil, aber nicht weit genug. Nun gut, der Dr. rer. nat. übernahm freundlicherweise diese Nachtschicht, ich durfte gleich wieder ins Bett. Von 4 bis halb 8 haben sie dann übrigens auch noch geschlafen.

Ich bin etwa um 8 aufgestanden und sofort in die Küche gewetzt, um unserer Sonntagsbraten anzuwerfen. In einem Anfall von Größenwahn hatten wir mal eine tiefgefrorene Hirschkeule gekauft, und die ruhte seit Freitagabend in Öl-Kräuter-Marinade im Kühlschrank. Ab in den Ofen damit, dann gabs Frühstück für alle. Am Wochenende dauert das immer etwas länger und wir gehen gerne gleitend ins Rumschlumpfen, Lesen bzw. Spielen über, deshalb haben es der Zwerg und ich erst gegen

10 Uhr vor die Tür geschafft. Er liebt zur Zeit sein Bobbycar und den Sandkasten, also sind wir auf den Spielplatz vor dem Haus gegangen. Mit der Zeit kamen noch zwei Familien dazu, die ebenfalls den Wetterbericht kannten, ab Mittag hats nämlich wie angekündigt durchgeregnet bis abends. Zwei größere Jungs mit Inlineskates, ein fast Gleichaltriger ebenfalls mit Bobbycar und ein Baby, für Unterhaltung war gesorgt.

Um halb 12 war der Rückweg dran, der Braten war bei 72°C Kerntemperatur (jaaa, Nerds) und wir haben geschlemmt. Der Zwerg war mehr am Suppengemüse mit „Misss!“ (Milch) und „Pro!“ (Brot) interessiert als am Fleisch, aber das ist bei ihm halt so – ernährungstechnisch lebt er in Phasen, und aktuell ist Kohlenhydrat-und-Milchprodukte-Phase.

20171105_114055.jpgHeute war der Mittagsschlaf kein Thema, der Dr. rer. nat hatte sich mit dem Zwerg hingelegt und kam bald wieder aus seinem Zimmer, so dass wir ein ruhiges Stündchen für uns hatten. Stimmt nicht ganz, wir haben den Dr. rer. nat. wieder auf seine Standardhaarlänge Modell Zweitagebart getrimmt, damit sie ihn morgen in der Arbeit nicht für einen Hippie halten. War ja fast ein Zentimeter, was ich abgeschnitten habe.

Den Nachmittag haben wir mehr oder weniger vertrödelt, Duplo gespielt, mit der Kugelbahn gespielt, Puzzles gelegt, zwischendrin eine Runde Foren leergelesen, gemalt, Bilderbücher gelesen, … was zwei Erwachsene halt so mit einem unausgelasteten knapp Zweijährigen tun.

17:00 am Sonntagabend ist immer ein guter Zeitpunkt für meine beiden Männer, um in die Badewanne zu gehen. Sobald das Wasser einläuft, zerrt mich der Zwerg vor seinen Wickeltisch, ruft „Auszie! Auszie!“ und zerrt an seiner Hose. Ganz klar, er wollte so schnell wie möglich ins warme Wasser.
Weitere Situationskomik: Ich höre es plätschern, ich höre es laut plätschern und den Dr. rer. nat. „Nein!“ rufen, kurze Pause und dann ein lapidares „Nass.“ aus dem Mund des Zwergs. Joa, könnte davon kommen, dass er gerade einen Becher Wasser auf die Badematte gekippt hatte.
Nach dem Baden habe ich jedesmal einen zappelnden, sich windenden, vielarmigen Aal im Handtuch, der sich nur mit viel Ausdauer und roher Gewalt List und Tücke Überredungskunst abtrocknen und anziehen lässt. Aber auch das haben wir geschafft, der Dr. rer. nat. durfte noch ein bisschen in der Wanne bleiben und gegen

18:00 gabs dann tatsächlich Abendessen. Für uns Erwachsene wieder etwas Hirsch mit Gemüse und Couscous, für den Dr. rer. nat. danach noch Käsebrot und für den Zwerg „Bimbee!“ (Himbeeren, es lebe der Gefrierschrank), ein bisschen was von allem, was wir so aßen und Rote Bete.

Wie immer war der Zwerg nach dem Abendessen sehr zufrieden, plötzlich nicht mehr müde und das kreativste Kind der Welt, während der Dr. rer. nat. und ich in der Küche klar Schiff machten und nebenbei noch ein paar Lagen zuckerfreie Joghurt-Gummibärchen für die Männer produzierten. (Der Dr. rer. nat. lebt komplett zuckerfrei, der Zwerg zum großen Teil, ich nicht. Mir fehlt da noch die intrinsische Motivation.)

Gegen halb neun haben wirs geschafft, den Kleinen ins Bett zu bugsieren. Er schläft zum ersten Mal ohne Schlafsack und mit Decke, ich bin gespannt, wie gut das klappt. Die Schlafsäcke nerven ihn, weil er darin schlecht laufen kann, und entsprechen mühsam ist das Umziehen abends. Gestern nacht hat es mit der Decke für die zweite Nachthälfte gut geklappt, also probieren wirs.

Der Dr. rer. nat. schiebt Schlafdefizit und ist daher schon um halb zehn im Bett verschwunden, ich tippe noch diesen Beitrag, werde ein paar Reihen stricken und ihm dann folgen. Schließlich beginnt morgen eine neue, volle Arbeitswoche.

WMDEDGT 07/2017

Heute mal ein echter Vereinbarkeitskrimi.
Seit 0:30 wimmert der Zwerg in wechselnden Abständen, auch die Ladung Nur*fensaft gegen 1:30 bringt nur wenige Stunden Ruhe. Gegen 6 quälen er und ich uns in die Senkrechte, der Dr. rer. nat. ist schon in der Arbeit, und starten (wie gestern zum Glück schon geplant) in unseren alternativen Tagesablauf.

Wir frühstücken (ich: normal Brot mit Honig und Käse, der Zwerg ein paar Stückchen Schokolade und ein Gläschen Milch, sonst nichts). Kurz nach acht informiere ich unsere Tagesmutter, dass der Zwerg seit gestern kräftig fiebert und diese Woche wohl nicht mehr zu ihr kommen wird. Gegen halb neun brechen wir zum Kinderarzt auf, ignorieren die sooo spannende!!! Baustelle auf dem Weg dorthin und sind vor neun im Sprechzimmer. Zuerst tippen wir gemeinsam auf Hand-Mund-Fuß, da es dem Zwerg aber wirklich richtig schlecht geht, macht sie doch noch ein Blutbild und voila, die Entzündungsparameter schießen gen Mount Everest. Also gibts zum Schmerz-/Fiebermittel noch ein Antibiotikum.

Punkt halb zehn drücke ich Kind und Rezept dem Dr. rer. nat. in die Arme, jogge nach Hause und spurte in die Arbeit. Eine maximal nervtötende Besprechung, in der wir zu zweit eine Dreiviertelstunde brauchen, um einem IT-Kollegen die Informationen zu entlocken und einen Zeitplan festzulegen, wie das seit zwei Monaten überfällige Update wenigstens bis Ende August live gehen kann. Ich kann nicht einschätzen, wer das gröte Hindernis auf dem Weg dorthin – der *gähn* unglaublich engagierte Kollege, die Organisation unserer IT-Abteilung oder der externe Dienstleister, bei dem wir offensichtlich Prio 316 sind.

Ich investiere eine Viertelstunde in ein Gedächtnisprotokoll dieser Besprechung, eine Stunde in meine Folien für das (eigentlich sauwichtige) Projektreview morgen, esse schnell zu Mittag und spurte wieder nach Hause, damit der Dr. rer. nat. zurück in die Arbeit kann. Der Zwerg hat eine frische Ladung Paracet*mol intus und ist daher recht aktiv, das hält aber nicht lange an. Er nascht ein paar Bissen frisches Croissant, dann spielen wir im Liegen, und nach einer Stunde schläft er nochmal. Deshalb komme ich jetzt dazu, diesen kurzen Abriss des Tages zu tippen.
In der Zwischenzeit habe ich ein Paket eingepackt, dem Zwerg eine Ladung Antibiotikum eingeflößt, eine Stunde später wieder Ibuprofen nachgelegt und Grießklößchenteig angesetzt. Wir spielen, gammmeln rum und kucken Baggervideos.

Der Dr. rer. nat. kommt deutlich später als sonst nach Hause, da ihm ja mittags ein paar Stunden fehlen. Ich bringe das Paket noch zur Post und hole gleich die nächste Sechswochenration Windeln, wir essen zu Abend und hängen noch ein bisschen ab, bis der Zwerg müde wird und schlafen geht.

Dann folgt für mich noch eine Einheit Körper- und Schönheitspflege, und dann gehts ins Bett. Meine Nacht wird heute ruhig, ich darf vor dem wichtigen Projekttermin durchschlafen, der Dr. rer. nat. hat Dienst.

11.06.17

Die vergangene Woche war zäh. Sehr zäh.
An allen Fronten wars irgendwie blöd. Der Zwerg hatte seinen Schlafrhythmus am Wochenende verloren, war knatschig, musste permanent bespaßt werden. In der Arbeit musste ich langweilige Dinge tun, weil meine Vorgängerin geschlampt hatte. Und dank PMS gings mir selbst eh nicht besonders. Alles zusammen eine Woche, die ich aus dem Kalender streichen werde, sobald ich meinem Chef morgen früh ein paar Takte zu besagter Kollegin erzählt haben werde.

Das Wochenende war bedeutend besser.
Das Wetter war gut, daher konnte ich mit dem Zwerg diverse Spielplätze unsicher machen. Das wäre jetzt – hätte ich die völlig freie Wahl – zwar nicht unbedingt meine allererste Wahl, aber mit der Randbedingung Zwerg ist das definitiv eins der angenehmsten Dinge. Er fühlt sich wohl und ist hinterher müde, ich bin entweder mit ihm beschäftigt (= hinterher Kopf frei) oder lese Bücher auf dem Smartphone (= hinterher auch Kopf frei). Wir haben immer was Vernünftiges und Leckeres sowie genug zu trinken dabei, und der Dr. rer. nat. kann auch mal durchatmen. Bzw. nutzt er aktuell die Zeit oft, um im Keller und einigen schattigen Ecken unserer Wohnung klar Schiff zu machen, was ich ebenfalls sehr positiv finde. Immerhin haben wir jetzt auch mal unsere Bilder aufgehängt, die seit zweieinhalb Jahren in der Rumpelkammer im Gästezimmer standen und so.
Zwecks Kopf frei habe ich am Freitag die Kombination Radfahren plus Duschen getestet, funktioniert.
Morgen lang arbeiten, am Dienstag Schulung halten, den Mittwoch überleben wir dann auch noch, langes Wochenende. Läuft.

WMDEDGT 06/2017

Waaah, schon wieder erst so spät gemerkt. Gestern wollte ich mir noch nen Merker setzen und habs irgendwie vergessen.

Der Tag begann für mich um 7:30, ich höre ein fröhliches Quietschen aus dem Kinderzimmer, fühle mich halbwegs ausgeschlafen und tappe los Richtung Geräuschquelle. Der Zwerg schubst fröhlich seinen Bagger durch die Gegend, der Dr. rer. nat. ist nicht ganz so fröhlich, aber auch schon wach. Gestern abend schlief der Zwerg durch die Verkettung unglücklicher Umstände erst nach 11, daher bin ich sehr erstaunt über seine Laune um diese Zeit.
Das Frühstück ist nicht weiter erwähnenswert (Brot, Marmelade, diverser Käse bzw. Brotaufstrich). Der Zwerg hat zuerst nicht viel Hunger, füllt dann aber eine Windel, und plötzlich muss doch nochmal eine Scheibe Brot her – halb Marmelade, halb Wurst, dann gehts ihm wieder gut.
Gegen halb zehn kommen wir los und fahren auf einen großen städtischen Spielplatz mit lustigen kleinen Holzhäusern. Der Zwerg übt Treppenkrabbeln und Rennen, und wie immer spielen wir ausgiebig Kuckuck. Danach erobert er das Spieleck mit Kletterkonstruktion, Kreiskarussel und viel Splitt. Zum Abschluss mit den Füßen in den Brunnen, und dann wieder nach Hause.
12:15, der Dr. rer. nat. hat delikate Steaks zubereitet. Zusammen mit einem Salat aus dem Spargel von gestern ein feudales Mittagessen. Nur der Zwerg ist ein wenig unkooperativ, da müde. Also esse ich nur mein Fleisch, wickele ihn nochmal, stecke ihn in die Federwiege, und dann kann ich mich meinem Spargelsalat in Ruhe widmen.
Die Mittagspause verbringe ich zunächst in Stufenlagerung auf dem Boden, da mein Rücken zur Zeit Mucken macht. Danach stöbere ich im Netz nach Kindergärten, in denen ich den Zwerg noch voranmelden kann. Der Dr. rer. nat. aktualisiert seine Programme, liest Telepolis und guckt eine Gotham-Folge. Wir diskutieren ein bisschen über meine Bewerbungspläne*, ich kann ihn beruhigen.
Umd 15 Uhr ist Schluss mit Ruhe, wir wecken den Zwerg. Das hat sich in den letzten Wochen gut eingespielt, damit kommt er abends zu einer elternkompatiblen Zeit ins Bett. Zumindest fast immer. Nach einem belegten Brot verschwinden die beiden Männer im Keller, ich setze mich an den Rechner und sichte die Stellenanzeigen, die ich mir diese Woche verlinkt hatte. 2 von 6 sind definitiv nix, drei sind so naja und die letzte ist so interessant, dass ich dort wohl mal anrufen werde. Eine Hälfte von dem, was sie suchen, kann ich gut, und das würde ja wunderbar zu meinen 20 Stunden passen. Mal sehen.
Als die Männer wieder da sind, spiele ich eine Weile mit dem Zwerg. Er baut einen Duploturm, und ich helfe, wenn seine Hände zu klein, seine Arme zu kurz sind oder er mir aus einem anderen Grund zwei Teile hinhält. Nach einer Weile hat er genug, und wir besuchen den Papa noch einmal im Keller. Diesmal misten der Dr. rer. nat. und ich eine Kiste aus meinen Altbeständen aus – drei Uralthandys, einige Kabel und noch ein bisschen Elektroschrott. So langsam sieht unser Kellerabteil wieder so groß aus, wie es ist. Als der Zwerg langsam ungemütlich wird, brechen wir ab und essen zu Abend.
Jetzt ist es 19:03, der Zwerg sitzt mit dem Dr. rer. nat. in der Wanne. In ein paar Minuten werde ich ihn rausholen, das krebsrote Kind abtrocknen, eincremen, anziehen und ins Bett bringen. Hoffe ich.

Edit: Volle Windel gegen halb neun,  Mitternachtsimbiss gegen neun,  Schlafen für alle gegen 10. Gähn.

* Die Einschläge im Irrenhaus kommen näher. Unsere Zahlen entwickeln sich deutlich schlechter als der Gesamtmarkt und unsere direkten Konkurrenten. Mein Chef spricht aus, dass er die Schnauze voll hat. Und meine neuen Aufgaben sind einfach nicht meins. Deshalb habe ich beschlossen, mich mal umzugucken, ob sich nicht was findet. Ohne Zeitdruck, mit sämtlichen Einschränkungen, die ich als Kleinkindmutter so habe. Ich rechne nicht mit schnellen Erfolgen, aber abwarten löst halt auch keine Probleme.

01.06.17

Der Tag hat jetzt schon ein Highlight : morgens um 7 im Schlafanzug auf dem Balkon sitzen, ins Grüne schauen und das Vogelgezwitscher genießen. Ich bin halbwegs ausgeruht, der Dr. rer. nat. ist schon in der Arbeit, der Zwerg schläft noch.

Hoffentlich schläft er seine Erkältung weg, das wäre dann zum ersten Mal gelungen, durch frühzeitiges Inhalieren Schlimmeres zu verhindern.

Sonst passiert hier heute nicht viel. In der Arbeit mache ich zur Zeit Interviews zu meinem Projekt, sehr aufschlussreich. Die Antworten sind ganz unterschiedlich und sagen nicht nur viel über den Arbeitsbereich, sondern auch über den Charakter des jeweiligen Kollegen aus.

Vorher noch Kinderklamotten im Aldi ergattern, nachher Spielplatz und meine Mutter anrufen, wie es meiner Oma geht.

Heute Arbeitstag Nr 5 in Folge im Rock. Gefällt mir.