WMDEDGT 09/2020

Nicht mehr neu, gute sieben Jahre läuft „Was machst du eigentlich den ganzen Tag?“ schon, und es ist Corona-Edition Nr. 6. Bei mir nicht, ich denke grundsätzlich erst abends dran, und nicht jeder Tag will rückwärts noch aufgeschrieben werden.

Ich bin früh aufgewacht, aber noch mal ins Bett gekrabbelt und bald kam der Zwerg auch zu mir. Er kommt oft irgendwann morgens, heute hat er sich aber noch einmal eingekuschelt, obwohl es schon hell war. Das ist ungewöhnlich, aber sehr schön 🙂

Der Mann ging Einkaufen, während das Kind und ich Richtung Frühstück unterwegs waren. Das war so abgesprochen, denn der Zeitplan heute war voll.

Nach dem Frühstück haben der Dr. rer. nat. und ich Gulasch vorbereitet, das sich der Zwerg gewünscht hatte. Das sollte ja mittags fertig sein, und damit es ein paar Stunden auf dem Herd schmurgeln kann, ist morgens keine Zeit zu verlieren.

Von der Zwiebelbrutzelpfanne sprang ich direkt unter die Dusche, in frische Klamotten und dann gings mit dem Zwerg in die Stadt. Wer so wächst, braucht neue Hosen, denn ich kann zwar durchgescheuerte Knie flicken, aber Hosen verlängern ist dann doch zu wild. Also hat er (Premiere!) sich Hosen ausgesucht, wir haben noch einen Bello! besorgt und uns eine Breze geteilt.

Das Gulasch war derweil gut durch- und eingekocht, und mit dem gewünschten Reis war es ein Genuss. Der Zwerg hat immerhin probiert, nach drei Löffeln hatte er „keinen Hunger mehr“. Lego war wichtiger. Grmpf.

Ich bin zum zweiten Mal in die Stadt geflitzt, das geliebte Ebike hatte einen Termin zur Inspektion. Der ließ sich per Online-Terminbuchung vorwählen, wir sind kurz gemeinsam ums Rad und haben besprochen, was zu tun ist. Am Dienstag hole ich das Schätzchen wieder ab, und dann kann ich endlich wieder mit ihm herumdüsen. Die zweite Bremse war doch arg… luftig.

Putengulasch, ganz klassisch

Den Nachmittag haben wir zuhause verbummelt, bis der Zwerg rappelig wurde. Er wollte zwar nicht raus, aber wenn wir Eltern uns verbünden, hat er wenig Chancen und muss mit. Also sind wir zu dritt eine Runde über den ehemaligen Müll-, heute Solarberg gestiefelt und haben uns ordentlich vom Wind durchpusten lassen. Der Zwerg war angemessen fasziniert, schließlich sieht man nicht jeden Tag, wie ein Kanal in der Brücke übers Tal verläuft.

Der Aufstieg

Der Abend war dann sehr gemütlich, der Dr. rer. nat. ging mit dem Kind ins Bett. Welches nach einer Viertelstunde doch wieder bei mir war, dann aber gelangweilt rumhing und wenig später doch im Bett lag.

Ich habe im Hörvergleich beschlossen, dass ich Igor Levit zwar großartig finde, Tristan und Isolde aber doch lieber in der Orchesterfassung höre. Und jetzt werde ich mich auch gleich hinlegen.

Erholt.

Zwei Wochen Ostsee waren genau das Richtige. Tolles Sommerwetter, tolle Ferienwohnung, tolle Umgebung, es war einfach großartig.

Ich habe wirklich abgeschaltet und mich erholt. Ja, mit Vierjährigem und Partner und in fremder Umgebung gibts trotzdem Dinge, die nicht optimal laufen. Aber wir sind aus unserem Trott rausgekommen, ich konnte gut in mich reinfühlen und einiges sacken lassen.

Ich stelle mich gedanklich auf einen heißen Herbst ein. Irgendwie ist ja alles in der Schwebe und das einzige, was klar ist, ist, dass es täglich neue Regeln geben kann. Arbeit – Büro oder homeoffice? Kinderbetreuung – Normalbetrieb, Totalschließung oder irgendwas dazwischen? Man weiß es nicht.

Mein Plan ist, mich nicht stressen zu lassen. Ich habe nur zwei Hände und einen Kopf, mehr von mir gibts nicht und mehr werde ich nicht versuchen zu leisten. Ob ich in der Arbeit jetzt drei Wochenstunden mehr oder weniger arbeite und in dieser Zeit eine Aufgabe mehr oder weniger erledige, wird keinen signifikanten Unterschied machen. Also werde ich auch nicht täglich versuchen, irgendwie 120% in meine 75% Zeit reinzuquetschen. Wer mehr von einem meiner drei Jobs haben will, muss mir Aufgaben der anderen beiden abnehmen, oder er kanns vergessen.

Wir haben noch eine Woche Urlaub. In der Zeit werde ich noch einige Ausflüge mit dem Zwerg machen, ein paar Ecken in der Wohnung ausmisten, ausschlafen, eine Freundin treffen,… und hoffentlich so entspannt bleiben wie jetzt.

SIEBEN. TAGE.

Sieben verf*te Tage war das Kind im Kindergarten.

Dann Triefnase, Husten, Bronchitis. Diese Woche war er zuhause, nächste Woche wird er auch nicht gleich wieder in den Kindergarten gehen können.

Zum Glück haben wir noch Kindkranktage. Danach werden wir wohl unbezahlten Urlaub nehmen. Den Tanz mit Homeoffice und Arbeiten von 5 bis 22 Uhr tun wir uns nicht mehr an.

Und eigentlich wollte ich ja nächstes Jahr Stunden aufstocken *heul*

12 von 12 im Juli 2020

Den Morgenkaffee habe ich verschlafen, aber immerhin habe ich gleich morgens noch schnell ein Werk von gestern vollendet:

"Black Lives Matter" aus Bügelperlen
#1/12 #BlackLivesMatter

Ich weiß, das kunterbunte große L nimmt dem Slogan die Düsterheit. Aber noch mehr Düsterheit ertrage ich gerade nicht, deshalb lebt mein L.

Wenig später ziehe ich mit dem Zwerg zusammen los, ab in den Wald. Tapetenwechsel, kühle Luft und Bewegung für unser Duracellkind.

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2 von 12 / Ein Karpfenweiher zwischen Hügeln

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3 von 12 / Der Zwerg rennt einen Waldweg hoch

Nach anfänglichem Gemaule kamen wir dann doch ganz gut voran. Wenn der Zwerg den Weg aussuchen darf zumindest.
Zwei Stunden etwa sind wir gelaufen, dann wars wieder genug. Der Zwerg ist im Auto sofort eingeschlafen, offensichtlich war er wirklich müde. War auch warm heute.

Nach der Rückkehr:

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4 von 12 / Eiskaffee

Zweiter Kaffee des Tages, diesmal kalt.

Später dann eine kurze Haushaltsrunde, ich betätige mich als Gärtnerin und sortiere Wäsche.

 

Auch der Postmann klingelt noch und bringt neue Beschäftigung für den Zwerg und mich.

Ein geöffnetes Paket mit Tüten voller Bügelperlen
7 von 12 / Nachschub an Bügelperlen

Die Männer sind derweil im Kinderzimmer beschäftigt.

Dr. rer. nat. und Zwerg auf dem Bett beim Vorlesen
8 von 12 / Vorlesen

Später habe ich noch Gelegenheit, ein bisschen bei der Virtuellen Hochschule Bayern zu stöbern. Ich habe mich dort angemeldet, um mein einrostendes Gehirn wieder mal mit neuen Dingen zu beschäftigen. Ich habe mehrere Kurse in der engeren Wahl und schaue mir einige Demo-Abschnitte an.

Heute: Einführung in das Change Management.

Bildschirm meines Laptops
9 von 12 / Onlinekurs

Zum Abendessen gibts für mich Rest von gestern mit Tütenspätzle vom Mittagessen:

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10 von 12 / Abendessen: gefüllter Zucchini in Tomate

Danach wird das Müffelkind zwangsgebadet zum Baden überredet. Der Zwerg war heute noch schlappe 4 oder 5 Stunden auf dem Spielplatz, und er riecht wie ein kleiner Iltis.

11 von 12 / Badewasser einlassen
11 von 12 / Badewasser einlassen

Und der Tagesabschluss: Um kurz nach 10 ist das Kind endlich im Bett, ich verziehe mich auf den dämmrigen Balkon und surfe im Licht der Straßenbeleuchtung noch ein bisschen.

12 von 12 / Mein Sekt zum Tagesabschluss
12 von 12 / Mein Sekt zum Tagesabschluss

 

 

 

 

12 von 12 im Juli

Schaun wir mal, ob es 12 Bilder werden.

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#1/12: Wie immer klingelt der Wecker viel zu früh, und ich schleppe mich wie immer ins Bad.
Socken zu dieser Jahreszeit im Bett? Ja, leider.

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#2/12: Auch Bettwäsche waschen ist zur Zeit wieder Morgenroutine. Der Zwerg wächst oder hat Gehirnumbau oder vielleicht war es auch nur gestern abend zu viel Salami mit entsprechendem Nachdurst. Egal, das Maschinchen wäscht ja.

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#3/12: Halb neun, der Zwerg ist im Kindergarten und ich bin auf dem Weg zur Apotheke. Die fünf Minuten Umweg durchs Grüne gönne ich mir, schließlich steht ansonsten heute morgen der klassische Care-Mehrkampf auf dem Plan. Der kann warten.

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#4/12: Halb zehn, der Staubsauger hat gearbeitet, das Kinderzimmer hat wieder einen Boden. Allein „Puzzle zu Puzzle, Auto zu Auto,…“ hat ja schon große Wirkung.

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#5/12, halb elf und ich kümmere mich um mein neues Spielzeug. Mein neues Ebike hat vor ein paar Tagen Packtaschen bekommen, und ich wollte sie montieren. Dazu fehlt mir aber ein zweites Exemplar dieser Beutelchen, um die Taschen am Gepäckträger festzuklicken. Ich schreibe den Verkäufer an und bitte um Nachlieferung.

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#6/12: Zweiter Kaffee des Tages, dabei schreibe ich den Anfang dieses Eintrags und höre Deutschlandfunk. Ich spicke auch mal kurz in mein Arbeits-Mailpostfach. Diese Woche haben sich einige Dinge in Bewegung gesetzt, und ich hoffe auf News. Fehlanzeige.

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#7/12: Hier vergeht kein Tag ohne Lego. Klar.

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#8/12: Angesichts des Wolkenbruchs hier nachmittags so gegen halb fünf packe ich meine Trainingsklamotten lieber in  die funkelnagelneue Fahrradtasche. Ich bin ziemlich aufgeregt, schließlich hatte ich jetzt vier Jahre Pause.

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#9/12: Ich bin mir nicht mehr sicher, ob es „nein, du kommst nicht mit zum Training“ oder „nein, der Kühlschrank bleibt nicht die Viertelstunde lang offen, bis du entschieden hast, was du essen willst“ war. Egal, ging vorbei.

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#10/12 ist ein Schummelbild: So sahen vor drei Jahren unsere Tomaten am 12.07. aus. Aktuell sind sie ähnlich groß, aber weniger zahlreich und knallegrün. Ich war eigentlich zeitig genug dran, aber seit es wieder weniger heiß ist, entwickelt sich da gar nix.

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#11/12 – muss ich mehr zum Training sagen? Der Anfang war so zäh wie erwartet, aber es wurde erstaunlich schnell besser. Eine sehr gute Idee war das, lieber langhaariger Bombenleger.

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#12/12: Ausnahmsweise darf der Zwerg heute von Anfang an im Elternbett schlafen. Nachdem er vorher ziemlich rumgestänkert und -genörgelt hat, noch einmal biologische Kampfstoffe im Zimmer verteilt hat, noch einmal einiges gegessen hat – waren dann plötzlich die Lichter aus und er war nur noch still und kuschelig. Mein großer Kleiner.