Kunden

Jaja, ich weiß, der Kunde ist König und so.

Allerdings fällt es mir ein bisschen schwer, jemanden freundlich und zuvorkommend zu behandeln, wenn er sich so benimmt, wie es ein spezieller Kunde tut. Ich habe ja ganze drei Kunden zu betreuen:

Die einen sitzen zwei Stockwerke unter uns, da löst man alles auf dem kleinen Dienstweg. Sie schreiben ne Mail oder rufen an, ich schreib mir die Auftragsnummer, Stückzahl usw auf. Dann kläre ich intern ab, was wir tun, um das Problem zu lösen, rufe wieder unten an und normalerweise sind sie einverstanden. Die Jungs von unten waren auch alle schon mal bei uns, die kennen sich aus und wollen, dass wir gemeinsam die Probleme lösen. Da macht das Arbeiten echt Spaß.

Kunde Nr. 2 sitzt im ehemaligen Ostblock. Da gehts nicht ganz so einfach und unbürokratisch, aber trotzdem sehr konstruktiv zu. Auch mit denen lässt sich vernünftig arbeiten. Sie haben in den letzten Jahren von meinem internen Kunden einiges an Massenware übernommen, so dass wir hauptsächlich über unkritische Dinge reden wie „ihr habt uns statt 1000 Teilen nur 999 geliefert.“ Okay,  kriegt ihr halt das nächste Mal eins mehr, und wir lassen uns was einfallen, wie unsere Mädels die Teile richtig zählen.

Tja, und dann wäre da noch Kunde Nr. 3 in Südeuropa. Unsere Tochterfirma, spzialisiert auf Exoten und Problemfälle. Sie haben das letzte Produkt erst vor ein paar Wochen geerbt, ebenfalls von den Jungs aus dem ersten Stock, und da knirscht es jetzt an allen Stellen. Diese Woche schlug die erste Reklamation auf, und inhaltlich muss ich ihm leider recht geben. Da waren ein paar Teile dabei, die so nicht rausgehen dürfen.

Was mir stinkt, ist die Art und Weise, wie er mit uns kommuniziert. Die erste Mail von ihm war nur Frustabbau ohne Informationen, woraufhin ich ihn gebeten habe, mir doch konkret zu sagen, bei welchem Auftrag was nicht gepasst hat, damit ich mich darum kümmern kann. Dann kam eine ellenlange Liste, die er über mehrere Wochen gesammelt haben muss, und sie ging gleich CC an  einen unserer obersten Cheffes. Muss dass denn sein? Der wird sich bestimmt nicht hinsetzen, schauen, was schiefgelaufen ist, und Abstellmaßnahmen treffen. Das mache so oder so ich, und meine Laune wird nicht besser, wenn jetzt die ganze Firmenhierarchie rauf und runter in Bewegung gesetzt wird.

So ein Blödmann, echt.

Das festigt meine Absicht, mich so bald wie möglich aus diesem Job zu verabschieden und mir firmenintern etwas anderes zu suchen. Mein Chef wird das zwar sehr ärgerlich finden, zumal eine meiner Kolleginnen jetzt auch noch schwanger ist und ab Herbst ausfällt. Aber da muss er durch.

Mir war ja klar, dass ich in dieser Abteilung etwas ganz anderes machen würde als vorher. Zusätzlich bin ich mit der Umstrukturierung in einem Aufgabengebiet gelandet, das nicht meins ist. In meinem Arbeitsvertrag steht, dass ich nach einem Jahr den Bereich wechseln werde – und genau das werde ich tun.

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Ein Gedanke zu “Kunden

  1. Babbeldieübermama 25. April 2011 / 00:33

    Ich enthalte mich mal einfach jeden Kommentars und wünsche dir einen geruhsamen Ostermontag ohne jegliche Beschwerden.

    Ganz liebe Grüße

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