Es ist (fast) Mai,

und das heißt: die Hochzeitssaison geht los. Und Hochzeiten und ich, das ist so ein Thema für sich. Den Grund muss ich vermutlich nicht lange erklären – ich habe mit 20 geheiratet, bei der Scheidung war ich 27, psychisch und physisch völlig am Ende und einen dicken Haufen Geld los.

In meinem Umfeld gabs und gibts immer wieder Hochzeiten. Logisch, wenn die Leute um einen herum zwischen Mitte zwanzig und Mitte dreißig sind, ist das der Normalfall. Ich habs immer irgendwie geschafft, mich darum zu drücken, egal, ob es Kollegen oder Bekannte waren. Nächste Woche heiratet die Tanzpartnerin der Dr. rer. nat. einen alten Bekannten von mir, ebenfalls Tänzer. Jetzt gibts keine Ausrede mehr, ich muss da durch.

Immerhin habe ich mir einen Stress erspart: ich habe mir nur ein neues Jäckchen zum Drüberziehen für die Kirche gekauft, der Rest meines Outfits stammt aus meinen Beständen. Der Dr. rer. nat. hats da etwas einfacher, Jackett hängt im Schrank, Hemd und Anzughose daneben, passt immer.

Ich bin sehr gespannt, wie alles laufen wird. Zum einen sind Braut und Bräutigam die beiden, die erst vor kurzem bad news verkraften mussten. Zum  zweiten sind die beiden nicht gerade das klassische Beziehungsschema gefahren – zwei sehr unterschiedliche Menschen, noch gar nicht mal so lange zusammen, dieses Wochenende beziehen sie ihre erste gemeinsame Wohnung, das birgt ein gewisses Spannungspotential. Und drittens war ich noch nie mit dem Dr. rer. nat. zusammen auf einer Hochzeit, und auch darauf bin ich sehr gespannt.

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Kleiner Nachtrag zum Schluss:

Ja, ich bin wieder soweit, dass ich mir vorstellen kann, den Dr. rer. nat. irgendwann zu heiraten. Die Illusion, dass Verheiratetsein bessere Menschen oder bessere Beziehungen macht, habe ich nicht mehr. Trotzdem ist es für mich einerseits ein Symbol und andererseits eine schlichtweg pragmatische Lösung für einen ganzen Haufen an rechtlichen Verkettungen, die einen spätestens dann einholen, wenn man gemeinsame Kinder hat.

Und das Schöne daran ist, dass ich mir keinen Stress daraus mache. Dreißig bin ich schon, die biologische Uhr tickt nicht hörbar, also warum sollte ich Hektik verbreiten.

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