*GRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRR*

„Reisen in angenehmer Gesellschaft* in eine touristisch attraktive Gegend** mit interessantem*** Sommerprogramm****, ganz entspannt durch langfristige Planung*****, angenehme Reisezeiten****** und kurze Wege*******“

sieht bei mir heute so aus:

* mein Chef *grusel*

** aka known as middle of nowhere, Pampa irgendwo aufm Balkan

*** Besprechung von früh bis spät

**** gutes Wetter = 40 °C, schlechtes Wetter = 30 °C plus maximale Luftfeuchtigkeit

***** heute habe ichs erfahren, Donnerstag gehts los

****** der Flieger hin geht um 6:55, der zurück landet um 21:55. Freitags!

******* kombiniert mit zwei Stunden Autofahrt pro Richtung, wie bereits hier => ** <= angedeutet.

Bin ich froh, dass ich gestern frei hatte, sonst hätte ich gestern schon gekotzt. So sinds jetzt wenigstens nur vier Tage Stress pur. Heute elfeinhalb Stunden, morgen wirds nicht weniger.

Die Privatstunde morgen habe ich schon abgesagt, wegen dem normalen Training und dem Turnier am Samstag kämpfe ich noch mit mir.

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Wer zum Geier

kam auf die Idee, heute schon wieder trainieren zu wollen!? Jetzt tun mir meine Füße so richtig weh, und das trotz der Trainerschuhe mit dem niedrigen Absatz.

Egal, ich setz mich jetzt auf den Balkon, les noch ein bisschen und futter die Kinderriegel, die ich vorhin in den Kühlschrank gepackt habe.

Und dazu darf ich mich noch mit den Entwürfen für mein Kleid beschäftigen *freu* die habe ich heute nämlich auch noch bekommen. Die Schneiderin hat aus unserem Gespräch heraus drei Entwürfe gemacht, die hat sie mir gemailt, und ich soll jetzt meine Minung dazu abgeben. Einer geht gar nicht, das war einfach (ich erzähle ihr, dass ich weder lange Püschel noch Samt mag – das Kleid besteht aus? na? richtig, einem langen Samtpüschel.) Die zwei anderen finde ich jeweils zur Hälfte gut – ich glaub, ich nehm vom einen den Rock und vom anderen das Oberteil *lach*

Mal sehen, demnächst gibts eine Runde mit unserer Trainerin, der Schneiderin, meinem Tanzpartner und vielleicht noch Cassy und dann wird was entschieden.

Wieder da

Und – man höre und staune – ich kann sogar noch laufen. Damit hatte ich nicht gerechnet, nachdem gestern früh das erste Aufstehen für den Weg aufs Klo mehr als schmerzhaft war.

Es war ein tolles Wochenende mit ungefähr zehn Stunden Tanzen, ergo pro Person zwei platten Füßen und völlig kraftlosen Beinen, aber jeder Menge neuer Gedanken, Techniken und Informationen allgemein. Mit meinem Tanzpartner hats wunderbar geklappt, er hat unglaublich viel mitgenommen, ich bin sehr optimistisch für die nächsten zwei Turnierwochenenden.

Auch das Drumherum hat relativ gut geklappt. Es war sehr, sehr klug, nicht im Zelt zu schlafen – es war sowohl kalt als auch unglaublich unruhig, wie das halt ist, wenn sechzig Jugendliche in einem Garten campen. Und sie hatten genau zwei Duschen – wir in unseren zwei Doppelzimmern auch *lach*. Der einzige echte Stressfaktor war der Tanzpartner meiner Freundin. Bei der Hinfahrt fing er gerade an zu packen, als wir vor der Tür standen, und hatte dann so viel Gepäck wie wir beiden zusammen. Dieser Mensch labert in einer Tour und kriegt überhaupt nicht mit, ob sein Auditorium (anders kann mans nicht nennen) an seinen Themen interessiert ist oder nicht. Nachdems in 90% der Zeit um seine zwei Fettzellen am Bauch und sein Motorrad ging: nein, waren wir nicht. Dieses Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom setzte sich leider auch auf der Tanzfläche fort. „Wie? Wir hätten gerade auf X achten sollen? Ich habe mich aber doch mit Y beschäftigt, dazu hat mir vor drei Jahren mal Trainer Z das und das gesagt…“ Örks. Bin gespannt, wie das weitergeht in den nächsten Wochen.

Zum Glück habe ich mir heute freigenommen, ich muss also nicht die Treppen in der Arbeit rauf und runter ächzen. Ich will ein bisschen hier aufräumen und Papierkram ordnen, für unseren Urlaub eine Überweisung wegbringen, mir was Feines zum Mittagessen machen, eventuell noch shoppen gehen, und heute nachmittag ist Training angesagt. Ich glaub, ich muss JETZT loslegen.

Lichtblick

Wer hier schon länger mitgelesen hat, weiß, dass mein aktueller Job nicht das Gelbe vom Ei ist. Ich habe Aufgaben, die mich zwar gut beschäftigen, aber nicht fordern. Mein Hirn läuft auf Sparflamme, das nervt. Ich habe liebe Kollegen, aber viel zu wenige davon. Und einen Chef, der bisher nicht durch fachliche oder führungsbezogene Qualitäten glänzt, aber dafür besonders viel krank und im Urlaub ist.

Wie auch im letzten Posting angedeutet, halte ich die Augen in alle Richtungen offen. Es läuft eine externe Bewerbung bei einem Unternehmen in fahrbarer Entfernung, wo ich die Methoden aus meiner Zeit an der Uni weiterführen könnte. Das wäre eine Stelle, die mir Spaß machen würde.

Bei einer Einführung in einen Nachbarbereich innerhalb der Firma wurde auch schon angedeutet, dass man ein Plätzchen für mich hätte. Da weiß ich nicht genau, welche Aufgaben zu übernehmen sind, das muss ich erst noch herausfinden. Allerdings hätte ich da einen kompetenten und umgänglichen Chef und nette Kollegen, was ja auch schon mal ein Pluspunkt ist.

Seit Dienstag gibt es aber ein echtes Highlight. Der ebenfalls im letzten Posting erwähnte Kollege hat eine Sonderstellung in unserer Firma. Er ist unter anderem Mentor für einen speziellen Typ an bereichsübergreifenden Projekten, die ich spannend finde. Dazu ist er Kopf unserer Verbesserungsvorschlagsindustrie, auch wieder mehr als kreativer Kopf denn als ausführendes Organ. Und letztendlich wird er als Analytiker immer dann gerufen, wenn irgendwo so richtig die Hütte brennt (also mehr als normal ;-)). Dann ist er derjenige, der die vorhandenen Fakten analysiert, Hinweise gibt, wo noch Informationslücken sind, und dann Vorschläge macht, was man zur Lösung des Problems untersuchen könnte. Die Umsetzung machen die, bei denen es brennt, dann wieder selbst.

Ganz nebenbei ist dieser Kollege ein netter, umgänglicher Mensch, wir verstehen uns richtig gut.

Und eben jener Kollege hat mir am Dienstag so nebenbei erzählt, dass er jemanden als UInterstützung braucht, dafür eine interne Stellenausschreibung rausgehen wird und dass er mich schon mal vorgeschlagen hat.

Erste Reaktion: Schock. Zweite Reaktion: Mühsam gebremster Jubel.

Ich hatte mir auch schon überlegt, ob ich ihn nicht bitten sollte, mich zumindest für die nächste Ein-Jahres-Station aufzunehmen. Sein Vorschlag, mich als dauerhafte Unterstützung bzw. Nachfolge aufzubauen, ist natürlich um Klassen attraktiver. So viel wollte ich gar nicht verlangen *lach*

Jetzt bibbere ich darauf hin, dass die Stellenausschreibung rauskommt, ich mich bewerben kann und den Job dann auch bekomme.

„Nach innen gewandte destruktive Energie“

Ganz schön harte Formulierung, oder?

Ich war am Dienstag bei einem Kollegen, zu dem ich später noch mehr erzählen werde. Der sitzt in verschiedenen Gremien, in denen er sehr viel mitbekommt, was unsereins als normaler Qualitäter nicht mitbekommt. Unter anderem hat er die Detailauswertung einer Mitarbeiterzufriedenheitsbefragung mitbekommen. Die wurde im letzten Jahr von einem externen Institut durchgeführt, und die Formulierung aus der Überschrift war wohl einer der Kernpunkte der Analyse.

Viele meiner Kollegen sind gefrustet und angepi*t. Von ihren Chefs, die bei einem auftretenden Problem nur daran interessiert sind, welche Maßnahmen man schon entworfen hat und bis zu welchem Termin sie durchgeführt sind. Langfristig sinnvoll wäre es ja, erstmal die Ursache herauszufinden. Dann käme das Problem nämlich nicht nach ein, zwei Jahren wieder, und man fängt wider bei Null an. Aber systematische Problemlösung interessiert nur nachrangig. Dafür hat man ja keine Zeit, weil es schon längst an drei anderen Ecken genauso brennt.

Ich dachte ja bisher, dass das  nur bei mir im Bereich so wäre. Da hatte ich es auf eine massive Unterbesetzung in Verbindung mit vielen länger ausfallenden Chefs (Krankheit bzw. Elternzeit) geschoben. Aber offensichtlich ist das  firmenweit ähnlich. Inklusive der Personalabteilung, die sich mittels Teilzeit, Krankheit oder Kündigung so quasi ins Nichts auflöst.

Für eine Auszeichnung als Toller Arbeitgeber (TM) hats übrigens trotzdem gereicht, den theoretisch verfügbaren Instrumenten der Personalabteilung sei Dank. Die sind tatsächlich gut, werden aber 1. nicht gelebt und 2. haben die Leute in der Fertigung davn auch nicht viel, das bringt nur uns Wasserkopf-Mitarbeiter was.

Eine der Ursachen hat der Kollege auch benannt. Offensichtlich wird unser Leitungspersonal von einem „Führungsguru“ gecoacht, der ein paar seltsame Ansichten hat und vertreibt. Gleichzeitig ist dieser wohl Elternersatz bei einem unserer Geschäftsführer, er wird uns also wohl noch länger zu ruinieren versuchen erhalten bleiben.

Mich bestärken diese Infos, so weiterzumachen wie bisher:

  • Mich selbst emotional rauszunehmen – das ist meine Arbeit und nicht mein Leben.
  • Auf meine Kollegen achtsam zu sein – ich gehe konstruktiver mit ihnen um, als es mir vorgelebt wird. Und da ich von einem Kollegen schon genau weiß, dass er unter diesem Klima leidet, werde ich mich weiterhin um ihn kümmern. Ich kann ihn davor nicht schützen, aber meine moralische Unterstützung tut ihm trotzdem gut.
  • Die Augen offenhalten – es gibt intern Gruppen, die das Spiel nicht uneingeschränkt mitspielen. Und andere Firmen gibts ja auch noch.

Und obwohl ich das Meiste von dem, was er mir erzählt hat, schon wusste, bin ich geschockt über das Ausmaß.

Mein Autolein

Ja, klar. Jetzt schreibt sie auch noch über ihr Auto.

Ja, tut sie. Weil mein Auto für mich ein Symbol ist. Das ist mir heute wieder aufgefallen, als ich mich mit meiner Kollegin darüber unterhalten habe, dass sie ihres nach 12 Jahren und 270.000 km wohl verschrotten wird und sich ein neues kauft. Ganz ohne Traurigkeit.

Ich hänge an meinem Auto. An meinem kleinen runden schmutzig-graublauen Corsalein. Weil: es ist kein frisierter Lockenwickler, sondern ein richtiges Auto mit Türen hinten und 8o PS und Klimaanlage und Bordcomputer. Und es war das erste, was ich mir nach dem Rausschmiss von Mr. Ex-Stahldame gekauft habe. Klar, irgendwie musste ich ja von meinem temporären Wohnsitz bei meinen Eltern in die Arbeit und (viel wichtiger!) ins Training kommen.

Es war ganz klar ein Notkauf. Nach der Devise: was habt ihr auf dem Hof stehen, wenns halbwegs passt, diskutiere ich nicht lange, sondern nehm es einfach. Man hätte sicher noch ein paar hundert Euro rausholen können, wenn ich mich etwas länger geziert hätte,  aber dafür hatte ich echt keinen Nerv. Und ich habe Glück gehabt, das Autolein ist toll.

Ich hatte vorher nie ein eigenes  Auto. Anfangs war ich mit Mamas frisiertem Lockenwickler unterwegs, danach mit dem (unter uns gesagt unglaublich hässlichen) Corolla von Mr. Ex. Genauer mit dem ehemaligen Zweitwagen von Mr. Exs Eltern. Das war auch so ungefähr die Hierarchie bei  unserem Leben diesem Auto.

Mit dem Dr. rer. nat. ist das was ganz anderes. Okay, er hat auch keine emotionale Verbindung zu Autos (der erkennt ja nicht mal die Marke der Mietwagen, die er fährt… *theatralischaugenverdreh* *lach*). Aber sein Auto ist sehr öko und ziemlich groß, also perfekt für lange Strecken. Dafür ist meiner schön klein, also ideal, wenn wir in die Stadt wollen. So einfach kann das sein. Mit Autos und überhaupt im Leben. Aber ich schweife ab.

Das Corsalein ist toll, ich fahre jeden Tag gerne damit in die Arbeit, es ist quasi mein ausgelagertes Wohnzimmer mit einem Haargummi, meinem Firmenausweis und einem Päckchen Fishermans-Imitat im Handschuhfach. Und dem Autoatlas auf dem Beifahrersitz. Und dem Paar Tanzschuhen und der Picknickdecke immer im Kofferraum.

Ja, ich habe eine emotionale Verbindung zu diesem Brocken Blech. Und ich steh dazu *g*.