„Nach innen gewandte destruktive Energie“

Ganz schön harte Formulierung, oder?

Ich war am Dienstag bei einem Kollegen, zu dem ich später noch mehr erzählen werde. Der sitzt in verschiedenen Gremien, in denen er sehr viel mitbekommt, was unsereins als normaler Qualitäter nicht mitbekommt. Unter anderem hat er die Detailauswertung einer Mitarbeiterzufriedenheitsbefragung mitbekommen. Die wurde im letzten Jahr von einem externen Institut durchgeführt, und die Formulierung aus der Überschrift war wohl einer der Kernpunkte der Analyse.

Viele meiner Kollegen sind gefrustet und angepi*t. Von ihren Chefs, die bei einem auftretenden Problem nur daran interessiert sind, welche Maßnahmen man schon entworfen hat und bis zu welchem Termin sie durchgeführt sind. Langfristig sinnvoll wäre es ja, erstmal die Ursache herauszufinden. Dann käme das Problem nämlich nicht nach ein, zwei Jahren wieder, und man fängt wider bei Null an. Aber systematische Problemlösung interessiert nur nachrangig. Dafür hat man ja keine Zeit, weil es schon längst an drei anderen Ecken genauso brennt.

Ich dachte ja bisher, dass das  nur bei mir im Bereich so wäre. Da hatte ich es auf eine massive Unterbesetzung in Verbindung mit vielen länger ausfallenden Chefs (Krankheit bzw. Elternzeit) geschoben. Aber offensichtlich ist das  firmenweit ähnlich. Inklusive der Personalabteilung, die sich mittels Teilzeit, Krankheit oder Kündigung so quasi ins Nichts auflöst.

Für eine Auszeichnung als Toller Arbeitgeber (TM) hats übrigens trotzdem gereicht, den theoretisch verfügbaren Instrumenten der Personalabteilung sei Dank. Die sind tatsächlich gut, werden aber 1. nicht gelebt und 2. haben die Leute in der Fertigung davn auch nicht viel, das bringt nur uns Wasserkopf-Mitarbeiter was.

Eine der Ursachen hat der Kollege auch benannt. Offensichtlich wird unser Leitungspersonal von einem „Führungsguru“ gecoacht, der ein paar seltsame Ansichten hat und vertreibt. Gleichzeitig ist dieser wohl Elternersatz bei einem unserer Geschäftsführer, er wird uns also wohl noch länger zu ruinieren versuchen erhalten bleiben.

Mich bestärken diese Infos, so weiterzumachen wie bisher:

  • Mich selbst emotional rauszunehmen – das ist meine Arbeit und nicht mein Leben.
  • Auf meine Kollegen achtsam zu sein – ich gehe konstruktiver mit ihnen um, als es mir vorgelebt wird. Und da ich von einem Kollegen schon genau weiß, dass er unter diesem Klima leidet, werde ich mich weiterhin um ihn kümmern. Ich kann ihn davor nicht schützen, aber meine moralische Unterstützung tut ihm trotzdem gut.
  • Die Augen offenhalten – es gibt intern Gruppen, die das Spiel nicht uneingeschränkt mitspielen. Und andere Firmen gibts ja auch noch.

Und obwohl ich das Meiste von dem, was er mir erzählt hat, schon wusste, bin ich geschockt über das Ausmaß.

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