*schnarch*

Wieder einmal Sonntag nachmittag, und wir hängen in den Seilen.

Der Dr. rer. nat ist mal wieder in aller Frühe aufgestanden, weil er nicht mehr schlafen konnte. Sein neuer Chef bringt Unruhe in die Arbeit, und das tut ihm nicht gut. Dafür liegt er jetzt auf dem Sofa und holt den verpassten Nachtschlaf nach 🙂

Bei mir liegts eher am gestrigen Tag. Wir hatten zuerst eine Privatstunde, danach eine Stunde Zeit zum Aufbauen und Leute begrüßen, dann zwei Stunden Workshop, und danach war ich noch in der Stadt, bis ich um halb acht tatsächlich wieder zuhause eingetrudelt bin. Platt wie eine Flunder, und heute habe ich Muskelkater. Nicht besonders ausgeprägt, aber dafür gleichmäßig über den ganzen Körper verteilt. Dementsprechend werde ich mich gleich dem Mittagsschlaf des Dr. rer. nat. anschließen.

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Gestern im Training sind auch so einige bloggenswerte Dinge passiert.

Unsere beiden Trainer bringen den Jungs nicht jugendfreie Bewegungen bei – die Herren sollen ihre Damen mit beiden Leisten vorwärts aufwärts antanzen. Spätpubertäres Gegacker inklusive. Dazu muss man wissen, dass der männliche Part des Traininerpaars unglaublich niedlich ist mit seinem skandinavischen Akzent („Rotaschion“ und „Präsischion“). Mit seiner ganzen Art kommt er gleichzeitig ziemlich tuntig rüber, während seine Frau und Tanzpartnerin die Toughe ist, die Klartext redet. Wir haben nur noch gelacht.

Der Bombenleger fühlte sich von einem weiteren männlichen Wesen beobachtet und verfolgt – wie besagtes Wesen mir dann unter vier Augen mitteilen musste, findet er mein Tanzen ganz toll, und der Bombenleger wäre ja so schlecht. Und überhaupt, meine Ausstrahlung… wtf? Der kennt den Dr. rer. nat., er kann sich also selbst erklären, dass bei mir nix zu holen ist. Er selbst tanzt auf einem viel geringeren Niveau, da gewinnt er also auch nichts. Trotzdem hat er uns zwei Stunden lang hinterhergegafft – Fragezeichen, keine Ahnung, was das soll.

Am Dienstag gab es im Vereinsheim einen Wasserrohrbruch, an der gleichen Stelle wie im letzten und im vorletzten Winter. Der Aufenthaltsraum möffelt äußerst unangenehm, der Vermieter hats zur Kenntnis genommen. Wir leeren brav die Wassereimer, und die heimwerkenden Vereinsmitglieder gucken besorgt. Der Vorstand stellt fest, dass da wohl mal jemand was unternehmen müsste.

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Für die letzte Story muss ich ein bisschen weiter ausholen. Wir sind im Training meistens zu viert, ein anderes Paar trainiert sehr oft mit uns. Die beiden sind ein Stückchen jünger als der Bombenleger und ich. Er macht dieses Jahr Abi, ist auf der Waldorfschule und Mutters Augenstern. Einzelkind, klar. Dafür ist er erstaunlich brauchbar, und nebenbei tanzt er wie ein junger Gott. Kein Wunder, er trainiert, seit er laufen kann, und hatte natürlich immer nur die teuersten Trainer. Haken an der Konstellation: Die Damen haben meist recht schnell wieder die Flucht ergriffen, Mamis Zuwendung war allen etwas too much. Deshalb ist er jetzt auch so froh darüber, dass unsere Kleine mit ihm tanzt. Der Bombenleger und Mamis Liebling heitern jedes Training auf – gerne durch spätpubertären Blödsinn, aber man kann es ihnen einfach nicht übelnehmen.
Die Kleine ist lange nicht so gut wie er, viel zu klein für ihn, aber genauso sympathisch wie er. Ein kluges Kind mit leider recht wenig Selbstvertrauen. Eher still und hübsch, ein bisschen streberhaft. Aber so langsam kommt sie aus sich heraus, und inzwischen hat sie sich ein ordentliches Lästermaul zugelegt.

Auf jeden Fall ging es im Workshop gestern auch um die Präsentation auf dem Turnier, und dazu haben wir in mehreren Gruppen getanzt. Beim letzten Tanz der beiden hatten der Bombenleger und ich zuerst viel Spaß – wir haben sie angefeuert, unsere Kleine hatte ihr schönstes Strahlen drauf, und Mamis Liebling machte neben dem Tanzen seine üblichen Faxen. Nur wurde die Kleine immer schwerer in seinem Arm, der Kopf wurde  langsam rot und die Schritte immer kürzer, bis die eineinhalb Minuten endlich um waren. Wir haben uns schon Sorgen gemacht, was mit ihr los war. Hinterher haben wir dann erfahren: sie hat irgendwann vergessen, Luft zu holen.

Für ihr erstes Turnier in zwei Wochen bekommt sie einen MP3-Player mit dem obligatorischen Blondinentext mit.
„Einatmen – ausatmen – einatmen – ausatmen – …“

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Nach der Tanzerei habe ich noch geshoppt: ich bin jetzt stolze Besitzerin einer Uhr an der Kette. Mal sehen, ob ich die genauso oft vergesse wie meine Armbanduhr 😉

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