Mein Chef.

„Beschäftige dich unauffällig und verbrauch nur so viel Geld wie nötig.“

So meine Arbeitsanweisung für die nächsten Tage.

Bisher keine Infos von der Projektgenehmigungsfront. Die Herren waren Samstag in der Zeitung, die kümmern sich um die wirklich wichtigen Dinge. Deshalb weiß auch schon die ganze Firma, dass Chefchen junior tierisch in  die Luft  gegangen ist, als er sein Bild in der Zeitung gesehen hat. Okay, es ist wirklich unvorteilhaft. Er sieht aus wie ein Frettchen auf Ecstasy. Hm, lasst mich nachdenken, wie er sich verhält. Oh. Egal.

Ich werde mich unauffällig verhalten und nicht mehr Geld vernichten als unbedingt notwendig. Geht klar, Chef.

*kopfschüttel*

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Es geht aufwärts!

Der Kaffee schmeckt wieder. Und ich rieche und schmecke, was ich esse und trinke.
Ist das eigentlich bei euch auch so, dass  es ein untrügliches Zeichen dafür gibt, wann man wieder fast gesund ist? Meine Kaffeelaune ist da der Indikator schlechthin. Wenns beim Dr. rer. nat. aufwärts geht, schleicht er ganz sehnsüchtig um seine Hanteln herum und  verkneift sich sein Training nur mit größter Mühe.

Jeden Plan, heute arbeiten zu gehen, habe ich nach dem frühmorgendlichen Gang zur Toilette wieder fallengelassen. Dort kam ich nur mit Abstützen links und rechts heil an *uiuiui*. Der Plan für Arbeit heute wäre gewesen: ab in die Fertigung, im Reinraum Teile aussuchen und beschriften. Das ist der heikelste Teil meines Projekts (von dem ich immer noch nicht weiß, ob und wie es jetzt weitergeht…), da setz ich mich nicht mit Rotznase und Wackelkreislauf ran.

Sonstiger Plan für heute: Frühstücken (✔), Papierkram durchgehen (halber ✔), Apotheke (✔), Sparkasse (✔), Pakete wegbringen (bzw. den Dr. rer. nat. belabern, dass er es macht ;-)), saubere Wäsche aufräumen, Haarewaschen. Das Ganze mit ausreichend Pause vor und nach jeder Aktion, da sonst siehe oben.

Mein Bolero wächst *freu*

Bereut

Die Hühnersuppe war lecker, aber ich habs bereut. Gestern und heute lag ich flach. Gestern reichlich frierend, mir wurde erst warm, als ich nachmittags die Decke des Dr. rer. nat. zusätzlich zu meiner annektiert habe. Irgendwann ging es dann nahtlos vom Frieren ins Schwitzen über, und das  hat sich heute den Tag über gehalten. Also morgen nicht in die Arbeit.

Dafür habe ich vorhin endlich mein/unser Strickprojekt angefangen. Es ist ein Bolero, bestehend aus einem geraden Rückenteil, an das die Vorderseite, Miniärmel und Kragen in Runden drangestrickt werden. Die Wolle (in grau, graublau und beige gemustert) dafür habe ich schon seit zwei Monaten, nur hatte ich nie Zeit und Nerven dafür. Dazu muss ich außer Gefecht sein ;-). Heute habe ich immerhin die Maschenprobe und einen Mustertest geschafft, habe mir – zu den im Automaten vorhandenen linken und rechten Maschen – ein paar Spezialversionen angeeignet und bin ganz optimistisch, das hinzubekommen. Ich werde berichten.

Service für Suchende

schonkostplan für gastritis patient

„Plan“ ist übertrieben, aber: Möhrchen, Kohlrabi und Kartoffeln gehen gut. In einer dünnen, salzlosen Brühe gegart, sind sie sehr gut verträglich. Banane ging bei mir auch gut. Schwer verträglich sind Proteine und Milchprodukte, die würde ich weglassen, bis das Gröbste vorbei ist. Brot muss man ausprobieren, weißer Toast geht ganz gut, mein geliebtes Bauernbrot (Sauerteig und Roggenmehl) eher nicht. Getrunken habe ich Kräutertee in allen Varianten und zimmerwarmes Leitungswasser. Kein Kaffee, keine Kohlensäure.

Meine Gastritis war eigentlich immer sehr klar – was länger als fünf Sekunden ohne Protest drinblieb, war okay, und wenns nicht okay war, kam der Protest sofort. Dagegen gabs dann Basenpulver, im Extremfall löffelweise pur.

demenz als borreliosesymptom

Man kann dem Dr. rer. nat. ja vieles unterstellen, aber eher nicht das 😉

Sorry, da kann ich nicht weiterhelfen. Ich würde mal hier, hier oder hier versuchen, mehr herauszufinden.

haarteile für standardtanzen

Meins ist von hier.

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So, genug geservicet. Ich begebe mich auf dem Sofa in die Horizontale und hole ein bisschen Schlaf der Woche nach.

Drei Wochen

Ganze drei Wochen hats gehalten. Heute wieder Salbeitee. Und heiße Hühnersuppe – die perfekte Ausrede, um wie jeden Freitag mit den ganzen Tänzern doch noch essen zu gehen.

Ansonsten war heute nicht viel los. Am Mittwoch gabs überraschende Neuigkeiten von der Geschäftsführung (letzter Ingenieur raus, ab sofort nur noch BWLer *örks*). Die Projekt-Status-Vorsingaktion war ganz okay, leider habe ich noch kein Ergebnis. Zumindest haben wir die Ankündigung bekommen, dass wir als Projektmanagementtruppe in Zukunft wichtiger sein werden als bisher. So ein bisschen Systematik und Struktur fanden sogar die hohen Herren ganz angebracht. Also brauche ich keine Angst um meinen Job zu haben, und dann ist das Projekt auch nicht mehr ganz so wichtig.

Jetzt: Bett. Schlaf nachholen.

Der Blues

Mein Chef hatte heute den Projektblues. Ich verdränge seit einiger Zeit ganz gut, dass ich mir nicht sicher bin, am jeweils nächsten Tag noch das Gleiche machen zu dürfen wie die Tage vorher. Schließlich bin ich Projektleiterinbearbeiterin (-leiterin wäre EG12, deshalb bearbeite ich nur), und mein oberster Chef und Auftraggeber ist seit Monaten „krank“ oder „im Urlaub“. Heute war er mal wieder da, sieht besser aus  als jemals vorher, bildet sich in allem Möglichen fort und sitzt solange zwei Stunden am Tag in seinem Büro, bis das Irrenhaus sein Abfindungsangebot nachbessert. Dem Mann gehts blendend, uns nicht unbedingt. Schließlich würden wir in diesem Irrenhaus gerne in Ruhe arbeiten.

Stattdessen bauen wir Zwei-Folien-Präsentationen für BWLer, stellen uns mit Personalerinnen gut und üben uns im Schönsprechmodus, bis ich tatsächlich fürchte, dass uns demnächst die Zungen abfaulen, so verlogen klingt der managementtaugliche Laberkram.

Aber so muss das wohl sein in Firmen, denen es nicht gut geht. In denen der Personalbereich aktuell ungewöhnlich viele Listen zu bearbeiten hat. In denen ein globaler „Die Geschäftsführung lässt sich von allen Projektleitern erzählen, was sie mit seinem Geld so anstellen“-Tag als Erstes Streichkonzert betitelt wird. Und in denen gestern eins der zentralen Entwicklungsprojekte mal eben so beiläufig vom OberBWLer gestrichen wurde. Die Teile kaufen wir in Zukunft zu. Ist ja nur unser größter Fertigungsbereich und das, was uns von der Konkurrenz unterschieden hat.

Da ging heute meinem Chef die Contenance doch etwas verloren. Das hat unsere Kolleginnen schon mal völlig überfordert, für mich ist es meistens okay. Primär macht er sich Sorgen um meine Zukunft, mit der Begründung, er hätte mich ja aus meiner „sicheren Stelle“ im alten Bereich abgeworben. Als ich ihm da energisch widersprochen habe, hat er ein bisschen blöd geschaut 🙂 Klar, ohne ihn würde ich nicht das tun, was ich gerade tue – ich wäre aber auch schon längst in einem anderen Irrenhaus. Und ob das wirklich besser wäre, keine Ahnung. Schließlich arbeite ich gerne mit ihm zusammen, und ich mag das, was ich tue. Wenn das so bleibt, kann der Rest ruhig spinnen.

Ab und zu hab ich die Krise, heute war er mal dran. Solange wir uns abwechseln und nicht gleichzeitig austicken, geht das auch noch.

Dass vermutlich mal wieder ein Rückenwirbel draußen ist, ist da eher eine unwesentliche Randnotiz. Finalgon rules.

Sonntagsschnipsel

Ich  werde den Dr. rer. nat morgen hassen. Ganz sicher.
Er war vorhin mal wieder demonstrativ sportlich und hat sich mit seinen Hanteln ausgetobt. Heute habe ich es nicht (wie sonst) beim Wechsel zwischen Verspötteln und dem Bewundern seiner mächtigen Muskeln belassen, sondern mitgemacht. War nicht so niederschmetternd wie befürchtet, aber ich glaube, morgen brauche ich jemanden, der meine Arme für mich hochhebt.

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Zum Ausgleich gibts jetzt eine Beute des gestrigen Friseur-Schuhladen-Klamotten-Raubzugs: Toskanisches Süßzeug. Ein Ricciarello, ein Cantuccino und noch zwei, drei andere Kompaktkalorienpakete habe ich mir mitgebracht. Ein sehr mandelhaltiges davon verknurpse ich gerade.
Bevor jemand fragt: Klamotten sind unspektakulär, Drunterziehrolli in beige. Friseur war unspektakulär. 3 cm gleichmäßig runter, reine Instandhaltungsmaßnahme. Das einzig Interessante war, dass ich (ich!) der Friseurin einen Trick zeigen konnte, wie sie die Haarlänge der vordersten Strähnen einfach angleichen kann.
(Eigentlich ganz logisch: Mittelscheitel weg, stattdessen die vordersten paar Zentimeter komplett nach vorne kämmen und dann den linken und rechten Teil gleich lang schnibbeln.)

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Gleich gehts noch ins Training. Mal sehen, ob der Flash vom Freitag noch anhält oder ob mich eher die Vorleistung runterzieht.

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Heute morgen gegen halb vier habe ich im Kopf angefangen, meine Projektpräsentation für den Donnerstag weiterzumachen. Donnerstag abend mach ich drei Kreuze und ne Flasche Sekt leer, egal wie’s ausgeht.