Fastenzeit

Ich steh damit ja ziemlich auf Kriegsfuß. Eigentlich. Meine Eltern sind sehr christlich orientiert, ich hab mich mit 19 aus der Szene verabschiedet, weil ich sehr deutlich zu spüren bekommen habe,  dass die Menschen da nicht besser miteinander umgehen als woanders. Damit fehlt mir schon mal ganz grundsätzlich die Motivation dafür.
Echtes Fasten ist zu hart für mich,  da bin ich erstens unleidlich bis Ultimo und zweitens körperlich ziemlich angegriffen. Und mein Normalzustand klingt für einige Leute eh schon nach  fasten: Ich rauche nicht, trinke wenig Alkohol und esse Süßigkeiten in Maßen.

Das Einzige, was mir in der letzten Zeit aufgefallen ist: Ich habe das bewusste Essen wieder verlernt. Und damit stand mein Plan  für dieses Jahr fest: Mehr Achtsamkeit für das, was meinen Körper am Laufen hält. Weniger Fastfood, weniger Essen auf der Fahrt ins Training, mehr selbst Kochen, mehr frische Zutaten.

In der Kantine klappt das nicht unbedingt: Heute hatte ich die Auswahl zwischen einem scharfen Rindergeschnetzelten mit einer Soße, die ich nicht mag,  zweitens Schweinerückensteak mit ultimativ totem Gemüse und Zwiebelkartoffeln (drei Dinge zusammen, die ich nicht mag). Da blieben nur drittens die Kartoffeltaschen mit Frischkäsefüllung – auch Tiefkühlkost – aber immerhin mit Salatteller. Und eine Banane für den Nachmittag.
Das ist aber ein Ausnahmetag, normalerweise machen sie mehr frisch. Und die meisten Essen mag ich, dass zwei von drei nichts für mich sind, ist selten.

Dafür war ich heute abend vorbildlich: Ich habe mir Champignons und Lauch in die Pfanne gehauen und mit einer Scheibe leckerem Bauernbrot verspeist. Als Nachtisch  noch ein Rest Apfelstrudel made by Dr. rer. nat., und jetzt bin ich satt und zufrieden.

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Heute nachmittag hatte ich ein ausgiebiges Gespräch mit einem Kollegen. Eine Verwandte von ihm hat sich wegen Depressionen umgebracht 😦 und er versucht, den Kindern zu helfen, so gut er kann. Aufgrund des kulturellen Hintergrunds, in dem sie gelebt hat, ist das reichlich konfliktträchtig. Mir hat es gutgetan – vor allem, weil ich wieder einmal festgestellt habe, dass ich mit dem Thema durch bin. Und ich hatte das Gefühl, ihm helfen zu können. Meistens habe ich nur „ja, so hätte ich das auch gemacht“ gesagt – aber auch das ist eine Hilfe, denke ich.

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Besagter Kollege fastet übrigens zweimal im Jahr – Ramadan und christliche Fastenzeit. Ersteres aus Glaubensgründen, zweiteres für die Figur.
Wär nicht meine Variante, echt nicht.

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