Chaos-Samstag

Der Freitag war genauso anstrengend wie der Rest der Woche. Viel zu viel Arbeit, noch dazu unbefriedigende Arbeit. Weil Kollegen, die ich eigentlich sehr schätze, chaotisch durcheinanderwursteln undsich davon nicht abhalten lassen. Das nervt, und ich muss mich übelst auf meine Finger setzen, um  keine bösen Mails zu schreiben. Und gleichzeitig müssen meine Finger im Akkord über die Tasten fliegen, damit meine Auswertungen fertig werden. Egal, nächste Woche müssen die Jungs ohne mich hinbekommen, egal, ob das dann funktioniert oder nicht.

Gestern abend war das Training wieder mal richtig gut. Das Küken hat eine fantastische Auffassungsgabe, der wird mal richtig gut. Heute hatte er fiesen Muskelkater – zeigt uns, dass ers richtig macht. Viel „richtig“ und viel „gut“ in einem Absatz, ich weiß 😉 ist aber tatsächlich sehr, sehr, sehr erfreulich.

Heute habe ich als erstes die Hälfte meiner geplanten Termine abgesagt. Die Zeit habe ich gebraucht, um das zu erledigen, was ich eigentlich freitags hätte machen wollen, als ich noch gearbeitet habe. Sowas wie packen, putzen und aufräumen. Das war nötig, sag ich euch. Und wenn ich mich erstmal überwinde, ist es tatsächlich  befriedigend.

Dann war ich auf der Geburtstagsfeier des Kükens. Seine Mama wollte mich mal in Augenschein nehmen *lach* war sehr nett.Schon die Fahrt dort raus war schön, 40 km Landstraße zwischen goldenen und braunen Bäumen in der Herbstsonne. Hübsche Wohnung, nette Menschen und leckerer Kuchen, das war wirklich ein schöner Nachmittag.

Geplant war, dass ich abends von seinem Wohnort A. aus weiterfahre nach R., wo der Dr. rer. nat. ein Turnier tanzen wollte. „Wollte“, weil sie krankheitsbedingt abgesagt haben. Ich saß schon im Auto, bin dann halt direkt zurück nach Hause gefahren statt nach R.

Zuhause stellte sich die Frage nach dem Abendessen. Wir haben auf Wunsch eines einzelnen Herr letztens ein Spätzlesieb bestellt, es wurde heute mittag geliefert, und Käsespätzle klangen gut. Wären sie auch gewesen, hätte der Parmesan nicht ein gewisses Zusatzarome gehabt *Kotzsmiley hindenken, bitte*. Naja, Laugenbreze und Schokolade machen auch satt.

Jetzt noch: Bett. Morgen packen, mittags gehts los. Sechs Tage Tapetenwechsel.

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Puh.

Wie toll, so ein Tag ohne Training. Da kann man wenigstens mal ordentlich Überstunden machen <Ironie off>. Schließlich habe ich nächste Woche Urlaub und will vorher noch einiges fertigbringen. Schaut auch ganz gut aus.

Mein Highlight des Tages war trotzdem die Rückfahrt aus der Arbeit. Beziehungsweise die noch lauwarme Breze direkt aus der Bäckertüte, die ich heißhungrig vernichtet habe.
Auf dem zweiten Platz landet die Tüte Gummibärchen, die heute überraschend auf meinem Sofa-Lieblingsplatz gewachsen ist.
Und auf dem dritten das Gespräch mit meinem Chef und Schreibtischgegenüber – wir sind uns so oft einig über unsere Ansprüche an uns selbst, das ist mir fast unheimlich.

Das Lowlight – wie immer das Aufstehen, was sonst.
Hätte ja wenigstens was Selteneres sein können.

Bin ich platt.

Gestern habe ich noch überlegt, ob ich heute überhaupt arbeiten gehe – mein Kreislauf  war schon lang nicht mehr so zickig wie am Wochenende. So richtig, die Variante „eigentlich koche ich gerade, aber ich setz mich mal lieber auf den Küchenboden“.

Die Nacht war auch nicht besonders, der Dr. rer. nat. ist mal wieder erkältet und sägt nachts, als bräuchten wir Brennholz für drei sibirische Winter. Und als ich mich endlich entschieden hatte, ins Gästebett auszuziehen, bin ich im Dunkeln (klar, ich  will ihn ja nicht wecken) gegen den ausgebauten Spülkasten gerumpelt, den dringend mal jemand in den Müll befördern hätte müssen. Großartig.

Weil ich einem Kollegen für heute eine Analyse versprochen hatte, bin ich dann doch rein. Es ging auch relativ gut dank reichlich Kaffee, Obst, Tee und Apfelschorle, Hauptsache, der Blutzucker fällt nicht ab. Um drei war ich eigentlich fertig, ich wollte „nur noch“ ein paar hübsche Diagramme malen, damit man auch nachvollziehen kann, was ich da rausgefunden habe.
Bei meiner leichtsinnig gewählten Datenmenge hieß das allerdings:

Klick… warten. Nasebohren. Kaffee holen. Spiegel online lesen. Kaffee leer. Ah, da isses ja. Blöd, die Skalierung der X-Achse muss ich nochmal anpassen, so sieht man ja gar nix. Rechtsklick, Gedenksekunde. Neue Grenzen eintippen, Enter… warten. Nase ist sauber, Kaffee gabs grad erst. Tee holen, Schwätzchen mit dem Kollegen. Prüfender Blick auf den Bildschirm, noch ein Schwätzchen mit der anderen Kollegin.
Drei Diagramme und vier Stunden später bin ich jetzt zuhause und  fühle mich, als hätte ich durchgemacht.

Plan für heute abend: Sofa mit Tendenz zu Bett. Frischen O-Saft aus der Kühltheke, Schokolade und ein ebook-Reader, der geladen und befüllt werden möchte. Schließlich bin ich nächste Woche im Urlaub.

Mal wieder hier.

Alles anders, und doch gar nichts verändert.

Hier liegt noch ein Artikelentwurf vom 19.10.2012 rum, Titel: „Irrenhaus, Zentrale.“, Inhalt: die Arbeit. Könnte ich heute genauso schreiben.

Genauso unverändert: der Dr. rer. nat. Sehr positiv zu sehen.

Verändert: Neuer Tanzpartner. Lässt sich gut an, auch wenn die aus-Prinzip-skeptische Stimme in meinem Hinterkopf nur darauf wartet, dass etwas schiefgeht.

Klingt schlechter, als sich mein Leben anfühlt. Ich hatte im Sommer einen Durchhänger nach dem intensiven, energiefressenden, anstrengenden aber erfolgreichen Arbeitsfrühling. Jetzt sind die Akkus wieder auf Normalzustand, ich habe wieder Energie. (Ookay, heute hab ich eher Kreislauf als Energie, aber so grundsätzlich.)

Und außerdem scheint mir gerade die Sonne ins Gesicht 🙂