Everything changes

Bei mir verändert sich gerade ganz vieles. Das Meiste habe ich erwartet, z. B. dass mein Körper mich mehr beschäftigt und die Arbeit weniger, dass ich mich schon jetzt mit unserem zukünftigen Mitbewohner beschäftige und dass das Tanzen unwichtig wird.

Es verändert sich aber auch das Verhältnis zu meinem Chef, und das beschäftigt mich.


Er hat letztes Jahr eine große Schulungsreihe begonnen, die ihn sehr in Anspruch genommen hat. Er investiert viel Zeit in die Vorbereitung, auch zuhause abends und am Wochenende. Ich  bin mir sicher, dass er das gut macht und dass die Teilnehmer viel daraus mitnehmen.

Die Kehrseite: Diese Schulungsreihe nimmt ihn extrem in Anspruch. Wir hatten seit einem halben Jahr keine Abteilungsbesprechung mehr, Routine zu zweit sowieso nicht. Bei meinem Projekt war das bisher kein Problem, ich habe zwei Kollegen, mit denen ich mich asutauschen kann. Alles andere besprechen wir halt mal so zwischendrin, wenn ich ein Thema habe, zu dem ich ein Statement von ihm brauche.
Er hat für dieses Jahr noch alle Urlaubstage (ok, er war ein ppar Tage auf Gleitzeit weg).

Tja, und dann bin ich schwanger geworden.

Ich habe ihn im Mai offiziell informiert, ab wann ich weg bin und wie lange etwa. Im Juli(!) hat er dann mal mit seiner Chefin gesprochen und sie haben entschieden, dass es eine Elternzeitvertretung für mich geben soll. Die Stellenanzeige hat er vor knapp vier Wochen geschrieben, so zwischen Tür und Angel kam auch mal kurz die Frage, wie lang ich jetzt eigentlich Elternzeit nehmen will. Die Ausschreibung läuft aktuell intern (meine Erwartung, wie viele sich bewerben: Null), dann extern. Zwei Monate habe ich noch bis zum regulären Mutterschutz.
Offiziell suchen wir die Vertretung zum ersten September. Ich gehe mittlerweile aber davon aus, dass ich meinen Nachfolger nicht mehr kennenlernen werde… 😦

Vor einer Woche kamen wir mal auf das Thema, wem ich wann mein Projekt übergebe.
Sinngemäß von ihm: am liebsten würde er das Projekt ja für die Zeit meiner Abwesenheit ruhen lassen (das wäre politisch nicht so richtig clever, aber ginge zur Not schon). Weil er hat ja überhaupt keinen Bock auf diese Art von Projekt und darauf, in ein laufendes Thema reinspringen zu müssen.

Da fiels mir echt schwer, ihm nicht an die Gurgel zu gehen… hätte er sich früher gekümmert, wüssten wir jetzt eventuell schon, wer wann als Vertretung kommt. Seine Entscheidung, er trägt die Konsequenzen.

Wir hatten ein ziemlich enges Verhältnis, ich bin quasi seine Arbeits-Ziehtochter. Packt ers nicht, dass ich für eine Zeit nicht arbeiten werde? dass mein Leben andere Prioritäten haben wird als seins (unverheiratet, kinderlos)?
Oder liegt es nur an der Schulung und seiner damit verbundenen Urlaubsreife?

Ich weiß es nicht, und es ist strenggenommen auch sein Problem. Trotzdem fühlt es sich blöd an, und wie gesagt, es beschäftigt mich.

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4 Gedanken zu “Everything changes

  1. Frollein Doctor 31. August 2015 / 17:27

    Das gute ist ja, dass nach dir so ein bisschen die Sintflut kommt. Quasi. Vorerst. Ich kann aber verstehen, dass das kein schönes Gefühl ist…
    Gute Besserung dem Arm!
    Und danke für die fleißigen Kommentare auf dem ansonsten (hoffentlich) noch sehr stillen Blog! Ich freue mich total, wenn es tatsächlich jemand liest und sich Gedanken macht!
    Liebe Grüße

    • stahldame 31. August 2015 / 19:53

      Jepp – die Natur sorgt schon dafür, dass die Prio einer Schwangeren auf dem Baby liegt.
      @Kommentare bei dir: Du hast halt interessante Themen 😉

  2. Babbeldieübermama 23. August 2015 / 00:56

    Blöde Situation… Breche doch mehr oder weniger graziös vor ihm zusammen und zwinge ihn zu einem Gespräch. Oder wie wär es mit einer Heulattacke… 😉 Kommt doch bei Männern auch ganz gut. Wenn alles nicht hilft, lasse dich krank schreiben und freue dich auf dein Kind.
    Natürlich solltest du meine Tipps nicht zu ernst nehmen. 🙂
    Halt die Ohren steif und ganz liebe Grüße von der Bbdüm

    • stahldame 23. August 2015 / 09:11

      Deine Variante 2 nutze ich, wenns nötig wird, keine Sorge 😉
      GLG zurück!

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