Mal was Positives

Eigentlich geht diese Schwangerschaft echt gnädig mit mir um. Muss ich hier mal aufschreiben, zwischen dem ganzen Gejammer.

Ich habe sagenhafte acht Kilo zugenommen, und das bei einem Start im unteren Normalgewicht. Nix gerissen, nix eskaliert, nix Brauereipferdhintern, nur ein Babybauch und eine sagenhafte Oberweite.

Nächster Positivpunkt: ich habe mich vielleicht drei-, viermal übergeben, öfter nicht. Davor hatte ich echt Schiss, aber das war unnötig.

Und noch einer: ich war dieses Jahr bisher zwei Tage krank. Das war in den letzten Jahren oft deutlich mehr, aber offensichtlich ist mein Immunsystem mitgeboostet worden.

Mir ist auch permanent warm genug – ich bin nicht mehr die ewige Frostbeule.

Und: mir fehlt nichts. Nicht das Tanzen, nicht das Um-die-Häuser-Ziehen, auch nicht die spontanen Wochenendtouren in alle möglichen Städte. Mein Hormoncocktail im Blut sorgt dafür, dass ich mich wohl fühle.


Gar nicht so einfach, alle „…, aber …“ wegzulassen. Das sollte ich vielleicht üben *hüstel*. Neue Rubrik „Positives Denken“?

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Alles wird besser… oder so.

Besserung an verschiedenen Fronten! Der Ellenbogen des Dr. rer. nat. verheilt, und auch sein Gesamtzustand gefällt mir wieder wesentlich besser. Ich habe einen Elternzeitvertreter bekommen, sogar jemand Internen, und ab Dienstag wird eingearbeitet. Am Donnerstag war in der Arbeit eine Elefantenrunde, für die ich einiges vorbereitet habe, und damit läuft im „alten“ Projekt alles weiter wie erhofft.

Die andere Seite: Ich bin platt. (Der Dr. rer. nat. wird diesen Beitrag lesen, diesem Satz energisch widersprechen und zum Gegenbeweis 1-3 meiner wohlgerundeten Frontbeulen tätscheln. Soviel zu den hiesigen Flachwitzen. Aber zurück zum Thema.)
Der Rücken geht wieder, aber auch nur dank regelmäßiger Gymnastik und Massagen, wehe, ich sitze mal den ganzen Tag am Schreibtisch.
Ich schlafe leichter und weniger, seit ich schwanger bin. Letzte Woche kam dann noch dazu, dass ich nach dem rituellen Klogang (so zwei, drei Stunden vor dem Wecker) nicht mehr einschlafen konnte, sondern über die Arbeit grüble.  Dazu ein veritabler Heulanfall und zwei „Fast-„Situationen – da werden Erinnerungen an die Erschöpfungsdepressions-Zeit wach 😦

Am Dienstag bin ich wieder bei meiner Frauenärztin, mal sehen, was sie dazu sagt. Im Zweifelsfall melde ich mich tageweise krank, anstatt mich – gegen besseres Wissen – pflichtbewusst reinzuschleppen.

Neues Feindbild: P.

Heute die erste größere Ladung Babyklamotten gewaschen – ebay sei Dank habe ich ein Klamottenpaket gefunden, das das Gröbste abdeckt. Jetzt fehlen nur noch wenige Kleinteile für die erste Rundumausstattung.

Aber eigentlich wollte ich ja über etwas ganz Anderes schreiben – ich habe mir ein neues Feindbild zugelegt. Okay, Feindbild ist zu hoch gegriffen, ohne dieses Hormon würde der weibliche Zyklus nicht funktionieren. Und wenn frau zu wenig davon hat, klappts weder mit dem Schwangerwerden noch mit dem -bleiben.

Die Insider werden es bereits erraten haben, ich schreibe von Progesteron. Der Sinn dieses Hormons ist klar, leider beschränkt sich diese Wirkung aber nicht auf die Körperteile, wo es benötigt wird.

Ganz nebenbei legt Progesteron auch den Magen lahm. Dadurch bleibt eine Mahlzeit bei Schwangeren gerne mal 8-10 Stunden im Magen liegen, bis sie weiterwandert. Ideale Voraussetzungen für Übelkeit und Sodbrennen, deshalb: früh zu Abend essen, nicht viel auf einmal essen und immer schön auf die linke Seite legen.

Das Verhalten setzt sich im Darm fort, auch der wird träge und relaxt, außerdem hat er ja nicht seinen gewohnten Platz. Das lässt sich durch die gerne empfohlenen Eisentabletten noch verstärken, dann geht irgendwann gar nichts mehr. Meine Gegenmaßnahmen: Kräuterblut statt Eisentabletten (schmeckt nicht gut, geht aber angeblich nicht so auf die Verdauung) und dezent überdosiertes Magnesium.

Meine dritte Lieblingsnebenwirkung ist die Lockerung der Bänder und Sehnen. Nicht nur, dass ich ständig unsicher stehe, der Mist ist auch schuld an meinen Rückenschmerzen. Wenn ich nur eine halbe Stunde in der Küche werkele, habe ich das Gefühl, mir bricht die Lendenwirbelsäule ab. Klar, genau daran ziehen meine Zusatzkilos nach vorne unten, aber die alleine wären nicht so problematisch. Mit meinen üblichen Entspannungstricks werde ich diese Sorte Rückenschmerzen auch nicht los, ich muss mich in den Schmerz rein bewegen und dehnen.

Diese kleinen Freuden meines Alltags sind durchaus dazu da, dass ich mich auf das Ende der Schwangerschaft freue. Könnte bitte jemand die Uhr vordrehen und die kommenden 12 Wochen ein bisschen schneller vorbeigehen lassen? Danke.

Kleckerkram

Es passiert nichts Weltbewegendes, aber alles fließt so vor sich hin.

Der Dr. rer. nat. durfte nach ein paar Tagen wieder heim. Vieles klappt inzwischen auch einarmig, Hilfe braucht er nur selten, aber manches geht halt einfach nicht. Schon mal Erdbeeren einhändig geputzt? Eben.

Das Kinderzimmer ist grob eingerichtet, seit einer Stunde liegt sogar der Teppich 😀 Das kann jetzt alles noch gut auslüften und ich kann nach und nach besorgen, was wir für den Anfang brauchen. Meine Haupt-Quelle werden wohl ebay und Second-Hand-Läden, gerade Babykleidung muss ich nicht neu haben.

Der Bauch wächst, wird regelmäßig von innen massiert 😉 und von außen bewundert. Erste Übungswehen merke ich auch schon, wenn ich bewusst darauf achte. Der erste Abend im Geburtsvorbereitungskurs war eher so naja, aber ein zweite Chance gebe ich der Sache noch.

In der Arbeit macht das alte Projekt (das ich 2013 abgegeben habe…) gerade wieder Fortschritte und entsprechend auch Spaß, das neue dümpelt vor sich hin. Meine Stelle ist für meine Elternzeit noch nicht besetzt, aber immerhin gibt es zwei vernünftige Kandidaten. Eilt ja nicht, mein Mutterschutz ist ja noch sieben Wochen hin, und Schwangere fallen ja nicht ungeplant früher aus <Sarkasmus Ende>.

Im Ganzen: business as usual, nix Aufregendes. Kann so bleiben.