Zwei Wochen

Vierzehn Tage ist der Kleine jetzt alt, und ich bin so halb in diesem neuen Leben angekommen.

Mehr als „so halb“ wäre wohl vermessen, schließlich ist ein Neugeborenes ein Vierundzwanzig-Stunden-Job*, der nix mit alledem zu tun hat, was ich bisher so in meinem Leben gemacht habe. Und da kommt man eben manchmal gut zurecht, und dann gibts Momente, die mich überfordern. Zum Glück ist der Dr. rer. nat. da und fängt uns auf – z. B. wenn der Kleine sich in Rage brüllt, weil er Bauchschmerzen hat und überhaupt, das halte ich nicht gut aus.

Weniger als „so halb“ wäre aber auch nicht wahr. Schließlich lerne ich jeden Tag so viel dazu, dass ich schon über mich selbst vor einigen Tagen grinsen kann. Nach dem ersten Springbrunnen weiß ich, wie ich Vollgepinkeltwerden beim Wickeln vermeiden kann, unser Timing wird besser (der Kaffee war heute zumindest noch lauwarm) und ich beginne, zwischen Bauchschmerz-, Hunger- und Langeweile-Geräusch zu unterscheiden.

Mein Körper ist auch gut in Richtung Normalzustand unterwegs. Ich war heute eine gute halbe Stunde mit dem Kinderwagen spazieren, das funktioniert wieder. Die Nähte verheilen, der Restbauch wird weniger, und das Angebot in der Milchbar regelt sich langsam auf die Nachfrage des Kleinen ein.

Ich würde sagen: Anpassung läuft, weitermachen.


* OK, nicht ganz: je nachdem übernimmt der Dr. rer. nat. ein oder zwei Schlafetappen, und ein Teil ist „nur“ Bereitschaft. Trotzdem, meine 35-Stunden-Woche war lässiger.

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Letzte Vorweihnachtsschnipsel

So richtig weihnachtlich ist es hier nicht – Weihnachtsdekoration fiel bei mir nicht unter „sowohl wichtig als auch dringend“, und damit treiben wir dieses Jahr keinen Aufwand.

Ich nutze meine Energie lieber für meine Erholung, die ganz gut vorangeht, und für unseren allerliebsten neuen Mitbewohner. Der hat mittlerweile eine ganze Kollektion an mehr oder weniger schmeichelhaften Spitznamen. Mein Liebling ist „H2S-chen“, denn auch unser Baby riecht gelegentlich ein wenig wartungsbedürftig.

So langsam entwickle ich mich von der völlig unerfahrenen und unbeholfenen Jungmutter zum Level 2:

  • Belegte Brote werden grundsätzlich so portioniert, dass man sie mit einer Hand essen kann – das geht auch mit Kind im Arm
  • Der Wickeltisch ist noch einmal komplett umgeräumt, jetzt kann ich da arbeiten
  • Die umgedrehte Liegeposition (Babyfüße auf Höhe meines Kopfs) eignet sich nur für das Stillen frisch gewickelter Babys – und ja, da hätte man vorher drauf kommen können

und und und – ich erarbeite mir täglich meine Tricks, die das Leben leichter machen.

Der Zwerg hat sich bereits die Schallgrenze von drei Kilo erarbeitet, auch das fühlt sich gut an.


Damit solls erstmal wieder gut sein – ich wünsche euch allen frohe Weihnachten, habt ein paar ruhige Tage und erholt euch gut.

So viel Neues

Für uns alle drei ist momentan alles neu.

Zwei unbeholfene alte Ersteltern lernen Baby waschen, wickeln, beruhigen, sich anpullern lassen, Baby umziehen (ganz böse!) und Baby schlafen lassen. Ich werde von Mal zu Mal sicherer und flotter damit, und dem Dr. rer. nat. gehts genauso. Manchmal versteht man sogar wirklich, warum er etwas ganz bestimmtes tut *Schock*

Der Zwerg schläft fast immer, wenn er nicht gerade gestillt oder gewickelt wird. Manchmal schaut er danach ein paar Minuten mit großen blauen Augen in die Welt, und spätestens dann schmelze ich dahin.

Der Dr. rer. nat. versorgt mich von A bis Z, damit ich mich erholen kann. Falls ich es noch nicht erwähnt habe: Der Mann ist ein absoluter Glücksgriff. Macht zur Zeit den kompletten Haushalt, versorgt mich mit Essen und wickelt und knuddelt seinen Sohn und mich. Ich bin sehr froh, dass er noch so lange zuhause bleiben kann – im Moment ginge es sonst gar nicht, und auch wenn ich fitter bin, wird es uns allen gut tun.

Meine aktuelle Baustelle ist der Klassiker für Jungmütter: Milcheinschuss. Keine Details, nur so viel: zwei glühende Kanonenkugeln. Wir arbeiten mit Quarkwickeln gegen, und der Zwerg hilft auch mit, indem er trinkt wie ein Weltmeister.
Emotional bin ich wieder stabiler, eventuell waren das schon die Heultage *vorsichtig hoff*

Also alles ganz neu, aber gut 🙂

Jetzt aber!

Seit Dienstag sind wir zu dritt, seit heute wieder zuhause.

Der Zwerg hatte es dann plötzlich furchtbar eilig, in fünf Stunden war das Ganze erledigt – entsprechend überfahren war ich. Der kleine Mann ist eher zierlich, hat aber eindeutig Füße und Nase seiner Eltern und ist einfach ein unglaublich süßer, friedlicher kleiner Kerl.

Außer wenn die Windel voll ist, so wie jetzt 😉

Immer noch im Countdown

… aber mit Aussicht auf ein baldiges Ende.

Nachdem ich heute zur Kontrolle im Krankenhaus war, halte ich mein Kind für ein sehr kluges solches. Am Termin gestern kamen in „unserer“ Klinik doppelt so viele Kinder zur Welt wie üblich, d. h., es war Rush Hour. Das hätte mich ziemlich gestresst – gut, dass wir da nicht waren.

Allerdings wird es nach Aussage der Ärztin sicher kein Weihnachtskind, die Kontrolle am Dienstag wird wohl die letzte sein.

Komisches Gefühl. Eigentlich war ja klar, dass jetzt irgendwann Schluss ist, aber jetzt wirds konkret und absehbar.

Morgen treffe ich mich mit meiner Hebamme, wir machen einen Räumungsversuch 😀 per Fußreflexzonenmassage.

Ich werde berichten 🙂

Notiz: Osso bucco – Geduld!

Unser Junior machts spannend. Jetzt, um 23:37 des Vorabends sag ich mal: zu früh kommt der nicht mehr. Dafür räumt er in meinem Bauch herum, dass es nicht mehr feierlich ist, und das, obwohl selbiger ständig hart wird und der Kleine sich eigentlich gar nicht mehr wohlfühlen KANN. Naja, hoffentlich ist er außerhalb meines Bauchs dann auch so gemütlich unterwegs.

Auf jeden Fall habe ich die Gelegenheit genutzt und mich spontan noch mal mit einer Freundin zum Essengehen verabredet. Wir waren beim Italiener, und ich habe mir mal wieder eine Portion Osso bucco gegönnt. Wer das nicht kennt: geschmorte Rinderbeinscheibe (heute abend Kalb-).

Und wieder einmal stelle ich fest: ich bin einfach zu ungeduldig, was Fleisch angeht. Schon bei des Dr. rer. nat. Tafelspitz schleiche ich viel zu früh um den Topf, der Spitz wird auch um so besser, je länger man ihm Zeit lässt. Und genau so scheint es bei dem Osso bucco auch zu sein, das war butterweich, das Messer war eigentlich unnötig. Meines ist immer noch relativ fest bis trocken, so im Vergleich.

Deshalb: 1. mehr Zeit und 2. mehr Soße. Und: demnächst überhaupt wieder einen Versuch starten.

(Dafür waren unsere Hühner-Minutenschnitzel heute mittag ganz hervorragend. Da darf man nämlich nicht zu geduldig sein, sonst werden sie zur Schuhsohle. So rum kann ich das mit dem Fleisch ganz gut :-))