WMDEDGT Februar

Wieder mal ist der Monatsfünfte, also: was machst du eigentlich den ganzen Tag?

Der Tag begann gegen 2:30 mit einem brüllenden, angestrengt pupsenden Baby. Damit der Dr. rer. nat. mit mehr als vier Stunden Schlaf in den Arbeitstag starten sollte, klemme ich mir das Bündel unter den Arm und verschwinde mit ihm im Gästezimmer. Beide Türen zu zwecks Schallisolation, die Türen der ehemaligen Arztpraxis sind dick.

Von 2:30 bis etwa 5:00 wechseln Rumtragen, Bäuchlein massieren, Beinchen strampeln, Schnuller nachfüllen, Hand auf den Bauch legen und Nickerchen einander ab. Gegen halb fünf ein Stillstopp, da ist er wenigstens mal zufrieden. Der Dr. rer. nat. kann nicht mehr schlafen und verabschiedet sich kurz vor fünf Richtung Arbeit.

Der arme Kleine ist völlig erledigt, gegen 5:00 schläft er dann nochmal richtig ein und ich auch. Immerhin nochmal zwei Stunden schaffen wir, bis er um

7:00 wieder losmotzt. Also noch eine Runde Massage und eine frische Windel. Ich fühle mich nicht gut, aber wach genug, um Hunger zu haben. Also schlurfe ich im Bademantel Richtung Küche, stelle das Kind in seiner Wanne auf den Boden und werfe die Kaffeemaschine an. Dazu gibts Grießbrei mit Banane, nach so einer Nacht brauche ich was Warmes, Süßes im Magen. Zum Frühstück läuft Bayern 5 und ich scanne schnell Spiegel Online durch, es ist nix Weltbewegendes passiert.

Gegen 8:00 bin ich fertig, jetzt wird der Zwerg gewaschen (Mordanschlag! Rabäh!) und gewickelt. Danach der nächste Stillstopp, wir halten unseren Vier-Stunden-Takt ein. Er döst weg, während ich ihn ins Bad schleppe und dusche. Zwischendrin kurzes Gequake, er pennt aber wieder weg. Sehr freundlich von ihm, mit Frühstück im Magen und geduscht, kann ich dem Tag einigermaßen Herr werden.

Eine Maschine Wäsche läuft, fürs Mittagessen bereite ich Wedges vor. Ich versuche, einen Handwerker zu erreichen (dreimal besetzt) und verziehe mich dann gegen halb elf auf die Couch, die Blogwelt querlesen. Dazu gibts eine Schüssel Obstquark und eine Tasse Stilltee. Wäre ja eine Win-Win-Situation, wenn der Kleine weniger Verdauungsprobleme hätte.

12:00, die Wäsche hängt, die Wedges sind im Ofen. Der Kleine pennt immer noch tief und fest, der holt den verpassten Nachtschlaf nach. Eine Viertelstunde darf er noch, dann wecke ich ihn zum Wickeln und Stillen. Der Dr. rer. nat. kommt nämlich gegen eins nach Hause, und ich würde gerne mit ihm essen.

Halb eins, Wickeln ist erledigt. Das Stillen wird aufgrund einer eindeutigen Geräuschkulisse unterbrochen, das Windelnwechseln wird zu „Kind einmal komplett ausziehen, saubermachen und wieder frisch anziehen“, dann können wir fertigstillen.

13:10, der Dr. rer. nat ist da und bespaßt den Kleinen, wir essen Wedges und Brokkoli. Danach chillt jeder ein bisschen vor sich hin, ich kopiere zwei CDs aus der Stadtbücherei auf den USB-Stick, der in meinem Geräuscwürfel steckt, und lese das Quiche-Backbuch quer, das ich auch ausgeliehen habe. Viele leckere Sachen, die ich alle momentan nicht essen darf :-/ bzw. die ich mit einer weiteren durchpupsten Nacht bezahlen würde.

Gegen 15:30 werden meine Hummeln im Hintern so stark, dass ich beschließe, noch in die Stadt zu fahren. Also schnappe ich mir den Zwerg für einen weiteren Wartungszyklus, packe ihn in den Maxicosi und düse los. Ich bummele durch die Innenstadt und besorge ein paar Kleinigkeiten. Schlabberhosen für den Kleinen, exotisches Obst für den Dr. rer. nat. und mich und eine Packung von meinem Lieblingskaffee, den ich hier nicht mehr bekomme. Dazu nehme ich noch einen frisch gepressten Saftmix namens Himbeertraum für den Dr. rer. nat. mit – normalerweise gäbe es dazu einen Ananas-Grapefruit-Saft für mich, aber ich nasche nur mal an dem Himbeerbecher.

Wieder zuhause möchte der Zwerg wieder einmal trockengelegt werden, und bei der Gelegenheit bekommt er wieder etwas Bequemeres an. Eigentlich wechsle ich bei ihm nicht konsequent zwischen Tag- und Nachtkleidung, es gibt ja eh Tage, wo er x frische Sachen anbekommt. Aber für auswärts hatte ich ihm eine schicke Latzhose angezogen, die ist zum Schlafen zu unbequem, also gibts einen Strampler.

Der Dr. rer. nat. und ich essen zu Abend, belegte Brote, er erzählt ein bisschen aus seiner Arbeit, die heute mehr mit meinem Studium zu tun hatte als mit seinem. Danach bekommt Junior wieder einmal die Brust und ich lege ihn ins Bett. Vorher lag er neben uns und hatte gaaanz kleine Äuglein, jetzt sind die zwei großen Knopfaugen wieder weit offen und wollen alles ganz genau sehen. Also wandern wir eine Weile durch die Wohnung, ich lege ihn wieder hin, setze mich im dunklen Kinderzimmer neben ihn und lasse sein Schlaflied vom Handy abspielen. Das wirkt nicht wie erhofft, also teste ich Plan B. Ich räume dies und das im Kinderzimmer und rundherum auf, d. h., ich lasse ihn für ein paar Minuten allein und schaue dann wieder bei ihm vorbei. Das klappt.

21:00, Kind schläft, die Mutter ist auch müde. Deshalb werde ich mich jetzt mit dem letzten Büchereibuch ins Bett verziehen und dort testen, wie lang ich noch wach genug zum Lesen bin.

Gute Nacht!

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