Schubalarm

Die letzten zwei Nächte waren bescheiden. Gestern abend hatte ich Ausgang und kam später als geplant zurück, wir hatten uns verquatscht. Um halb elf lagen wir im Bett, um elf war ich zum ersten Mal zum Handauflegen im Kinderzimmer, Stillen um kurz nach zwölf. Nächste Runde Handauflegen gegen zwei, kurz vor drei, halb fünf, fünf. Um viertel nach fünf nochmal Stillen, der Dr. rer. nat. hats aufgegeben, ist aufgestanden und in die Arbeit. Ich hab die kleine Kröte um halb sieben in die Federwiege verfrachtet und konnte dann wenigstens noch eine Stunde schlafen.
Genug gejammert, die unruhigen Nächte sind mit einem Entwicklungsschub verbunden, der mich staunen lässt. Der Zwerg ist mit seinen dreieinhalb Monaten viel wacher als gewohnt. Du krähst in allen Tonarten, blubberst begeistert mit deinen Spuckebläschen vorm Mund und erzählst die tollsten Geschichten. Du greifst nach allem, was du siehst, zwar noch unsicher, aber immer gezielter. Deine Hände sind ständig in Bewegung, fühlen aneinander, halten alles fest, was in deine Reichweite kommt, oder werden besabbert und bekaut. Deinen Schnuller ziehst du dir ja schon lange selbst, inzwischen schaffst du es aber ab und zu, ihn wieder in den Mund zu bekommen. Du willst immer weniger liegen und immer öfter so getragen werden, dass du dich umsehen kannst.
Auch körperlich tut sich einiges: Ich muss schon Kleidung in 62 aussortieren. Wir sind bei 4er Windeln, die 3er gingen über deinen Oberschenkeln kaum mehr zu. Die Verdauung läuft immer effizienter, auch das Spucken nach dem Stillen hat deutlich nachgelassen. Du machst Anstalten, dich drehen zu wollen, bist aber ganz überrascht, wenn du wirklich mal auf der Seite landest.
Ich bin gespannt, was wir nächste Woche bei der U4 erfahren werden und wie gut du deine ersten Impfungen wegsteckst. Du kleiner Sonnenschein – wenn du dein zahnloses Grinsen auspackst und dazu gluckst, schmelze ich jedesmal <3.

Freestylebacken: Beeren-Grieß-Kuchen

Zu Ostern gabs dieses Set aus Mini-Kuchenförmchen und dem dazugehörigen Backbuch. Ich backe gern, ich esse auch gern Kuchen, das passt also hervorragend zu mir. Gleichzeitig bin ich auch faul, d. h., wenn ich backe, mache ich gleich eine größere Menge und verstaue einen Teil im Gefrierschrank. Dafür sind die kleinen Kuchen perfekt, da habe ich immer schnell eine einzelne Portion greifbar. Also habe ich mich heute während dem Mittagsschlaf des Zwergs gleich in die Küche gestellt und gebacken.

Ursprünglich hieß das Rezept Kirsch-Grieß-Kuchen, Kirschen mag hier aber niemand so richtig außer in der Schwarzwälder Kirschtorte. Also haben wir keine im Vorrat, dort fanden sich aber noch tiefgekühlte Brombeeren und Himbeeren – passt auch. Statt Zucker nehme ich Süßstoff oder (wenn ich die Kristalle für die Teigstruktur brauche) Xylit, also wurde das auch ausgetauscht. Und für die doppelte Menge braucht man auch mehr Förmchen, also habe ich noch unsere Muffinformen ausgepackt.

Tja, wir überspringen dann das Aussehen des Teigs (eher vorverdaut), die zu kurze Backzeit und dass der Teig extrem feucht und schwer war und deshalb nicht aufging und halten nur fest:

Lecker. Sehr lecker.

😉

(Und fürs Protokoll: #33/101, 1/10 erledigt.)

„Was geht da drinnen vor?“ (Buchrezension)

Die erste Rezension zu #52 von 101/1001, und gleich schwere Kost.
Das Buch von Lise Eliot heißt vollständig „Was geht da drinnen vor? Die Gehirnentwicklung in den ersten fünf Lebensjahren“, ich habe ein Exemplar der zweiten Auflage von 2002.

Die Autorin ist Amerikanerin, Neurowissenschaftlerin und zweifache Mutter und hat zusammengetragen, was Eltern aus ihrer Sicht über die Gehirnentwicklung von Kindern interessieren könnte. Auf gut 600 Seiten beschäftigt sie sich zuerst mit der Gehirnentwicklung in der Schwangerschaft und dem Einfluss der Geburt. Dann betrachtet sie die verschiedenen Sinne in der Reihenfolge, wie sie für das Kind wichtig werden: Tastsinn, Gleichgewicht- bzw. Bewegungssinn, Riechen, Schmecken, Sehen und zuletzt Hören. Anschließend geht es um die motorische, soziale und emotionale Entwicklung von Kindern, um Gedächtnis, Sprache und Intelligenz. Zum Schluss folgt noch ein Kapitel zum Unterschied zwischen den Geschlechtern (Kurzfassung: gibts, ist auch signifikant, aber klein im Vergleich zur Streubreite innerhalb jedes Geschlechts).

Das Buch ist der Versuch, eine relativ trockene Materie populärwissenschaftlich aufzubereiten. Deshalb begleiten einen verschiedene Familien durch die Kapitel, die Entwicklung wird jeweils anhand eines namentlich genannten Babys beschrieben. Trotzdem gehts nicht ohne Fachbegriffe, die diversen Nerven und Gehirnareale haben nunmal alle lateinische Namen, ohne die sich die Sache nicht beschreiben lässt. Diese Abschnitte habe ich irgendwann nur noch überflogen, weil es mich so im Detail dann doch nicht interessiert hat. Wenn man etwas ganz genau wissen will, stehen auch noch 60 Seiten Quellenverzeichnis zur Verfügung.

In den Abschnitten, in denen der Leser direkt angesprochen wird, empfinde ich die Autorin als warmherzig und gelassen – sie gibt Tipps, wie man sein Kind fördern kann, macht aber gleichzeitig klar, dass man nichts erzwingen kann und nicht dem Perfektionismus verfallen sollte. Sehr sympathisch 😉


Mein Fazit: Kein Buch für das begrenzte geistige Fassungsvermögen einer stillenden Jungmutter, und auch eher nichts, um es in einem Rutsch wegzulesen. Ein anspruchsvolles und spannendes Thema, gut aufbereitet für konzentrierte Leser.
Ein guter Kauf, das Buch kommt ins Bücherregal und wird stückchenweise nochmal gelesen.

Erkundungsspazierfahrt

In der 101/1001-Liste steht auch #54: Stadterkundung. Damit wollte ich am Dienstag gleich beginnen und habe mir einen Seitenzipfel des Wiesengrundes ausgesucht. Dort gibt es eine Heilquelle, die man in den 50er Jahren in einen Brunnen gefasst hat, und rundherum ist ein Park angelegt.

1182605835_1458658014272Tja. Hätte schön sein können, wenn es das Wetter hergegeben hätte. Da es auf halbem Weg angefangen hat zu nieseln, wurde mein Passagier recht missmutig und wir haben uns wieder vom Acker gemacht.

1182605835_1458658855850Immerhin, ich kenne jetzt einen Parkplatz ums Eck und weiß, dass ich nochmal hin will, wenn das Wetter besser ist.

Geht ja gut los (#4)

Die Blogroll ist aufgeräumt, und jetzt ohne den Zufallsmodus. Alles immer sichtbar.

Siehe unten rechts.

Die Zusammenstellung ist bunt. Ein paar aus der Ecke „Arzt oder Apotheker“, einige Blogs voller Familienalltag, mehrere Job-Blogs und ein paar, die in keine dieser Schubladen passen oder gleich in mehrere davon. Alle bringen mich mal zum Schmunzeln, mal eifrig zum Nicken und mal zum Mitfühlen. Danke dafür.

Wiki-Quickie 01/25

Zu Aufgabe #53 des 101/1001-Projekts.

Heute als zufälligen Artikel entdeckt: der RWTÜV.

Bei der Abkürzung denke ich als Materialkundlerin erstmal an die RWTH und in zweiter Linie an den TÜV. Beides ist nicht ganz falsch: der RWTÜV ist der Rheinisch-Westfälische Technische Überwachungsverein. „Den“ TÜV gibt es gar nicht, es gibt eine Reihe an regionalen Vereinen. Alle untersuchen Autos auf ihre Straßenverkehrstauglichkeit, aber alle haben eine Reihe an einträglichen Nebengeschäften. Beim RWTÜV gibt es Beratungsleistungen zu den Themen Versicherungen, Informationstechnologien, Energieversorgung, Spezialabfälle und Gebäudetechnik. Also so diverser technischer Kram.

Ein bisschen off-topic:
Schick finde ich eine Unterseite der Homepage: der RWTÜV hat einen Integritätsbeauftragten. An den darf/soll man alles melden, was einem in dem Laden an fragwürdigen Aktionen auffällt. Er informiert dann die Geschäftsführung, die sich kümmert, so der Text. Bei uns im Irrenhaus gibts ja inzwischen doch auch was zum Thema Compliance, aber keinen Vermittler dafür, sondern man soll direkt die GF ansprechen. Und – oh Wunder – keiner machts. Sehr überraschend, das.

So, Kind hat ausgeschlafen, Zeit, die Küche aufzuräumen.