„Was geht da drinnen vor?“ (Buchrezension)

Die erste Rezension zu #52 von 101/1001, und gleich schwere Kost.
Das Buch von Lise Eliot heißt vollständig „Was geht da drinnen vor? Die Gehirnentwicklung in den ersten fünf Lebensjahren“, ich habe ein Exemplar der zweiten Auflage von 2002.

Die Autorin ist Amerikanerin, Neurowissenschaftlerin und zweifache Mutter und hat zusammengetragen, was Eltern aus ihrer Sicht über die Gehirnentwicklung von Kindern interessieren könnte. Auf gut 600 Seiten beschäftigt sie sich zuerst mit der Gehirnentwicklung in der Schwangerschaft und dem Einfluss der Geburt. Dann betrachtet sie die verschiedenen Sinne in der Reihenfolge, wie sie für das Kind wichtig werden: Tastsinn, Gleichgewicht- bzw. Bewegungssinn, Riechen, Schmecken, Sehen und zuletzt Hören. Anschließend geht es um die motorische, soziale und emotionale Entwicklung von Kindern, um Gedächtnis, Sprache und Intelligenz. Zum Schluss folgt noch ein Kapitel zum Unterschied zwischen den Geschlechtern (Kurzfassung: gibts, ist auch signifikant, aber klein im Vergleich zur Streubreite innerhalb jedes Geschlechts).

Das Buch ist der Versuch, eine relativ trockene Materie populärwissenschaftlich aufzubereiten. Deshalb begleiten einen verschiedene Familien durch die Kapitel, die Entwicklung wird jeweils anhand eines namentlich genannten Babys beschrieben. Trotzdem gehts nicht ohne Fachbegriffe, die diversen Nerven und Gehirnareale haben nunmal alle lateinische Namen, ohne die sich die Sache nicht beschreiben lässt. Diese Abschnitte habe ich irgendwann nur noch überflogen, weil es mich so im Detail dann doch nicht interessiert hat. Wenn man etwas ganz genau wissen will, stehen auch noch 60 Seiten Quellenverzeichnis zur Verfügung.

In den Abschnitten, in denen der Leser direkt angesprochen wird, empfinde ich die Autorin als warmherzig und gelassen – sie gibt Tipps, wie man sein Kind fördern kann, macht aber gleichzeitig klar, dass man nichts erzwingen kann und nicht dem Perfektionismus verfallen sollte. Sehr sympathisch 😉


Mein Fazit: Kein Buch für das begrenzte geistige Fassungsvermögen einer stillenden Jungmutter, und auch eher nichts, um es in einem Rutsch wegzulesen. Ein anspruchsvolles und spannendes Thema, gut aufbereitet für konzentrierte Leser.
Ein guter Kauf, das Buch kommt ins Bücherregal und wird stückchenweise nochmal gelesen.

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2 Gedanken zu “„Was geht da drinnen vor?“ (Buchrezension)

  1. Frollein Doctor 30. März 2016 / 07:50

    Das hört sich ja echt interessant an!
    Und wenn du so weiter machst, wird das ein 101 in 101 Tagen 🙂

    • stahldame 30. März 2016 / 15:57

      Ja, ich fand das Buch echt spannend.
      Gegen die 101 Tage habe ich mir ja ein paar Sicherungen eingebaut – abgestillt wird z. B. (hoffentlich) nicht so schnell. Und du kennst das bestimmt, man schiebt Dinge ewig vor sich her, bis es einen Anstupser gibt, sie doch mal zu erledigen.

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