„Die schöne Verräterin“ (Buchrezension)

Bei diesem Buch habe ich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: ich habe es aus einem Tausch-Bücherschrank gezogen (also 1/5 bei #52 erledigt) und schreibe hier gerade die Rezension dazu (macht 2/5 bei #53).


„Die schöne Verräterin“ ist ein historischer Roman von Rena Monte, einer mir völlig unbekannten Autorin. Eine kurze Netzrecherche verrät mir: Sie hat noch einige historische Romane mit Titelheldinnen geschrieben, außerdem zwei Bände einer Templersaga, lebte in der Nähe von München und starb 2014.
Hauptperson des Buches ist Silvana, die einzige Tochter des Conte Monteggiori. Er ist ein rauhbauziger Burgherr, der nach dem frühen Verlust seiner Frau (dazu später mehr) seine Tochter verstecken will – Männerklamotten, keine gesellschaftlichen Kontakte, sie bleibt in seiner Burg und hat sich unauffällig zu verhalten. Die Handlung ist im 14. Jahrhundert in Norditalien angesiedelt, wo benachbarte Burgen und Städte verschiedenen Kriegsparteien angehören. Als eine gegnerische Delegation in der Burg ist, stolpert deren Anführer über die lauschende Silvana, und damit nimmt die Handlung Fahrt auf. Er will sie als Spionin einspannen, Silvanas Tante nimmt sie zu sich zwecks Einführung in die Gesellschaft, Silvana darf reiten und die Falkenjagd erlernen und einiges andere mehr. Soweit alles ganz nett, lese ich gerne.
Parallel dazu lernt Silvana einige Männer kennen, und bei jedem dichtet ihr die Autorin einen Zwiespalt aus „er soll mich küssen/anfassen/Sex mit mir haben“ und „ich muss mich anständig benehmen“ in den Kopf. Silvana hat ja sehr abgeschirmt gelebt und ist daher neugierig auf das, was sie den Soldaten ihres Vaters abgelauscht hat.
Und ab dem zweiten dieser Typen war das Buch für mich gelaufen. Erstens hatten diese Episoden keinen plausiblen Zusammenhang mit dem Rest der Handlung, wie wenn die Autorin einen Schalter umgelegt hätte, „jetzt bitte wieder „er soll mich küssen/anfassen/Sex mit mir haben““. Und zweitens, Heiderzacken, wie naiv kann man denn sein!? Dem ersten schmeißt sie sich an den Hals, macht fröhlich beim Knutschen mit, und als er dann ran will, stellt sie fest, dass sie sich das als Contessina nicht erlauben kann. Was sie nicht im geringsten davon abhält, nach dem Anführer der feindlichen Delegation das gleiche mit einem anderen Adeligen, einem Falkner, dem gleichen Adeligen nochmal, einem Günstling ihres Vaters, dann schläft sie (ich dachte mir: endlich!) mit dem Adeligen. Das reicht dann aber immer noch nicht, sondern das Rumgetue geht weiter. Ich weiß nicht, wie das Buch durch diese Einschübe besser werden sollte. Wenn es ein Softporno erotische Literatur hätte werden wollen, wärs wieder zu wenig und zu wenig explizit.


Mein Fazit: Nee, danke. Hätte ein guter historischer Roman werden können, ich habe ja grundsätzlich Freude an solche Geschichten. Aber nicht in der Kombination.
Das Buch geht zurück in den Tausch-Schrank, vielleicht findet sich ja was Besseres.

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