WMDEDGT 5/2016

Wieder mal ein Monatsfünfter, wieder einmal die Frage von Frau Brüllen, was wir eigentlich den ganzen Tag tun.

Die Nacht begann recht unruhig, der Zwerg hat ab Mitternacht alle Stunde Betreuung gebraucht und konnte nach dem Stillen um Viertel nach drei auch nicht gleich wieder einschlafen. Dankenswerterweise hat der Dr. rer. nat. gegen halb sechs die Frühschicht übernommen, und dadurch konnte ich – mit einem weiteren Stillstopp – bis halb neun liegenbleiben. Die beiden Männer haben in der Zwischenzeit ordentlich getobt und geturnt.

Zum Frühstück gabs wieder mal Porridge mit Mandelmilch, Haferflocken, Sultaninen und einem Apfel, Zimt und Vanillezucker, das ist inzwischen meine Standardmischung. Und selbst der Kaffee war heute leckerer als gewohnt (Mandelmilch flockt nicht aus, wenn man etwas Natron in den Kaffee gibt), zumal der Zwerg wieder schlief. Zumindest bis zwei Schlucke vor dem Ende meines Kaffees.

So gegen Viertel nach neun gings dann weiter – ein Baby muss auch feiertags gewaschen, gewickelt und angezogen werden. Eine Lieblingsbeschäftigung des Zwergs ist es, sich das eine Hosenbein wieder runterzuziehen, das man ihm gerade angezogen hat, während man damit beschäftigt ist, ihm das zweite anzuziehen. Selbstverständlich fröhlich kichernd und krähend. Das könnte nach seinen Vorstellungen also eine Dauerschleife werden, aber nicht mit mir. Nach der zweiten oder dritten Schleife habe ich ihm sein schon angezogenes Bein hochgeklappt, Schluss mit der Spielerei. Schließlich durfte er vorher schon fünf Minuten nackt strampeln und sich an seinen Füßen festhalten (Lieblingsbeschäftigung Nr. 2).

Nach dem Volltanken war es Zeit für die Krabbeldecke und eine Spielerunde. Hier wären wir bei der Lieblingsbeschäftigung Nr. 3 des Zwergs: Fingerfuttern. Man nehme eine elterliche Hand, suche sich einen Finger davon raus, greife ihn mit beiden Händen und stecke ihn *rumms* mit viel Schwung in den Mund. Dann kann man zwei-, dreimal darauf herumkauen und ihn wieder ausspucken, um ihn gleich wieder in den Mund zu nehmen und so weiter. (Lustig ist erst, wenn man ihm ein Stückchen Obst oder Brot anbietet: Beim Herumkauen auf der Banane hat er doch glatt ein Stück abgebissen. Hui, war das ein Schreck!)

Nach einer halben Stunde fing der Zwerg an herumzumeckern, wollte aber nicht schlafen. Dann landet er halt in der Trage, und wir haben einen Spaziergang durch die Feiertagssonne gemacht. Vorbei an der Fußballtrainingsanlage, auf der bestimmt 30 oder 40 laufende Meter sich auf ihr Turnier vorbereitet haben. Mit Einlaufen, Einspielen, Frühstücken, und einer musste sich von seiner Mama trösten lassen. Bin ja gespannt, wofür sich der Zwerg mal interessieren wird – eher tanzen oder eher Fußball? Ich habe mir vorgenommen, ihn bei allem zu unterstützen, das ihm nicht schadet.

Zuhause war schon wieder Zeit für die nächste Zwergenwartung. Danach habe ich ihn seinem Vater in die Hand gedrückt, um mir ein schnelles Mittagessen zu machen. So langsam weiß ich, wie Soßen mit Mandelmus lecker werden: Zucchini geschnippelt und in Olivenöl angebrutzelt, Salz, Pfeffer, ein bisschen Currypulver und Thymian drauf. Dann einen Esslöffel Mandelmus in der Pfanne schmelzen lassen, Schluck Wasser darauf, gut verrühren. Zusammen mit den restlichen Spätzle von gestern war das sehr lecker. Der Dr. rer. nat. hatte in der Zwischenzeit einen müden Zwerg in die Federwiege verfrachte und sich selbst im Schlafzimmer hingelegt. Während ich diesen Artikel tippe, bin ich also von zwei schlafenden Männern umgeben 😀

Den Mittagsschlaf werde ich noch nutzen, um mir ein paar T-Shirts zu bestellen (Stillshirts in XS gibts bei bonpr*x) und um in einige andere WMDEDGT-Beiträge reinzulesen.

Wie geplant habe ich den Zwerg gegen 14:45 geweckt. Das ist relativ einfach, wenn ich eine seiner Leichtschlafphasen erwische, die tagsüber schön im Halbstundentakt kommen. Am Händchen nehmen, zwei-, dreimal ansprechen, dann gehen die Augen auf. Bis „wach“ dauerts noch ne Minute, aber das kenne ich ja *g* Also erst ein bisschen knuddeln, dann wickeln, halb anziehen, stillen, Bäuerchen machen und fertig anziehen. In der Zwischenzeit ist auch der Dr. rer. nat. wieder aus dem Bett gekrochen, zockt halbherzig ein paar Minuten und macht sich dann besuchsfertig.

Fast perfekt pünktlich fliegen wir bei meiner Schwester ein, und innerhalb von Sekunden startet der Zwerg seine Sirene. Ist ja auch blöd, wenn man im Auto einschläft, dann wacht man auf und plötzlich schauen einen drei fremde Gesichter erwartungsvoll an. An Mamas Schulter gehts dann aber doch, und so verbringen wir einen halbwegs entspannten Nachmittag bei Kaffee, Tee, Erdbeer-unfreiwillig-Knusper-Kuchen (irgendwas ging da mit dem Rezept schief…) und einem spuckenden, aber letztendlich doch gutgelaunten Zwerg.

Gegen sechs werden die Augen des Zwergs richtig klein, und er ist nur noch mühsam bei Laune zu halten. Daher brechen wir heimwärts auf, und kaum läuft der Motor,  schläft der junge Mann. Das macht das Heimkommen sehr entspannt, wir stellen ihn einfach im MaxiCosi in sein Zimmer und können alles andere in Ruhe verräumen. Ich schaffe es sogar gleich noch, mir ein Abendbrot vorzubereiten: Zwei Scheiben Roggenmischbrot mit geräucherter Forelle, einmal mit Curry-Mango-Aufstrich drunter und einmal mit Essiggürkchen drauf. Den temporären Käseverzicht muss ich durch kreative Spezialitäten ausgleichen, dann fühlt es sich nicht so nach Einschränkung an.

Nach seiner obligatorischen halben Stunde wird der Zwerg wieder wach, ist motzig und daher gibts gleich die nächste Wartungsrunde. Als er mich so richtig komplett wirklich vollständig leergetrunken hat, ist er wieder gut drauf und randaliert spielt noch ein Weilchen an seinem Spielebogen. Allzulange hält er aber nicht mehr durch, daher verfrachte ich ihn mit einem Rasselring in sein Bett, setze mich daneben und unterhalte mich mit ihm. Dabei fährt er sichtbar runter, und wenn ich das Licht ausmache, fällt nur noch sein Kopf zur Seite, er seufzt ein paarmal und irgendwann kommt das leise *nug-nug-nug-nug-schmatz*, mit dem ihm der Schnuller aus dem Mund fällt.

Halb neun, Feierabend für die Babymama. Ich schreibe den Post hier weiter, nasche mich noch einmal quer durch den Kühlschrank und warte auf den Dr. rer. nat., der gegen neun vom Training wiederkommen wollte.

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