Doch old fashioned.

Sehr geehrte Damen und Herren von be(t)reut.de,
oder besser gesagt: ihr elenden Bauernfänger.

Wir brauchen eine Putzfrau, jetzt, wo ich bald wieder arbeite. Theoretisch haben wir natürlich genug Zeit, um selbst sauberzumachen, aber keine Lust dazu. Und da es finanziell geht, lagern wir aus, was uns nervt.

Der erste Versuch über die bereits erwähnten Bauernfänger war frustrierend. Die Webseite ist unübersichtlich ohne Ende. Man kann sich Inserenten angucken, man kann auch selbst eine Anzeige erstellen. Aber wenn man Kontakt aufnehmen will, dann – und zwar genau dann und nur dann – kommt die hübsche Seite mit der Frage, welche der Premiummitgliedschaften man denn abschließen möchte. Minimale Kosten: naja, davon wäre der erste Putztermin schon fast bezahlt. Mal ganz davon abgesehen, dass bei einer kurzen Netzrecherche der Begriff Fakeprofile fiel. Okay, dann halt nicht.

Nächster Versuch: f*cebook. Entweder bin ich zu doof, oder es gibt sowas nciht, auf jeden Fall war ich nicht in der Lage, eine Gruppe zu finden, die sich mit solchen Themen beschäftigt. Unter „Nebenjobbörse“ war zwar einiges zu finden, aber die meisten Inserate dort waren Verweise auf andere Internetbörsen. Auch nix.

Schreib ich halt nen Zettel und häng ihn im Supermarkt aus. Ganz klassisch.

Apothekenlink

Pharmama verbreitet aktuell einen Petitionsaufruf des Apothekerverbands.

Ich hatte mich ja an ihrer Blogparade „Ohne Apotheke(r) fehlt dir was“ beteiligt, und was da stand, gilt so immer noch. Allerdings habe ich mich mittlerweile schon etwas geärgert. Der Dr. rer. nat. schluckt gegen seine Borreliosesymptome pflanzliche Kapseln, die ihm natürlich kein Arzt verordnet, weil Off-label-use, und chronische Borreliose gibts ja gar nicht und so weiter, kein Bock mehr auf Diskussionen. Auf jeden Fall kostet die Packung hier vor Ort 58€, online um die 45€, er braucht etwa eine Packung pro Monat. In schlechten Zeiten wie jetzt auch das Doppelte. Da muss man sich die Vor-Ort-Apotheke leisten können.

Trotzdem kann ich mir nicht vorstellen, ohne Apotheke vor Ort auszukommen. Unsere ist im gleichen Haus wie unsere Kinderarztpraxis, was nicht vorrätig ist, kann ich nach einem halben Tag abholen. Und abholen heißt bei uns wenige hundert Meter Fußweg, also wirklich komfortabel. Gerade für den Zwerg bin ich wirklich froh, wenn ich seine Medikamente sofort in der Hand habe.

WMDEDGT 01/2017

Frau Brüllens Tagebuchbloggen, Sie kennen es inzwischen.

Der letzte Ferientag, morgen ist Feiertag, das zählt nicht. Die Nacht war mal wieder eher mies, von halb drei bis halb fünf konnte/wollte der Zwerg nicht einschlafen.

Wir sind früh aufgestanden, das heißt im konkreten Fall, so gegen halb acht. Schließlich hatte sich der Heizungsableser für halb neun angekündigt, da wollte ich schon ansprechbar sein. Wir saßen noch beim Frühstück, als es gegen

8:20 an der Tür klingelte. Seit Jahren kommt der gleiche ältere Herr, zeitweise war seine Frau noch dabei, inzwischen kommt er alleine. Ein Dutzend Ablesungen und ein paar Minuten Smalltalk später war er wieder weg, und wir konnten unser Frühstück zuende bringen. Auch der Dr. rer. nat. war erstaunlich schnell von seinem Ämtergang zurück, leider erfolglos. Man sei nicht zuständig, er müsse bei $Spezialamt, das es nur bei uns gibt, einen Termin zur Unterstützung ausmachen, telefonisch irgendwann ab April. Grummel.

Nach kurzer Beratung, was wir morgen kochen wollen, schnallt der Dr. rer. nat. sich den Zwerg vor den Bauch und geht einkaufen. Damit war unser kleiner Mitbewohner wenigstens mal kurzzeitig nicht ganz so übellaunig. Das hielt aber nicht lange an, deshalb gab es für ihn gegen

10:00 einen Rohkostteller und dann einen Platz in der Federwiege, den er dankend annahm. Eineinviertel Stunden Schlaf taten den Nerven aller Beteiligten gut. Der Dr. rer. nat. und ich nutzten die Zeit für unser aktuelles Projekt – ich bin seit kurzem Mitglied der hiesigen Müttermafia, wir ziehen fleißig Strippen, um den traurigen Spielplatz vor dem Haus ein bisschen aufzumöbeln. Da lernt man einiges über die Historie der Siedlung und warum wer wen nicht leiden kann, unglaublich.

Um halb zwölf gibts hier im Hause Mittagessen, die Männer aßen Pfannkuchen von gestern, für mich gabs Schupfnudeln mit Käse, ebenfalls von gestern, und ein belegtes Brot hinterher. Dazu die vorletzten Lebkuchen, so lang ist Weihnachten ja auch noch wieder nicht her.
Blöderweise meldet sich zur Zeit mein Rücken regelmäßig, ich habe mir also auf dem Sofa ein Stufenbett gebaut, die Heizdecke unter die LWS geklemmt und mich langsam garziehen lassen. Der arme Dr. rer. nat. hatte entsprechend den nöligen Zwerg am Hals. Da bei uns noch ein bisschen Schnee liegt, waren die beiden eine Weile draußen, den Zwerg auf einem improvisierten Schlitten durch den Schnee ziehen, aber so richtig begeistert war er davon wohl auch nicht.

Der Rest des Tages ging auch nur zäh vorbei, ich grille mich im Stufenbett, der Zwerg motzt und der Dr. rer. nat. versucht verzweifelt, etwas am Rechner zu machen.

Kurz vor sieben, der Zwerg schläft heute schon so früh, und ich leg mich jetzt wieder hin.