WMDEDGT 11/2017

Man könnt ja auch mal wieder bloggen, nech.

Der Tag begann gegen 1:30, als der Zwerg mich gesucht und gefunden hat. Er hat gestern zum ersten Mal in seinem Leben den Mittagsschlaf ausfallen lassen, fiel dafür gegen halb sechs unweckbar um und war dann so gegen ein Uhr morgens wach (also genauer gesagt knüppelhart HELLWACH), hat sich zuerst den Papa gesucht und dann musste die Mama auch noch her. Die schläft nämlich wegen übelster Hustenanfälle zur Zeit im Exil, aber nicht weit genug. Nun gut, der Dr. rer. nat. übernahm freundlicherweise diese Nachtschicht, ich durfte gleich wieder ins Bett. Von 4 bis halb 8 haben sie dann übrigens auch noch geschlafen.

Ich bin etwa um 8 aufgestanden und sofort in die Küche gewetzt, um unserer Sonntagsbraten anzuwerfen. In einem Anfall von Größenwahn hatten wir mal eine tiefgefrorene Hirschkeule gekauft, und die ruhte seit Freitagabend in Öl-Kräuter-Marinade im Kühlschrank. Ab in den Ofen damit, dann gabs Frühstück für alle. Am Wochenende dauert das immer etwas länger und wir gehen gerne gleitend ins Rumschlumpfen, Lesen bzw. Spielen über, deshalb haben es der Zwerg und ich erst gegen

10 Uhr vor die Tür geschafft. Er liebt zur Zeit sein Bobbycar und den Sandkasten, also sind wir auf den Spielplatz vor dem Haus gegangen. Mit der Zeit kamen noch zwei Familien dazu, die ebenfalls den Wetterbericht kannten, ab Mittag hats nämlich wie angekündigt durchgeregnet bis abends. Zwei größere Jungs mit Inlineskates, ein fast Gleichaltriger ebenfalls mit Bobbycar und ein Baby, für Unterhaltung war gesorgt.

Um halb 12 war der Rückweg dran, der Braten war bei 72°C Kerntemperatur (jaaa, Nerds) und wir haben geschlemmt. Der Zwerg war mehr am Suppengemüse mit „Misss!“ (Milch) und „Pro!“ (Brot) interessiert als am Fleisch, aber das ist bei ihm halt so – ernährungstechnisch lebt er in Phasen, und aktuell ist Kohlenhydrat-und-Milchprodukte-Phase.

20171105_114055.jpgHeute war der Mittagsschlaf kein Thema, der Dr. rer. nat hatte sich mit dem Zwerg hingelegt und kam bald wieder aus seinem Zimmer, so dass wir ein ruhiges Stündchen für uns hatten. Stimmt nicht ganz, wir haben den Dr. rer. nat. wieder auf seine Standardhaarlänge Modell Zweitagebart getrimmt, damit sie ihn morgen in der Arbeit nicht für einen Hippie halten. War ja fast ein Zentimeter, was ich abgeschnitten habe.

Den Nachmittag haben wir mehr oder weniger vertrödelt, Duplo gespielt, mit der Kugelbahn gespielt, Puzzles gelegt, zwischendrin eine Runde Foren leergelesen, gemalt, Bilderbücher gelesen, … was zwei Erwachsene halt so mit einem unausgelasteten knapp Zweijährigen tun.

17:00 am Sonntagabend ist immer ein guter Zeitpunkt für meine beiden Männer, um in die Badewanne zu gehen. Sobald das Wasser einläuft, zerrt mich der Zwerg vor seinen Wickeltisch, ruft „Auszie! Auszie!“ und zerrt an seiner Hose. Ganz klar, er wollte so schnell wie möglich ins warme Wasser.
Weitere Situationskomik: Ich höre es plätschern, ich höre es laut plätschern und den Dr. rer. nat. „Nein!“ rufen, kurze Pause und dann ein lapidares „Nass.“ aus dem Mund des Zwergs. Joa, könnte davon kommen, dass er gerade einen Becher Wasser auf die Badematte gekippt hatte.
Nach dem Baden habe ich jedesmal einen zappelnden, sich windenden, vielarmigen Aal im Handtuch, der sich nur mit viel Ausdauer und roher Gewalt List und Tücke Überredungskunst abtrocknen und anziehen lässt. Aber auch das haben wir geschafft, der Dr. rer. nat. durfte noch ein bisschen in der Wanne bleiben und gegen

18:00 gabs dann tatsächlich Abendessen. Für uns Erwachsene wieder etwas Hirsch mit Gemüse und Couscous, für den Dr. rer. nat. danach noch Käsebrot und für den Zwerg „Bimbee!“ (Himbeeren, es lebe der Gefrierschrank), ein bisschen was von allem, was wir so aßen und Rote Bete.

Wie immer war der Zwerg nach dem Abendessen sehr zufrieden, plötzlich nicht mehr müde und das kreativste Kind der Welt, während der Dr. rer. nat. und ich in der Küche klar Schiff machten und nebenbei noch ein paar Lagen zuckerfreie Joghurt-Gummibärchen für die Männer produzierten. (Der Dr. rer. nat. lebt komplett zuckerfrei, der Zwerg zum großen Teil, ich nicht. Mir fehlt da noch die intrinsische Motivation.)

Gegen halb neun haben wirs geschafft, den Kleinen ins Bett zu bugsieren. Er schläft zum ersten Mal ohne Schlafsack und mit Decke, ich bin gespannt, wie gut das klappt. Die Schlafsäcke nerven ihn, weil er darin schlecht laufen kann, und entsprechen mühsam ist das Umziehen abends. Gestern nacht hat es mit der Decke für die zweite Nachthälfte gut geklappt, also probieren wirs.

Der Dr. rer. nat. schiebt Schlafdefizit und ist daher schon um halb zehn im Bett verschwunden, ich tippe noch diesen Beitrag, werde ein paar Reihen stricken und ihm dann folgen. Schließlich beginnt morgen eine neue, volle Arbeitswoche.

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