WMDEDGT 10/2018

Sie kennen das, Frau Brüllen fragt an jedem Monatsfünften, was man eigentlich den ganzen Tag so treibt.

Mein Tag beginnt gegen halb sechs im Gästezimmer. Wir haben mal wieder die Schlafplätze nach Verseuchungsgrad verteilt, die beiden Männer mit Magen-Darm-Seuche und Erkältung  (Dr. rer. nat.) bzw leichtem Bauchgrummeln und übler Erkältung  (Zwerg) teilen sich das Wasserbett und ich bin ausgewandert. Die beiden haben sich gestern sehr früh hingelegt und daher quatscht uns der ausgeschlafene Zwerg seit halb sechs Fusseln an die Ohren.

Mein einsamer freier Freitag wird also geselliger als geplant. Während ich überlege, welche Aufgaben meiner Tagesplanung ich verschiebe und was bleibt, mache ich Frühstück für den Zwerg und mich, der Dr. rer. nat. verzichtet.

Kurz vor Acht, Zeit, der Tagesmutter für heute abzusagen. Ich frühstücke, der Dr. rer. nat. vegetiert auf der Couch vor sich hin und der Zwerg pendelt zwischen Frühstück, Papa und seinem Wimmelkalender.

Der Vormittag vergeht zwischen Lego, Haushalt, meinem Wimmelspiel am Computer. Gegen die ausgeprägte Jammerigkeit des Zwergs helfen zuerst zwei Scheiben Butterbrot, dann aber nur noch Schnuller und Bett. Dann also Mittagsschlaf ab halb elf, voraussichtlich bis 13 Uhr.

Ich nutze die frühe Pause zum Lesen, recherchiere Geburtstagsgeschenke für meinen Vater und Weihnachtsgeschenke für mich. Mein Plotter bekommt noch etwas Zubehör, der Zwerg soll einen mp3-Player bekommen. Danach schnippele ich noch Salat für unser Mittagessen, der Dr. rer. nat. wünscht sich seine geliebten Grießklößchen als Aufbaukost.

Der Zwerg ist kaum aus dem Bett zu bekommen, langt dann aber gut zu. Wir diskutieren eine Weile, ob und wie krank er wirklich ist – lockerere Handhabung  von Fernsehzeit und Schnuller vs. Spielplatzverbot. Ich setze mich durch, und wir gehen nur zusammen Einkaufen.

Das entpuppt sich als eskalierendes Drama in mehreren Akten, aber nach einer Stunde sind wir ohne Einkauf wieder zuhause und er berichtet dem Dr. rer. nat. ausführlich über den Spielverderber Mama.

Abends bin ich mit einigen Müttern aus der Krabbelgruppe auf der Kirchweih verabredet. Nach einer halben Stunde whatsapp stehen Beteiligte, Ort und Zeit fest und ich gehe zum Bus. Wir schlendern zu dritt einmal durch die Straßen. Ich gebe Geld aus für Ausstechformen, Langos und Federweißen. Bei uns wächst zwar kein Wein, bei leckeren Dingen sind die Franken aber durchaus aufgeschlossen. Danach quatschen wir noch einige Zeit über unsere Geschwister, Charakterzüge von uns und unseren Kindern, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Männer und Frauen, … ein schöner Abend. Wir sind sehr unterschiedlich – eine Sängerin, eine Ärztin und eine Ingenieurin mit über 10 Jahren Altersunterschied. Deshalb hat jede ihre ganz eigenen Themen ,aber bei der Aufzählung oben geht es uns allen ähnlich.

Gegen halb zehn bin ich wieder Zuhause, der Dr. rer nat guckt noch einen Film und ich lese ein Büchereibuch. Gegen 23 Uhr gehen wir ins Bett.

Ein ungewöhnlicher, aber schöner Freitag.