12 von 12 im Oktober 2018

Wie Frau Rabe gerade festgestellt hat: oh, hups. Ist ja heute. 15393283437801242710628.jpg Kurz nach neun, zweites Frühstück. Dann kümmere ich mich um das Schlachtfeld namens Wohn-Ess-Zimmer. 15393292642992019112297 …, bin zwischendurch auch mal Kastanientier- und Autodoktor,… 20181012_094654 … und bis Mittag sieht es hier tatsächlich wieder ganz brauchbar aus. Während Waschmaschine und Staubsaug-Robby rotieren, mache ich mich ausgehfein. Was anderen ihre romantischen Dates sind, ist für den Dr. rer. nat. und mich ein Mittagessen beim Asiaten. 15393420558562139982819 Es folgt die zweite Ladung Wäsche des Tages, die erste rutscht nur eins weiter in den Trockner. Die auf dem Ständer ist aber schon trocken, die sollte dringend mal jemand abhängen. 15393425467951695196359 Fürs Waschmittel muss ich noch kurz auf meinem schlauen Zettel spicken, den ich heute erst geschrieben habe: 1539342774673-2035664662 Ich habe Enthärter in diesem Haushalt eingeführt und stelle aktuell auf umweltverträglicheres Waschmittel um, da hat man die Mengen nicht im Kopf. Danach habe ich noch ein bisschen Zeit vertrödelt, bevor ich den Zwerg abhole. Der muss im Auto erstmal Picknick machen. 20181012_151655 Nach mehreren Planänderungen *augenverdreh* landen wir zuhause, und ich kann den Zwerg erst nach einiger Zeit wieder loseisen. Draußen beschäftigt er sich viel mit den anderen Kindern. Nur als er mit seiner großen Schaufel loszieht (Zerstörungsradius gut ein Meter), lenke ich ihn um und wir backen Torten. Mit Puderzucker. 20181012_175639 Irgendwann wird es kalt, und wir gehen nach drinnen. Ich habe den Dr. rer. nat. vorgewarnt, er hat Nudeln gekocht und so essen die Männer Nudeln und ich den Rest gefüllte Paprika vom letzten Wochenende. 20181012_200407Danach schnabulieren wir Obst. 1539371386436-916330281 Ganz schön spät. Dafür hüpft jetzt wenigstens kein Zwerg mehr durch die Gegend, den bringt – wie immer – sein Papa ins Bett, ich darf ja nicht. Und damit ich die 12 Bilder noch zusammenbekomme, die beiden Teile meines Abendrituals: zuerst der Gang durch die Wohnung mit „Verderbliches noch in den Kühlschrank räumen und Stolperfallen entschärfen“, … 20181012_224554 Die Ausbeute: die obligatorische  Milchpackung… Danach Abschminken und Zähneputzen im Bad. 20181012_225354 Umziehen, Toilettengang und das dunkle Schlafzimmer müsst ihr euch selbst vorstellen.
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WMDEDGT 10/2018

Sie kennen das, Frau Brüllen fragt an jedem Monatsfünften, was man eigentlich den ganzen Tag so treibt.

Mein Tag beginnt gegen halb sechs im Gästezimmer. Wir haben mal wieder die Schlafplätze nach Verseuchungsgrad verteilt, die beiden Männer mit Magen-Darm-Seuche und Erkältung  (Dr. rer. nat.) bzw leichtem Bauchgrummeln und übler Erkältung  (Zwerg) teilen sich das Wasserbett und ich bin ausgewandert. Die beiden haben sich gestern sehr früh hingelegt und daher quatscht uns der ausgeschlafene Zwerg seit halb sechs Fusseln an die Ohren.

Mein einsamer freier Freitag wird also geselliger als geplant. Während ich überlege, welche Aufgaben meiner Tagesplanung ich verschiebe und was bleibt, mache ich Frühstück für den Zwerg und mich, der Dr. rer. nat. verzichtet.

Kurz vor Acht, Zeit, der Tagesmutter für heute abzusagen. Ich frühstücke, der Dr. rer. nat. vegetiert auf der Couch vor sich hin und der Zwerg pendelt zwischen Frühstück, Papa und seinem Wimmelkalender.

Der Vormittag vergeht zwischen Lego, Haushalt, meinem Wimmelspiel am Computer. Gegen die ausgeprägte Jammerigkeit des Zwergs helfen zuerst zwei Scheiben Butterbrot, dann aber nur noch Schnuller und Bett. Dann also Mittagsschlaf ab halb elf, voraussichtlich bis 13 Uhr.

Ich nutze die frühe Pause zum Lesen, recherchiere Geburtstagsgeschenke für meinen Vater und Weihnachtsgeschenke für mich. Mein Plotter bekommt noch etwas Zubehör, der Zwerg soll einen mp3-Player bekommen. Danach schnippele ich noch Salat für unser Mittagessen, der Dr. rer. nat. wünscht sich seine geliebten Grießklößchen als Aufbaukost.

Der Zwerg ist kaum aus dem Bett zu bekommen, langt dann aber gut zu. Wir diskutieren eine Weile, ob und wie krank er wirklich ist – lockerere Handhabung  von Fernsehzeit und Schnuller vs. Spielplatzverbot. Ich setze mich durch, und wir gehen nur zusammen Einkaufen.

Das entpuppt sich als eskalierendes Drama in mehreren Akten, aber nach einer Stunde sind wir ohne Einkauf wieder zuhause und er berichtet dem Dr. rer. nat. ausführlich über den Spielverderber Mama.

Abends bin ich mit einigen Müttern aus der Krabbelgruppe auf der Kirchweih verabredet. Nach einer halben Stunde whatsapp stehen Beteiligte, Ort und Zeit fest und ich gehe zum Bus. Wir schlendern zu dritt einmal durch die Straßen. Ich gebe Geld aus für Ausstechformen, Langos und Federweißen. Bei uns wächst zwar kein Wein, bei leckeren Dingen sind die Franken aber durchaus aufgeschlossen. Danach quatschen wir noch einige Zeit über unsere Geschwister, Charakterzüge von uns und unseren Kindern, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Männer und Frauen, … ein schöner Abend. Wir sind sehr unterschiedlich – eine Sängerin, eine Ärztin und eine Ingenieurin mit über 10 Jahren Altersunterschied. Deshalb hat jede ihre ganz eigenen Themen ,aber bei der Aufzählung oben geht es uns allen ähnlich.

Gegen halb zehn bin ich wieder Zuhause, der Dr. rer nat guckt noch einen Film und ich lese ein Büchereibuch. Gegen 23 Uhr gehen wir ins Bett.

Ein ungewöhnlicher, aber schöner Freitag.

Der große Kleine

… erzählt abwechselnd, er wäre ein Baby, eine Babykatze, ein liebes Babygespenst, ein lieber Babytiger oder ein Erwachsener. Ganz selten ist er auch eine böse Schlange.

… bricht in Tränen aus, wenn der Dr. rer. nat. das imaginäre Glas Orangensaft leergeTRUNKEN HAT!!!

… quatscht uns den ganzen Tag die Ohren voll. „Papa, machst du mit mir XY?“ – „Ja.“ – „Mama, ich hab den Papa gefragt, ob er mit mir XY macht. Und er hat JA GESAGT!!!1elf“

… braucht viel zu wenig Schlaf.

… ist ein absolut süßer Knopf.

WMDEDGT 09/2018

Wie immer initiiert von und gesammelt durch Frau Brüllen.

6 Uhr, der Handywecker vibriert. Ausnahmsweise ist der Dr. rer. nat. noch da und steht mit mir auf. Beziehungsweise: wir beide wachen auf, er ist 14 min später aus dem Haus, da schlappe ich gerade so ins Bad. Ich nix Morgenmensch. Er ist ein bisschen erkältet und hat aktuell viele Nachmittagstermine in der Arbeit, deshalb startet er etwas später als gewohnt.

Als ich aus dem Bad komme, steht die Kinderzimmertür offen, d. h. der Zwerg ist wach. Er kommt mir *tapptapptapp* entgegen, erkennt mich und heult auf „Neiin! Mama weg, will Papa!“, schmeißt krachend die Tür hinter sich zu und legt sich wohl wieder ins Bett. Daily business, jeden Tag wieder hasse ich es.

Etwas später kommt er wieder, als wäre nix gewesen. Wir frühstücken gemeinsam, er kreist immer wieder um sein Lego und muss sich dann doch fertigmachen lassen, damit wir pünktlich um 8 aus dem Haus kommen. Wir nehmen zweieinhalb Packungen Windeln mit, die wir einem anderen Tageskind weitervererben (merke: Die Entscheidung zum Wechsel zur nächsten Windelgröße ist so kurz wie möglich nach dem letzten Vorratseinkauf zu treffen).

In der Arbeit freue ich mich zuerst kurz über das neue Excel, das ich mir installieren habe lassen, kann ich jetzt doch ein supersexy Treemap-Diagramm für die Besprechung morgen vorbereiten. Außerdem lese ich mich noch für die zweite Besprechung morgen ein, helfe einem Kollegen mit ein paar Zahlen (nein, kein Patentrezept, nein, nicht nur ein Knöpfchen drücken, bitte Hirn einschalten und benutzen.)

Gegen 12 verlasse ich fluchtartig das Büro, schließlich war ich am Montag lange da, weil Excelschulung, und ich soll doch keine Überstunden aufbauen. Schnell ein paar Dinge einkaufen und was essen, zuhause kurz die Füße hochlegen und dann eine Runde Haushaltsdreikampf: Spülmaschine aus- und einräumen, aufräumen, Wäsche.

Um 14:30 breche ich auf und hole einen gutgelaunten Zwerg ab, der sich eigentlich viel lieber an einer geschenkten Zeitschrift festlesen möchte. Nach einiger Überredung holen wir auf dem Heimweg noch ein Grillhähnchen für den Dr. rer. nat., der Zwerg entscheidet sich aber für seinen heißgeliebten Käääääsekuchen.

Rausgehen ist heute für ihn keine Option, das geht für einen Tag mal OK, solange er sich einigermaßen alleine beschäftigt. Gestern waren wir lange auf dem Spielplatz, morgen werden wir wieder draußen sein, also soll er mit seinem Lego glücklich sein, ich muss nur ab und zu mal Steine auseinanderbauen.

Der Dr. rer. nat. kommt gegen 16:00 heim, das Wohn-Esszimmer wird zum Spielparcours und ganz nebenbei verschwindet das Grillhähnchen im Magen des großen Manns. Er bereitet sich noch einen Apfelstrudel fürs Abendessen vor, dann gehen wir gemeinsam ins Arbeits-/Legozimmer und vertrödeln den Nachmittag. Zum Abendessen gibt es für mich improvisiertes Garnelen-Nudel-PakChoi-Curry, der Zwerg pendelt zwischen unseren beiden Essen und legt noch etwas Fruchtjoghurt nach.
(Den Rausgehwunsch des Zwergs gegen 19:30 haben wir Eltern ausgesessen. Als wir das letzte Mal noch so spät raus sind, hat es danach zwei Stunden gedauert, ihn zum Schlafen runterzufahren. Nein danke.)

Vor dem Zubettgehen werden intensiv die Kuscheltiere versorgt, wir schauen Bücher an und studieren noch die neue Zeitschrift des Zwergs. Irgendwann werde ich dann abbestellt und der Papa muss zum Einschlafen rüberkommen – same procedure as every evening.
Wir Eltern werden noch ein bisschen das Internet leer lesen, dann gehts für uns auch bald ins Bett, morgen ist wieder ein voller Tag.

*pieps*

Wir sind auf dem Bauernhof, ohne Handynetz und quasi nur im Freien. Der Zwerg ist glücklich, mir reichts langsam, aber so ist das halt jetzt.

Falls jemand einen Tipp für einen Familienbauernhof in der mittelfränkischen Pampa braucht, einfach melden.

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Nur echt mit dem geliehenen Hello-Kitty-Unterhemd

WMDEDGT 08/2018

Wieder ein Monatsfünfter, Sie kennen das Thema, Details gibts bei Frau Brüllen.

Der gestrige Abend hat noch ein bisschen in den Fünften reingereicht, aus Gründen bin ich kurzfristig noch ins Gästezimmer ausgewandert und musste dort erstmal lüften, bevor ich schlafen konnte. Dann war mein Buch auch noch ziemlich spannend, und überhaupt.

Schlafen durfte ich dafür bis etwa 8 Uhr heute früh, die Männer waren schon eine Weile auf und haben Baggervideos auf youtube geguckt, Kinderlieder geübt und duplo-Kräne gebaut. Meine erste Handlung des Tages: alle Fenster aufreißen, ein paar Türen sichern und die Illusion von Abkühlung genießen. Zum gemütlichen Sonntagsfrühstück gabs den halben Käsekuchen, der von gestern noch übrig war. Der Zwerg war krank und holt gerade das an Essen nach, was ihm ein paar Tage nicht schmecken wollte. Aktuell esse ich hier im Haushalt am wenigsten…

Gegen halb zehn zogen der Zwerg und ich los, am anderen Ende unseres Stadtviertels gibts einen Bäcker, der auch sonntags offen hat und Eis verkauft. Eine große Kugel Schokoladeneis mit Streuseln später sind wir auf den Spielplatz weitergezogen. Dank Schatten waren dort einige Kinder, unter anderem die kleine Freundin des Zwergs von seiner Tagesmutter. Das war eine sehr entspannte Stunde, bevor gegen elf alle gleichzeitig nach Hause wollten. Die Hitze macht zum Glück nicht nur Eltern, sondern auch Kinder träge.

Zuhause war die Begeisterung groß, als der Zwerg seinen PAPPAAAA! wieder hatte. Nach etwas Rumhängen wollte der Zwerg schlafen, der Dr. rer. nat. und ich rafften uns dann doch irgendwann auf und bereiteten das Mittagessen vor. Handgesiebte Spätzle mit Käse bzw. Zucchinigemüse fanden auch beim Zwerg Anklang. Eigentlich gehen wir nach dem Mittagessen gerne raus, bei den momentanen Temperaturen fiel die Wahl aber auf eine ausgiebige Legosession mit „Priuß“, Feuerwehrauto und Kran.

Gegen vier eskalierte die Stimmung geringfügig, bei einem krank gewesenen Zweieinhalbjährigen nichts Ungewöhnliches, nur die Intensität war untypisch hoch. Nach einer Stunde haben wir das tobende und heulende Kind nach draußen bugsiert, dort war er zunächst recht umgänglich, bis die Stimmung wieder kippte. Diesmal kam die Ansage „Hunger“, und voila, zwei Scheiben Wurstbrot später war die Laune wieder gut. Also doch fünf ernsthafte Mahlzeiten an einem Tag, okay…

Die zweite Draußenzeit des Tages hatte der Dr. rer. nat. übernommen, daher konnte ich ein bisschen weiterlesen und die Packliste für den Urlaub nächste Woche zusammenschreiben. Der Zwerg und ich fahren auf einen Familienbauernhof mit Streichelzoo, Bobbycarscheune und allem Pipapo. Ich hoffe, es ohne Stresskollaps zu überstehen – als wir den Plan gefasst haben, hatte der Zwerg gerade eine gutmütige und der Dr. rer. nat. eine schlechte Phase. Ich habe die Idee mehrfach verflucht, aber Kneifen gilt nicht. Schließlich will ich im Herbst ein paar Tage alleine nach Berlin *hier bitte das breitestmögliche Grinsen einsetzen*.

Zum Abendessen – ca. 18:45 – vernichtet der Zwerg eine weitere Scheibe Käsebrot, ein weiteres Stück Käsekuchen und schiebt jetzt – nach einer kurzen Plansch-Dusch-Unterbrechung – noch ein, zwei Scheiben Käse-Kürbiskern-Knäcke ein. Sonst gabs heute schon zwei Kiwi, eine Handvoll Tomaten, ein Viertel Käsekuchen, eine Schüssel Käsespätzle, eine große Kugel Schokoladeneis, Unmengen an Wasser und Saftschorle… Massephase, eindeutig.

Da das Planschen wegen akuter Eskalation etwas kürzer als geplant ausfiel, flitzt hier jetzt ein Windelträger „mit ohne T-Shirt“ durch die Gegend und kommandiert seinen Papa durch die Gegend.

Gegen halb neun leite ich das Abendritual ein: Antibiotikum, Zähneputzen, Nachtwindel, was anziehen, Buch anschauen,  Schlafen. Teile davon darf ich abarbeiten, dazwischen kommt immer wieder „Papa XY“. Ich spiele noch ein bisschen am Rechner und dusche dann ausgiebig.

Jetzt um 22:45 sitze ich im Schlafanzug auf dem Balkon und genieße noch die Ruhe, die angenehme Temperatur und lese, bevor mich die Vernunft ins Bett treibt. Morgen startet eine letzte vollgestopfte Arbeitswoche.

Durchatmen

Die Woche war randvoll – drei Tage internationale Gäste in der Arbeit, große Unruhe beim Dr. rer. nat. in seiner Arbeit, der Zwerg ist sowieso grundsätzlich nicht ausgelastet. Gestern abend war ich absolut knülle.

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Jetzt sitze ich im Wiesengrund, um mich herum zwitschern Vögel, ich habe Kaffee dabei und schalte ab. Ein krasser Kontrast, aber dringend nötig.

Und immer wieder beschäftigt mich das Thema Work-Life-Balance und das, was ich bei Kollegen und Chefs dazu sehe. Manche scheinen das Thema gar  nicht zu kennen,  außer Arbeit gibts in ihrem Leben nichts. Andere leben das andere Extrem, da werden schon mal Besprechungseinladungen abgelehnt, die aus diversen Gründen nicht anders gelegt werden können, mit dem Hinweis auf die Frühstückspause, die exakt zu diesem Termin stattfinden muß. Die beiden Gruppen leben unkompliziert , die Prioritäten sind klar. Ich stehe dazwischen. Ich will weder das eine noch das andere, aber diese Einfachheit wäre tatsächlich schön.
Im nächsten Leben vielleicht.