Neues aus dem Irrenhaus

Der größte Blockierer, Nichtstuer und Amigo aka CEO geht. Was für ein Verlust für das Irrenhaus.
Abzuwarten bleibt, wie viel sich darunter ändern wird – gehen einige seiner Spezl mit? oder verlassen zumindest das Irrenhaus? Werden ein paar der grundlegenden Probleme in Sachen Mitarbeiterführung angepackt?
Man wird sehen. Ich bin nicht allzu optimistisch, kann mir aber auch nicht vorstellen, wie ein Neuer noch mehr Schaden anrichten soll.

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Tag 1 geschafft

Lange nix mehr geschrieben…

Die letzten vier Wochen: Kalt, Kind krank, Mann krank, alle wieder halbwegs gesund, immer noch kalt. Kind nochmal krank, aber jetzt aktuell auf dem Weg der Genesung. Will heißen: noch nicht fit genug, um ihn wieder in den Keimpool bei seiner Tagesmutter zu werfen, aber doch so fit, dass er sich zuhause langweilt.

Das Ganze wurde etwas komplizierter damit, dass ich seit heute wieder arbeite. D. h., der Dr. rer. nat. und ich haben für die zweite Wochenhälfte einen Schichtplan gestrickt, wie er und ich unsere Stunden halbwegs unterbringen und trotzdem immer jemand mit dem Zwerg zuhause sein kann.

Und so bin ich jetzt von meinem ersten Arbeitstag zurück und hüte das schlafende Kind, während der Dr. rer. nat. nach zwei Stunden Frühschicht in der Firma und viereinhalb Stunden hier wieder reingetrabt ist und weiter arbeitet.

Der erste Arbeitstag war soweit unspektakulär. Ganz viele „Nur zu Besuch oder bist du wieder da?“, einige „wie ist denn der Stand bei $altesThema?“ und diverse Anekdoten über die eigenen Kinder im vergleichbaren Alter.
Meine Elternzeitvertretung ist mir immer noch sehr sympathisch, wir haben heute schon angefangen, den aktuellen Stand von $altesThema1 durchzusprechen. Leider habe ich gleich einen Fehler in seiner Argumentationskette gefunden, das tat mir wirklich leid. Er hat dann heute nachmittag was zu tun *hust*
Dann eine halbe Stunde bei der IT verbracht, bis wir uns einig waren, wie wir meinen Rechner wieder flott bekommen, schnell was gegessen und *wusch* wieder nach Hause.

Ich glaube, der Zwerg wacht auf…

Pupsreduzierung, Teil II

Es ist eine Schei$arbeit, so ein Protokoll zu schreiben. Wann esse ich was und wie viel davon, wann stillen wir, wie schläft der Kleine bzw. ist wach und das Wichtigste: wie geht es ihm, wie ist er drauf?

IMG_4710Und wie es aussieht, kann ich das Ganze für die nächsten Tage eh in die Tonne kloppen. Die letzte Nacht war Katastrophe, wir hatten maximal 1,5 Stunden Schlaf am Stück, dann war wieder Motzen, Pupsen, Sich im Bett Herumwinden dran. Warum? Entweder hat der Zwerg jetzt doch noch meine Erkältung geerbt, die bei mir grade so wieder weggeht. Oder der neue 19-Wochen-Schub fängt gleich mal gut an*.

Das heißt für meine Auswertungen: wenn der Zwerg gut schläft und wenig pupst, kann ich die Zeiten als gute Phasen werten. Wenn er schlecht drauf ist, kommen mehrere Ursachen dafür in Frage, d. h., ich kann die Zeiten nicht auswerten.
Mal sehen, wie sich das entwickelt. Jetzt  gerade bin ich nicht mehr sehr überzeugt von der Milcheiweißvermutung und habe daher wenig Lust darauf, das Experiment beliebig zu verlängern.

Geduld ist gefragt. Eine meiner größten Stärken.

* Ich bin mir nicht sicher, was ich von den Schüben halten soll. Dass Babies bestimmte Dinge mehr oder weniger in der gleichen Reihenfolge lernen, macht für mich Sinn. Dass die Zeitpunkte bei vielen Kindern ähnlich sind, klingt auch plausibel. Trotzdem fühlt sich das Etikett „Schub“ für mich irgendwie blöd an. Schließlich dürfen wir Erwachsenen auch mal schlecht drauf sein, ohne dass das immer gleich PMS oder eine Midlifecrisis sein muss.

Zurück im Alltag

Irgendwann ließ es sich nicht mehr vermeiden, der Dr. rer. nat. muss seit heute wieder in die Arbeit.

Natürlich war die letzte Nacht eine der schlechteren, wie sollte es anders sein. Ich habe gestern getestet, ob der Zwerg Champignons verträgt, die Antwort ist ein klares Nein. Also gestern Koliken bis abends um halb elf, die gewohnten Stillstops um 1 und um 4, und heute morgen Remmidemmi seit halb fünf. Jetzt endlich sind die Pilze durch, und das übelgelaunte Kind schläft den Schlaf der Erschöpfung. Alles Vollgepullerte, was 60°C verträgt, ist in der Waschmaschine inklusive meiner Klamotten von heute morgen, die 30°C-Ladung folgt danach.
Und nebenbei haben der Dr. rer. nat. und ich noch einige Termine geklärt, die Küche ist halbwegs sauber und ich habe die vollen durch frische Mülltüten ersetzt.

Das Positive daran: es bringt mich nicht mehr an meine Grenzen. Ja, so eine Nacht nervt immer noch, und mir fehlt mindestens eine Stunde Schlaf. Aber ich heule nicht mehr los, sondern ich arbeite eins nach dem anderen ab, zur Not halt unter Gebrüll zehn Zentimeter neben meinem Ohr, und irgendwann ist wieder ein Zeitpunkt der Ruhe.

So wie jetzt.

*entspannt sich*

Jetzt aber!

Seit Dienstag sind wir zu dritt, seit heute wieder zuhause.

Der Zwerg hatte es dann plötzlich furchtbar eilig, in fünf Stunden war das Ganze erledigt – entsprechend überfahren war ich. Der kleine Mann ist eher zierlich, hat aber eindeutig Füße und Nase seiner Eltern und ist einfach ein unglaublich süßer, friedlicher kleiner Kerl.

Außer wenn die Windel voll ist, so wie jetzt 😉

Alles wird besser… oder so.

Besserung an verschiedenen Fronten! Der Ellenbogen des Dr. rer. nat. verheilt, und auch sein Gesamtzustand gefällt mir wieder wesentlich besser. Ich habe einen Elternzeitvertreter bekommen, sogar jemand Internen, und ab Dienstag wird eingearbeitet. Am Donnerstag war in der Arbeit eine Elefantenrunde, für die ich einiges vorbereitet habe, und damit läuft im „alten“ Projekt alles weiter wie erhofft.

Die andere Seite: Ich bin platt. (Der Dr. rer. nat. wird diesen Beitrag lesen, diesem Satz energisch widersprechen und zum Gegenbeweis 1-3 meiner wohlgerundeten Frontbeulen tätscheln. Soviel zu den hiesigen Flachwitzen. Aber zurück zum Thema.)
Der Rücken geht wieder, aber auch nur dank regelmäßiger Gymnastik und Massagen, wehe, ich sitze mal den ganzen Tag am Schreibtisch.
Ich schlafe leichter und weniger, seit ich schwanger bin. Letzte Woche kam dann noch dazu, dass ich nach dem rituellen Klogang (so zwei, drei Stunden vor dem Wecker) nicht mehr einschlafen konnte, sondern über die Arbeit grüble.  Dazu ein veritabler Heulanfall und zwei „Fast-„Situationen – da werden Erinnerungen an die Erschöpfungsdepressions-Zeit wach 😦

Am Dienstag bin ich wieder bei meiner Frauenärztin, mal sehen, was sie dazu sagt. Im Zweifelsfall melde ich mich tageweise krank, anstatt mich – gegen besseres Wissen – pflichtbewusst reinzuschleppen.

Everything changes

Bei mir verändert sich gerade ganz vieles. Das Meiste habe ich erwartet, z. B. dass mein Körper mich mehr beschäftigt und die Arbeit weniger, dass ich mich schon jetzt mit unserem zukünftigen Mitbewohner beschäftige und dass das Tanzen unwichtig wird.

Es verändert sich aber auch das Verhältnis zu meinem Chef, und das beschäftigt mich.


Er hat letztes Jahr eine große Schulungsreihe begonnen, die ihn sehr in Anspruch genommen hat. Er investiert viel Zeit in die Vorbereitung, auch zuhause abends und am Wochenende. Ich  bin mir sicher, dass er das gut macht und dass die Teilnehmer viel daraus mitnehmen.

Die Kehrseite: Diese Schulungsreihe nimmt ihn extrem in Anspruch. Wir hatten seit einem halben Jahr keine Abteilungsbesprechung mehr, Routine zu zweit sowieso nicht. Bei meinem Projekt war das bisher kein Problem, ich habe zwei Kollegen, mit denen ich mich asutauschen kann. Alles andere besprechen wir halt mal so zwischendrin, wenn ich ein Thema habe, zu dem ich ein Statement von ihm brauche.
Er hat für dieses Jahr noch alle Urlaubstage (ok, er war ein ppar Tage auf Gleitzeit weg).

Tja, und dann bin ich schwanger geworden.

Ich habe ihn im Mai offiziell informiert, ab wann ich weg bin und wie lange etwa. Im Juli(!) hat er dann mal mit seiner Chefin gesprochen und sie haben entschieden, dass es eine Elternzeitvertretung für mich geben soll. Die Stellenanzeige hat er vor knapp vier Wochen geschrieben, so zwischen Tür und Angel kam auch mal kurz die Frage, wie lang ich jetzt eigentlich Elternzeit nehmen will. Die Ausschreibung läuft aktuell intern (meine Erwartung, wie viele sich bewerben: Null), dann extern. Zwei Monate habe ich noch bis zum regulären Mutterschutz.
Offiziell suchen wir die Vertretung zum ersten September. Ich gehe mittlerweile aber davon aus, dass ich meinen Nachfolger nicht mehr kennenlernen werde… 😦

Vor einer Woche kamen wir mal auf das Thema, wem ich wann mein Projekt übergebe.
Sinngemäß von ihm: am liebsten würde er das Projekt ja für die Zeit meiner Abwesenheit ruhen lassen (das wäre politisch nicht so richtig clever, aber ginge zur Not schon). Weil er hat ja überhaupt keinen Bock auf diese Art von Projekt und darauf, in ein laufendes Thema reinspringen zu müssen.

Da fiels mir echt schwer, ihm nicht an die Gurgel zu gehen… hätte er sich früher gekümmert, wüssten wir jetzt eventuell schon, wer wann als Vertretung kommt. Seine Entscheidung, er trägt die Konsequenzen.

Wir hatten ein ziemlich enges Verhältnis, ich bin quasi seine Arbeits-Ziehtochter. Packt ers nicht, dass ich für eine Zeit nicht arbeiten werde? dass mein Leben andere Prioritäten haben wird als seins (unverheiratet, kinderlos)?
Oder liegt es nur an der Schulung und seiner damit verbundenen Urlaubsreife?

Ich weiß es nicht, und es ist strenggenommen auch sein Problem. Trotzdem fühlt es sich blöd an, und wie gesagt, es beschäftigt mich.