WMDEDGT 12/2018

Sie kennen es, Details gibts bei Frau Brüllen.

6:14, mich weckt das Geräusch der Klotür, kurz bevor mein Wecker sich meldet. Wir sind alle angeschlagen, deshalb ist der Dr. rer. nat so spät dran und ich habe mich gestern schon krankgemeldet. Trotzdem geht der Zwerg in den Kindergarten, also muss ich früh aufstehen.

7:14, mittlerweile sitze ich mit einem frisch gewickelten Zwerg beim Frühstück. Er hat schon von seiner Aufsteh-Weltuntergangsstimmung auf fröhliches Endlosgeplapper umgeschalten. Ich sitze mit platzendem Schädel, halboffenen Augen und gefühlten 20% Gehirnkapazität daneben, bemühe mich, zu frühstücken und ihn nicht zu sehr zu ignorieren. In dem Zustand fällt es mir schon schwer, den Standardablauf (Essen. Tisch abräumen. Zähneputzen.) abzuarbeiten.

8:14, ich gebe einen protestierenden Zwerg im Kindergarten ab. Er braucht eine extra Kuschelrunde und fängt sich auch dann nur so mittel. Die Erzieherin und ich vereinbaren, seinen Kindergartentag radikal zu kürzen, d. h., ich hole ihn vor dem Mittagessen ab. So ganz fit ist er auch noch nicht wieder.
Als er sich dann doch aufs Spielen mit der großen Eisenbahn einlässt, darf ich gehen.

Um 9:14 (schaumermal, ob ich das den Rest des Tages durchziehe ;-)) sitze ich schon beim Arzt, hole mir die Krankschreibung und einen Sack voll Medikamente gegen meine Stirnhöhlenentzündung mittleren Ausmaßes. Das meiste davon nehme ich eh schon (Sin*pret, Nasenspray und Ibu), aber einen Inhalator habe ich noch nicht. Der Nutzen dieses Geräts leuchtet mir ein, das werde ich nutzen. Das „ich schreibs sicherheitshalber mal mit auf“-Antibiotikum bleibt noch in der Apotheke, das ist ja schnell besorgt, wenn ichs wirklich brauche.

Von der Apotheke bin ich etwa um 10:14 zuhause. Ich bereite schnell ein Mittagessen für den Zwerg und mich vor, koche mir eine Halblitertasse Kräutertee und setze mich mit dem Laptop aufs Sofa. Schnell noch in der Arbeit Bescheid sagen, und dann werde ich – wie schon in den letzten Tagen abends – mich weiter durch das Blog von Jule Stinkesocke lesen. Das ist teilweise sehr unterhaltsam, manchmal aber auch hart zu lesen, insgesamt sehr fesselnd.

11:14, immer noch warm eingepackt auf dem Sofa.

12:14, zuhause mit dem Zwerg und ich muss erstmal durchatmen. Das Abholen ist maximal eskaliert, dank einer Mischung aus schlechtem Timing und erschöpftem Zwerg. Morgen will er vor oder nach dem Mittagessen abgeholt werden – klingt beides vertretbar, ich hoffe, er entscheidet sich noch. Sonst haben wir die Eskalation morgen wieder.
(Nicht falsch verstehen, ich lasse ihn gerne und viel selbst entscheiden. Aber wenn ich merke, dass er überfordert ist, weil er nur noch sich widersprechende Wünsche brüllschluchzt, entscheide ich. Hieß: Ich klemme mir fünfzehn strampelnde, brüllschluchzende Kilos unter den Arm und trage sie aus dem Kindergarten. Nicht schön für alle Beteiligten, aber die kürzeste Lösung.)

13:14, ein völlig erschöpfter Zwerg ist in sein Bett verschwunden, freiwillig und alleine. Der wird groß.
Ich sitze auf dem Sofa, schnorchele und lese.

Mittlerweile ist es 15:14 vorbei, wir sind zu dritt und gammeln zuhause rum. Der Zwerg hat sich gefreut wie ein Schnitzel, als ihn der Papa aus dem Mittagsschlaf wachkuscheln kam. Wir haben gegessen, der Zwerg durfte eine Runde am Spülbecken planschen und inzwischen sitzt er auf Papas Schoß und guckt zu, wie der irgendein D&D-Spiel spielt.

Gegen 17:14 kommt noch schnell jemand, der über ebay eingekauft hat, und holt ein paar Winterstiefelchen des Zwergs ab. Wir plaudern kurz, aber nur kurz, sie muss mit dem Fahrrad noch einige Kilometer nach Hause fahren.

18:14 ist bei uns klassische Abendessenszeit, seit der Zwerg in den Kindergarten geht. Heute waren wir sogar ein paar Minuten früher dran. Wie gewünscht gab es Tütenspätzle für die Herren und belegte Brote für mich, dazu die Reste des Tages: ein paar Erbsen, ein bisschen Pudding, Obst und Gemüse aus der Frühstücksdose des Zwergs,… was halt so anfällt. Und bis auf eine kleine Apfelmus-Sauerei-Eskalation lief es erfreulich friedlich ab. Der Zwerg ist halt irgendwann satt und geht spielen, aber das ist in Ordnung.

19:14 sitzt der Zwerg vor seinem Legohaufen und flötet „Dreckbär“ in Endlosschleife, um mich davon zu überzeugen, ihm einen Bus zu bauen. Sein Charme wirkt nur leider gerade nicht, der ausgewählte Kosename ist nicht ganz nach meinem Geschmack. Etwas später flippt er mal wieder völlig rum und will „kämpfen“, also mich kneifen und boxen und ich soll bitte mitkämpfen,  aber ohne meine körperliche Überlegenheit zu nutzen. Das Verhalten kommt bei ihm nur, wenn er körperlich nicht ausgelastet ist, aber trotzdem schon ziemlich müde. Ich bin wie üblich der Spielverderber und mache nicht mit.

20:14 liegen die beiden Männer im Bett des Zwergs, lesen das aktuell beliebteste Weihnachtsbuch und irgendwann wird es dunkel und leise da drin. Ich fülle noch mal Tabletten nach und springe unter die Dusche.

21:14, aus dem Arbeitszimmer des Dr. rer. nat. hustet es, ich sitze weiterhin auf dem Sofa, surfe, lese und spiele mal wieder H*dden C*ty. Neue Events spiele ich etwas intensiver, das Alltagsspiel ist nicht mehr spannend.

Jetzt gehts nur noch irgendwann ins Bett. Licht aus um 23:14 ist wahrscheinlich 😉

 

101/1001 war wohl nix

Gerade ist die Erinnerung in meinem Kalender hochgepoppt, da war doch mal was. Tja, das habe ich wie einiges andere aus den Augen verloren. Man sieht es ja an meinen Blogeinträgen, spätestens seit ich wieder arbeite war ich nur noch gelegentlich hier.

Nun gut, ich werde die Liste trotzdem ergänzen bzw. überarbeiten und dann mal sehen, was ich damit anfange.

Und ich wäre nicht ich, wenn das Ganze nicht in einem geschachtelten Diagramm enden würde:

Links die verschiedenen Kapitel, jedes eine eigene Zeile. Jeder Balken setzt sich aus den erledigten (grün), den angefangenen (gelb) und den nicht erledigten Punkten (rot) zusammen.

Das Ergebnis passt zu meiner Selbstwahrnehmung: Ich bin inzwischen echt organisiert und ordentlich, und mit Essen beschäftige ich mich immer noch gern, sowohl kochend/backend als auch essend.
Beziehungspflege ist deutlich zu kurz gekommen – auch realistisch. Meine früheren (vermeintlichen) Freund_innen sind im Babyjahr alle verschwunden, und alles Neuere ist nicht über den Status Bekanntschaft rausgekommen. Dafür weiß ich noch keine Lösung.
Sport hat massiv an Bedeutung verloren. Stimmt.
Alles andere ist für mich okay, da waren auch Ideen dabei, die ich mal irgendwo festhalten wollte und die dann doch nix waren. Hätte ich sorgfältiger planen sollen? 101 Herzensangelegenheiten hätte ich aber nicht gehabt, das scheinen mir auch zu viele zu sein.

Egal. Zusammengerechnet habe ich 22 Punkte gar nicht und weitere 10 nur teilweise erledigt und werde das bis zum 17. Dezember auch nicht mehr schaffen. Macht laut Punkt 98 frei zusammengerechnet 270 € für einen guten Zweck. Okay… so viel hatte ich nicht erwartet, aber wer die Klappe aufreißt, sollte die Konsequenzen tragen 😉

Sher aufschlussreich fand ich, was andere so von ihren 101/1001-Listen berichten. Bei vielen Blogs wird anfangs noch fleißig aktualisiert, gezählt und gepostet. Dann verschwindet das Thema teilweise ganz unauffällig und bleibt unvollendet. Und andere stellen am Ende fest, dass sich ihr Leben so stark verändert hat in diesen knapp drei Jahren, dass viele Dinge einfach nicht mehr gepasst haben.
Genau so ist es bei mir auch. Und deshalb sehe ich die zu 2/3 abgearbeitete Liste einfach als interessantes Experiment, dessen Ausgang gut zu mir passt und der so in Ordnung ist, wie er ist.

Macht noch jemand eine Challenge? Gibt es vielleicht sogar Wiederholungstäter?

Vielleicht nehme ich mir ein paar unbearbeitete Ideen ja auf die nächste Liste mit?


Balkonbegrünung

Dieses Jahr gibts sowas bei uns 🙂 bisher hatten wir wegen Urlaub, braunem Daumen und ähnlichen Gründen wenig Pflanzen. Nachdem ich dieses Jahr ja absehbar viel zuhause bin, haben wir im Frühjahr mal eingekauft. Und was soll ich sagen, es läuft.
Ich habe immer mal ein Bild gemacht, die werde ich jetzt mal zusammentragen.

09.05. – erste grüne Spitzchen bei den Radieschen, die Tomate ist ja schon als kleine Pflanze bei uns eingezogen.

26.05. – eine Heidelbeere und eine Himbeere sind dazugekommen, die Tomate wächst und gedeiht, ebenso das Radieschengrün.

IMG_480808.06. – Wir haben das Befestigungsmaterial ordentlich aufgestockt, um die Tomate und die Himbeere zu bändigen. Die Tomate hat auch die ersten Blütenrispen, sehr vielversprechend.

IMG_4838_Und jetzt: Die zweite Runde Radieschen ist angezogen. Die Himbeere wuchert fröhlich vor sich hin, ebenso die Heidelbeere, die dahinter steht. Bei beiden keine Anzeichen für Blüten, denen muss ich offensichtlich noch mal erklären, wofür ich sie päppele.IMG_4973Aber die Tomate hats verstanden: Sie trägt wie blöd, und jetzt werden auch die ersten Tomätchen rot. So wollen wir das haben. IMG_4974Zwischenfazit: So eine Tomatenpflanze besorgen wir uns wieder, das macht mir Spaß. Radieschen gibts sicher keine mehr, die brauchen vergleichsweise lange und man holt doch ziemlich wenig aus einem Balkonkasten raus. Die Heidelbeere und die Himbeere dürfen auf Bewährung in die nächste Saison, wenn dann auch nix kommt, brauchen sie eine neue Heimat.

Und fürs Protokoll: #27/101 erledigt.

Es grünt

auf unserem Balkon gewaltig.

IMG_4808Die Tomate links hinten wächst wie blöd, ich komme mit dem Ausgeizen kaum hinterher. Die ersten Blüten öffnen sich gerade. Vorne links bei den Radieschen wächst’s bisher nur nach oben, nix gegen schöne grüne Blätter, aber mich interessiert die Unterseite mehr…

Rechts vorne einer unserer Neuzugänge: ein Himbeerstrauch, für den ich noch eine Rankhilfe besorgen muss. Hoffentlich bekommt er genug Sonne. Dahinter versteckt sich ein Heidelbeerstrauch.

Bin ja gespannt, ob wir tatsächlich etwas ernten werden.

Pupsreduzierung, Teil 3

Die angekündigten zwei Wochen Milcheiweißkarenz sind rum, heute wird provoziert. D. h., zum Frühstück gabs Kaffee mit normaler Milch* und eine Scheibe Gouda, im Mittagessen werde ich die nächste Scheibe Käse unterbringen und danach gibts einen großen Joghurt. Das ist eine ordentliche Ladung Kuhmilch, knapp 30 g Proteine, wenn er darauf nicht reagiert, dann hat er nix Alltagsrelevantes.

Der Feiertag morgen kam uns sehr recht, der Dr. rer. nat. hat zusätzlich noch den Freitag frei, d. h., wenns völlig eskaliert, schlafen wir in Schichten.

Ich bin echt gespannt…

Ums korrekt festzuhalten: ich habe natürlich nicht nur an meiner Ernährung gedreht. Gleichzeitig habe ich von Wechselstillen auf Blockstillen umgestellt und wir machen wesentlich mehr pupsfördernde Gymnastik. Dazu kommt noch die Möglichkeit, dass sein Darm auch gereift ist und es ihm deswegen besser gehen könnte… egal, wenns weg ist, bin ich zufrieden.

* Ist euch schon mal aufgefallen, dass Kuhmilch einen Eigengeschmack hat? Mir in den letzten fünfunddreißig Jahren nicht, aber heute morgen dann schon. Faszinierend.

Und wieder Up

Meine Down-Phase scheint gestoppt zu sein.

Der Zwerg schlief gestern. Nachmittags von eins bis halb fünf. Dann von sieben bis früh um zwei. Und nochmal bis kurz nach sechs. Jetzt ist er wieder gut drauf.
Ist der Schub vorbei oder hat er nur einen aufgestauten Schlafmangel abgearbeitet? Eigentlich egal, Hauptsache, er schläft wieder gut.

Und zweitens: mein Zwischenzeugnis ist da. Hat ein bisschen gedauert: angefordert hatte ich es im Oktober, mein Chef hat es im Januar der Personalabteilung überreicht und vor ien paar Tagen kam es dann zu mir. Aber es ist richtig gut *freu* (sagt ein Anwalt für Arbeitsrecht, also glaub ich das mal.)
Das leg ich mir gut weg, in der Hoffnung, es nie zu brauchen. Trotzdem wars mir lieber, eins zu haben. Wer weiß schon, wie das Irrenhaus nächstes Jahr um diese Zeit aussehen wird.

Jetzt dürfte noch das Wetter besser werden, dann wär wieder rundum alles supi.