Die Wahnsinnigen…

… unter den Arbeitnehmern und -gebern scheinen wider Erwarten doch halbwegs gleichmäßig verteilt zu sein. Zumindest konnten der Dr. rer. nat. und meine Schwester mit ähnlichen wtf-Momenten aufwarten wie dem, der mir heute begegnet ist.

In einem Projekt habe ich seit längerem damit zu tun, eine Software aufzubohren. Ich gebe die Inhalte vor, unsere IT macht teilweise selbst, teilweise macht es der Hersteller der Software.
Wir haben eine neue Schnittstelle bestellt (auch dahinter steckt eigentlich schon ein dreiseitiger Rant, aber lassen wir das), und eine wesentliche Eigenschaft fehlt. Ich schreibe also übersichtlich zusammen, was mir fehlt, und schicke es der IT mit Bitte um Reklamation beim Dienstleister.
Reaktion IT: jaja, machen wir schon.

Nachfrage nach zwei Wochen: nichts.

Nachfrage nach vier Wochen: immer noch nichts.

Drei Tage später, völlig unverhofft:
„Also wir haben uns das angeschaut und entschieden, dass das zu viel Aufwand für den Dienstleister wäre.“

W.

T.

F.?

Nunja, Besprechungseinladung ist raus, ich bin auf die Begründung gespannt. (Nein, bin ich nicht. Das ist nur die Faszination des Grauens.)


Noch was Positives als Kontrast gefällig?

Die erste Serie an Weihnachtsplätzchen ist abgearbeitet. Drei Sorten hatte ich seit Ende letzter Woche gebacken, und heute mit dem Zwerg zusammen Ausstecherle. Er war zwei Bleche lang sehr fasziniert und hat fleißig Bagger, Nashörner, Hämmer, Lokomotiven und Schiffe ausgestochen. Sogar das Teig einmehlen und ausrollen ging ganz gut, ich war schwer beeindruckt. Danach war die Konzentration zuende und ich froh, dass der Dr. rer. nat. heimkam. Aber der Zwerg hat seine ersten eigenen Plätzchen produziert und auch gleich wieder genascht.

Komisches Gefühl – bis vor ein paar Jahren habe ich noch mit meiner Mama zusammen gebacken, und jetzt bin ich die Mama.


Nochmal aus der Reihe Emotionales rund ums Geldverdienen:
Ich bin vorhin über diesen Blogpost von mir gestolpert. Joah, der Lichtblick von damals ist es bis heute geblieben.
Der Rest von diesem Laden kann mir aktuell gepflegt den Buckel runterrutschen, so ein $%&“ Gezipfel machen sie gerade um meinen Teilzeitantrag fürs nächste Jahr.
Meine aktuelle Erklärungshypothese: Schwanzvergleich zwischen meiner Chefchefin und ihrem neuen Chef. Blöd, wenn man bei sowas der Kollateralschaden ist.
Ich habe heute tatsächlich den Betriebsrat eingeschaltet und bin gespannt auf das Feedback nächste Woche.

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Immer noch uff

Immer noch die Doppelbelastung von Kind betreuen und Arbeiten, aber zumindest tut sich was: Der Zwerg und der Dr. rer. nat. lernen heute die Krankheitsvertretung unserer Tagesmutter kennen.

Noch drei Tage bis zu meinem Doppelauftritt im Audit, mit dem wir möglicherweise unsere Zertifizierung verlieren.

Die spannenden Stellen bei der Konkurrenz sind immer noch im Netz.

Uff.

Hier herrscht gerade der etwas stärker als normal ausgeprägte Wahnsinn.

Unsere Tagesmutter kränkelt seit Jahresbeginn und fällt immer wieder tageweise aus. Jetzt ist sie seit einer Woche krank, Ende nicht absehbar. Die Kommunikation läuft nur noch über ihren Mann, auch das ist für mich ein sicheres Zeichen, dass da was nicht passt.
Geschickterweise wechselt genau jetzt zur Monatsmitte ihre Vertretung, die Neue fängt morgen an. D. h., ab morgen machen wir eine neue Eingewöhnung, und wenn der Zwerg und sie sich aneinander gewöhnt haben, können wir zumindest auf diese Ersatz-Tagesmutter zurückgreifen. Das kostet uns jetzt erstmal zusätzliche Zeit, aber dauerhaft wird es eine Entlastung.

Tja, und so stemmen wir momentan die Fulltime-Zwergenbetreuung zusätzlich zur normalen Arbeit. D. h., wir arbeiten in Schichten und versuchen, den Zwerg trotz des wechselhaften Wetters möglichst gut auszulasten.

Der hat aktuell wieder eine Papaphase deluxe, d. h., ich werde morgens mit enttäuschtem Gebrüll begrüßt, zwischendrin gemobbt und abends rausgeschmissen, wenn der Papa in Sichtweite ist.
Und als zweites Sahnehäubchen ist nächste Woche in der Arbeit Zertifizierungsaudit, für das ich meine beiden Themen top in Ordnung haben muss. Da herrscht also auch Hochbetrieb.
Über den Zustand der Wohnung reden wir gar nicht.

Ich bin soo froh, wenn das rum ist und wir wieder Normalzustand haben.

Vereinbarkeit

Irgendwo habe ich hier noch einen Entwurf rumliegen, in dem ich das Thema mal grundsätzlich angehen wollte. Naja, hier der aktuelle Einzelfall:

Wir haben unsere Tagesmutter ja übers Jugendamt gefunden, und entsprechend gibt es auch fertige Verträge für diese Betreuungsverhältnisse. Darin steht was von 20 Tagen Urlaub mit Vertretung durch Springerinnen in einem zentralen Stützpunkt.

(Einschub: Die 20 Tage sind verdammt wenig, ja, und da auch Krankheitstage angerechnet werden, ist das eine Alibirechnung. Das ist einer der vielen Punkte, wo die TaMü die Nachteile des Angestelltendasein mit den Nachteilen der Selbständigkeit verbinden.)

Auf jeden Fall hatten wir letztes Jahr schon 10 Tage ohne Vertretung. Zwischen Weihnachten und Dreikönig, da hatten wir eh Urlaub, so what.
Dieses Jahr kam dann – ooops – eine Woche mehr Tamu-Urlaub ums Eck und ich werde direkt nach Neujahr 2019 arbeiten müssen. Außerdem haben wir gelernt, dass der Dr. rer. nat. den Zwerg nur dann mehrere Tage am Stück allein betreuen kann, wenn beide gesund sind, was gerade Anfang Januar nicht übermäßig wahrscheinlich ist.
Mit dem Sahnehäubchen, dass „irgendwann im Frühjahr“ die Springerin aufhört und „irgendwann“ eine neue anfangen soll.

Es folgte ein durchaus erhellendes Gespräch zwischen mir und der Tamu, nach dem uns beiden klar war, dass sie weiß, dass sie ihren Vertrag – wie nennen wirs – großzügig dehnt.
Es folgte weiterhin ein Telefonat mit dem Jugendamt, und siehe da, die neue Springerin ist bekannt, sie wird in ihren ersten zwei Arbeitswochen gleich bei unserer Tamu vorbeischauen, wir besuchen sie und dann kann der Zwerg in der Woche nach Ostern zu ihr.
Als drittes folgten einige Abende im Internet, und damit wäre die Urlaubsplanung für 2018 fertig. Einmal fliegen wir zu dritt in den Süden, und der Zwerg und ich werden noch ein paar Tage auf einen Kinderbauernhof fahren.

Was ist jetzt mein Fazit? Ich weiß es selbst nicht so genau. Viel Aufregung, einige zergrübelte Nächte, ein Haufen Aufwand für mich, aber das Ergebnis find ich gut.

Kurzmeldung

Aus dem Schnodderkind wurde ein kleiner Darth Vader, der mit seiner ersten Bronchitis durch die Gegend rasselt. Entsprechend unentspannt ist der Zwerg, und das färbt auf mich ab. Seine Viren hat er freundlicherweise auch mit mir geteilt, mit Halsschmerzen und müde macht das Krankes-Baby-Hüten erst richtig Freude.

Immerhin sind wir auf dem Weg der Besserung.

Und wieder einmal

… versaut mir die Realität alle schönen Planungen und Vorsätze.

Der Zwerg hat sich gestern erst eine fiese Beule geholt und sich dann übergeben. Wir sind mit ihm in die Klinik, Verdacht auf Gehirnerschütterung. Das hat sich zum Glück nicht bestätigt, dafür ist es ein fieser Infekt mit Fieber, Husten und Schnupfen geworden.

D. h., wir stillen gerade wieder voll, gerne auch stündlich und lange.

Armer kleiner Kerl.

Vom Leben gelernt

Es ist eine ganz blöde Idee, das Kind impfen zu lassen, wenn es zahnt.
Die ersten beiden Schneidezähnchen unten sind diese Woche durchgebrochen, genau in der Nacht, als der Zwerg wegen Sechsfach- und Pneumokokkenimpfung eh Fieber hatte. Geschlafen haben wir nicht viel diese Woche, dafür eine halbe Packung Schmerzzäpfchen und eine Menge Nerven verbraucht.

Aber es ist vorbei, er klebt nur noch ein bisschen an mir, und Essen macht noch mehr Spaß als vorher.

Alles andere dümpelt so vor sich hin, es gab nichts, was so wichtig war, dass ich es unter diesen Bedingungen durchgezogen hätte.