WMDEDGT 07/2017

Heute mal ein echter Vereinbarkeitskrimi.
Seit 0:30 wimmert der Zwerg in wechselnden Abständen, auch die Ladung Nur*fensaft gegen 1:30 bringt nur wenige Stunden Ruhe. Gegen 6 quälen er und ich uns in die Senkrechte, der Dr. rer. nat. ist schon in der Arbeit, und starten (wie gestern zum Glück schon geplant) in unseren alternativen Tagesablauf.

Wir frühstücken (ich: normal Brot mit Honig und Käse, der Zwerg ein paar Stückchen Schokolade und ein Gläschen Milch, sonst nichts). Kurz nach acht informiere ich unsere Tagesmutter, dass der Zwerg seit gestern kräftig fiebert und diese Woche wohl nicht mehr zu ihr kommen wird. Gegen halb neun brechen wir zum Kinderarzt auf, ignorieren die sooo spannende!!! Baustelle auf dem Weg dorthin und sind vor neun im Sprechzimmer. Zuerst tippen wir gemeinsam auf Hand-Mund-Fuß, da es dem Zwerg aber wirklich richtig schlecht geht, macht sie doch noch ein Blutbild und voila, die Entzündungsparameter schießen gen Mount Everest. Also gibts zum Schmerz-/Fiebermittel noch ein Antibiotikum.

Punkt halb zehn drücke ich Kind und Rezept dem Dr. rer. nat. in die Arme, jogge nach Hause und spurte in die Arbeit. Eine maximal nervtötende Besprechung, in der wir zu zweit eine Dreiviertelstunde brauchen, um einem IT-Kollegen die Informationen zu entlocken und einen Zeitplan festzulegen, wie das seit zwei Monaten überfällige Update wenigstens bis Ende August live gehen kann. Ich kann nicht einschätzen, wer das gröte Hindernis auf dem Weg dorthin – der *gähn* unglaublich engagierte Kollege, die Organisation unserer IT-Abteilung oder der externe Dienstleister, bei dem wir offensichtlich Prio 316 sind.

Ich investiere eine Viertelstunde in ein Gedächtnisprotokoll dieser Besprechung, eine Stunde in meine Folien für das (eigentlich sauwichtige) Projektreview morgen, esse schnell zu Mittag und spurte wieder nach Hause, damit der Dr. rer. nat. zurück in die Arbeit kann. Der Zwerg hat eine frische Ladung Paracet*mol intus und ist daher recht aktiv, das hält aber nicht lange an. Er nascht ein paar Bissen frisches Croissant, dann spielen wir im Liegen, und nach einer Stunde schläft er nochmal. Deshalb komme ich jetzt dazu, diesen kurzen Abriss des Tages zu tippen.
In der Zwischenzeit habe ich ein Paket eingepackt, dem Zwerg eine Ladung Antibiotikum eingeflößt, eine Stunde später wieder Ibuprofen nachgelegt und Grießklößchenteig angesetzt. Wir spielen, gammmeln rum und kucken Baggervideos.

Der Dr. rer. nat. kommt deutlich später als sonst nach Hause, da ihm ja mittags ein paar Stunden fehlen. Ich bringe das Paket noch zur Post und hole gleich die nächste Sechswochenration Windeln, wir essen zu Abend und hängen noch ein bisschen ab, bis der Zwerg müde wird und schlafen geht.

Dann folgt für mich noch eine Einheit Körper- und Schönheitspflege, und dann gehts ins Bett. Meine Nacht wird heute ruhig, ich darf vor dem wichtigen Projekttermin durchschlafen, der Dr. rer. nat. hat Dienst.

WMDEDGT 06/2017

Waaah, schon wieder erst so spät gemerkt. Gestern wollte ich mir noch nen Merker setzen und habs irgendwie vergessen.

Der Tag begann für mich um 7:30, ich höre ein fröhliches Quietschen aus dem Kinderzimmer, fühle mich halbwegs ausgeschlafen und tappe los Richtung Geräuschquelle. Der Zwerg schubst fröhlich seinen Bagger durch die Gegend, der Dr. rer. nat. ist nicht ganz so fröhlich, aber auch schon wach. Gestern abend schlief der Zwerg durch die Verkettung unglücklicher Umstände erst nach 11, daher bin ich sehr erstaunt über seine Laune um diese Zeit.
Das Frühstück ist nicht weiter erwähnenswert (Brot, Marmelade, diverser Käse bzw. Brotaufstrich). Der Zwerg hat zuerst nicht viel Hunger, füllt dann aber eine Windel, und plötzlich muss doch nochmal eine Scheibe Brot her – halb Marmelade, halb Wurst, dann gehts ihm wieder gut.
Gegen halb zehn kommen wir los und fahren auf einen großen städtischen Spielplatz mit lustigen kleinen Holzhäusern. Der Zwerg übt Treppenkrabbeln und Rennen, und wie immer spielen wir ausgiebig Kuckuck. Danach erobert er das Spieleck mit Kletterkonstruktion, Kreiskarussel und viel Splitt. Zum Abschluss mit den Füßen in den Brunnen, und dann wieder nach Hause.
12:15, der Dr. rer. nat. hat delikate Steaks zubereitet. Zusammen mit einem Salat aus dem Spargel von gestern ein feudales Mittagessen. Nur der Zwerg ist ein wenig unkooperativ, da müde. Also esse ich nur mein Fleisch, wickele ihn nochmal, stecke ihn in die Federwiege, und dann kann ich mich meinem Spargelsalat in Ruhe widmen.
Die Mittagspause verbringe ich zunächst in Stufenlagerung auf dem Boden, da mein Rücken zur Zeit Mucken macht. Danach stöbere ich im Netz nach Kindergärten, in denen ich den Zwerg noch voranmelden kann. Der Dr. rer. nat. aktualisiert seine Programme, liest Telepolis und guckt eine Gotham-Folge. Wir diskutieren ein bisschen über meine Bewerbungspläne*, ich kann ihn beruhigen.
Umd 15 Uhr ist Schluss mit Ruhe, wir wecken den Zwerg. Das hat sich in den letzten Wochen gut eingespielt, damit kommt er abends zu einer elternkompatiblen Zeit ins Bett. Zumindest fast immer. Nach einem belegten Brot verschwinden die beiden Männer im Keller, ich setze mich an den Rechner und sichte die Stellenanzeigen, die ich mir diese Woche verlinkt hatte. 2 von 6 sind definitiv nix, drei sind so naja und die letzte ist so interessant, dass ich dort wohl mal anrufen werde. Eine Hälfte von dem, was sie suchen, kann ich gut, und das würde ja wunderbar zu meinen 20 Stunden passen. Mal sehen.
Als die Männer wieder da sind, spiele ich eine Weile mit dem Zwerg. Er baut einen Duploturm, und ich helfe, wenn seine Hände zu klein, seine Arme zu kurz sind oder er mir aus einem anderen Grund zwei Teile hinhält. Nach einer Weile hat er genug, und wir besuchen den Papa noch einmal im Keller. Diesmal misten der Dr. rer. nat. und ich eine Kiste aus meinen Altbeständen aus – drei Uralthandys, einige Kabel und noch ein bisschen Elektroschrott. So langsam sieht unser Kellerabteil wieder so groß aus, wie es ist. Als der Zwerg langsam ungemütlich wird, brechen wir ab und essen zu Abend.
Jetzt ist es 19:03, der Zwerg sitzt mit dem Dr. rer. nat. in der Wanne. In ein paar Minuten werde ich ihn rausholen, das krebsrote Kind abtrocknen, eincremen, anziehen und ins Bett bringen. Hoffe ich.

Edit: Volle Windel gegen halb neun,  Mitternachtsimbiss gegen neun,  Schlafen für alle gegen 10. Gähn.

* Die Einschläge im Irrenhaus kommen näher. Unsere Zahlen entwickeln sich deutlich schlechter als der Gesamtmarkt und unsere direkten Konkurrenten. Mein Chef spricht aus, dass er die Schnauze voll hat. Und meine neuen Aufgaben sind einfach nicht meins. Deshalb habe ich beschlossen, mich mal umzugucken, ob sich nicht was findet. Ohne Zeitdruck, mit sämtlichen Einschränkungen, die ich als Kleinkindmutter so habe. Ich rechne nicht mit schnellen Erfolgen, aber abwarten löst halt auch keine Probleme.

WMDEDGT Mai 2017

Lang nichts mehr geschrieben – unser Alltag ist wieder gut gefüllt, vor allem bin ich wieder viel außer Haus. Daher musste das Bloggen lange zurückstehen, aaaaaber – es ist ein Monatsfünfter, ich habe es rechtzeitig mitbekommen und dann auch noch gleich Zeit zum Schreiben. Also los.

3:45, eine bisher schon grottige Nacht wird unterbrochen durch einen wachen und weinenden Zwerg. Er hat seit zwei Tagen Fieber und ist total platt, unsere Kinderärztin tippt auf Drei-Tage-Fieber. Da kann man nix machen außer Schmerz-/Fiebersaft bei Bedarf und durchhalten.
Also bekommt er eine Portion aus der Spritze, dann schläft er wieder ein bisschen besser.

8:20, ich wache auf und fühle mich einigermaßen ausgeschlafen. Freitags ist ja mein arbeitsfreier Tag, der Zwerg ist bei der Tagesmutter krank gemeldet, deshalb hatte ich den Wecker ausgemacht. Hat ja auch ganz gut geklappt.
Ich ziehe mich an, frühstücke (Reste von der Geburtstagsfeier meiner Schwester, lecker) und setzte mich vor den Rechner. Ich ärgere mich kurz über gefühlt unverschämt niedrige Preisvorschläge bei e*ay, nehme sie dann aber doch an, um den Krempel aus dem Haus zu bekommen. Ich lese „mein“ Forum, „meine“ Shortlist der am gernsten gelesenen Blogs und beginne diesen Blogpost.

09:45, Kind schläft immer noch. Das macht mir ein bisschen Angst in Bezug auf die nächste Nacht, aber gut, man kann nicht alles haben. Die 8 Hosen für 9 Euro *augenverdreh* sind eingepackt, ich sortiere weitere Klamottenstapel und überlege mir, was ich damit mache. Beim Basar bin ich kläglich gescheitert, da gingen nur grob 10% der Sachen weg, die ich hingebracht hatte. e*ay ist zäh. Den Second-Hand-Laden habe ich noch nicht getestet, dort zahle ich sagenhafte  50% Verkaufsprovision, wie viel Arbeit es ist, weiß ich nicht.
Zwischendrin werfe ich einen kurzen Blick auf meine letzte Neuerwerbung, freue mich darüber und seufze trotzdem über die Größe. Optisch find ichs ja prima, aber jetzt liege ich größenmäßig endgültig außerhalb des Standards, d. h., ich muss mir vor Ort Modelle suchen und dann schauen, wie ich sie günstiger auftreibe.

10:15, es quakt aus dem Kinderzimmer. Ein gutgelaunter, schlapper Zwerg quiekt mich an, lässt sich wickelnwaschenanziehen und er bekommt ein Frühstück, während ich den Grießklößchenteig fürs Mittagessen des Dr. rer. nat. ansetze.
Anschließend lesen wir eine Weile Wimmelbuch und dann falten wir Wäsche. Oder ich sortiere und falte, der Zwerg sortiert ebenfalls, ich sortiere dann wieder nach, er findet seine Ordnung aber besser,… egal, auch so geht die Zeit rum.
Zwischendrin klingeln zwei Paketdienste, wir tauschen Päckchen mit den Nachbarn von oben, und irgendwann beschließt der Zwerg, er hat jetzt wieder Hunger. Denkt sichs, nimmt mich an der Hand und führt mich bis zum Kühlschrank. Ich öffne die Tür, er wählt aus, ich mache warm bzw. brate an oder schneide auf. Seit einigen Wochen klappt das sehr gut, dass wir herausfinden können, was er will. Und ich finde es sehr angenehm. Es wäre natürlich schon auch irgendwie nett, wenn er anfangen würde zu sprechen, aber das sieht er wohl anders.

12:30, der Rest Chili ist vernichtet, der Gemüseteller leer, und die Bratwürstchen und der Kouskous mit Kräutern sind aufgegessen. Das Kind ist offensichtlich satt, ich auch, und wir räumen noch kurz zusammen auf, bevor ich ihn in die Federwiege packe. Schließlich soll er schlafen, bevor der Dr. rer. nat. heimkommt, sonst freut er sich so, dass er seine Müdigkeit vergisst, und der ganze Tagesrhythmus geht nicht mehr auf. Also ab in die Hängematte mit ihm, und während ich zwei, drei Handyspiele daddele, schläft er friedlich ein.

13:00, Kind schläft, der Dr. rer. nat. kommt heim. Er freut sich über die vielen Pakete, und wir räumen kurz in Küche und Hauswirtschaftsraum so um, dass seine neue Puddingpulverkollektion Platz findet. Dann setzt er den großen Pott mit Grießklößchen an, und wir surfen kurz, bis er essen kann. Nebenbei beruhigen wir den Zwerg wieder, der nur sehr leicht schläft. Blödes Fieber.

15:15, der Zwerg ist doch noch tiefer eingeschlafen, so dass wir ihn wecken müssen. Er mag zuerst nichts essen, trinkt aber einen Becher Wasser und nascht dann doch ein bisschen Apfelkompott. Wieder Wimmelbuch und eine halbe Stunde Kinderfernsehen. Sehr ungewohnt, so ein ruhiges Kind zu haben. Ich stelle nebenher meine Umstandssachen ein, vielleicht gehen die ja besser weg.

Wir verbringen einen ruhigen Nachmittag, während der Zwerg abwechselnd auf uns wohnt, Aristocats guckt und mit Buntstiften malt. Ganz selten fasst er sogar seinen geliebten Bagger an, aber dafür muss er zwei Meter laufen. Viel zu anstrengend. Das Abendessen fällt für ihn fast aus. Gegen

18:00 erlösen wir ihn von seinem Elend, Zähneputzen, Umziehen, und ins Bett mit dem armen Wurm. Er schläft wieder sehr leicht, ich sitze die halbe Zeit in seinem Bett und kuschle mit ihm. Daher bekommt er um halb neun eine Portion Fiebersaft. Danach wird es etwas besser, er braucht uns nicht mehr ganz so oft.
An diesen Abenden weiß ich es sehr zu schätzen, wie ruhig der Zwerg normalerweise schläft, meistens meldet er sich erst gegen Mitternacht oder später, und ich kann abends wirklich lesen oder einen Film schauen. Heute komme ich zu gar nichts.

Um 22:00 ist der Film des Dr. rer. nat. zuende. Wir verkrümeln uns auch schleunigst ins Bett, der Dr. rer. nat. übernimmt die Zwergenschicht, ich darf schlafen.

 

WMDEDGT 01/2017

Frau Brüllens Tagebuchbloggen, Sie kennen es inzwischen.

Der letzte Ferientag, morgen ist Feiertag, das zählt nicht. Die Nacht war mal wieder eher mies, von halb drei bis halb fünf konnte/wollte der Zwerg nicht einschlafen.

Wir sind früh aufgestanden, das heißt im konkreten Fall, so gegen halb acht. Schließlich hatte sich der Heizungsableser für halb neun angekündigt, da wollte ich schon ansprechbar sein. Wir saßen noch beim Frühstück, als es gegen

8:20 an der Tür klingelte. Seit Jahren kommt der gleiche ältere Herr, zeitweise war seine Frau noch dabei, inzwischen kommt er alleine. Ein Dutzend Ablesungen und ein paar Minuten Smalltalk später war er wieder weg, und wir konnten unser Frühstück zuende bringen. Auch der Dr. rer. nat. war erstaunlich schnell von seinem Ämtergang zurück, leider erfolglos. Man sei nicht zuständig, er müsse bei $Spezialamt, das es nur bei uns gibt, einen Termin zur Unterstützung ausmachen, telefonisch irgendwann ab April. Grummel.

Nach kurzer Beratung, was wir morgen kochen wollen, schnallt der Dr. rer. nat. sich den Zwerg vor den Bauch und geht einkaufen. Damit war unser kleiner Mitbewohner wenigstens mal kurzzeitig nicht ganz so übellaunig. Das hielt aber nicht lange an, deshalb gab es für ihn gegen

10:00 einen Rohkostteller und dann einen Platz in der Federwiege, den er dankend annahm. Eineinviertel Stunden Schlaf taten den Nerven aller Beteiligten gut. Der Dr. rer. nat. und ich nutzten die Zeit für unser aktuelles Projekt – ich bin seit kurzem Mitglied der hiesigen Müttermafia, wir ziehen fleißig Strippen, um den traurigen Spielplatz vor dem Haus ein bisschen aufzumöbeln. Da lernt man einiges über die Historie der Siedlung und warum wer wen nicht leiden kann, unglaublich.

Um halb zwölf gibts hier im Hause Mittagessen, die Männer aßen Pfannkuchen von gestern, für mich gabs Schupfnudeln mit Käse, ebenfalls von gestern, und ein belegtes Brot hinterher. Dazu die vorletzten Lebkuchen, so lang ist Weihnachten ja auch noch wieder nicht her.
Blöderweise meldet sich zur Zeit mein Rücken regelmäßig, ich habe mir also auf dem Sofa ein Stufenbett gebaut, die Heizdecke unter die LWS geklemmt und mich langsam garziehen lassen. Der arme Dr. rer. nat. hatte entsprechend den nöligen Zwerg am Hals. Da bei uns noch ein bisschen Schnee liegt, waren die beiden eine Weile draußen, den Zwerg auf einem improvisierten Schlitten durch den Schnee ziehen, aber so richtig begeistert war er davon wohl auch nicht.

Der Rest des Tages ging auch nur zäh vorbei, ich grille mich im Stufenbett, der Zwerg motzt und der Dr. rer. nat. versucht verzweifelt, etwas am Rechner zu machen.

Kurz vor sieben, der Zwerg schläft heute schon so früh, und ich leg mich jetzt wieder hin.

WMDEDGT 12/2016

Spät, aber doch noch…

Irgendwann ab Mitternacht bis früh um vier, halb fünf quakt der Zwerg mehrfach, lässt sich aber durch den Schnuller oder ein paar Knuddeleinheiten beruhigen. Wasser mag er keines, Milch gibts nachts seit Freitag nicht mehr.

Ab fünf Uhr ist die Milchbar wieder geöffnet (wens interessiert, Nächtliches Abstillen nach Gordon googeln), und er nutzt die Möglichkeit dankbar. Bis Viertel vor sieben landen drei Portionen in seinem Bäuchlein. Dann stehe ich leise, ganz leise auf und freue mich darüber, einigermaßen ausgeschlafen zu sein. Das war nämlich die Motivation für diesen Cut, ich wollte endlich mal wieder etwas mehr Tiefschlaf bekommen. Und da der Zwerg meistens nur aufwacht, weil ihn die volle feuchte Windel stört, gab es nur die eine Lösung: weniger reinfüllen, dann muss auch weniger wieder raus.
Ich wasche mich schnell, ziehe mich an und mache mir Frühstück.

Um zwanzig nach sieben muss der junge Mann dann aber auch aus den Federn, was ich ihm mit einer weiteren Stillmahlzeit versüße. Er ist gut drauf, lacht und kuschelt und klettert auf mir herum. Seine Morgenwäsche kann ich großzügig abkürzen, das Anziehen geht auch schnell, und so darf er eine Weile auf einer Brotkruste herumkauen, während ich die Küche fertigmache.

Gegen Viertel nach Acht machen wir uns auf den Weg zur Tagesmutter. In der Tiefgarage drehen wir noch einmal um und holen den anderen Autoschlüssel, weil der Kindersitz noch vom Besuch bei meinen Schwiegereltern im anderen Auto ist *grummel* Bei der Tagesmutter setze ich den Zwerg ab und drehe noch einmal um, weil ich seinen Schnuller vergessen habe *doppelgrummel* Völlig ausgeschlossen, dass  er den Vormittag ohne übersteht.

Gegen neun bin ich zuhause, wirble ein bisschen im Haushalt und trinke surfenderweise meinen Kaffee. Ich telefoniere mit meiner Personalerin, wir klären die Details zu meinem Wiedereinstieg im Februar und verabreden uns für die Unterschrift des Vertrages. Dann muss ich auch schon wieder los.

Um Viertel nach elf möchte nämlich der Zwerg wieder abgeholt werden. Normalerweise heult er auf, wenn er mich kommen sieht, weil er müde und hungrig ist und ich eine Rabenmutter und überhaupt. Heute hängt er fast schlafend auf dem Arm seiner Tagesmutter und zuckt nur mit den Augenlidern, als ich ihn übernehme, anziehe und ins Auto packe. Ich bin ja fast ein bisschen eifersüchtig, aber nur fast. Es ist ja gut, dass er sich bei ihr mittlerweile so wohl fühlt.

Zuhause koche ich den Männern schnell eine Ladung Gnocchi, für mich gibt es Reste von gestern. Der Zwerg ist wie immer ganz begeistert, als er den Schlüssel im Türschloss hört und krabbelt seinem Papa fröhlich quiekend entgegen. Nach dem Mittagessen spielt der Zwerg noch ein bisschen, bevor ich ihn nach einer Wartungsrunde in die Federwiege stecke. Für mich gibts ein paar Plätzchen und die zweite Internetrunde des Tages.

Um 14:15 quakt es dann schon wieder im Nebenzimmer, eineinhalb Stunden Mittagsschlaf waren schon zu viel für die Zwergenwindel. Also einmal trockenlegen und wir futtern uns quer durch unsere Obstvorräte – Apfel geht heute eher nicht so gut, dafür Pomelo und natürlich Heidelbeeren. die gehen immer. Ich telefoniere kurz mit dem Dr. rer. nat., um mit ihm das restliche Tagesprogramm abzustimmen. Der Zwerg und ich fahren in die Nachbarstadt, um ein paar Besorgungen zu machen, der Dr. rer. nat. wird früh Schluss machen und sich in der Zwischenzeit ausruhen, da er wieder mal kränkelt.

Wir bekommen sogar einen komfortablen Platz im Parkhaus, und von dort gehen wir als erstes in das Spielzeuggeschäft mit der Kleinkind-Spielecke. Heute ist der Krabbelturm uninteressant, der Zwerg will lieber Menschen beobachten und rund um die Murmelbahn Fangen spielen. Auch OK. Nach einer Weile sammle ich ihn ein, und wir besorgen beim Schweden ein paar Sabbertücher für ihn und dicke Strumpfhosen für mich. Also eigentlich auch für ihn, ich brauch die nämlich nur für den Spielplatz, sonst frierts mich. Ich würde ja gerne noch hier und da ein bisschen gucken, das klappt aber nicht mehr so richtig. Der Zwerg ist erstens hungrig, zweitens wirds ihm langweilig und drittens fängt er an, auszubüxen. Also packe ich alles zurück ins Auto und wir treten die Heimreise an, nicht ohne vorher noch gesnackt zu haben,

Zuhause eisen wir den Dr. rer. nat. von seinem Bildschirm los, derzeit wird nämlich um halb sechs im Hause stahldame zu Abend gegessen. Da haben wir noch echte Chancen, dass der Zwerg sich so gut benimmt wie er kann, je später, desto chaotischer wird es. Vollkornbrot, Käse, Tomate und eingelegte Maiskölbchen munden Junior hervorragend, ich ergänze das Menü noch um Weichkäse mit Pfefferkörnern. Im Anschluss spielen die Männer Fangen unter und um den Tisch (große Jungs sind wie kleine Jungs, nur die Kleidergröße ist anders…), bis die Laune des Zwergs kippt und er immer anhänglicher und dünnhäutiger wird. Zähneputzen, Wickeln, Umziehen, das Übliche. Dann kommt aber unser neues Adventsritual: Der Zwerg macht *pfffffffffrrrrt* (bitte den Monitar wieder trockenwischen) und sagt damit, dass er bitte gerne zum Wohnzimmertisch getragen werden möchte. Dort hängen mittlerweile drei Sterne am Faden, die sich so schön drehen, wenn man dagegenpustet. Das macht der Dr. rer. nat. selbstverständlich, dann ist aber Schluss. Noch einmal stillen wir, kuscheln ein paar Minuten, und der Zwerg schläft.

Um halb acht beginnt also mein bzw. unser Feierabend. Wir leeren noch den Trockner, dann schaut der Dr. rer. nat. einen Film oder zwei und ich lese WMDEDGTs quer durchs Netz.

Vermutlich werden wir noch ein bisschen quatschen, das Netz leerlesen und gegen neun, halb zehn im Bett verschwinden.

WMDEDGT 10/2016

Jaaaa, geschummelt, heute ist schon der 6. Ich schick den Beitrag trotzdem noch raus.

In schöner Tradition fragt Frau Brüllen an jedem Monatsfünften, was wir eigentlich den ganzen Tag machen. Und inzwischen sind bei mir doch einige WMDEDGTs zusammengekommen.

Die Nacht war nicht so toll, nach dem obligatorischen Wickeln zwischen 3 und 4 Uhr morgens war der Zwerg WACH. Ich nicht, aber danach fragt er in dem Moment leider nicht. D. h., ich habe eine gute Stunde lang das wuselnde Kind auf der Matratze behalten, ihn in der Federwiege angeschubst, ohne selbst vollends einzuschlafen, ihn da irgendwann wieder rausgeholt und nochmal gestillt und dann sind wir endlich wieder eingeschlafen.

Gegen 7:00 war ich dann endgültig wach. Offensichtlich war die Abteilung „Bewegung“ im Babyhirn auch ausgeschlafen, die Augen blieben aber noch fest zu. So ist er also eine Dreiviertelstunde lang durchs Bett gerollert, auf alle Viere gegangen, hat sich hingesetzt – und dabei weitergeschlafen. Dann gingen irgendwann die Äuglein auf, und unsere Morgenroutine ging los.

Ab 7:53 zählt die Zeit, Aufgabe: in eineinhalb Stunden sitzen wir im Auto. Schließlich müssen wir demnächst wieder jeden Morgen aus dem Haus, und wenn man das ein Dreivierteljahr nicht gewohnt war, muss sich das erst wieder einspielen. Also: Zwerg wickeln, Spielzeug runterstellen, Mama darf zur Toilette und sich anziehen. Kurzer Stopp im Kinderzimmer und die inzwischen gefüllte Morgenk*ckwindel wechseln, dann ab in die Küche und Frühstück machen.

8:23, wir sitzen am Frühstückstisch mit Kaffee und Marmelade für mich, Wasser, Tabletten, Brot, Margarine und Käse gibts für uns beide. Der Zwerg ist kein Morgenmensch, deshalb braucht er für seine zweieinhalb Scheiben Brot eine gute halbe Stunde. Das hat aber den Vorteil, dass ich meinen Kaffee genießen kann und einige Gläser Wasser schaffe – ich trinke chronisch zu wenig, deshalb muss ich mir solche Tricks angewöhnen.
Nach dem Frühstück putzen wir gemeinsam Zähne und der Zwerg wird gewaschen und angezogen. Da ich mit ihm spazierengehen will und hoffe, dass er irgendwo ein Stück krabbeln kann, trägt er die warme wasserdichte Montur aus Regenhose, Matschjacke, Mütze und Füßlingen.

Um 9:27 starte ich das Auto, d. h., wir haben die angepeilte Zeit eingehalten. Verpennt haben wir den Schnuller für den Zwerg und einen zweiten Toilettengang für mich, da ist also noch Verbesserungspotential 😉 aber für Tag 2 finde ich das ganz OK.
Wir fahren ein paar Kilometer zu einem schönen Fleckchen zum Spazierengehen, bewundern Wildgänse und eine Heilquelle. Leider sind überall Hunde unterwegs, d. h., Krabbeln ist eher ungünstig. Deshalb ziehen wir bald wieder heimwärts.

Gegen 10:45 sind wir wieder zuhause, als zweites Frühstück teilen wir uns eine Birne und stillen den Zwerg satt, so dass er um 11:15 selig in der Federwiege einpennt. Ich bereite ein Mittagessen vor, denn um 12:00 steht der hungrige Dr. rer. nat. auf der Matte. Nachdem er wieder weg ist, habe ich tatsächlich Pause. Ich surfe, stelle dabei entsetzt fest, dass schon wieder ein Fünfter ist, mache ein paar Notizen und muss dann schon wieder ins Kinderzimmer, den quakenden Zwerg beruhigen.

Der ist dann so beruhigt, dass er erst um 14:15 wieder die Augen aufschlägt – vollkommen ausgeschlafen und total hungrig. Entsprechend biete ich ihm asap sein Mittagessen an – Nudeln in Tomatensauce und dazu Gurke und einen Rest Birne. Zum ersten Mal mag er es nicht, und ich finde nicht heraus, warum. Alternativ bekommt er eben eine Scheibe Butterbrot, was solls.

Um 15:00 klingelt es, meine Eltern sind zu Besuch und haben Kuchen mitgebracht. Deshalb darf der Zwerg nach der ersten Scheibe Butterbrot gleich auf selbstgebackene Waffeln umsteigen, und wir sitzen mit Kaffee und Kuchen daneben. Klingt gemütlich, wäre es auch, würde der Zwerg nicht wie ein Duracellhäschen auf und zwischen uns herumturnen, krabbeln, hinsetzen, hinknien, hochziehen, Brillen inspizieren, Kataloge „lesen“, Haare anfassen wollen,… Schön, dass wir zu dritt sind, alleine käme ich jetzt nicht zum Essen oder Trinken. Wir haben viel Spaß zu viert. Der neueste Trick des Zwergs: Wenn einer von uns mit ihm „Kuckuck!“ spielt, wirft er sich irgendwann selbst die Mullwindel über den Kopf und lacht sich scheckig. Zum Wegschmeißen 🙂

Gegen 17:00 geht ihm die Energie aus, er wird grobmotorisch und meine Eltern verabschieden sich. Es war ein gelungener Besuch, und wir drei Erwachsenen sind froh darüber, schließlich hatten wir auch Treffen, wo er eine Stunde gebrüllt hat ;-(
Wir stillen nochmal, und er beschäftigt sich alleine damit, durch die Wohnung zu robben und sein Spielzeug zu inspizieren.

Der Dr. rer. nat. kommt um 17:30 von einem ungeplant langen Arbeitstag nach Hause und ist ziemlich erledigt. Der Zwerg freut sich, dass er da ist, und sie spielen ein bisschen miteinander, bevor sie gegen 18:00 zu Abend essen. Ich füttere den Zwerg, damit mein Mann in Ruhe essen kann, und danach spielen die beiden Männer wieder, damit ich essen kann. Dann ist auch schon wieder Zeit zum Bettfertigmachen, und gegen 19:45 wird das Kinderzimmer dunkel.

Ich nutze meinen Feierabend, um ein bisschen zu surfen, mit meinem Mann zu reden und zu duschen, bis wir gegen 21:15 ins Bett gehen. (Das ist für mich immer noch unglaublich früh, aber so richtig gut sind unsere Nächte eben immer noch nicht, und für den Dr. rer. nat. als chronischen Frühaufsteher ist die Uhrzeit eh ganz gut.)

WMDEDGT 9/2016

Ha! Heute hab ich dran gedacht! Also eigentlich schon gestern, mein Bullet Journal merkt sich solche Termine nämlich für mich, was ein Glück.

0:15, ich schrecke von der Matratze im Kinderzimmer hoch. Ich liege unbequem, und mich frierts am Bauch. Ein Blick zeigt, dass ich mal wieder beim Stillen eingeschlafen bin, da der Zwerg noch passend vor mir liegt und leise säuselt. Ich verfrachte ihn in die Federwiege und schleiche mich zurück ins Schlafzimmer, das Bett ist bequemer. Der Zwerg findet die Idee aber nicht gut, also alles zurück, nochmal stillen, dann darf ich weiterschlafen.

Gegen 4:30 schaue ich das nächste Mal auf die Uhr. Ich bin wieder im Kinderzimmer (keine Ahnung, seit wann – muss ich mir Gedanken machen? Ich sehe das eher als gutes Zeichen, dass das im Schlaf klappt), der Zwerg rumort neben mir. Rumoren heißt: er dreht sich, geht in den Vierfüßlerstand, dreht sich quer im Bett, rammt mir seinen Kopf in den Bauch, wippt im Vierfüßler vor und zurück, lässt sich zur Seite fallen, rollt auf den Rücken, kraucht zurück auf den Bauch und wieder von vorne. Den ganzen Baby-Sonnengruß mit geschlossenen Augen, gelegentlichen Schlafpausen und gelegentlichem Aufheulen. Stillen will ernicht, Bauchmassage hilft nur kurzzeitig, Köpfchenkraulen auch. Irgendwas hat er wohl wieder, was es genau ist, wird sich zeigen.

Um 5:20 gebe ich auf und mache Licht an. Der Zwerg blinzelt mich verschlafen an, hört kurz auf zu zetern und begrüßt mit mir den Dr. rer. nat., der genauso verschlafen wie wir hereinkommt. Er schafft es immerhin, das Baby aufzuheitern und übernimmt die morgendliche Wickeln-Waschen-Anziehen-Routine, während ich die Küche aufräume und für den Zwerg und mich Frühstück vorbereite. Für mich gibts einen halben Apfelstrudel von gestern und danach Käsebrot, für den Zwerg einen Minizwetschgenkuchen, Rezept muss ich noch nachliefern. Gegen 6:30 gehen wir Zähneputzen, danach spielt der Zwerg noch ein bisschen. Er ist aber schon wieder reichlich dünnhäutig, so dass ich ihn schon bald wieder in die Federwiege verfrachte.

6:50, der Zwerg schläft, ich ziehe mich an und setze mich mit meinem Kaffee an mein Bullet Journal und den Rechner. Neben einigen WMDEDGT-Notizen besuche ich mein aktuelles Lieblingsforum und plane den Tag. Meine langfristige To-do-Liste besteht ungefähr zur Hälfte aus Einträgen mit dem Termin „Sep16“, also suche ich mir zwei Dinge heraus und nehme sie mir für heute vor.

Kurz nach acht quakt es aus dem Kinderzimmer, also bekommt Junior eine kurze Wartungsrunde und ich schnalle ihn – zum ersten Mal seit Wochen mit langärmeliger Strickjacke und Socken – mir auf den Rücken. Wir holen ein paar Kleinigkeiten bei Feinkost Albrecht und beim Bäcker und bestaunen unterwegs die Einrichtung einer Baustelle. Zwei kräftige junge Kerle sperren mal eben eineinhalb Spuren der Hauptstraße, ohne Behelfsampel herrschen wilwestähnliche Zustände, aber who cares.

Etwa um 9:15 sind wir zurück, Junior hat Hunger, und wir rufen kurz den Dr. rer. nat. an. Er plant, seinen Arbeitstag gegen 13 Uhr zu beenden, ich bereite also kein Mittagessen vor. Während des Telefonats demonstriert der Zwerg, dass er sich aus dem Vierfüßler nicht nur zum Knien hocharbeiten kann, sondern auch in den Stand. Reichlich wacklig und nur kurz, aber immerhin. Seine Neugier auf das weiße Kästchen in meiner Hand treibt ihn offensichtlich zu sportlichen Höchstleistungen an. Wir spielen eine Weile mit seinem geliebten Spielebogen, der wieder interessant ist, seit er alleine sitzen kann. Endlich kann man das Ding auch von oben untersuchen. Junior bleibt aber dünnhäutig, so dass ich ihn nochmal stille und gegen 10:45 wieder zum Schlafen hinlege. Ich schnappe mir mein aktuelles Büchereibuch, einen Brunetti-Roman, und lege mich daneben. Leider nur eine gute Stunde, dann ist er wieder wach.

12 Uhr, Zeit zum Mittagessen. Wir haben noch Tafelspitz und Kartoffeln von gestern. Dazu mache ich einen Salat, während mir der Zwerg zwischen den Füßen herumrobbt und Aufmerksamkeit einfordert. Das Essen klappt dann gut, er schafft eine ganze kleine Kartoffel mit Margarine, ein paar Fitzelchen Tafelspitz und einige Bissen Gurke. Seit kurzem gebe ich ihm einzelne Bissen in die Hand, die er dann in den Mund steckt. Dazu trinkt er immer wieder Wasser aus seinem Spezialbecher, bis auf ein paar Tropfen klappt das richtig gut. Zum Abschluss gibts noch ein paar Himbeeren, und wir gehen wieder spielen, bis der Dr. rer. nat. heimkommt.

Die Zwergenlaune bleibt unterirdisch, und sie wird nur kurzfristig besser, wenn die beiden Männer miteinander toben. (Ich könnte gar nicht so mit ihm toben wie der Dr. rer. nat., mir fehlt die Kraft, um unser Zehn-Kilo-Paket so herumzuheben.) Überraschend ruft mein Chef an, und ich plaudere eine halbe Stunde mit ihm über alte Zeiten und neue Entwicklungen – schön! Danach motzt Junior immer noch, aber gegen

14:30 kann ich ihn vom Schlafen überzeugen, und er schläft mit etwas Unterstützung immerhin eineinhalb Stunden. Seine Laune wird davon allerdings nicht besser, Diagnose: Lagerkoller. Gestern waren wir nicht draußen, heute auch nur kurz, das reicht dem Kind nicht. Daher packen wir die Wickeltasche ins Auto und ziehen los Richtung Bücherei mit der Option auf Spielen im Park daneben. Ausnahmsweise darf der Zwerg im Buggy mal in Fahrtrichtung gucken, das mache ich sonst nicht, weil ich befürchte, dass er da zu viel an Reizen abbekommt, aber hey, genau das wollen wir doch heute. Wir sammeln zwei Donna Leons ein, ein Buch über frühkindliche Bindung, einen Stadtführer und zwei Pappbücher für den Zwerg. Da ist er dann schon so müde, dass ohne Schnuller gar nix mehr geht. Also lasse ich ihn nur noch ein paar Minuten im Kleinkindbereich der Bücherei rumrollern und wir fahren wieder heim.

Gegen 17:45 sind wir wieder zuhause, der Dr. rer. nat. ist im Training, und ich bereite schnellstmöglich das Abendessen vor. Zwei Scheibchen Brot für den Zwerg auftauen, drei Scheiben für mich abschneiden, Margarine und ein paar Sorten Käse auf den Tisch, dazu ein Stück Gurke. Das teilen wir uns freundschaftlich, ich esse das Äußere, der Zwerg das weiche Innere. Er probiert zum ersten Mal, wie Frischkäsebrot mit Pfeffer drauf schmeckt, offensichtlich  gut.
Nach dem Essen darf er noch kurz spielen, bis ich den Tisch abgeräumt habe, dann gehen wir Zähneputzen, wickeln ihn, ziehen ihn um und stillen nochmal. Das Insbettbringen läuft wie immer: Stillen im dunklen Kinderzimmer, dann Rumgeturne wie heute morgen beschrieben. Die Verschnaufpausen zwischen den einzelnen Schritten werden immer größer, irgendwann schnappe ich ihn mir und lege ihn in Schlafposition. Er rollt noch zwei-, dreimal hin und her, dann schläft er. 19:30, unsere Standardzeit.

Jetzt ein bisschen Abendprogramm für Erwachsene: mit meiner Schwester telefonieren, mit einem halben Glas Fruchtwein (man wird genügsam…) den Abgang meiner Hasskollegin feiern, mit dem Dr. rer. nat. Türgitterpuzzle spielen und sich über die intellektuellen Nicht-Fähigkeiten des Kundenservice des Herstellers aufregen,… den Bericht hier zuende schreiben und ins Bett gehen.

Meine Prognose gegen 21:30 für den Rest des Tages: schlafen, nochmal wickeln und stillen, weiterschlafen.

Gute Nacht!