WMDEDGT 12/2018

Sie kennen es, Details gibts bei Frau Brüllen.

6:14, mich weckt das Geräusch der Klotür, kurz bevor mein Wecker sich meldet. Wir sind alle angeschlagen, deshalb ist der Dr. rer. nat so spät dran und ich habe mich gestern schon krankgemeldet. Trotzdem geht der Zwerg in den Kindergarten, also muss ich früh aufstehen.

7:14, mittlerweile sitze ich mit einem frisch gewickelten Zwerg beim Frühstück. Er hat schon von seiner Aufsteh-Weltuntergangsstimmung auf fröhliches Endlosgeplapper umgeschalten. Ich sitze mit platzendem Schädel, halboffenen Augen und gefühlten 20% Gehirnkapazität daneben, bemühe mich, zu frühstücken und ihn nicht zu sehr zu ignorieren. In dem Zustand fällt es mir schon schwer, den Standardablauf (Essen. Tisch abräumen. Zähneputzen.) abzuarbeiten.

8:14, ich gebe einen protestierenden Zwerg im Kindergarten ab. Er braucht eine extra Kuschelrunde und fängt sich auch dann nur so mittel. Die Erzieherin und ich vereinbaren, seinen Kindergartentag radikal zu kürzen, d. h., ich hole ihn vor dem Mittagessen ab. So ganz fit ist er auch noch nicht wieder.
Als er sich dann doch aufs Spielen mit der großen Eisenbahn einlässt, darf ich gehen.

Um 9:14 (schaumermal, ob ich das den Rest des Tages durchziehe ;-)) sitze ich schon beim Arzt, hole mir die Krankschreibung und einen Sack voll Medikamente gegen meine Stirnhöhlenentzündung mittleren Ausmaßes. Das meiste davon nehme ich eh schon (Sin*pret, Nasenspray und Ibu), aber einen Inhalator habe ich noch nicht. Der Nutzen dieses Geräts leuchtet mir ein, das werde ich nutzen. Das „ich schreibs sicherheitshalber mal mit auf“-Antibiotikum bleibt noch in der Apotheke, das ist ja schnell besorgt, wenn ichs wirklich brauche.

Von der Apotheke bin ich etwa um 10:14 zuhause. Ich bereite schnell ein Mittagessen für den Zwerg und mich vor, koche mir eine Halblitertasse Kräutertee und setze mich mit dem Laptop aufs Sofa. Schnell noch in der Arbeit Bescheid sagen, und dann werde ich – wie schon in den letzten Tagen abends – mich weiter durch das Blog von Jule Stinkesocke lesen. Das ist teilweise sehr unterhaltsam, manchmal aber auch hart zu lesen, insgesamt sehr fesselnd.

11:14, immer noch warm eingepackt auf dem Sofa.

12:14, zuhause mit dem Zwerg und ich muss erstmal durchatmen. Das Abholen ist maximal eskaliert, dank einer Mischung aus schlechtem Timing und erschöpftem Zwerg. Morgen will er vor oder nach dem Mittagessen abgeholt werden – klingt beides vertretbar, ich hoffe, er entscheidet sich noch. Sonst haben wir die Eskalation morgen wieder.
(Nicht falsch verstehen, ich lasse ihn gerne und viel selbst entscheiden. Aber wenn ich merke, dass er überfordert ist, weil er nur noch sich widersprechende Wünsche brüllschluchzt, entscheide ich. Hieß: Ich klemme mir fünfzehn strampelnde, brüllschluchzende Kilos unter den Arm und trage sie aus dem Kindergarten. Nicht schön für alle Beteiligten, aber die kürzeste Lösung.)

13:14, ein völlig erschöpfter Zwerg ist in sein Bett verschwunden, freiwillig und alleine. Der wird groß.
Ich sitze auf dem Sofa, schnorchele und lese.

Mittlerweile ist es 15:14 vorbei, wir sind zu dritt und gammeln zuhause rum. Der Zwerg hat sich gefreut wie ein Schnitzel, als ihn der Papa aus dem Mittagsschlaf wachkuscheln kam. Wir haben gegessen, der Zwerg durfte eine Runde am Spülbecken planschen und inzwischen sitzt er auf Papas Schoß und guckt zu, wie der irgendein D&D-Spiel spielt.

Gegen 17:14 kommt noch schnell jemand, der über ebay eingekauft hat, und holt ein paar Winterstiefelchen des Zwergs ab. Wir plaudern kurz, aber nur kurz, sie muss mit dem Fahrrad noch einige Kilometer nach Hause fahren.

18:14 ist bei uns klassische Abendessenszeit, seit der Zwerg in den Kindergarten geht. Heute waren wir sogar ein paar Minuten früher dran. Wie gewünscht gab es Tütenspätzle für die Herren und belegte Brote für mich, dazu die Reste des Tages: ein paar Erbsen, ein bisschen Pudding, Obst und Gemüse aus der Frühstücksdose des Zwergs,… was halt so anfällt. Und bis auf eine kleine Apfelmus-Sauerei-Eskalation lief es erfreulich friedlich ab. Der Zwerg ist halt irgendwann satt und geht spielen, aber das ist in Ordnung.

19:14 sitzt der Zwerg vor seinem Legohaufen und flötet „Dreckbär“ in Endlosschleife, um mich davon zu überzeugen, ihm einen Bus zu bauen. Sein Charme wirkt nur leider gerade nicht, der ausgewählte Kosename ist nicht ganz nach meinem Geschmack. Etwas später flippt er mal wieder völlig rum und will „kämpfen“, also mich kneifen und boxen und ich soll bitte mitkämpfen,  aber ohne meine körperliche Überlegenheit zu nutzen. Das Verhalten kommt bei ihm nur, wenn er körperlich nicht ausgelastet ist, aber trotzdem schon ziemlich müde. Ich bin wie üblich der Spielverderber und mache nicht mit.

20:14 liegen die beiden Männer im Bett des Zwergs, lesen das aktuell beliebteste Weihnachtsbuch und irgendwann wird es dunkel und leise da drin. Ich fülle noch mal Tabletten nach und springe unter die Dusche.

21:14, aus dem Arbeitszimmer des Dr. rer. nat. hustet es, ich sitze weiterhin auf dem Sofa, surfe, lese und spiele mal wieder H*dden C*ty. Neue Events spiele ich etwas intensiver, das Alltagsspiel ist nicht mehr spannend.

Jetzt gehts nur noch irgendwann ins Bett. Licht aus um 23:14 ist wahrscheinlich 😉

 

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Mal wieder…

… kein WMDEDGT gestern.

Es war Tag 1, Kindergarteneingewöhnung für den Zwerg, der dann wohl einen anderen Tarnnamen braucht. Ganz mein Kind, war er die Tage und Nächte vorher sehr angespannt. Seit gestern nachmittag ist er wieder der Alte.

Unser Kinderkunstkurs gestern nachmittag lief super. Beim ersten Termin fand der Zwerg das alles noch sehr seltsam. Gestern war er wesentlich besser dabei. Er hat mit Hingabe Gips gegossen und mit der Spülbürste gemalt. Aber so richtig glücklich war er, als er einen knallpinkfarbenen Papierbogen mit Glitzerstreudosen verzieren konnte. (Ich hatte vorher großflächig Klebestift darauf verteilt.)

Nächstes Mal bringt die Kursleitung Ton mit. Das wird eine Riesensauerei, aber es wird ihm sehr viel Spaß machen.


Edit kurz vor 13 Uhr: Wir liegen im Bett, das Kindergartenkind schnorchelt leise vor sich hin und hat eine Hand auf meiner Schulter. Dass ich auch ganz sicher bei ihm bleibe.

WMDEDGT 10/2018

Sie kennen das, Frau Brüllen fragt an jedem Monatsfünften, was man eigentlich den ganzen Tag so treibt.

Mein Tag beginnt gegen halb sechs im Gästezimmer. Wir haben mal wieder die Schlafplätze nach Verseuchungsgrad verteilt, die beiden Männer mit Magen-Darm-Seuche und Erkältung  (Dr. rer. nat.) bzw leichtem Bauchgrummeln und übler Erkältung  (Zwerg) teilen sich das Wasserbett und ich bin ausgewandert. Die beiden haben sich gestern sehr früh hingelegt und daher quatscht uns der ausgeschlafene Zwerg seit halb sechs Fusseln an die Ohren.

Mein einsamer freier Freitag wird also geselliger als geplant. Während ich überlege, welche Aufgaben meiner Tagesplanung ich verschiebe und was bleibt, mache ich Frühstück für den Zwerg und mich, der Dr. rer. nat. verzichtet.

Kurz vor Acht, Zeit, der Tagesmutter für heute abzusagen. Ich frühstücke, der Dr. rer. nat. vegetiert auf der Couch vor sich hin und der Zwerg pendelt zwischen Frühstück, Papa und seinem Wimmelkalender.

Der Vormittag vergeht zwischen Lego, Haushalt, meinem Wimmelspiel am Computer. Gegen die ausgeprägte Jammerigkeit des Zwergs helfen zuerst zwei Scheiben Butterbrot, dann aber nur noch Schnuller und Bett. Dann also Mittagsschlaf ab halb elf, voraussichtlich bis 13 Uhr.

Ich nutze die frühe Pause zum Lesen, recherchiere Geburtstagsgeschenke für meinen Vater und Weihnachtsgeschenke für mich. Mein Plotter bekommt noch etwas Zubehör, der Zwerg soll einen mp3-Player bekommen. Danach schnippele ich noch Salat für unser Mittagessen, der Dr. rer. nat. wünscht sich seine geliebten Grießklößchen als Aufbaukost.

Der Zwerg ist kaum aus dem Bett zu bekommen, langt dann aber gut zu. Wir diskutieren eine Weile, ob und wie krank er wirklich ist – lockerere Handhabung  von Fernsehzeit und Schnuller vs. Spielplatzverbot. Ich setze mich durch, und wir gehen nur zusammen Einkaufen.

Das entpuppt sich als eskalierendes Drama in mehreren Akten, aber nach einer Stunde sind wir ohne Einkauf wieder zuhause und er berichtet dem Dr. rer. nat. ausführlich über den Spielverderber Mama.

Abends bin ich mit einigen Müttern aus der Krabbelgruppe auf der Kirchweih verabredet. Nach einer halben Stunde whatsapp stehen Beteiligte, Ort und Zeit fest und ich gehe zum Bus. Wir schlendern zu dritt einmal durch die Straßen. Ich gebe Geld aus für Ausstechformen, Langos und Federweißen. Bei uns wächst zwar kein Wein, bei leckeren Dingen sind die Franken aber durchaus aufgeschlossen. Danach quatschen wir noch einige Zeit über unsere Geschwister, Charakterzüge von uns und unseren Kindern, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Männer und Frauen, … ein schöner Abend. Wir sind sehr unterschiedlich – eine Sängerin, eine Ärztin und eine Ingenieurin mit über 10 Jahren Altersunterschied. Deshalb hat jede ihre ganz eigenen Themen ,aber bei der Aufzählung oben geht es uns allen ähnlich.

Gegen halb zehn bin ich wieder Zuhause, der Dr. rer nat guckt noch einen Film und ich lese ein Büchereibuch. Gegen 23 Uhr gehen wir ins Bett.

Ein ungewöhnlicher, aber schöner Freitag.

WMDEDGT 09/2018

Wie immer initiiert von und gesammelt durch Frau Brüllen.

6 Uhr, der Handywecker vibriert. Ausnahmsweise ist der Dr. rer. nat. noch da und steht mit mir auf. Beziehungsweise: wir beide wachen auf, er ist 14 min später aus dem Haus, da schlappe ich gerade so ins Bad. Ich nix Morgenmensch. Er ist ein bisschen erkältet und hat aktuell viele Nachmittagstermine in der Arbeit, deshalb startet er etwas später als gewohnt.

Als ich aus dem Bad komme, steht die Kinderzimmertür offen, d. h. der Zwerg ist wach. Er kommt mir *tapptapptapp* entgegen, erkennt mich und heult auf „Neiin! Mama weg, will Papa!“, schmeißt krachend die Tür hinter sich zu und legt sich wohl wieder ins Bett. Daily business, jeden Tag wieder hasse ich es.

Etwas später kommt er wieder, als wäre nix gewesen. Wir frühstücken gemeinsam, er kreist immer wieder um sein Lego und muss sich dann doch fertigmachen lassen, damit wir pünktlich um 8 aus dem Haus kommen. Wir nehmen zweieinhalb Packungen Windeln mit, die wir einem anderen Tageskind weitervererben (merke: Die Entscheidung zum Wechsel zur nächsten Windelgröße ist so kurz wie möglich nach dem letzten Vorratseinkauf zu treffen).

In der Arbeit freue ich mich zuerst kurz über das neue Excel, das ich mir installieren habe lassen, kann ich jetzt doch ein supersexy Treemap-Diagramm für die Besprechung morgen vorbereiten. Außerdem lese ich mich noch für die zweite Besprechung morgen ein, helfe einem Kollegen mit ein paar Zahlen (nein, kein Patentrezept, nein, nicht nur ein Knöpfchen drücken, bitte Hirn einschalten und benutzen.)

Gegen 12 verlasse ich fluchtartig das Büro, schließlich war ich am Montag lange da, weil Excelschulung, und ich soll doch keine Überstunden aufbauen. Schnell ein paar Dinge einkaufen und was essen, zuhause kurz die Füße hochlegen und dann eine Runde Haushaltsdreikampf: Spülmaschine aus- und einräumen, aufräumen, Wäsche.

Um 14:30 breche ich auf und hole einen gutgelaunten Zwerg ab, der sich eigentlich viel lieber an einer geschenkten Zeitschrift festlesen möchte. Nach einiger Überredung holen wir auf dem Heimweg noch ein Grillhähnchen für den Dr. rer. nat., der Zwerg entscheidet sich aber für seinen heißgeliebten Käääääsekuchen.

Rausgehen ist heute für ihn keine Option, das geht für einen Tag mal OK, solange er sich einigermaßen alleine beschäftigt. Gestern waren wir lange auf dem Spielplatz, morgen werden wir wieder draußen sein, also soll er mit seinem Lego glücklich sein, ich muss nur ab und zu mal Steine auseinanderbauen.

Der Dr. rer. nat. kommt gegen 16:00 heim, das Wohn-Esszimmer wird zum Spielparcours und ganz nebenbei verschwindet das Grillhähnchen im Magen des großen Manns. Er bereitet sich noch einen Apfelstrudel fürs Abendessen vor, dann gehen wir gemeinsam ins Arbeits-/Legozimmer und vertrödeln den Nachmittag. Zum Abendessen gibt es für mich improvisiertes Garnelen-Nudel-PakChoi-Curry, der Zwerg pendelt zwischen unseren beiden Essen und legt noch etwas Fruchtjoghurt nach.
(Den Rausgehwunsch des Zwergs gegen 19:30 haben wir Eltern ausgesessen. Als wir das letzte Mal noch so spät raus sind, hat es danach zwei Stunden gedauert, ihn zum Schlafen runterzufahren. Nein danke.)

Vor dem Zubettgehen werden intensiv die Kuscheltiere versorgt, wir schauen Bücher an und studieren noch die neue Zeitschrift des Zwergs. Irgendwann werde ich dann abbestellt und der Papa muss zum Einschlafen rüberkommen – same procedure as every evening.
Wir Eltern werden noch ein bisschen das Internet leer lesen, dann gehts für uns auch bald ins Bett, morgen ist wieder ein voller Tag.

WMDEDGT 08/2018

Wieder ein Monatsfünfter, Sie kennen das Thema, Details gibts bei Frau Brüllen.

Der gestrige Abend hat noch ein bisschen in den Fünften reingereicht, aus Gründen bin ich kurzfristig noch ins Gästezimmer ausgewandert und musste dort erstmal lüften, bevor ich schlafen konnte. Dann war mein Buch auch noch ziemlich spannend, und überhaupt.

Schlafen durfte ich dafür bis etwa 8 Uhr heute früh, die Männer waren schon eine Weile auf und haben Baggervideos auf youtube geguckt, Kinderlieder geübt und duplo-Kräne gebaut. Meine erste Handlung des Tages: alle Fenster aufreißen, ein paar Türen sichern und die Illusion von Abkühlung genießen. Zum gemütlichen Sonntagsfrühstück gabs den halben Käsekuchen, der von gestern noch übrig war. Der Zwerg war krank und holt gerade das an Essen nach, was ihm ein paar Tage nicht schmecken wollte. Aktuell esse ich hier im Haushalt am wenigsten…

Gegen halb zehn zogen der Zwerg und ich los, am anderen Ende unseres Stadtviertels gibts einen Bäcker, der auch sonntags offen hat und Eis verkauft. Eine große Kugel Schokoladeneis mit Streuseln später sind wir auf den Spielplatz weitergezogen. Dank Schatten waren dort einige Kinder, unter anderem die kleine Freundin des Zwergs von seiner Tagesmutter. Das war eine sehr entspannte Stunde, bevor gegen elf alle gleichzeitig nach Hause wollten. Die Hitze macht zum Glück nicht nur Eltern, sondern auch Kinder träge.

Zuhause war die Begeisterung groß, als der Zwerg seinen PAPPAAAA! wieder hatte. Nach etwas Rumhängen wollte der Zwerg schlafen, der Dr. rer. nat. und ich rafften uns dann doch irgendwann auf und bereiteten das Mittagessen vor. Handgesiebte Spätzle mit Käse bzw. Zucchinigemüse fanden auch beim Zwerg Anklang. Eigentlich gehen wir nach dem Mittagessen gerne raus, bei den momentanen Temperaturen fiel die Wahl aber auf eine ausgiebige Legosession mit „Priuß“, Feuerwehrauto und Kran.

Gegen vier eskalierte die Stimmung geringfügig, bei einem krank gewesenen Zweieinhalbjährigen nichts Ungewöhnliches, nur die Intensität war untypisch hoch. Nach einer Stunde haben wir das tobende und heulende Kind nach draußen bugsiert, dort war er zunächst recht umgänglich, bis die Stimmung wieder kippte. Diesmal kam die Ansage „Hunger“, und voila, zwei Scheiben Wurstbrot später war die Laune wieder gut. Also doch fünf ernsthafte Mahlzeiten an einem Tag, okay…

Die zweite Draußenzeit des Tages hatte der Dr. rer. nat. übernommen, daher konnte ich ein bisschen weiterlesen und die Packliste für den Urlaub nächste Woche zusammenschreiben. Der Zwerg und ich fahren auf einen Familienbauernhof mit Streichelzoo, Bobbycarscheune und allem Pipapo. Ich hoffe, es ohne Stresskollaps zu überstehen – als wir den Plan gefasst haben, hatte der Zwerg gerade eine gutmütige und der Dr. rer. nat. eine schlechte Phase. Ich habe die Idee mehrfach verflucht, aber Kneifen gilt nicht. Schließlich will ich im Herbst ein paar Tage alleine nach Berlin *hier bitte das breitestmögliche Grinsen einsetzen*.

Zum Abendessen – ca. 18:45 – vernichtet der Zwerg eine weitere Scheibe Käsebrot, ein weiteres Stück Käsekuchen und schiebt jetzt – nach einer kurzen Plansch-Dusch-Unterbrechung – noch ein, zwei Scheiben Käse-Kürbiskern-Knäcke ein. Sonst gabs heute schon zwei Kiwi, eine Handvoll Tomaten, ein Viertel Käsekuchen, eine Schüssel Käsespätzle, eine große Kugel Schokoladeneis, Unmengen an Wasser und Saftschorle… Massephase, eindeutig.

Da das Planschen wegen akuter Eskalation etwas kürzer als geplant ausfiel, flitzt hier jetzt ein Windelträger „mit ohne T-Shirt“ durch die Gegend und kommandiert seinen Papa durch die Gegend.

Gegen halb neun leite ich das Abendritual ein: Antibiotikum, Zähneputzen, Nachtwindel, was anziehen, Buch anschauen,  Schlafen. Teile davon darf ich abarbeiten, dazwischen kommt immer wieder „Papa XY“. Ich spiele noch ein bisschen am Rechner und dusche dann ausgiebig.

Jetzt um 22:45 sitze ich im Schlafanzug auf dem Balkon und genieße noch die Ruhe, die angenehme Temperatur und lese, bevor mich die Vernunft ins Bett treibt. Morgen startet eine letzte vollgestopfte Arbeitswoche.

WMDEDGT 07/2018

Wieder mal vorher dran gedacht und dann doch fast vergessen. OK, ich rekonstruiere aus dem Gedächtnis. Das Tagebuchbloggen vom Monatsfünften stammt von Frau Brüllen, btw, wie immer.

Unbarmherzig vibriert um 6:00 das Smartphone, trotz meines ausgefüllten Abends gestern geht der Alltag heute morgen von vorne los. Ich war bei einer Farbberatung der Volkshochschule, sehr interessant, auch wenn ich da einiges erstmal sacken lassen muss. Ich raffe mich auf, gehe duschen und ziehe wieder was an, bevor ich Frühstück mache. Der Zwerg ist ähnlich morgenmuffelig wie ich, aber gegen

7:00 sitzen wir am Frühstückstisch, er auf meinem Schoß, und mümmeln Käse auf Brot oder auch ohne. Wir müssen uns heute ranhalten, der Zwerg muss nämlich heute pünktlich bei seiner Tagesmutter sein.

8:05 (fast pünktlich) kommen wir dort an, und sind nicht die Letzten *yeah* Der Zwerg besucht heute die Urlaubsvertretung seiner Tagesmutter, und der Weg dorthin dauert zu Fuß mit einem Vierlingswagen einige Zeit, so dass sie einen straffen Zeitplan haben. Ich gondele gemütlich mit meinem Kaffeebecher in Griffweite in die Arbeit. Dort habe ich Zeit für ein Pläuschchen mit Kollegin 1 über das dreitägige Treffen nächste Woche und mit Kollegin 2 über eine Entdeckung, die wir lieber in unserem gemeinsamen Projekt vor drei Jahren gemacht hätten. Dann geh ich doch mal was arbeiten, bevor ich wieder in Besprechungen muss.

11:00, das erste Meeting mit einer Truppe, die sehr dankbar ist, dass wir sie bei einer Prozessanalyse unterstützen. Mittagessen. Zweites Meeting mit einer Truppe, die zwar in einer Abteilung ist, aber offensichtlich auch nicht oft in dieser Zusammensetzung miteinander redet. Sehr produktive eineinhalb Stunden, danach bin ich platt.

14:15, ein kurzer Austausch mit meinem Chef über die aktuellen Meinungen unserer Chefin, dann stempele ich aus und hole einen energiegeladenen Zwerg ab. Vor der Krabbelgruppe brauchen wir unbedingt noch ein Eis (bitte Zwerg mit erhobenem Zeigefinger und sehr ernster Miene vorstellen: „Schoko-LA-DEN-Eis, Mama!“). Während der Weiterfahrt zieht es zu, Sturmböen fegen Äste über die Straße und dunkle Wolken ziehen uns hinterher. Wir huschen schnell ins Gemeindehaus und verbringen die nächste Zeit mit Lego, Bällen und Lebenskrisen, weil $Kind1 unbedingt das Spielzeug braucht, das $Kind2 grade hat, $Kind3 aber auch haben will usw.
Auch Zusatzkalorien in Form der obligatorischen Keksvorräte helfen wenig, und so lösen wir die Versammlung ungewöhnlich früh auf.

Gegen 17:30 sind wir zuhause, der Dr. rer. nat. hat gekocht und wir vernichten eine größere Ladung Käsespätzle, der Zwerg darf seine tägliche Dosis Lego-Bagger-Video gucken. Dann ziehen die Männer zum Duplo um, ich habe Pause und lese mich einmal quer durch das Tagebuchbloggen.

19:00, so langsam wird es zäh mit dem Zwerg. Er darf nicht den Werkzeugkasten ausräumen – großes Geheule. Er darf den Papa nicht beißen – wieder großes Geheule. Die Pausen zwischen den Austickern sind kurz, die Konzentrationsfähigkeit zum Selberspielen fehlt. Da merkt man, wie selbstständig er sonst spielt, wir sind wirklich verwöhnt. Nach langem Kampf gehen wir gegen 20:00 nochmal zum Mitternachtssnack in die Küche (Rote Beete aus dem Glas), der Papa darf Zähneputzen, ein Buch mit dem Zwerg anschauen und ihn zum Schlafen begleiten.

Wir Eltern versumpfen noch ein bisschen vor den Rechnern, und um 22:00 breche ich ab und mache mich bettfertig. Lieber lese ich noch ein bisschen im Bett, aber die Woche war anstrengend, daher plane ich nichts mehr ein für den Rest des Abends.

WMDEDGT 06/2018

Wie schon seit langer Zeit bloggt am Monatsfünften die halbe Bloggerwelt, was sie so den ganzen Monatsfünften treibt. Frau Brüllen hats initiiert, wie vermutlich inzwischen auch jeder weiß.

Der Tag begann so richtig um kurz nach sechs, als mein Wecker summte. (D. h., eigentlich hat mich das Aufstehen des Dr. rer. nat. irgendwann davor so halb geweckt, aber solange ich wieder einschlafen kann, zählt es nicht.) Das übliche Morgenritual – duschen, was anziehen, Frühstück machen, den Zwerg zum ersten Mal wecken. Der quittiert diesen Versuch aktuell immer mit „Mama weg, Papa kommen“, wahlweise lautet der zweite Teil auch „weiterschlafen“. Nunja, ich kenne diesen Zustand. Das ist ja genau mein Grund, deutlich vor dem Zwerg aufzustehen, wenn wir beide gleichzeitig in dieser frisch geweckten Verfassung wären, gäbe das nix Konstruktives.

Frühstücken, dabei mit dem mittlerweile wacheren Zwerg kuscheln, ein bisschen den Kran mitfüttern, Zähneputzen, Sachen packen und gegen 8 sitzen wir im Auto. Ich setze den Zwerg bei seiner Tagesmutter ab, ein bisschen Smalltalk über die unerträgliche Hitze, und weiter gehts. Beim nächsten Supermarkt nehme ich noch schnell einen Kasten Wasser mit, meine Schwester hatte mich um diese Unterstützung gebeten, sie kann aktuell nicht schwer tragen.

Gegen 8:45 schlage ich im Büro auf, beschäftige mich mit meiner To-do-Liste und stelle fest, dass ich von 2 der 3 anstehenden Themen besser die Finger lasse. Ich bräuchte dazu meinen Terminkalender, und nachdem ich heute vom alten aufs neue Mailprogramm umgestellt werde, würde das wenig Sinn machen. Also stricke ich ein paar öde Folien und freue mich auf meinen interessanten Termin von 10 bis 12. Dort probieren wir eine Methode zur Prozessanalyse aus, diskutieren mit Leidenschaft und kleben Zettel an eine Wand, bis alle sieben anwesenden Köpfe rauchen.

Danach brauche ich erstmal eine Pause, also gehe ich mit meinem Chef essen und berichte ihm von dem Termin, solche Dinge interessieren ihn immer. Nach dem Essen gehts weiter mit den öden Folien *seufz* aber immerhin habe ich das meiste geschafft.

Im Anschluss schnell den Kasten Wasser bei meiner schwester abliefern und ein paar Takte quatschen, dann hole ich den Zwerg ab und gegen 15:00 sind wir zuhause. Er will „Nicht essen! Papa Bagger kucken!“, lässt sich dann auf „Mama Bagger kucken!“ runterhandeln und versinkt in seinen zehn Minuten lego-duplo-Aufbaufilmchen. Ich lese nebenher einmal quer durch meine Online-News, dann klappen wir den Laptop wieder zu und gehen in die Küche.

Der Dr. rer. nat. hat sich für 16:00 angekündigt, bis dahin sollte unser Schokoladeneis in der Maschine sein. Der Zwerg überbrückt die Wartezeit mit zwei Sorten Keksen im Wechsel, zwischendrin bekommen wir noch ein Paket mit Druckertoner und verschütten eine Tasse Milch. Sobald der „Papppaaaaaa!“ da ist, bin ich abgemeldet und kann auch mal eine Runde in Ruhe vor mich hin pusseln.

Die Männer spielen duplo im Kinderzimmer, ich kläre mit dem Dr. rer. nat. einige Planungen, was meine/unsere Arbeitszeiten angeht (noch nicht spruchreif, aber auf dem Weg dorthin). Dann gehe ich kurz einkaufen und besorge unter anderem Heidelbeeren und Leberknödel fürs Abendessen der Herren, Spargel für meines und Erdbeeren für alle. Das Abendessen beginnt zäh: Der Zwerg war vorher zwei Stunden im duplo-Flow, jetzt sind sämtliche Akkus erschöpft und er kann nur noch Sirene. Sobald etwas im Magen ist, fühlt er sich besser, aber bis man ihn mal soweit hat… *seufz*

Nach dem Abendesse das Übliche: Abhängen in Kinder- und Arbeitszimmer, Surfen, nochmal Bagger gucken und irgendwann muss der Knatschezwerg ins Bett.