WMDEDGT 08/2018

Wieder ein Monatsfünfter, Sie kennen das Thema, Details gibts bei Frau Brüllen.

Der gestrige Abend hat noch ein bisschen in den Fünften reingereicht, aus Gründen bin ich kurzfristig noch ins Gästezimmer ausgewandert und musste dort erstmal lüften, bevor ich schlafen konnte. Dann war mein Buch auch noch ziemlich spannend, und überhaupt.

Schlafen durfte ich dafür bis etwa 8 Uhr heute früh, die Männer waren schon eine Weile auf und haben Baggervideos auf youtube geguckt, Kinderlieder geübt und duplo-Kräne gebaut. Meine erste Handlung des Tages: alle Fenster aufreißen, ein paar Türen sichern und die Illusion von Abkühlung genießen. Zum gemütlichen Sonntagsfrühstück gabs den halben Käsekuchen, der von gestern noch übrig war. Der Zwerg war krank und holt gerade das an Essen nach, was ihm ein paar Tage nicht schmecken wollte. Aktuell esse ich hier im Haushalt am wenigsten…

Gegen halb zehn zogen der Zwerg und ich los, am anderen Ende unseres Stadtviertels gibts einen Bäcker, der auch sonntags offen hat und Eis verkauft. Eine große Kugel Schokoladeneis mit Streuseln später sind wir auf den Spielplatz weitergezogen. Dank Schatten waren dort einige Kinder, unter anderem die kleine Freundin des Zwergs von seiner Tagesmutter. Das war eine sehr entspannte Stunde, bevor gegen elf alle gleichzeitig nach Hause wollten. Die Hitze macht zum Glück nicht nur Eltern, sondern auch Kinder träge.

Zuhause war die Begeisterung groß, als der Zwerg seinen PAPPAAAA! wieder hatte. Nach etwas Rumhängen wollte der Zwerg schlafen, der Dr. rer. nat. und ich rafften uns dann doch irgendwann auf und bereiteten das Mittagessen vor. Handgesiebte Spätzle mit Käse bzw. Zucchinigemüse fanden auch beim Zwerg Anklang. Eigentlich gehen wir nach dem Mittagessen gerne raus, bei den momentanen Temperaturen fiel die Wahl aber auf eine ausgiebige Legosession mit „Priuß“, Feuerwehrauto und Kran.

Gegen vier eskalierte die Stimmung geringfügig, bei einem krank gewesenen Zweieinhalbjährigen nichts Ungewöhnliches, nur die Intensität war untypisch hoch. Nach einer Stunde haben wir das tobende und heulende Kind nach draußen bugsiert, dort war er zunächst recht umgänglich, bis die Stimmung wieder kippte. Diesmal kam die Ansage „Hunger“, und voila, zwei Scheiben Wurstbrot später war die Laune wieder gut. Also doch fünf ernsthafte Mahlzeiten an einem Tag, okay…

Die zweite Draußenzeit des Tages hatte der Dr. rer. nat. übernommen, daher konnte ich ein bisschen weiterlesen und die Packliste für den Urlaub nächste Woche zusammenschreiben. Der Zwerg und ich fahren auf einen Familienbauernhof mit Streichelzoo, Bobbycarscheune und allem Pipapo. Ich hoffe, es ohne Stresskollaps zu überstehen – als wir den Plan gefasst haben, hatte der Zwerg gerade eine gutmütige und der Dr. rer. nat. eine schlechte Phase. Ich habe die Idee mehrfach verflucht, aber Kneifen gilt nicht. Schließlich will ich im Herbst ein paar Tage alleine nach Berlin *hier bitte das breitestmögliche Grinsen einsetzen*.

Zum Abendessen – ca. 18:45 – vernichtet der Zwerg eine weitere Scheibe Käsebrot, ein weiteres Stück Käsekuchen und schiebt jetzt – nach einer kurzen Plansch-Dusch-Unterbrechung – noch ein, zwei Scheiben Käse-Kürbiskern-Knäcke ein. Sonst gabs heute schon zwei Kiwi, eine Handvoll Tomaten, ein Viertel Käsekuchen, eine Schüssel Käsespätzle, eine große Kugel Schokoladeneis, Unmengen an Wasser und Saftschorle… Massephase, eindeutig.

Da das Planschen wegen akuter Eskalation etwas kürzer als geplant ausfiel, flitzt hier jetzt ein Windelträger „mit ohne T-Shirt“ durch die Gegend und kommandiert seinen Papa durch die Gegend.

Gegen halb neun leite ich das Abendritual ein: Antibiotikum, Zähneputzen, Nachtwindel, was anziehen, Buch anschauen,  Schlafen. Teile davon darf ich abarbeiten, dazwischen kommt immer wieder „Papa XY“. Ich spiele noch ein bisschen am Rechner und dusche dann ausgiebig.

Jetzt um 22:45 sitze ich im Schlafanzug auf dem Balkon und genieße noch die Ruhe, die angenehme Temperatur und lese, bevor mich die Vernunft ins Bett treibt. Morgen startet eine letzte vollgestopfte Arbeitswoche.

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WMDEDGT 07/2018

Wieder mal vorher dran gedacht und dann doch fast vergessen. OK, ich rekonstruiere aus dem Gedächtnis. Das Tagebuchbloggen vom Monatsfünften stammt von Frau Brüllen, btw, wie immer.

Unbarmherzig vibriert um 6:00 das Smartphone, trotz meines ausgefüllten Abends gestern geht der Alltag heute morgen von vorne los. Ich war bei einer Farbberatung der Volkshochschule, sehr interessant, auch wenn ich da einiges erstmal sacken lassen muss. Ich raffe mich auf, gehe duschen und ziehe wieder was an, bevor ich Frühstück mache. Der Zwerg ist ähnlich morgenmuffelig wie ich, aber gegen

7:00 sitzen wir am Frühstückstisch, er auf meinem Schoß, und mümmeln Käse auf Brot oder auch ohne. Wir müssen uns heute ranhalten, der Zwerg muss nämlich heute pünktlich bei seiner Tagesmutter sein.

8:05 (fast pünktlich) kommen wir dort an, und sind nicht die Letzten *yeah* Der Zwerg besucht heute die Urlaubsvertretung seiner Tagesmutter, und der Weg dorthin dauert zu Fuß mit einem Vierlingswagen einige Zeit, so dass sie einen straffen Zeitplan haben. Ich gondele gemütlich mit meinem Kaffeebecher in Griffweite in die Arbeit. Dort habe ich Zeit für ein Pläuschchen mit Kollegin 1 über das dreitägige Treffen nächste Woche und mit Kollegin 2 über eine Entdeckung, die wir lieber in unserem gemeinsamen Projekt vor drei Jahren gemacht hätten. Dann geh ich doch mal was arbeiten, bevor ich wieder in Besprechungen muss.

11:00, das erste Meeting mit einer Truppe, die sehr dankbar ist, dass wir sie bei einer Prozessanalyse unterstützen. Mittagessen. Zweites Meeting mit einer Truppe, die zwar in einer Abteilung ist, aber offensichtlich auch nicht oft in dieser Zusammensetzung miteinander redet. Sehr produktive eineinhalb Stunden, danach bin ich platt.

14:15, ein kurzer Austausch mit meinem Chef über die aktuellen Meinungen unserer Chefin, dann stempele ich aus und hole einen energiegeladenen Zwerg ab. Vor der Krabbelgruppe brauchen wir unbedingt noch ein Eis (bitte Zwerg mit erhobenem Zeigefinger und sehr ernster Miene vorstellen: „Schoko-LA-DEN-Eis, Mama!“). Während der Weiterfahrt zieht es zu, Sturmböen fegen Äste über die Straße und dunkle Wolken ziehen uns hinterher. Wir huschen schnell ins Gemeindehaus und verbringen die nächste Zeit mit Lego, Bällen und Lebenskrisen, weil $Kind1 unbedingt das Spielzeug braucht, das $Kind2 grade hat, $Kind3 aber auch haben will usw.
Auch Zusatzkalorien in Form der obligatorischen Keksvorräte helfen wenig, und so lösen wir die Versammlung ungewöhnlich früh auf.

Gegen 17:30 sind wir zuhause, der Dr. rer. nat. hat gekocht und wir vernichten eine größere Ladung Käsespätzle, der Zwerg darf seine tägliche Dosis Lego-Bagger-Video gucken. Dann ziehen die Männer zum Duplo um, ich habe Pause und lese mich einmal quer durch das Tagebuchbloggen.

19:00, so langsam wird es zäh mit dem Zwerg. Er darf nicht den Werkzeugkasten ausräumen – großes Geheule. Er darf den Papa nicht beißen – wieder großes Geheule. Die Pausen zwischen den Austickern sind kurz, die Konzentrationsfähigkeit zum Selberspielen fehlt. Da merkt man, wie selbstständig er sonst spielt, wir sind wirklich verwöhnt. Nach langem Kampf gehen wir gegen 20:00 nochmal zum Mitternachtssnack in die Küche (Rote Beete aus dem Glas), der Papa darf Zähneputzen, ein Buch mit dem Zwerg anschauen und ihn zum Schlafen begleiten.

Wir Eltern versumpfen noch ein bisschen vor den Rechnern, und um 22:00 breche ich ab und mache mich bettfertig. Lieber lese ich noch ein bisschen im Bett, aber die Woche war anstrengend, daher plane ich nichts mehr ein für den Rest des Abends.

WMDEDGT 06/2018

Wie schon seit langer Zeit bloggt am Monatsfünften die halbe Bloggerwelt, was sie so den ganzen Monatsfünften treibt. Frau Brüllen hats initiiert, wie vermutlich inzwischen auch jeder weiß.

Der Tag begann so richtig um kurz nach sechs, als mein Wecker summte. (D. h., eigentlich hat mich das Aufstehen des Dr. rer. nat. irgendwann davor so halb geweckt, aber solange ich wieder einschlafen kann, zählt es nicht.) Das übliche Morgenritual – duschen, was anziehen, Frühstück machen, den Zwerg zum ersten Mal wecken. Der quittiert diesen Versuch aktuell immer mit „Mama weg, Papa kommen“, wahlweise lautet der zweite Teil auch „weiterschlafen“. Nunja, ich kenne diesen Zustand. Das ist ja genau mein Grund, deutlich vor dem Zwerg aufzustehen, wenn wir beide gleichzeitig in dieser frisch geweckten Verfassung wären, gäbe das nix Konstruktives.

Frühstücken, dabei mit dem mittlerweile wacheren Zwerg kuscheln, ein bisschen den Kran mitfüttern, Zähneputzen, Sachen packen und gegen 8 sitzen wir im Auto. Ich setze den Zwerg bei seiner Tagesmutter ab, ein bisschen Smalltalk über die unerträgliche Hitze, und weiter gehts. Beim nächsten Supermarkt nehme ich noch schnell einen Kasten Wasser mit, meine Schwester hatte mich um diese Unterstützung gebeten, sie kann aktuell nicht schwer tragen.

Gegen 8:45 schlage ich im Büro auf, beschäftige mich mit meiner To-do-Liste und stelle fest, dass ich von 2 der 3 anstehenden Themen besser die Finger lasse. Ich bräuchte dazu meinen Terminkalender, und nachdem ich heute vom alten aufs neue Mailprogramm umgestellt werde, würde das wenig Sinn machen. Also stricke ich ein paar öde Folien und freue mich auf meinen interessanten Termin von 10 bis 12. Dort probieren wir eine Methode zur Prozessanalyse aus, diskutieren mit Leidenschaft und kleben Zettel an eine Wand, bis alle sieben anwesenden Köpfe rauchen.

Danach brauche ich erstmal eine Pause, also gehe ich mit meinem Chef essen und berichte ihm von dem Termin, solche Dinge interessieren ihn immer. Nach dem Essen gehts weiter mit den öden Folien *seufz* aber immerhin habe ich das meiste geschafft.

Im Anschluss schnell den Kasten Wasser bei meiner schwester abliefern und ein paar Takte quatschen, dann hole ich den Zwerg ab und gegen 15:00 sind wir zuhause. Er will „Nicht essen! Papa Bagger kucken!“, lässt sich dann auf „Mama Bagger kucken!“ runterhandeln und versinkt in seinen zehn Minuten lego-duplo-Aufbaufilmchen. Ich lese nebenher einmal quer durch meine Online-News, dann klappen wir den Laptop wieder zu und gehen in die Küche.

Der Dr. rer. nat. hat sich für 16:00 angekündigt, bis dahin sollte unser Schokoladeneis in der Maschine sein. Der Zwerg überbrückt die Wartezeit mit zwei Sorten Keksen im Wechsel, zwischendrin bekommen wir noch ein Paket mit Druckertoner und verschütten eine Tasse Milch. Sobald der „Papppaaaaaa!“ da ist, bin ich abgemeldet und kann auch mal eine Runde in Ruhe vor mich hin pusseln.

Die Männer spielen duplo im Kinderzimmer, ich kläre mit dem Dr. rer. nat. einige Planungen, was meine/unsere Arbeitszeiten angeht (noch nicht spruchreif, aber auf dem Weg dorthin). Dann gehe ich kurz einkaufen und besorge unter anderem Heidelbeeren und Leberknödel fürs Abendessen der Herren, Spargel für meines und Erdbeeren für alle. Das Abendessen beginnt zäh: Der Zwerg war vorher zwei Stunden im duplo-Flow, jetzt sind sämtliche Akkus erschöpft und er kann nur noch Sirene. Sobald etwas im Magen ist, fühlt er sich besser, aber bis man ihn mal soweit hat… *seufz*

Nach dem Abendesse das Übliche: Abhängen in Kinder- und Arbeitszimmer, Surfen, nochmal Bagger gucken und irgendwann muss der Knatschezwerg ins Bett.

WMDEDGT 12/2017

Endlich mal wieder habe ich es morgens gleich mitbekommen. Und da ihr jetzt schon etwas zu lesen habt, ist auch klar, dass ich gut aus dem Bett gekommen bin.

Mein Wecker hat mich um 6:30 aus dem Tiefschlaf geholt. Das freut mich, damit habe ich nämlich wirklich gut geschlafen. Die letzten Nächte waren mehr so „wach um halb fünf und dann nur noch dösen“, das taugt auf Dauer nicht.

Um 7 ist meine stille halbe Morgenstunde rum, ich habe mich gewaschen, gefrühstückt, mich geschminkt und wecke den Zwerg zum Wickelnwaschenanziehen. Er hat heute einen anstrengenden Tag vor sich, seine Tagesmutter erwartet Handwerker, die Fenster tauschen. Ich bin im Büro, ebenso wie der Dr. rer. nat., und wir haben beide Termine, die wir nicht spontan verschieben wollten/konnten. Insbesondere da die Tagesmutter uns noch zwei Wochen spontane Schließung wegen Hausrenovierung angedroht hat, aber das ist ein anderes Thema.

Beim Aufwecken stelle ich fest, dass der Zwerg in einer ziemlich großen Pfütze liegt. Wenig überraschend, da er gestern Abend gebadet hat, man hat jedesmal den Eindruck, die Wanne hätte keinen Abfluss und er müsste sie per Windel leeren. Also gut, schnell in die Waschmaschine mit dem Kram, dann kann ich das heute nachmittag trocknen und wieder aufziehen. Wir machen uns fertig, ich liefere ihn bei der Tagesmutter ab („Tür! Loch! Brrrrm!“) und bin um 9 im Büro.

Dort ist nichts Besonderes los, ich ignoriere aus Gründen das Nikolauspäckchen unserer Chefin und mache mich an die Jahresauswertung eines meiner beiden Aufgabengebiete. Um 10 ein Termin mit Kollegin und Chef, ansonsten kann ich in Ruhe vor mich hinwurschteln.

Der Termin zu dritt wurde spontan ein Abteilungs-Jahresgespräch. Das tat uns auch gut, mit zwei Teilzeitkräften und einem, der ständig Schulungen hält, geht dieser Austausch sonst unter. Mittags gibts Falafel mit Couscoussalat aus der Kantine, kein Highlight aber ganz okay. Um 14:30 fahre ich wieder Richtung Tagesmutter, den Zwerg abholen.

Dort waren die Handwerker fleißig, ich schlängele mich durch einigen Bauschutt und werde von einem freudig gepiepsten „Mammaaa!“ empfangen. Laut Tagesmutter war er relativ anhänglich und leicht aus der Fassung zu bringen. Passt zu unseren Erwartungen,  gestern Abend war es spät, und die Beschreibung passt zu einem müden Zwerg. Auf dem Heimweg stoppen wir bei ALDI und kaufen Brot, Obst und eine „Bezee!!“ für den Zwerg. Die vertilgt er gleich auf dem Parkplatz, während wir uns die Füße vertreten, Dachdeckern zuschauen, eine DHL-Fahrerin kennenlernen und auf Randsteinen balancieren üben.

Gegen 4 sind wir zuhause, der Dr. rer. nat. ist auch schon da und wird begeistert begrüßt. Der Zwerg bestellt wie üblich „BAGGAAA!“-Videos von youtube, eine Viertelstunde darf er gucken und wir Eltern tauschen uns über unseren Tag aus. Der Rest des Tages vergeht mit Wäsche, Äpfelschnippeln für den Strudel, duplo- und Holzbausteinen und Internetsurfen.

Gegen halb sechs essen wir zu Abend, Grießklößchen für die Männer und belegte Brote für mich. Der Zwerg hängt mehr auf unseren Schößen herum als zu essen, aber beim Apfelstrudel schlägt er dann doch zu. Da er offensichtlich groggy ist, versuche ich gegen 8, ihn ins Bett zu manövrieren. Nunja, um halb neun sitzen wir wieder auf dem Sofa und lesen „Buuu!“ Der Zwerg liest zwar selbst, kommentiert aber alles, so dass ich mit Mühe dazu komme, diesen Post weiterzuschreiben. Zwischen „Atze! Eis! Tisch! Leiter!“ denkt sich schwer in ganzen Sätzen *ächz* Der Dr. rer. nat hat in der Zwischenzeit noch mit einer Freundin telefoniert. Jetzt folgt der zweite Akt des Insbettbringens – mal sehen, für wen sich der Zwerg diesmal entscheidet. Nach dem abgebrochenen zweiten Anlauf mit mir – der Zwerg legt sich zwei Minuten lang hin und wartet ab, dann düst er wieder Richtung Arbeitszimmer – folgt der dritte Anlauf mit seinem Vater.

Der ist erfolgreich, hurra. Noch eine halbe Stunde herumsurfen und quatschen, dann gehts ins Bett.

WMDEDGT 11/2017

Man könnt ja auch mal wieder bloggen, nech.

Der Tag begann gegen 1:30, als der Zwerg mich gesucht und gefunden hat. Er hat gestern zum ersten Mal in seinem Leben den Mittagsschlaf ausfallen lassen, fiel dafür gegen halb sechs unweckbar um und war dann so gegen ein Uhr morgens wach (also genauer gesagt knüppelhart HELLWACH), hat sich zuerst den Papa gesucht und dann musste die Mama auch noch her. Die schläft nämlich wegen übelster Hustenanfälle zur Zeit im Exil, aber nicht weit genug. Nun gut, der Dr. rer. nat. übernahm freundlicherweise diese Nachtschicht, ich durfte gleich wieder ins Bett. Von 4 bis halb 8 haben sie dann übrigens auch noch geschlafen.

Ich bin etwa um 8 aufgestanden und sofort in die Küche gewetzt, um unserer Sonntagsbraten anzuwerfen. In einem Anfall von Größenwahn hatten wir mal eine tiefgefrorene Hirschkeule gekauft, und die ruhte seit Freitagabend in Öl-Kräuter-Marinade im Kühlschrank. Ab in den Ofen damit, dann gabs Frühstück für alle. Am Wochenende dauert das immer etwas länger und wir gehen gerne gleitend ins Rumschlumpfen, Lesen bzw. Spielen über, deshalb haben es der Zwerg und ich erst gegen

10 Uhr vor die Tür geschafft. Er liebt zur Zeit sein Bobbycar und den Sandkasten, also sind wir auf den Spielplatz vor dem Haus gegangen. Mit der Zeit kamen noch zwei Familien dazu, die ebenfalls den Wetterbericht kannten, ab Mittag hats nämlich wie angekündigt durchgeregnet bis abends. Zwei größere Jungs mit Inlineskates, ein fast Gleichaltriger ebenfalls mit Bobbycar und ein Baby, für Unterhaltung war gesorgt.

Um halb 12 war der Rückweg dran, der Braten war bei 72°C Kerntemperatur (jaaa, Nerds) und wir haben geschlemmt. Der Zwerg war mehr am Suppengemüse mit „Misss!“ (Milch) und „Pro!“ (Brot) interessiert als am Fleisch, aber das ist bei ihm halt so – ernährungstechnisch lebt er in Phasen, und aktuell ist Kohlenhydrat-und-Milchprodukte-Phase.

20171105_114055.jpgHeute war der Mittagsschlaf kein Thema, der Dr. rer. nat hatte sich mit dem Zwerg hingelegt und kam bald wieder aus seinem Zimmer, so dass wir ein ruhiges Stündchen für uns hatten. Stimmt nicht ganz, wir haben den Dr. rer. nat. wieder auf seine Standardhaarlänge Modell Zweitagebart getrimmt, damit sie ihn morgen in der Arbeit nicht für einen Hippie halten. War ja fast ein Zentimeter, was ich abgeschnitten habe.

Den Nachmittag haben wir mehr oder weniger vertrödelt, Duplo gespielt, mit der Kugelbahn gespielt, Puzzles gelegt, zwischendrin eine Runde Foren leergelesen, gemalt, Bilderbücher gelesen, … was zwei Erwachsene halt so mit einem unausgelasteten knapp Zweijährigen tun.

17:00 am Sonntagabend ist immer ein guter Zeitpunkt für meine beiden Männer, um in die Badewanne zu gehen. Sobald das Wasser einläuft, zerrt mich der Zwerg vor seinen Wickeltisch, ruft „Auszie! Auszie!“ und zerrt an seiner Hose. Ganz klar, er wollte so schnell wie möglich ins warme Wasser.
Weitere Situationskomik: Ich höre es plätschern, ich höre es laut plätschern und den Dr. rer. nat. „Nein!“ rufen, kurze Pause und dann ein lapidares „Nass.“ aus dem Mund des Zwergs. Joa, könnte davon kommen, dass er gerade einen Becher Wasser auf die Badematte gekippt hatte.
Nach dem Baden habe ich jedesmal einen zappelnden, sich windenden, vielarmigen Aal im Handtuch, der sich nur mit viel Ausdauer und roher Gewalt List und Tücke Überredungskunst abtrocknen und anziehen lässt. Aber auch das haben wir geschafft, der Dr. rer. nat. durfte noch ein bisschen in der Wanne bleiben und gegen

18:00 gabs dann tatsächlich Abendessen. Für uns Erwachsene wieder etwas Hirsch mit Gemüse und Couscous, für den Dr. rer. nat. danach noch Käsebrot und für den Zwerg „Bimbee!“ (Himbeeren, es lebe der Gefrierschrank), ein bisschen was von allem, was wir so aßen und Rote Bete.

Wie immer war der Zwerg nach dem Abendessen sehr zufrieden, plötzlich nicht mehr müde und das kreativste Kind der Welt, während der Dr. rer. nat. und ich in der Küche klar Schiff machten und nebenbei noch ein paar Lagen zuckerfreie Joghurt-Gummibärchen für die Männer produzierten. (Der Dr. rer. nat. lebt komplett zuckerfrei, der Zwerg zum großen Teil, ich nicht. Mir fehlt da noch die intrinsische Motivation.)

Gegen halb neun haben wirs geschafft, den Kleinen ins Bett zu bugsieren. Er schläft zum ersten Mal ohne Schlafsack und mit Decke, ich bin gespannt, wie gut das klappt. Die Schlafsäcke nerven ihn, weil er darin schlecht laufen kann, und entsprechen mühsam ist das Umziehen abends. Gestern nacht hat es mit der Decke für die zweite Nachthälfte gut geklappt, also probieren wirs.

Der Dr. rer. nat. schiebt Schlafdefizit und ist daher schon um halb zehn im Bett verschwunden, ich tippe noch diesen Beitrag, werde ein paar Reihen stricken und ihm dann folgen. Schließlich beginnt morgen eine neue, volle Arbeitswoche.

WMDEDGT 07/2017

Heute mal ein echter Vereinbarkeitskrimi.
Seit 0:30 wimmert der Zwerg in wechselnden Abständen, auch die Ladung Nur*fensaft gegen 1:30 bringt nur wenige Stunden Ruhe. Gegen 6 quälen er und ich uns in die Senkrechte, der Dr. rer. nat. ist schon in der Arbeit, und starten (wie gestern zum Glück schon geplant) in unseren alternativen Tagesablauf.

Wir frühstücken (ich: normal Brot mit Honig und Käse, der Zwerg ein paar Stückchen Schokolade und ein Gläschen Milch, sonst nichts). Kurz nach acht informiere ich unsere Tagesmutter, dass der Zwerg seit gestern kräftig fiebert und diese Woche wohl nicht mehr zu ihr kommen wird. Gegen halb neun brechen wir zum Kinderarzt auf, ignorieren die sooo spannende!!! Baustelle auf dem Weg dorthin und sind vor neun im Sprechzimmer. Zuerst tippen wir gemeinsam auf Hand-Mund-Fuß, da es dem Zwerg aber wirklich richtig schlecht geht, macht sie doch noch ein Blutbild und voila, die Entzündungsparameter schießen gen Mount Everest. Also gibts zum Schmerz-/Fiebermittel noch ein Antibiotikum.

Punkt halb zehn drücke ich Kind und Rezept dem Dr. rer. nat. in die Arme, jogge nach Hause und spurte in die Arbeit. Eine maximal nervtötende Besprechung, in der wir zu zweit eine Dreiviertelstunde brauchen, um einem IT-Kollegen die Informationen zu entlocken und einen Zeitplan festzulegen, wie das seit zwei Monaten überfällige Update wenigstens bis Ende August live gehen kann. Ich kann nicht einschätzen, wer das gröte Hindernis auf dem Weg dorthin – der *gähn* unglaublich engagierte Kollege, die Organisation unserer IT-Abteilung oder der externe Dienstleister, bei dem wir offensichtlich Prio 316 sind.

Ich investiere eine Viertelstunde in ein Gedächtnisprotokoll dieser Besprechung, eine Stunde in meine Folien für das (eigentlich sauwichtige) Projektreview morgen, esse schnell zu Mittag und spurte wieder nach Hause, damit der Dr. rer. nat. zurück in die Arbeit kann. Der Zwerg hat eine frische Ladung Paracet*mol intus und ist daher recht aktiv, das hält aber nicht lange an. Er nascht ein paar Bissen frisches Croissant, dann spielen wir im Liegen, und nach einer Stunde schläft er nochmal. Deshalb komme ich jetzt dazu, diesen kurzen Abriss des Tages zu tippen.
In der Zwischenzeit habe ich ein Paket eingepackt, dem Zwerg eine Ladung Antibiotikum eingeflößt, eine Stunde später wieder Ibuprofen nachgelegt und Grießklößchenteig angesetzt. Wir spielen, gammmeln rum und kucken Baggervideos.

Der Dr. rer. nat. kommt deutlich später als sonst nach Hause, da ihm ja mittags ein paar Stunden fehlen. Ich bringe das Paket noch zur Post und hole gleich die nächste Sechswochenration Windeln, wir essen zu Abend und hängen noch ein bisschen ab, bis der Zwerg müde wird und schlafen geht.

Dann folgt für mich noch eine Einheit Körper- und Schönheitspflege, und dann gehts ins Bett. Meine Nacht wird heute ruhig, ich darf vor dem wichtigen Projekttermin durchschlafen, der Dr. rer. nat. hat Dienst.

WMDEDGT 06/2017

Waaah, schon wieder erst so spät gemerkt. Gestern wollte ich mir noch nen Merker setzen und habs irgendwie vergessen.

Der Tag begann für mich um 7:30, ich höre ein fröhliches Quietschen aus dem Kinderzimmer, fühle mich halbwegs ausgeschlafen und tappe los Richtung Geräuschquelle. Der Zwerg schubst fröhlich seinen Bagger durch die Gegend, der Dr. rer. nat. ist nicht ganz so fröhlich, aber auch schon wach. Gestern abend schlief der Zwerg durch die Verkettung unglücklicher Umstände erst nach 11, daher bin ich sehr erstaunt über seine Laune um diese Zeit.
Das Frühstück ist nicht weiter erwähnenswert (Brot, Marmelade, diverser Käse bzw. Brotaufstrich). Der Zwerg hat zuerst nicht viel Hunger, füllt dann aber eine Windel, und plötzlich muss doch nochmal eine Scheibe Brot her – halb Marmelade, halb Wurst, dann gehts ihm wieder gut.
Gegen halb zehn kommen wir los und fahren auf einen großen städtischen Spielplatz mit lustigen kleinen Holzhäusern. Der Zwerg übt Treppenkrabbeln und Rennen, und wie immer spielen wir ausgiebig Kuckuck. Danach erobert er das Spieleck mit Kletterkonstruktion, Kreiskarussel und viel Splitt. Zum Abschluss mit den Füßen in den Brunnen, und dann wieder nach Hause.
12:15, der Dr. rer. nat. hat delikate Steaks zubereitet. Zusammen mit einem Salat aus dem Spargel von gestern ein feudales Mittagessen. Nur der Zwerg ist ein wenig unkooperativ, da müde. Also esse ich nur mein Fleisch, wickele ihn nochmal, stecke ihn in die Federwiege, und dann kann ich mich meinem Spargelsalat in Ruhe widmen.
Die Mittagspause verbringe ich zunächst in Stufenlagerung auf dem Boden, da mein Rücken zur Zeit Mucken macht. Danach stöbere ich im Netz nach Kindergärten, in denen ich den Zwerg noch voranmelden kann. Der Dr. rer. nat. aktualisiert seine Programme, liest Telepolis und guckt eine Gotham-Folge. Wir diskutieren ein bisschen über meine Bewerbungspläne*, ich kann ihn beruhigen.
Umd 15 Uhr ist Schluss mit Ruhe, wir wecken den Zwerg. Das hat sich in den letzten Wochen gut eingespielt, damit kommt er abends zu einer elternkompatiblen Zeit ins Bett. Zumindest fast immer. Nach einem belegten Brot verschwinden die beiden Männer im Keller, ich setze mich an den Rechner und sichte die Stellenanzeigen, die ich mir diese Woche verlinkt hatte. 2 von 6 sind definitiv nix, drei sind so naja und die letzte ist so interessant, dass ich dort wohl mal anrufen werde. Eine Hälfte von dem, was sie suchen, kann ich gut, und das würde ja wunderbar zu meinen 20 Stunden passen. Mal sehen.
Als die Männer wieder da sind, spiele ich eine Weile mit dem Zwerg. Er baut einen Duploturm, und ich helfe, wenn seine Hände zu klein, seine Arme zu kurz sind oder er mir aus einem anderen Grund zwei Teile hinhält. Nach einer Weile hat er genug, und wir besuchen den Papa noch einmal im Keller. Diesmal misten der Dr. rer. nat. und ich eine Kiste aus meinen Altbeständen aus – drei Uralthandys, einige Kabel und noch ein bisschen Elektroschrott. So langsam sieht unser Kellerabteil wieder so groß aus, wie es ist. Als der Zwerg langsam ungemütlich wird, brechen wir ab und essen zu Abend.
Jetzt ist es 19:03, der Zwerg sitzt mit dem Dr. rer. nat. in der Wanne. In ein paar Minuten werde ich ihn rausholen, das krebsrote Kind abtrocknen, eincremen, anziehen und ins Bett bringen. Hoffe ich.

Edit: Volle Windel gegen halb neun,  Mitternachtsimbiss gegen neun,  Schlafen für alle gegen 10. Gähn.

* Die Einschläge im Irrenhaus kommen näher. Unsere Zahlen entwickeln sich deutlich schlechter als der Gesamtmarkt und unsere direkten Konkurrenten. Mein Chef spricht aus, dass er die Schnauze voll hat. Und meine neuen Aufgaben sind einfach nicht meins. Deshalb habe ich beschlossen, mich mal umzugucken, ob sich nicht was findet. Ohne Zeitdruck, mit sämtlichen Einschränkungen, die ich als Kleinkindmutter so habe. Ich rechne nicht mit schnellen Erfolgen, aber abwarten löst halt auch keine Probleme.