Immer noch uff

Immer noch die Doppelbelastung von Kind betreuen und Arbeiten, aber zumindest tut sich was: Der Zwerg und der Dr. rer. nat. lernen heute die Krankheitsvertretung unserer Tagesmutter kennen.

Noch drei Tage bis zu meinem Doppelauftritt im Audit, mit dem wir möglicherweise unsere Zertifizierung verlieren.

Die spannenden Stellen bei der Konkurrenz sind immer noch im Netz.

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Vereinbarkeit

Irgendwo habe ich hier noch einen Entwurf rumliegen, in dem ich das Thema mal grundsätzlich angehen wollte. Naja, hier der aktuelle Einzelfall:

Wir haben unsere Tagesmutter ja übers Jugendamt gefunden, und entsprechend gibt es auch fertige Verträge für diese Betreuungsverhältnisse. Darin steht was von 20 Tagen Urlaub mit Vertretung durch Springerinnen in einem zentralen Stützpunkt.

(Einschub: Die 20 Tage sind verdammt wenig, ja, und da auch Krankheitstage angerechnet werden, ist das eine Alibirechnung. Das ist einer der vielen Punkte, wo die TaMü die Nachteile des Angestelltendasein mit den Nachteilen der Selbständigkeit verbinden.)

Auf jeden Fall hatten wir letztes Jahr schon 10 Tage ohne Vertretung. Zwischen Weihnachten und Dreikönig, da hatten wir eh Urlaub, so what.
Dieses Jahr kam dann – ooops – eine Woche mehr Tamu-Urlaub ums Eck und ich werde direkt nach Neujahr 2019 arbeiten müssen. Außerdem haben wir gelernt, dass der Dr. rer. nat. den Zwerg nur dann mehrere Tage am Stück allein betreuen kann, wenn beide gesund sind, was gerade Anfang Januar nicht übermäßig wahrscheinlich ist.
Mit dem Sahnehäubchen, dass „irgendwann im Frühjahr“ die Springerin aufhört und „irgendwann“ eine neue anfangen soll.

Es folgte ein durchaus erhellendes Gespräch zwischen mir und der Tamu, nach dem uns beiden klar war, dass sie weiß, dass sie ihren Vertrag – wie nennen wirs – großzügig dehnt.
Es folgte weiterhin ein Telefonat mit dem Jugendamt, und siehe da, die neue Springerin ist bekannt, sie wird in ihren ersten zwei Arbeitswochen gleich bei unserer Tamu vorbeischauen, wir besuchen sie und dann kann der Zwerg in der Woche nach Ostern zu ihr.
Als drittes folgten einige Abende im Internet, und damit wäre die Urlaubsplanung für 2018 fertig. Einmal fliegen wir zu dritt in den Süden, und der Zwerg und ich werden noch ein paar Tage auf einen Kinderbauernhof fahren.

Was ist jetzt mein Fazit? Ich weiß es selbst nicht so genau. Viel Aufregung, einige zergrübelte Nächte, ein Haufen Aufwand für mich, aber das Ergebnis find ich gut.

WMDEDGT 11/2017

Man könnt ja auch mal wieder bloggen, nech.

Der Tag begann gegen 1:30, als der Zwerg mich gesucht und gefunden hat. Er hat gestern zum ersten Mal in seinem Leben den Mittagsschlaf ausfallen lassen, fiel dafür gegen halb sechs unweckbar um und war dann so gegen ein Uhr morgens wach (also genauer gesagt knüppelhart HELLWACH), hat sich zuerst den Papa gesucht und dann musste die Mama auch noch her. Die schläft nämlich wegen übelster Hustenanfälle zur Zeit im Exil, aber nicht weit genug. Nun gut, der Dr. rer. nat. übernahm freundlicherweise diese Nachtschicht, ich durfte gleich wieder ins Bett. Von 4 bis halb 8 haben sie dann übrigens auch noch geschlafen.

Ich bin etwa um 8 aufgestanden und sofort in die Küche gewetzt, um unserer Sonntagsbraten anzuwerfen. In einem Anfall von Größenwahn hatten wir mal eine tiefgefrorene Hirschkeule gekauft, und die ruhte seit Freitagabend in Öl-Kräuter-Marinade im Kühlschrank. Ab in den Ofen damit, dann gabs Frühstück für alle. Am Wochenende dauert das immer etwas länger und wir gehen gerne gleitend ins Rumschlumpfen, Lesen bzw. Spielen über, deshalb haben es der Zwerg und ich erst gegen

10 Uhr vor die Tür geschafft. Er liebt zur Zeit sein Bobbycar und den Sandkasten, also sind wir auf den Spielplatz vor dem Haus gegangen. Mit der Zeit kamen noch zwei Familien dazu, die ebenfalls den Wetterbericht kannten, ab Mittag hats nämlich wie angekündigt durchgeregnet bis abends. Zwei größere Jungs mit Inlineskates, ein fast Gleichaltriger ebenfalls mit Bobbycar und ein Baby, für Unterhaltung war gesorgt.

Um halb 12 war der Rückweg dran, der Braten war bei 72°C Kerntemperatur (jaaa, Nerds) und wir haben geschlemmt. Der Zwerg war mehr am Suppengemüse mit „Misss!“ (Milch) und „Pro!“ (Brot) interessiert als am Fleisch, aber das ist bei ihm halt so – ernährungstechnisch lebt er in Phasen, und aktuell ist Kohlenhydrat-und-Milchprodukte-Phase.

20171105_114055.jpgHeute war der Mittagsschlaf kein Thema, der Dr. rer. nat hatte sich mit dem Zwerg hingelegt und kam bald wieder aus seinem Zimmer, so dass wir ein ruhiges Stündchen für uns hatten. Stimmt nicht ganz, wir haben den Dr. rer. nat. wieder auf seine Standardhaarlänge Modell Zweitagebart getrimmt, damit sie ihn morgen in der Arbeit nicht für einen Hippie halten. War ja fast ein Zentimeter, was ich abgeschnitten habe.

Den Nachmittag haben wir mehr oder weniger vertrödelt, Duplo gespielt, mit der Kugelbahn gespielt, Puzzles gelegt, zwischendrin eine Runde Foren leergelesen, gemalt, Bilderbücher gelesen, … was zwei Erwachsene halt so mit einem unausgelasteten knapp Zweijährigen tun.

17:00 am Sonntagabend ist immer ein guter Zeitpunkt für meine beiden Männer, um in die Badewanne zu gehen. Sobald das Wasser einläuft, zerrt mich der Zwerg vor seinen Wickeltisch, ruft „Auszie! Auszie!“ und zerrt an seiner Hose. Ganz klar, er wollte so schnell wie möglich ins warme Wasser.
Weitere Situationskomik: Ich höre es plätschern, ich höre es laut plätschern und den Dr. rer. nat. „Nein!“ rufen, kurze Pause und dann ein lapidares „Nass.“ aus dem Mund des Zwergs. Joa, könnte davon kommen, dass er gerade einen Becher Wasser auf die Badematte gekippt hatte.
Nach dem Baden habe ich jedesmal einen zappelnden, sich windenden, vielarmigen Aal im Handtuch, der sich nur mit viel Ausdauer und roher Gewalt List und Tücke Überredungskunst abtrocknen und anziehen lässt. Aber auch das haben wir geschafft, der Dr. rer. nat. durfte noch ein bisschen in der Wanne bleiben und gegen

18:00 gabs dann tatsächlich Abendessen. Für uns Erwachsene wieder etwas Hirsch mit Gemüse und Couscous, für den Dr. rer. nat. danach noch Käsebrot und für den Zwerg „Bimbee!“ (Himbeeren, es lebe der Gefrierschrank), ein bisschen was von allem, was wir so aßen und Rote Bete.

Wie immer war der Zwerg nach dem Abendessen sehr zufrieden, plötzlich nicht mehr müde und das kreativste Kind der Welt, während der Dr. rer. nat. und ich in der Küche klar Schiff machten und nebenbei noch ein paar Lagen zuckerfreie Joghurt-Gummibärchen für die Männer produzierten. (Der Dr. rer. nat. lebt komplett zuckerfrei, der Zwerg zum großen Teil, ich nicht. Mir fehlt da noch die intrinsische Motivation.)

Gegen halb neun haben wirs geschafft, den Kleinen ins Bett zu bugsieren. Er schläft zum ersten Mal ohne Schlafsack und mit Decke, ich bin gespannt, wie gut das klappt. Die Schlafsäcke nerven ihn, weil er darin schlecht laufen kann, und entsprechen mühsam ist das Umziehen abends. Gestern nacht hat es mit der Decke für die zweite Nachthälfte gut geklappt, also probieren wirs.

Der Dr. rer. nat. schiebt Schlafdefizit und ist daher schon um halb zehn im Bett verschwunden, ich tippe noch diesen Beitrag, werde ein paar Reihen stricken und ihm dann folgen. Schließlich beginnt morgen eine neue, volle Arbeitswoche.

Tag 1 geschafft

Lange nix mehr geschrieben…

Die letzten vier Wochen: Kalt, Kind krank, Mann krank, alle wieder halbwegs gesund, immer noch kalt. Kind nochmal krank, aber jetzt aktuell auf dem Weg der Genesung. Will heißen: noch nicht fit genug, um ihn wieder in den Keimpool bei seiner Tagesmutter zu werfen, aber doch so fit, dass er sich zuhause langweilt.

Das Ganze wurde etwas komplizierter damit, dass ich seit heute wieder arbeite. D. h., der Dr. rer. nat. und ich haben für die zweite Wochenhälfte einen Schichtplan gestrickt, wie er und ich unsere Stunden halbwegs unterbringen und trotzdem immer jemand mit dem Zwerg zuhause sein kann.

Und so bin ich jetzt von meinem ersten Arbeitstag zurück und hüte das schlafende Kind, während der Dr. rer. nat. nach zwei Stunden Frühschicht in der Firma und viereinhalb Stunden hier wieder reingetrabt ist und weiter arbeitet.

Der erste Arbeitstag war soweit unspektakulär. Ganz viele „Nur zu Besuch oder bist du wieder da?“, einige „wie ist denn der Stand bei $altesThema?“ und diverse Anekdoten über die eigenen Kinder im vergleichbaren Alter.
Meine Elternzeitvertretung ist mir immer noch sehr sympathisch, wir haben heute schon angefangen, den aktuellen Stand von $altesThema1 durchzusprechen. Leider habe ich gleich einen Fehler in seiner Argumentationskette gefunden, das tat mir wirklich leid. Er hat dann heute nachmittag was zu tun *hust*
Dann eine halbe Stunde bei der IT verbracht, bis wir uns einig waren, wie wir meinen Rechner wieder flott bekommen, schnell was gegessen und *wusch* wieder nach Hause.

Ich glaube, der Zwerg wacht auf…

WMDEDGT 12/2016

Spät, aber doch noch…

Irgendwann ab Mitternacht bis früh um vier, halb fünf quakt der Zwerg mehrfach, lässt sich aber durch den Schnuller oder ein paar Knuddeleinheiten beruhigen. Wasser mag er keines, Milch gibts nachts seit Freitag nicht mehr.

Ab fünf Uhr ist die Milchbar wieder geöffnet (wens interessiert, Nächtliches Abstillen nach Gordon googeln), und er nutzt die Möglichkeit dankbar. Bis Viertel vor sieben landen drei Portionen in seinem Bäuchlein. Dann stehe ich leise, ganz leise auf und freue mich darüber, einigermaßen ausgeschlafen zu sein. Das war nämlich die Motivation für diesen Cut, ich wollte endlich mal wieder etwas mehr Tiefschlaf bekommen. Und da der Zwerg meistens nur aufwacht, weil ihn die volle feuchte Windel stört, gab es nur die eine Lösung: weniger reinfüllen, dann muss auch weniger wieder raus.
Ich wasche mich schnell, ziehe mich an und mache mir Frühstück.

Um zwanzig nach sieben muss der junge Mann dann aber auch aus den Federn, was ich ihm mit einer weiteren Stillmahlzeit versüße. Er ist gut drauf, lacht und kuschelt und klettert auf mir herum. Seine Morgenwäsche kann ich großzügig abkürzen, das Anziehen geht auch schnell, und so darf er eine Weile auf einer Brotkruste herumkauen, während ich die Küche fertigmache.

Gegen Viertel nach Acht machen wir uns auf den Weg zur Tagesmutter. In der Tiefgarage drehen wir noch einmal um und holen den anderen Autoschlüssel, weil der Kindersitz noch vom Besuch bei meinen Schwiegereltern im anderen Auto ist *grummel* Bei der Tagesmutter setze ich den Zwerg ab und drehe noch einmal um, weil ich seinen Schnuller vergessen habe *doppelgrummel* Völlig ausgeschlossen, dass  er den Vormittag ohne übersteht.

Gegen neun bin ich zuhause, wirble ein bisschen im Haushalt und trinke surfenderweise meinen Kaffee. Ich telefoniere mit meiner Personalerin, wir klären die Details zu meinem Wiedereinstieg im Februar und verabreden uns für die Unterschrift des Vertrages. Dann muss ich auch schon wieder los.

Um Viertel nach elf möchte nämlich der Zwerg wieder abgeholt werden. Normalerweise heult er auf, wenn er mich kommen sieht, weil er müde und hungrig ist und ich eine Rabenmutter und überhaupt. Heute hängt er fast schlafend auf dem Arm seiner Tagesmutter und zuckt nur mit den Augenlidern, als ich ihn übernehme, anziehe und ins Auto packe. Ich bin ja fast ein bisschen eifersüchtig, aber nur fast. Es ist ja gut, dass er sich bei ihr mittlerweile so wohl fühlt.

Zuhause koche ich den Männern schnell eine Ladung Gnocchi, für mich gibt es Reste von gestern. Der Zwerg ist wie immer ganz begeistert, als er den Schlüssel im Türschloss hört und krabbelt seinem Papa fröhlich quiekend entgegen. Nach dem Mittagessen spielt der Zwerg noch ein bisschen, bevor ich ihn nach einer Wartungsrunde in die Federwiege stecke. Für mich gibts ein paar Plätzchen und die zweite Internetrunde des Tages.

Um 14:15 quakt es dann schon wieder im Nebenzimmer, eineinhalb Stunden Mittagsschlaf waren schon zu viel für die Zwergenwindel. Also einmal trockenlegen und wir futtern uns quer durch unsere Obstvorräte – Apfel geht heute eher nicht so gut, dafür Pomelo und natürlich Heidelbeeren. die gehen immer. Ich telefoniere kurz mit dem Dr. rer. nat., um mit ihm das restliche Tagesprogramm abzustimmen. Der Zwerg und ich fahren in die Nachbarstadt, um ein paar Besorgungen zu machen, der Dr. rer. nat. wird früh Schluss machen und sich in der Zwischenzeit ausruhen, da er wieder mal kränkelt.

Wir bekommen sogar einen komfortablen Platz im Parkhaus, und von dort gehen wir als erstes in das Spielzeuggeschäft mit der Kleinkind-Spielecke. Heute ist der Krabbelturm uninteressant, der Zwerg will lieber Menschen beobachten und rund um die Murmelbahn Fangen spielen. Auch OK. Nach einer Weile sammle ich ihn ein, und wir besorgen beim Schweden ein paar Sabbertücher für ihn und dicke Strumpfhosen für mich. Also eigentlich auch für ihn, ich brauch die nämlich nur für den Spielplatz, sonst frierts mich. Ich würde ja gerne noch hier und da ein bisschen gucken, das klappt aber nicht mehr so richtig. Der Zwerg ist erstens hungrig, zweitens wirds ihm langweilig und drittens fängt er an, auszubüxen. Also packe ich alles zurück ins Auto und wir treten die Heimreise an, nicht ohne vorher noch gesnackt zu haben,

Zuhause eisen wir den Dr. rer. nat. von seinem Bildschirm los, derzeit wird nämlich um halb sechs im Hause stahldame zu Abend gegessen. Da haben wir noch echte Chancen, dass der Zwerg sich so gut benimmt wie er kann, je später, desto chaotischer wird es. Vollkornbrot, Käse, Tomate und eingelegte Maiskölbchen munden Junior hervorragend, ich ergänze das Menü noch um Weichkäse mit Pfefferkörnern. Im Anschluss spielen die Männer Fangen unter und um den Tisch (große Jungs sind wie kleine Jungs, nur die Kleidergröße ist anders…), bis die Laune des Zwergs kippt und er immer anhänglicher und dünnhäutiger wird. Zähneputzen, Wickeln, Umziehen, das Übliche. Dann kommt aber unser neues Adventsritual: Der Zwerg macht *pfffffffffrrrrt* (bitte den Monitar wieder trockenwischen) und sagt damit, dass er bitte gerne zum Wohnzimmertisch getragen werden möchte. Dort hängen mittlerweile drei Sterne am Faden, die sich so schön drehen, wenn man dagegenpustet. Das macht der Dr. rer. nat. selbstverständlich, dann ist aber Schluss. Noch einmal stillen wir, kuscheln ein paar Minuten, und der Zwerg schläft.

Um halb acht beginnt also mein bzw. unser Feierabend. Wir leeren noch den Trockner, dann schaut der Dr. rer. nat. einen Film oder zwei und ich lese WMDEDGTs quer durchs Netz.

Vermutlich werden wir noch ein bisschen quatschen, das Netz leerlesen und gegen neun, halb zehn im Bett verschwinden.