WMDEDGT 08/2018

Wieder ein Monatsfünfter, Sie kennen das Thema, Details gibts bei Frau Brüllen.

Der gestrige Abend hat noch ein bisschen in den Fünften reingereicht, aus Gründen bin ich kurzfristig noch ins Gästezimmer ausgewandert und musste dort erstmal lüften, bevor ich schlafen konnte. Dann war mein Buch auch noch ziemlich spannend, und überhaupt.

Schlafen durfte ich dafür bis etwa 8 Uhr heute früh, die Männer waren schon eine Weile auf und haben Baggervideos auf youtube geguckt, Kinderlieder geübt und duplo-Kräne gebaut. Meine erste Handlung des Tages: alle Fenster aufreißen, ein paar Türen sichern und die Illusion von Abkühlung genießen. Zum gemütlichen Sonntagsfrühstück gabs den halben Käsekuchen, der von gestern noch übrig war. Der Zwerg war krank und holt gerade das an Essen nach, was ihm ein paar Tage nicht schmecken wollte. Aktuell esse ich hier im Haushalt am wenigsten…

Gegen halb zehn zogen der Zwerg und ich los, am anderen Ende unseres Stadtviertels gibts einen Bäcker, der auch sonntags offen hat und Eis verkauft. Eine große Kugel Schokoladeneis mit Streuseln später sind wir auf den Spielplatz weitergezogen. Dank Schatten waren dort einige Kinder, unter anderem die kleine Freundin des Zwergs von seiner Tagesmutter. Das war eine sehr entspannte Stunde, bevor gegen elf alle gleichzeitig nach Hause wollten. Die Hitze macht zum Glück nicht nur Eltern, sondern auch Kinder träge.

Zuhause war die Begeisterung groß, als der Zwerg seinen PAPPAAAA! wieder hatte. Nach etwas Rumhängen wollte der Zwerg schlafen, der Dr. rer. nat. und ich rafften uns dann doch irgendwann auf und bereiteten das Mittagessen vor. Handgesiebte Spätzle mit Käse bzw. Zucchinigemüse fanden auch beim Zwerg Anklang. Eigentlich gehen wir nach dem Mittagessen gerne raus, bei den momentanen Temperaturen fiel die Wahl aber auf eine ausgiebige Legosession mit „Priuß“, Feuerwehrauto und Kran.

Gegen vier eskalierte die Stimmung geringfügig, bei einem krank gewesenen Zweieinhalbjährigen nichts Ungewöhnliches, nur die Intensität war untypisch hoch. Nach einer Stunde haben wir das tobende und heulende Kind nach draußen bugsiert, dort war er zunächst recht umgänglich, bis die Stimmung wieder kippte. Diesmal kam die Ansage „Hunger“, und voila, zwei Scheiben Wurstbrot später war die Laune wieder gut. Also doch fünf ernsthafte Mahlzeiten an einem Tag, okay…

Die zweite Draußenzeit des Tages hatte der Dr. rer. nat. übernommen, daher konnte ich ein bisschen weiterlesen und die Packliste für den Urlaub nächste Woche zusammenschreiben. Der Zwerg und ich fahren auf einen Familienbauernhof mit Streichelzoo, Bobbycarscheune und allem Pipapo. Ich hoffe, es ohne Stresskollaps zu überstehen – als wir den Plan gefasst haben, hatte der Zwerg gerade eine gutmütige und der Dr. rer. nat. eine schlechte Phase. Ich habe die Idee mehrfach verflucht, aber Kneifen gilt nicht. Schließlich will ich im Herbst ein paar Tage alleine nach Berlin *hier bitte das breitestmögliche Grinsen einsetzen*.

Zum Abendessen – ca. 18:45 – vernichtet der Zwerg eine weitere Scheibe Käsebrot, ein weiteres Stück Käsekuchen und schiebt jetzt – nach einer kurzen Plansch-Dusch-Unterbrechung – noch ein, zwei Scheiben Käse-Kürbiskern-Knäcke ein. Sonst gabs heute schon zwei Kiwi, eine Handvoll Tomaten, ein Viertel Käsekuchen, eine Schüssel Käsespätzle, eine große Kugel Schokoladeneis, Unmengen an Wasser und Saftschorle… Massephase, eindeutig.

Da das Planschen wegen akuter Eskalation etwas kürzer als geplant ausfiel, flitzt hier jetzt ein Windelträger „mit ohne T-Shirt“ durch die Gegend und kommandiert seinen Papa durch die Gegend.

Gegen halb neun leite ich das Abendritual ein: Antibiotikum, Zähneputzen, Nachtwindel, was anziehen, Buch anschauen,  Schlafen. Teile davon darf ich abarbeiten, dazwischen kommt immer wieder „Papa XY“. Ich spiele noch ein bisschen am Rechner und dusche dann ausgiebig.

Jetzt um 22:45 sitze ich im Schlafanzug auf dem Balkon und genieße noch die Ruhe, die angenehme Temperatur und lese, bevor mich die Vernunft ins Bett treibt. Morgen startet eine letzte vollgestopfte Arbeitswoche.

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WMDEDGT 07/2018

Wieder mal vorher dran gedacht und dann doch fast vergessen. OK, ich rekonstruiere aus dem Gedächtnis. Das Tagebuchbloggen vom Monatsfünften stammt von Frau Brüllen, btw, wie immer.

Unbarmherzig vibriert um 6:00 das Smartphone, trotz meines ausgefüllten Abends gestern geht der Alltag heute morgen von vorne los. Ich war bei einer Farbberatung der Volkshochschule, sehr interessant, auch wenn ich da einiges erstmal sacken lassen muss. Ich raffe mich auf, gehe duschen und ziehe wieder was an, bevor ich Frühstück mache. Der Zwerg ist ähnlich morgenmuffelig wie ich, aber gegen

7:00 sitzen wir am Frühstückstisch, er auf meinem Schoß, und mümmeln Käse auf Brot oder auch ohne. Wir müssen uns heute ranhalten, der Zwerg muss nämlich heute pünktlich bei seiner Tagesmutter sein.

8:05 (fast pünktlich) kommen wir dort an, und sind nicht die Letzten *yeah* Der Zwerg besucht heute die Urlaubsvertretung seiner Tagesmutter, und der Weg dorthin dauert zu Fuß mit einem Vierlingswagen einige Zeit, so dass sie einen straffen Zeitplan haben. Ich gondele gemütlich mit meinem Kaffeebecher in Griffweite in die Arbeit. Dort habe ich Zeit für ein Pläuschchen mit Kollegin 1 über das dreitägige Treffen nächste Woche und mit Kollegin 2 über eine Entdeckung, die wir lieber in unserem gemeinsamen Projekt vor drei Jahren gemacht hätten. Dann geh ich doch mal was arbeiten, bevor ich wieder in Besprechungen muss.

11:00, das erste Meeting mit einer Truppe, die sehr dankbar ist, dass wir sie bei einer Prozessanalyse unterstützen. Mittagessen. Zweites Meeting mit einer Truppe, die zwar in einer Abteilung ist, aber offensichtlich auch nicht oft in dieser Zusammensetzung miteinander redet. Sehr produktive eineinhalb Stunden, danach bin ich platt.

14:15, ein kurzer Austausch mit meinem Chef über die aktuellen Meinungen unserer Chefin, dann stempele ich aus und hole einen energiegeladenen Zwerg ab. Vor der Krabbelgruppe brauchen wir unbedingt noch ein Eis (bitte Zwerg mit erhobenem Zeigefinger und sehr ernster Miene vorstellen: „Schoko-LA-DEN-Eis, Mama!“). Während der Weiterfahrt zieht es zu, Sturmböen fegen Äste über die Straße und dunkle Wolken ziehen uns hinterher. Wir huschen schnell ins Gemeindehaus und verbringen die nächste Zeit mit Lego, Bällen und Lebenskrisen, weil $Kind1 unbedingt das Spielzeug braucht, das $Kind2 grade hat, $Kind3 aber auch haben will usw.
Auch Zusatzkalorien in Form der obligatorischen Keksvorräte helfen wenig, und so lösen wir die Versammlung ungewöhnlich früh auf.

Gegen 17:30 sind wir zuhause, der Dr. rer. nat. hat gekocht und wir vernichten eine größere Ladung Käsespätzle, der Zwerg darf seine tägliche Dosis Lego-Bagger-Video gucken. Dann ziehen die Männer zum Duplo um, ich habe Pause und lese mich einmal quer durch das Tagebuchbloggen.

19:00, so langsam wird es zäh mit dem Zwerg. Er darf nicht den Werkzeugkasten ausräumen – großes Geheule. Er darf den Papa nicht beißen – wieder großes Geheule. Die Pausen zwischen den Austickern sind kurz, die Konzentrationsfähigkeit zum Selberspielen fehlt. Da merkt man, wie selbstständig er sonst spielt, wir sind wirklich verwöhnt. Nach langem Kampf gehen wir gegen 20:00 nochmal zum Mitternachtssnack in die Küche (Rote Beete aus dem Glas), der Papa darf Zähneputzen, ein Buch mit dem Zwerg anschauen und ihn zum Schlafen begleiten.

Wir Eltern versumpfen noch ein bisschen vor den Rechnern, und um 22:00 breche ich ab und mache mich bettfertig. Lieber lese ich noch ein bisschen im Bett, aber die Woche war anstrengend, daher plane ich nichts mehr ein für den Rest des Abends.

Vereinbarkeit

Irgendwo habe ich hier noch einen Entwurf rumliegen, in dem ich das Thema mal grundsätzlich angehen wollte. Naja, hier der aktuelle Einzelfall:

Wir haben unsere Tagesmutter ja übers Jugendamt gefunden, und entsprechend gibt es auch fertige Verträge für diese Betreuungsverhältnisse. Darin steht was von 20 Tagen Urlaub mit Vertretung durch Springerinnen in einem zentralen Stützpunkt.

(Einschub: Die 20 Tage sind verdammt wenig, ja, und da auch Krankheitstage angerechnet werden, ist das eine Alibirechnung. Das ist einer der vielen Punkte, wo die TaMü die Nachteile des Angestelltendasein mit den Nachteilen der Selbständigkeit verbinden.)

Auf jeden Fall hatten wir letztes Jahr schon 10 Tage ohne Vertretung. Zwischen Weihnachten und Dreikönig, da hatten wir eh Urlaub, so what.
Dieses Jahr kam dann – ooops – eine Woche mehr Tamu-Urlaub ums Eck und ich werde direkt nach Neujahr 2019 arbeiten müssen. Außerdem haben wir gelernt, dass der Dr. rer. nat. den Zwerg nur dann mehrere Tage am Stück allein betreuen kann, wenn beide gesund sind, was gerade Anfang Januar nicht übermäßig wahrscheinlich ist.
Mit dem Sahnehäubchen, dass „irgendwann im Frühjahr“ die Springerin aufhört und „irgendwann“ eine neue anfangen soll.

Es folgte ein durchaus erhellendes Gespräch zwischen mir und der Tamu, nach dem uns beiden klar war, dass sie weiß, dass sie ihren Vertrag – wie nennen wirs – großzügig dehnt.
Es folgte weiterhin ein Telefonat mit dem Jugendamt, und siehe da, die neue Springerin ist bekannt, sie wird in ihren ersten zwei Arbeitswochen gleich bei unserer Tamu vorbeischauen, wir besuchen sie und dann kann der Zwerg in der Woche nach Ostern zu ihr.
Als drittes folgten einige Abende im Internet, und damit wäre die Urlaubsplanung für 2018 fertig. Einmal fliegen wir zu dritt in den Süden, und der Zwerg und ich werden noch ein paar Tage auf einen Kinderbauernhof fahren.

Was ist jetzt mein Fazit? Ich weiß es selbst nicht so genau. Viel Aufregung, einige zergrübelte Nächte, ein Haufen Aufwand für mich, aber das Ergebnis find ich gut.

WMDEDGT 11/2017

Man könnt ja auch mal wieder bloggen, nech.

Der Tag begann gegen 1:30, als der Zwerg mich gesucht und gefunden hat. Er hat gestern zum ersten Mal in seinem Leben den Mittagsschlaf ausfallen lassen, fiel dafür gegen halb sechs unweckbar um und war dann so gegen ein Uhr morgens wach (also genauer gesagt knüppelhart HELLWACH), hat sich zuerst den Papa gesucht und dann musste die Mama auch noch her. Die schläft nämlich wegen übelster Hustenanfälle zur Zeit im Exil, aber nicht weit genug. Nun gut, der Dr. rer. nat. übernahm freundlicherweise diese Nachtschicht, ich durfte gleich wieder ins Bett. Von 4 bis halb 8 haben sie dann übrigens auch noch geschlafen.

Ich bin etwa um 8 aufgestanden und sofort in die Küche gewetzt, um unserer Sonntagsbraten anzuwerfen. In einem Anfall von Größenwahn hatten wir mal eine tiefgefrorene Hirschkeule gekauft, und die ruhte seit Freitagabend in Öl-Kräuter-Marinade im Kühlschrank. Ab in den Ofen damit, dann gabs Frühstück für alle. Am Wochenende dauert das immer etwas länger und wir gehen gerne gleitend ins Rumschlumpfen, Lesen bzw. Spielen über, deshalb haben es der Zwerg und ich erst gegen

10 Uhr vor die Tür geschafft. Er liebt zur Zeit sein Bobbycar und den Sandkasten, also sind wir auf den Spielplatz vor dem Haus gegangen. Mit der Zeit kamen noch zwei Familien dazu, die ebenfalls den Wetterbericht kannten, ab Mittag hats nämlich wie angekündigt durchgeregnet bis abends. Zwei größere Jungs mit Inlineskates, ein fast Gleichaltriger ebenfalls mit Bobbycar und ein Baby, für Unterhaltung war gesorgt.

Um halb 12 war der Rückweg dran, der Braten war bei 72°C Kerntemperatur (jaaa, Nerds) und wir haben geschlemmt. Der Zwerg war mehr am Suppengemüse mit „Misss!“ (Milch) und „Pro!“ (Brot) interessiert als am Fleisch, aber das ist bei ihm halt so – ernährungstechnisch lebt er in Phasen, und aktuell ist Kohlenhydrat-und-Milchprodukte-Phase.

20171105_114055.jpgHeute war der Mittagsschlaf kein Thema, der Dr. rer. nat hatte sich mit dem Zwerg hingelegt und kam bald wieder aus seinem Zimmer, so dass wir ein ruhiges Stündchen für uns hatten. Stimmt nicht ganz, wir haben den Dr. rer. nat. wieder auf seine Standardhaarlänge Modell Zweitagebart getrimmt, damit sie ihn morgen in der Arbeit nicht für einen Hippie halten. War ja fast ein Zentimeter, was ich abgeschnitten habe.

Den Nachmittag haben wir mehr oder weniger vertrödelt, Duplo gespielt, mit der Kugelbahn gespielt, Puzzles gelegt, zwischendrin eine Runde Foren leergelesen, gemalt, Bilderbücher gelesen, … was zwei Erwachsene halt so mit einem unausgelasteten knapp Zweijährigen tun.

17:00 am Sonntagabend ist immer ein guter Zeitpunkt für meine beiden Männer, um in die Badewanne zu gehen. Sobald das Wasser einläuft, zerrt mich der Zwerg vor seinen Wickeltisch, ruft „Auszie! Auszie!“ und zerrt an seiner Hose. Ganz klar, er wollte so schnell wie möglich ins warme Wasser.
Weitere Situationskomik: Ich höre es plätschern, ich höre es laut plätschern und den Dr. rer. nat. „Nein!“ rufen, kurze Pause und dann ein lapidares „Nass.“ aus dem Mund des Zwergs. Joa, könnte davon kommen, dass er gerade einen Becher Wasser auf die Badematte gekippt hatte.
Nach dem Baden habe ich jedesmal einen zappelnden, sich windenden, vielarmigen Aal im Handtuch, der sich nur mit viel Ausdauer und roher Gewalt List und Tücke Überredungskunst abtrocknen und anziehen lässt. Aber auch das haben wir geschafft, der Dr. rer. nat. durfte noch ein bisschen in der Wanne bleiben und gegen

18:00 gabs dann tatsächlich Abendessen. Für uns Erwachsene wieder etwas Hirsch mit Gemüse und Couscous, für den Dr. rer. nat. danach noch Käsebrot und für den Zwerg „Bimbee!“ (Himbeeren, es lebe der Gefrierschrank), ein bisschen was von allem, was wir so aßen und Rote Bete.

Wie immer war der Zwerg nach dem Abendessen sehr zufrieden, plötzlich nicht mehr müde und das kreativste Kind der Welt, während der Dr. rer. nat. und ich in der Küche klar Schiff machten und nebenbei noch ein paar Lagen zuckerfreie Joghurt-Gummibärchen für die Männer produzierten. (Der Dr. rer. nat. lebt komplett zuckerfrei, der Zwerg zum großen Teil, ich nicht. Mir fehlt da noch die intrinsische Motivation.)

Gegen halb neun haben wirs geschafft, den Kleinen ins Bett zu bugsieren. Er schläft zum ersten Mal ohne Schlafsack und mit Decke, ich bin gespannt, wie gut das klappt. Die Schlafsäcke nerven ihn, weil er darin schlecht laufen kann, und entsprechen mühsam ist das Umziehen abends. Gestern nacht hat es mit der Decke für die zweite Nachthälfte gut geklappt, also probieren wirs.

Der Dr. rer. nat. schiebt Schlafdefizit und ist daher schon um halb zehn im Bett verschwunden, ich tippe noch diesen Beitrag, werde ein paar Reihen stricken und ihm dann folgen. Schließlich beginnt morgen eine neue, volle Arbeitswoche.