WMDEDGT 11/2017

Man könnt ja auch mal wieder bloggen, nech.

Der Tag begann gegen 1:30, als der Zwerg mich gesucht und gefunden hat. Er hat gestern zum ersten Mal in seinem Leben den Mittagsschlaf ausfallen lassen, fiel dafür gegen halb sechs unweckbar um und war dann so gegen ein Uhr morgens wach (also genauer gesagt knüppelhart HELLWACH), hat sich zuerst den Papa gesucht und dann musste die Mama auch noch her. Die schläft nämlich wegen übelster Hustenanfälle zur Zeit im Exil, aber nicht weit genug. Nun gut, der Dr. rer. nat. übernahm freundlicherweise diese Nachtschicht, ich durfte gleich wieder ins Bett. Von 4 bis halb 8 haben sie dann übrigens auch noch geschlafen.

Ich bin etwa um 8 aufgestanden und sofort in die Küche gewetzt, um unserer Sonntagsbraten anzuwerfen. In einem Anfall von Größenwahn hatten wir mal eine tiefgefrorene Hirschkeule gekauft, und die ruhte seit Freitagabend in Öl-Kräuter-Marinade im Kühlschrank. Ab in den Ofen damit, dann gabs Frühstück für alle. Am Wochenende dauert das immer etwas länger und wir gehen gerne gleitend ins Rumschlumpfen, Lesen bzw. Spielen über, deshalb haben es der Zwerg und ich erst gegen

10 Uhr vor die Tür geschafft. Er liebt zur Zeit sein Bobbycar und den Sandkasten, also sind wir auf den Spielplatz vor dem Haus gegangen. Mit der Zeit kamen noch zwei Familien dazu, die ebenfalls den Wetterbericht kannten, ab Mittag hats nämlich wie angekündigt durchgeregnet bis abends. Zwei größere Jungs mit Inlineskates, ein fast Gleichaltriger ebenfalls mit Bobbycar und ein Baby, für Unterhaltung war gesorgt.

Um halb 12 war der Rückweg dran, der Braten war bei 72°C Kerntemperatur (jaaa, Nerds) und wir haben geschlemmt. Der Zwerg war mehr am Suppengemüse mit „Misss!“ (Milch) und „Pro!“ (Brot) interessiert als am Fleisch, aber das ist bei ihm halt so – ernährungstechnisch lebt er in Phasen, und aktuell ist Kohlenhydrat-und-Milchprodukte-Phase.

20171105_114055.jpgHeute war der Mittagsschlaf kein Thema, der Dr. rer. nat hatte sich mit dem Zwerg hingelegt und kam bald wieder aus seinem Zimmer, so dass wir ein ruhiges Stündchen für uns hatten. Stimmt nicht ganz, wir haben den Dr. rer. nat. wieder auf seine Standardhaarlänge Modell Zweitagebart getrimmt, damit sie ihn morgen in der Arbeit nicht für einen Hippie halten. War ja fast ein Zentimeter, was ich abgeschnitten habe.

Den Nachmittag haben wir mehr oder weniger vertrödelt, Duplo gespielt, mit der Kugelbahn gespielt, Puzzles gelegt, zwischendrin eine Runde Foren leergelesen, gemalt, Bilderbücher gelesen, … was zwei Erwachsene halt so mit einem unausgelasteten knapp Zweijährigen tun.

17:00 am Sonntagabend ist immer ein guter Zeitpunkt für meine beiden Männer, um in die Badewanne zu gehen. Sobald das Wasser einläuft, zerrt mich der Zwerg vor seinen Wickeltisch, ruft „Auszie! Auszie!“ und zerrt an seiner Hose. Ganz klar, er wollte so schnell wie möglich ins warme Wasser.
Weitere Situationskomik: Ich höre es plätschern, ich höre es laut plätschern und den Dr. rer. nat. „Nein!“ rufen, kurze Pause und dann ein lapidares „Nass.“ aus dem Mund des Zwergs. Joa, könnte davon kommen, dass er gerade einen Becher Wasser auf die Badematte gekippt hatte.
Nach dem Baden habe ich jedesmal einen zappelnden, sich windenden, vielarmigen Aal im Handtuch, der sich nur mit viel Ausdauer und roher Gewalt List und Tücke Überredungskunst abtrocknen und anziehen lässt. Aber auch das haben wir geschafft, der Dr. rer. nat. durfte noch ein bisschen in der Wanne bleiben und gegen

18:00 gabs dann tatsächlich Abendessen. Für uns Erwachsene wieder etwas Hirsch mit Gemüse und Couscous, für den Dr. rer. nat. danach noch Käsebrot und für den Zwerg „Bimbee!“ (Himbeeren, es lebe der Gefrierschrank), ein bisschen was von allem, was wir so aßen und Rote Bete.

Wie immer war der Zwerg nach dem Abendessen sehr zufrieden, plötzlich nicht mehr müde und das kreativste Kind der Welt, während der Dr. rer. nat. und ich in der Küche klar Schiff machten und nebenbei noch ein paar Lagen zuckerfreie Joghurt-Gummibärchen für die Männer produzierten. (Der Dr. rer. nat. lebt komplett zuckerfrei, der Zwerg zum großen Teil, ich nicht. Mir fehlt da noch die intrinsische Motivation.)

Gegen halb neun haben wirs geschafft, den Kleinen ins Bett zu bugsieren. Er schläft zum ersten Mal ohne Schlafsack und mit Decke, ich bin gespannt, wie gut das klappt. Die Schlafsäcke nerven ihn, weil er darin schlecht laufen kann, und entsprechen mühsam ist das Umziehen abends. Gestern nacht hat es mit der Decke für die zweite Nachthälfte gut geklappt, also probieren wirs.

Der Dr. rer. nat. schiebt Schlafdefizit und ist daher schon um halb zehn im Bett verschwunden, ich tippe noch diesen Beitrag, werde ein paar Reihen stricken und ihm dann folgen. Schließlich beginnt morgen eine neue, volle Arbeitswoche.

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Tag 1 geschafft

Lange nix mehr geschrieben…

Die letzten vier Wochen: Kalt, Kind krank, Mann krank, alle wieder halbwegs gesund, immer noch kalt. Kind nochmal krank, aber jetzt aktuell auf dem Weg der Genesung. Will heißen: noch nicht fit genug, um ihn wieder in den Keimpool bei seiner Tagesmutter zu werfen, aber doch so fit, dass er sich zuhause langweilt.

Das Ganze wurde etwas komplizierter damit, dass ich seit heute wieder arbeite. D. h., der Dr. rer. nat. und ich haben für die zweite Wochenhälfte einen Schichtplan gestrickt, wie er und ich unsere Stunden halbwegs unterbringen und trotzdem immer jemand mit dem Zwerg zuhause sein kann.

Und so bin ich jetzt von meinem ersten Arbeitstag zurück und hüte das schlafende Kind, während der Dr. rer. nat. nach zwei Stunden Frühschicht in der Firma und viereinhalb Stunden hier wieder reingetrabt ist und weiter arbeitet.

Der erste Arbeitstag war soweit unspektakulär. Ganz viele „Nur zu Besuch oder bist du wieder da?“, einige „wie ist denn der Stand bei $altesThema?“ und diverse Anekdoten über die eigenen Kinder im vergleichbaren Alter.
Meine Elternzeitvertretung ist mir immer noch sehr sympathisch, wir haben heute schon angefangen, den aktuellen Stand von $altesThema1 durchzusprechen. Leider habe ich gleich einen Fehler in seiner Argumentationskette gefunden, das tat mir wirklich leid. Er hat dann heute nachmittag was zu tun *hust*
Dann eine halbe Stunde bei der IT verbracht, bis wir uns einig waren, wie wir meinen Rechner wieder flott bekommen, schnell was gegessen und *wusch* wieder nach Hause.

Ich glaube, der Zwerg wacht auf…

WMDEDGT 12/2016

Spät, aber doch noch…

Irgendwann ab Mitternacht bis früh um vier, halb fünf quakt der Zwerg mehrfach, lässt sich aber durch den Schnuller oder ein paar Knuddeleinheiten beruhigen. Wasser mag er keines, Milch gibts nachts seit Freitag nicht mehr.

Ab fünf Uhr ist die Milchbar wieder geöffnet (wens interessiert, Nächtliches Abstillen nach Gordon googeln), und er nutzt die Möglichkeit dankbar. Bis Viertel vor sieben landen drei Portionen in seinem Bäuchlein. Dann stehe ich leise, ganz leise auf und freue mich darüber, einigermaßen ausgeschlafen zu sein. Das war nämlich die Motivation für diesen Cut, ich wollte endlich mal wieder etwas mehr Tiefschlaf bekommen. Und da der Zwerg meistens nur aufwacht, weil ihn die volle feuchte Windel stört, gab es nur die eine Lösung: weniger reinfüllen, dann muss auch weniger wieder raus.
Ich wasche mich schnell, ziehe mich an und mache mir Frühstück.

Um zwanzig nach sieben muss der junge Mann dann aber auch aus den Federn, was ich ihm mit einer weiteren Stillmahlzeit versüße. Er ist gut drauf, lacht und kuschelt und klettert auf mir herum. Seine Morgenwäsche kann ich großzügig abkürzen, das Anziehen geht auch schnell, und so darf er eine Weile auf einer Brotkruste herumkauen, während ich die Küche fertigmache.

Gegen Viertel nach Acht machen wir uns auf den Weg zur Tagesmutter. In der Tiefgarage drehen wir noch einmal um und holen den anderen Autoschlüssel, weil der Kindersitz noch vom Besuch bei meinen Schwiegereltern im anderen Auto ist *grummel* Bei der Tagesmutter setze ich den Zwerg ab und drehe noch einmal um, weil ich seinen Schnuller vergessen habe *doppelgrummel* Völlig ausgeschlossen, dass  er den Vormittag ohne übersteht.

Gegen neun bin ich zuhause, wirble ein bisschen im Haushalt und trinke surfenderweise meinen Kaffee. Ich telefoniere mit meiner Personalerin, wir klären die Details zu meinem Wiedereinstieg im Februar und verabreden uns für die Unterschrift des Vertrages. Dann muss ich auch schon wieder los.

Um Viertel nach elf möchte nämlich der Zwerg wieder abgeholt werden. Normalerweise heult er auf, wenn er mich kommen sieht, weil er müde und hungrig ist und ich eine Rabenmutter und überhaupt. Heute hängt er fast schlafend auf dem Arm seiner Tagesmutter und zuckt nur mit den Augenlidern, als ich ihn übernehme, anziehe und ins Auto packe. Ich bin ja fast ein bisschen eifersüchtig, aber nur fast. Es ist ja gut, dass er sich bei ihr mittlerweile so wohl fühlt.

Zuhause koche ich den Männern schnell eine Ladung Gnocchi, für mich gibt es Reste von gestern. Der Zwerg ist wie immer ganz begeistert, als er den Schlüssel im Türschloss hört und krabbelt seinem Papa fröhlich quiekend entgegen. Nach dem Mittagessen spielt der Zwerg noch ein bisschen, bevor ich ihn nach einer Wartungsrunde in die Federwiege stecke. Für mich gibts ein paar Plätzchen und die zweite Internetrunde des Tages.

Um 14:15 quakt es dann schon wieder im Nebenzimmer, eineinhalb Stunden Mittagsschlaf waren schon zu viel für die Zwergenwindel. Also einmal trockenlegen und wir futtern uns quer durch unsere Obstvorräte – Apfel geht heute eher nicht so gut, dafür Pomelo und natürlich Heidelbeeren. die gehen immer. Ich telefoniere kurz mit dem Dr. rer. nat., um mit ihm das restliche Tagesprogramm abzustimmen. Der Zwerg und ich fahren in die Nachbarstadt, um ein paar Besorgungen zu machen, der Dr. rer. nat. wird früh Schluss machen und sich in der Zwischenzeit ausruhen, da er wieder mal kränkelt.

Wir bekommen sogar einen komfortablen Platz im Parkhaus, und von dort gehen wir als erstes in das Spielzeuggeschäft mit der Kleinkind-Spielecke. Heute ist der Krabbelturm uninteressant, der Zwerg will lieber Menschen beobachten und rund um die Murmelbahn Fangen spielen. Auch OK. Nach einer Weile sammle ich ihn ein, und wir besorgen beim Schweden ein paar Sabbertücher für ihn und dicke Strumpfhosen für mich. Also eigentlich auch für ihn, ich brauch die nämlich nur für den Spielplatz, sonst frierts mich. Ich würde ja gerne noch hier und da ein bisschen gucken, das klappt aber nicht mehr so richtig. Der Zwerg ist erstens hungrig, zweitens wirds ihm langweilig und drittens fängt er an, auszubüxen. Also packe ich alles zurück ins Auto und wir treten die Heimreise an, nicht ohne vorher noch gesnackt zu haben,

Zuhause eisen wir den Dr. rer. nat. von seinem Bildschirm los, derzeit wird nämlich um halb sechs im Hause stahldame zu Abend gegessen. Da haben wir noch echte Chancen, dass der Zwerg sich so gut benimmt wie er kann, je später, desto chaotischer wird es. Vollkornbrot, Käse, Tomate und eingelegte Maiskölbchen munden Junior hervorragend, ich ergänze das Menü noch um Weichkäse mit Pfefferkörnern. Im Anschluss spielen die Männer Fangen unter und um den Tisch (große Jungs sind wie kleine Jungs, nur die Kleidergröße ist anders…), bis die Laune des Zwergs kippt und er immer anhänglicher und dünnhäutiger wird. Zähneputzen, Wickeln, Umziehen, das Übliche. Dann kommt aber unser neues Adventsritual: Der Zwerg macht *pfffffffffrrrrt* (bitte den Monitar wieder trockenwischen) und sagt damit, dass er bitte gerne zum Wohnzimmertisch getragen werden möchte. Dort hängen mittlerweile drei Sterne am Faden, die sich so schön drehen, wenn man dagegenpustet. Das macht der Dr. rer. nat. selbstverständlich, dann ist aber Schluss. Noch einmal stillen wir, kuscheln ein paar Minuten, und der Zwerg schläft.

Um halb acht beginnt also mein bzw. unser Feierabend. Wir leeren noch den Trockner, dann schaut der Dr. rer. nat. einen Film oder zwei und ich lese WMDEDGTs quer durchs Netz.

Vermutlich werden wir noch ein bisschen quatschen, das Netz leerlesen und gegen neun, halb zehn im Bett verschwinden.

WMDEDGT 10/2016

Jaaaa, geschummelt, heute ist schon der 6. Ich schick den Beitrag trotzdem noch raus.

In schöner Tradition fragt Frau Brüllen an jedem Monatsfünften, was wir eigentlich den ganzen Tag machen. Und inzwischen sind bei mir doch einige WMDEDGTs zusammengekommen.

Die Nacht war nicht so toll, nach dem obligatorischen Wickeln zwischen 3 und 4 Uhr morgens war der Zwerg WACH. Ich nicht, aber danach fragt er in dem Moment leider nicht. D. h., ich habe eine gute Stunde lang das wuselnde Kind auf der Matratze behalten, ihn in der Federwiege angeschubst, ohne selbst vollends einzuschlafen, ihn da irgendwann wieder rausgeholt und nochmal gestillt und dann sind wir endlich wieder eingeschlafen.

Gegen 7:00 war ich dann endgültig wach. Offensichtlich war die Abteilung „Bewegung“ im Babyhirn auch ausgeschlafen, die Augen blieben aber noch fest zu. So ist er also eine Dreiviertelstunde lang durchs Bett gerollert, auf alle Viere gegangen, hat sich hingesetzt – und dabei weitergeschlafen. Dann gingen irgendwann die Äuglein auf, und unsere Morgenroutine ging los.

Ab 7:53 zählt die Zeit, Aufgabe: in eineinhalb Stunden sitzen wir im Auto. Schließlich müssen wir demnächst wieder jeden Morgen aus dem Haus, und wenn man das ein Dreivierteljahr nicht gewohnt war, muss sich das erst wieder einspielen. Also: Zwerg wickeln, Spielzeug runterstellen, Mama darf zur Toilette und sich anziehen. Kurzer Stopp im Kinderzimmer und die inzwischen gefüllte Morgenk*ckwindel wechseln, dann ab in die Küche und Frühstück machen.

8:23, wir sitzen am Frühstückstisch mit Kaffee und Marmelade für mich, Wasser, Tabletten, Brot, Margarine und Käse gibts für uns beide. Der Zwerg ist kein Morgenmensch, deshalb braucht er für seine zweieinhalb Scheiben Brot eine gute halbe Stunde. Das hat aber den Vorteil, dass ich meinen Kaffee genießen kann und einige Gläser Wasser schaffe – ich trinke chronisch zu wenig, deshalb muss ich mir solche Tricks angewöhnen.
Nach dem Frühstück putzen wir gemeinsam Zähne und der Zwerg wird gewaschen und angezogen. Da ich mit ihm spazierengehen will und hoffe, dass er irgendwo ein Stück krabbeln kann, trägt er die warme wasserdichte Montur aus Regenhose, Matschjacke, Mütze und Füßlingen.

Um 9:27 starte ich das Auto, d. h., wir haben die angepeilte Zeit eingehalten. Verpennt haben wir den Schnuller für den Zwerg und einen zweiten Toilettengang für mich, da ist also noch Verbesserungspotential 😉 aber für Tag 2 finde ich das ganz OK.
Wir fahren ein paar Kilometer zu einem schönen Fleckchen zum Spazierengehen, bewundern Wildgänse und eine Heilquelle. Leider sind überall Hunde unterwegs, d. h., Krabbeln ist eher ungünstig. Deshalb ziehen wir bald wieder heimwärts.

Gegen 10:45 sind wir wieder zuhause, als zweites Frühstück teilen wir uns eine Birne und stillen den Zwerg satt, so dass er um 11:15 selig in der Federwiege einpennt. Ich bereite ein Mittagessen vor, denn um 12:00 steht der hungrige Dr. rer. nat. auf der Matte. Nachdem er wieder weg ist, habe ich tatsächlich Pause. Ich surfe, stelle dabei entsetzt fest, dass schon wieder ein Fünfter ist, mache ein paar Notizen und muss dann schon wieder ins Kinderzimmer, den quakenden Zwerg beruhigen.

Der ist dann so beruhigt, dass er erst um 14:15 wieder die Augen aufschlägt – vollkommen ausgeschlafen und total hungrig. Entsprechend biete ich ihm asap sein Mittagessen an – Nudeln in Tomatensauce und dazu Gurke und einen Rest Birne. Zum ersten Mal mag er es nicht, und ich finde nicht heraus, warum. Alternativ bekommt er eben eine Scheibe Butterbrot, was solls.

Um 15:00 klingelt es, meine Eltern sind zu Besuch und haben Kuchen mitgebracht. Deshalb darf der Zwerg nach der ersten Scheibe Butterbrot gleich auf selbstgebackene Waffeln umsteigen, und wir sitzen mit Kaffee und Kuchen daneben. Klingt gemütlich, wäre es auch, würde der Zwerg nicht wie ein Duracellhäschen auf und zwischen uns herumturnen, krabbeln, hinsetzen, hinknien, hochziehen, Brillen inspizieren, Kataloge „lesen“, Haare anfassen wollen,… Schön, dass wir zu dritt sind, alleine käme ich jetzt nicht zum Essen oder Trinken. Wir haben viel Spaß zu viert. Der neueste Trick des Zwergs: Wenn einer von uns mit ihm „Kuckuck!“ spielt, wirft er sich irgendwann selbst die Mullwindel über den Kopf und lacht sich scheckig. Zum Wegschmeißen 🙂

Gegen 17:00 geht ihm die Energie aus, er wird grobmotorisch und meine Eltern verabschieden sich. Es war ein gelungener Besuch, und wir drei Erwachsenen sind froh darüber, schließlich hatten wir auch Treffen, wo er eine Stunde gebrüllt hat ;-(
Wir stillen nochmal, und er beschäftigt sich alleine damit, durch die Wohnung zu robben und sein Spielzeug zu inspizieren.

Der Dr. rer. nat. kommt um 17:30 von einem ungeplant langen Arbeitstag nach Hause und ist ziemlich erledigt. Der Zwerg freut sich, dass er da ist, und sie spielen ein bisschen miteinander, bevor sie gegen 18:00 zu Abend essen. Ich füttere den Zwerg, damit mein Mann in Ruhe essen kann, und danach spielen die beiden Männer wieder, damit ich essen kann. Dann ist auch schon wieder Zeit zum Bettfertigmachen, und gegen 19:45 wird das Kinderzimmer dunkel.

Ich nutze meinen Feierabend, um ein bisschen zu surfen, mit meinem Mann zu reden und zu duschen, bis wir gegen 21:15 ins Bett gehen. (Das ist für mich immer noch unglaublich früh, aber so richtig gut sind unsere Nächte eben immer noch nicht, und für den Dr. rer. nat. als chronischen Frühaufsteher ist die Uhrzeit eh ganz gut.)

Der Babymutter-Zwiespalt

(Okay, wahrscheinlich könnte ich auch „Der Mutterzwiespalt“ schreiben, aber noch ist der Zwerg ein Baby.)
Wieder einmal bin ich an einem Punkt angelangt, der sich nach Sackgasse angefühlt hat. Es ging für mich so nicht mehr weiter, meine Grenze war überschritten. Um etwas zu ändern, musste ich mich aber über die (lautstark geäußerten) Bedürfnisse meines Kindes hinweg setzen. Und das war für mich völlig indiskutabel, auch wenn mir viele verschiedene (Fach-)leute das Gleiche geraten haben.
Tja. Bis ich irgendwann eingesehen habe: Wenn ich nichts ändere, ändert sich auch nichts.
Dann habe ich mir aus den verschiedensten Vorschlägen und Vorgehensweisen meine eigene Strategie gebastelt, damit angefangen – und siehe da, wir mussten nur einmal tapfer sein, und jetzt wirds besser.


Das oben Geschriebene wird vermutlich für noch viele Situationen gelten, ganz aktuell geht es bei uns um die elende Wickelei nachts. Der Zwerg ist tagsüber zu beschäftigt zum Stillen, das holt er nachts nach. Mit dem Ergebnis, dass er teilweise alle zwei Stunden eine neue Windel braucht und davon wach wird. Dann habe ich zum Einschlafen wieder gestillt, und das Spiel ging von vorne los. Außerdem durften wir fast täglich das Bett neu beziehen, bei dem Flüssigkeitsumsatz geht auch bei P*mpers öfte rmal was schief.
Irgendwann hats mir gestunken, und ich habe die Stillmahlzeit beim ersten Aufwachen nachts gestrichen. Wir haben beide eine Dreiviertelstunde lang geheult, danach hat der Zwerg ruhig und friedlich drei Stunden weitergeschlafen. Er ist nicht verhungert, er hasst mich nicht, er war nur verunsichert, weil da plötzlich neue Spielregeln gelten. In der zweiten Nacht hat er kaum protestiert, sondern ist relativ leicht wieder eingeschlafen.

Mein Ziel ist, ihn erst wieder gegen Morgen zu stillen und ihn vorher per Schnuller und Streicheln zu beruhigen. Dafür muss ich nicht so wach und konzentriert sein, das stört mich weniger. Und ich rechne damit, dass der Zwerg wesentlich seltener wach werden wird als bisher, dann bekomme ich auch mehr dringend nötigen Tiefschlaf.

Zuerst habe ich mich wie eine Rabenmutter gefühlt. Inzwischen fühle ich mich als eine Mutter, die auch ihre eigenen Bedürfnisse schützt und handelt, wenn es notwendig ist. Auch wenn das für den Zwerg kurzfristig erst einmal unbefriedigend und verunsichernd ist. Das ist immer noch nicht meine Wohlfühlzone, aber damit kann ich leben.

Mal sehen, wie sich das weiterentwickelt.

Update zu 101/1001

Nach dem ersten Elan hat meine Aufmerksamkeit für die Liste doch stark nachgelassen, wie das halt so ist. Deshalb bin ich die Liste gerade durchgegangen und habe eingetragen, was die letzten sechs Woche so passiert ist.

Ich konnte einige Dinge abhaken, die ich schon ewig vor mir hergeschoben hatte: die #76 zum Beispiel. Verträge durchgehen und Unnötiges kündigen spart mir unterm Strich fast 400 € im Jahr (bei der Zahl werde ich noch nachträglich rot!).
Ein paar Haken konnte ich auch bei Dingen machen, die mir Freude machen bzw. gemacht haben, dazu zähle ich die #38, die #57 und die #94.
Anderes fühlt sich neutral an und ist auch eher Vernunfthandlung, z. B. die #86.

Wo es massiv hapert, ist #97, das mit den Fotos. Teilweise habe ich sogar Bilder und müsste sie nur posten, teilweise macht es aber schlicht wenig Sinn oder ich hatte definitv keine Hand frei zum Fotografieren. Eventuell ziehe ich da einen Joker und reduziere die Anzahl der Fotos, mal sehen.

Bei ein paar Punkten sollte ich mich jetzt echt ranhalten, damit die vorgegebene Anzahl, wie oft ich sie erledigen sollte, noch Sinn macht: #2 und 3, #20, #77, #81. (Die #82 nehme ich raus, den Termin habe ich am Donnerstag.)
Andere Punkte sollte ich noch möglichst bald abarbeiten, bevor der Zwerg bei der Tagesmutter anfängt – ich denke hier vor allem an die #55.
Und mindestens einen Punkt weiß ich auch schon, wo ich definitiv noch einen Joker ziehen werdee und die Aufgabe austauschen: die #14. Das war ein hehres Ziel, ist aber nicht zweckmäßig. Ich nutze das Internet für viele nützliche und vernünftige Dinge (Busfahrplan, Wetterbericht, Kontakt mit dem Dr. rer. nat., Einkaufsliste,…), darauf zu verzichten macht mir unnötig das Leben schwer, erhöht meine Fehlerquote und wäre nur Selbstzweck. Dafür muss ich mir eine andere, sinnvollere Aufgabe überlegen.

Ich bin sehr gespannt, wie sich die Liste und mein Verhältnis zu den selbst gestellten Aufgaben im Lauf der Zeit noch verändern werden – ich werde berichten 🙂

WMDEDGT 9/2016

Ha! Heute hab ich dran gedacht! Also eigentlich schon gestern, mein Bullet Journal merkt sich solche Termine nämlich für mich, was ein Glück.

0:15, ich schrecke von der Matratze im Kinderzimmer hoch. Ich liege unbequem, und mich frierts am Bauch. Ein Blick zeigt, dass ich mal wieder beim Stillen eingeschlafen bin, da der Zwerg noch passend vor mir liegt und leise säuselt. Ich verfrachte ihn in die Federwiege und schleiche mich zurück ins Schlafzimmer, das Bett ist bequemer. Der Zwerg findet die Idee aber nicht gut, also alles zurück, nochmal stillen, dann darf ich weiterschlafen.

Gegen 4:30 schaue ich das nächste Mal auf die Uhr. Ich bin wieder im Kinderzimmer (keine Ahnung, seit wann – muss ich mir Gedanken machen? Ich sehe das eher als gutes Zeichen, dass das im Schlaf klappt), der Zwerg rumort neben mir. Rumoren heißt: er dreht sich, geht in den Vierfüßlerstand, dreht sich quer im Bett, rammt mir seinen Kopf in den Bauch, wippt im Vierfüßler vor und zurück, lässt sich zur Seite fallen, rollt auf den Rücken, kraucht zurück auf den Bauch und wieder von vorne. Den ganzen Baby-Sonnengruß mit geschlossenen Augen, gelegentlichen Schlafpausen und gelegentlichem Aufheulen. Stillen will ernicht, Bauchmassage hilft nur kurzzeitig, Köpfchenkraulen auch. Irgendwas hat er wohl wieder, was es genau ist, wird sich zeigen.

Um 5:20 gebe ich auf und mache Licht an. Der Zwerg blinzelt mich verschlafen an, hört kurz auf zu zetern und begrüßt mit mir den Dr. rer. nat., der genauso verschlafen wie wir hereinkommt. Er schafft es immerhin, das Baby aufzuheitern und übernimmt die morgendliche Wickeln-Waschen-Anziehen-Routine, während ich die Küche aufräume und für den Zwerg und mich Frühstück vorbereite. Für mich gibts einen halben Apfelstrudel von gestern und danach Käsebrot, für den Zwerg einen Minizwetschgenkuchen, Rezept muss ich noch nachliefern. Gegen 6:30 gehen wir Zähneputzen, danach spielt der Zwerg noch ein bisschen. Er ist aber schon wieder reichlich dünnhäutig, so dass ich ihn schon bald wieder in die Federwiege verfrachte.

6:50, der Zwerg schläft, ich ziehe mich an und setze mich mit meinem Kaffee an mein Bullet Journal und den Rechner. Neben einigen WMDEDGT-Notizen besuche ich mein aktuelles Lieblingsforum und plane den Tag. Meine langfristige To-do-Liste besteht ungefähr zur Hälfte aus Einträgen mit dem Termin „Sep16“, also suche ich mir zwei Dinge heraus und nehme sie mir für heute vor.

Kurz nach acht quakt es aus dem Kinderzimmer, also bekommt Junior eine kurze Wartungsrunde und ich schnalle ihn – zum ersten Mal seit Wochen mit langärmeliger Strickjacke und Socken – mir auf den Rücken. Wir holen ein paar Kleinigkeiten bei Feinkost Albrecht und beim Bäcker und bestaunen unterwegs die Einrichtung einer Baustelle. Zwei kräftige junge Kerle sperren mal eben eineinhalb Spuren der Hauptstraße, ohne Behelfsampel herrschen wilwestähnliche Zustände, aber who cares.

Etwa um 9:15 sind wir zurück, Junior hat Hunger, und wir rufen kurz den Dr. rer. nat. an. Er plant, seinen Arbeitstag gegen 13 Uhr zu beenden, ich bereite also kein Mittagessen vor. Während des Telefonats demonstriert der Zwerg, dass er sich aus dem Vierfüßler nicht nur zum Knien hocharbeiten kann, sondern auch in den Stand. Reichlich wacklig und nur kurz, aber immerhin. Seine Neugier auf das weiße Kästchen in meiner Hand treibt ihn offensichtlich zu sportlichen Höchstleistungen an. Wir spielen eine Weile mit seinem geliebten Spielebogen, der wieder interessant ist, seit er alleine sitzen kann. Endlich kann man das Ding auch von oben untersuchen. Junior bleibt aber dünnhäutig, so dass ich ihn nochmal stille und gegen 10:45 wieder zum Schlafen hinlege. Ich schnappe mir mein aktuelles Büchereibuch, einen Brunetti-Roman, und lege mich daneben. Leider nur eine gute Stunde, dann ist er wieder wach.

12 Uhr, Zeit zum Mittagessen. Wir haben noch Tafelspitz und Kartoffeln von gestern. Dazu mache ich einen Salat, während mir der Zwerg zwischen den Füßen herumrobbt und Aufmerksamkeit einfordert. Das Essen klappt dann gut, er schafft eine ganze kleine Kartoffel mit Margarine, ein paar Fitzelchen Tafelspitz und einige Bissen Gurke. Seit kurzem gebe ich ihm einzelne Bissen in die Hand, die er dann in den Mund steckt. Dazu trinkt er immer wieder Wasser aus seinem Spezialbecher, bis auf ein paar Tropfen klappt das richtig gut. Zum Abschluss gibts noch ein paar Himbeeren, und wir gehen wieder spielen, bis der Dr. rer. nat. heimkommt.

Die Zwergenlaune bleibt unterirdisch, und sie wird nur kurzfristig besser, wenn die beiden Männer miteinander toben. (Ich könnte gar nicht so mit ihm toben wie der Dr. rer. nat., mir fehlt die Kraft, um unser Zehn-Kilo-Paket so herumzuheben.) Überraschend ruft mein Chef an, und ich plaudere eine halbe Stunde mit ihm über alte Zeiten und neue Entwicklungen – schön! Danach motzt Junior immer noch, aber gegen

14:30 kann ich ihn vom Schlafen überzeugen, und er schläft mit etwas Unterstützung immerhin eineinhalb Stunden. Seine Laune wird davon allerdings nicht besser, Diagnose: Lagerkoller. Gestern waren wir nicht draußen, heute auch nur kurz, das reicht dem Kind nicht. Daher packen wir die Wickeltasche ins Auto und ziehen los Richtung Bücherei mit der Option auf Spielen im Park daneben. Ausnahmsweise darf der Zwerg im Buggy mal in Fahrtrichtung gucken, das mache ich sonst nicht, weil ich befürchte, dass er da zu viel an Reizen abbekommt, aber hey, genau das wollen wir doch heute. Wir sammeln zwei Donna Leons ein, ein Buch über frühkindliche Bindung, einen Stadtführer und zwei Pappbücher für den Zwerg. Da ist er dann schon so müde, dass ohne Schnuller gar nix mehr geht. Also lasse ich ihn nur noch ein paar Minuten im Kleinkindbereich der Bücherei rumrollern und wir fahren wieder heim.

Gegen 17:45 sind wir wieder zuhause, der Dr. rer. nat. ist im Training, und ich bereite schnellstmöglich das Abendessen vor. Zwei Scheibchen Brot für den Zwerg auftauen, drei Scheiben für mich abschneiden, Margarine und ein paar Sorten Käse auf den Tisch, dazu ein Stück Gurke. Das teilen wir uns freundschaftlich, ich esse das Äußere, der Zwerg das weiche Innere. Er probiert zum ersten Mal, wie Frischkäsebrot mit Pfeffer drauf schmeckt, offensichtlich  gut.
Nach dem Essen darf er noch kurz spielen, bis ich den Tisch abgeräumt habe, dann gehen wir Zähneputzen, wickeln ihn, ziehen ihn um und stillen nochmal. Das Insbettbringen läuft wie immer: Stillen im dunklen Kinderzimmer, dann Rumgeturne wie heute morgen beschrieben. Die Verschnaufpausen zwischen den einzelnen Schritten werden immer größer, irgendwann schnappe ich ihn mir und lege ihn in Schlafposition. Er rollt noch zwei-, dreimal hin und her, dann schläft er. 19:30, unsere Standardzeit.

Jetzt ein bisschen Abendprogramm für Erwachsene: mit meiner Schwester telefonieren, mit einem halben Glas Fruchtwein (man wird genügsam…) den Abgang meiner Hasskollegin feiern, mit dem Dr. rer. nat. Türgitterpuzzle spielen und sich über die intellektuellen Nicht-Fähigkeiten des Kundenservice des Herstellers aufregen,… den Bericht hier zuende schreiben und ins Bett gehen.

Meine Prognose gegen 21:30 für den Rest des Tages: schlafen, nochmal wickeln und stillen, weiterschlafen.

Gute Nacht!