Durchatmen

Die Woche war randvoll – drei Tage internationale Gäste in der Arbeit, große Unruhe beim Dr. rer. nat. in seiner Arbeit, der Zwerg ist sowieso grundsätzlich nicht ausgelastet. Gestern abend war ich absolut knülle.

20180713_085752_1531465137312

Jetzt sitze ich im Wiesengrund, um mich herum zwitschern Vögel, ich habe Kaffee dabei und schalte ab. Ein krasser Kontrast, aber dringend nötig.

Und immer wieder beschäftigt mich das Thema Work-Life-Balance und das, was ich bei Kollegen und Chefs dazu sehe. Manche scheinen das Thema gar  nicht zu kennen,  außer Arbeit gibts in ihrem Leben nichts. Andere leben das andere Extrem, da werden schon mal Besprechungseinladungen abgelehnt, die aus diversen Gründen nicht anders gelegt werden können, mit dem Hinweis auf die Frühstückspause, die exakt zu diesem Termin stattfinden muß. Die beiden Gruppen leben unkompliziert , die Prioritäten sind klar. Ich stehe dazwischen. Ich will weder das eine noch das andere, aber diese Einfachheit wäre tatsächlich schön.
Im nächsten Leben vielleicht.

Advertisements

Wechsel im Irrenhaus

Jetzt isser weg. Der da.

Sein Nachfolger ist schon ein paar Monate dabei und macht bisher einen guten Eindruck. Mal sehen, ob jetzt auch Taten folgen, wo der Bremser nicht mehr vornedran sitzt.

 

Neues aus dem Irrenhaus

Der größte Blockierer, Nichtstuer und Amigo aka CEO geht. Was für ein Verlust für das Irrenhaus.
Abzuwarten bleibt, wie viel sich darunter ändern wird – gehen einige seiner Spezl mit? oder verlassen zumindest das Irrenhaus? Werden ein paar der grundlegenden Probleme in Sachen Mitarbeiterführung angepackt?
Man wird sehen. Ich bin nicht allzu optimistisch, kann mir aber auch nicht vorstellen, wie ein Neuer noch mehr Schaden anrichten soll.

WMDEDGT 07/2017

Heute mal ein echter Vereinbarkeitskrimi.
Seit 0:30 wimmert der Zwerg in wechselnden Abständen, auch die Ladung Nur*fensaft gegen 1:30 bringt nur wenige Stunden Ruhe. Gegen 6 quälen er und ich uns in die Senkrechte, der Dr. rer. nat. ist schon in der Arbeit, und starten (wie gestern zum Glück schon geplant) in unseren alternativen Tagesablauf.

Wir frühstücken (ich: normal Brot mit Honig und Käse, der Zwerg ein paar Stückchen Schokolade und ein Gläschen Milch, sonst nichts). Kurz nach acht informiere ich unsere Tagesmutter, dass der Zwerg seit gestern kräftig fiebert und diese Woche wohl nicht mehr zu ihr kommen wird. Gegen halb neun brechen wir zum Kinderarzt auf, ignorieren die sooo spannende!!! Baustelle auf dem Weg dorthin und sind vor neun im Sprechzimmer. Zuerst tippen wir gemeinsam auf Hand-Mund-Fuß, da es dem Zwerg aber wirklich richtig schlecht geht, macht sie doch noch ein Blutbild und voila, die Entzündungsparameter schießen gen Mount Everest. Also gibts zum Schmerz-/Fiebermittel noch ein Antibiotikum.

Punkt halb zehn drücke ich Kind und Rezept dem Dr. rer. nat. in die Arme, jogge nach Hause und spurte in die Arbeit. Eine maximal nervtötende Besprechung, in der wir zu zweit eine Dreiviertelstunde brauchen, um einem IT-Kollegen die Informationen zu entlocken und einen Zeitplan festzulegen, wie das seit zwei Monaten überfällige Update wenigstens bis Ende August live gehen kann. Ich kann nicht einschätzen, wer das gröte Hindernis auf dem Weg dorthin – der *gähn* unglaublich engagierte Kollege, die Organisation unserer IT-Abteilung oder der externe Dienstleister, bei dem wir offensichtlich Prio 316 sind.

Ich investiere eine Viertelstunde in ein Gedächtnisprotokoll dieser Besprechung, eine Stunde in meine Folien für das (eigentlich sauwichtige) Projektreview morgen, esse schnell zu Mittag und spurte wieder nach Hause, damit der Dr. rer. nat. zurück in die Arbeit kann. Der Zwerg hat eine frische Ladung Paracet*mol intus und ist daher recht aktiv, das hält aber nicht lange an. Er nascht ein paar Bissen frisches Croissant, dann spielen wir im Liegen, und nach einer Stunde schläft er nochmal. Deshalb komme ich jetzt dazu, diesen kurzen Abriss des Tages zu tippen.
In der Zwischenzeit habe ich ein Paket eingepackt, dem Zwerg eine Ladung Antibiotikum eingeflößt, eine Stunde später wieder Ibuprofen nachgelegt und Grießklößchenteig angesetzt. Wir spielen, gammmeln rum und kucken Baggervideos.

Der Dr. rer. nat. kommt deutlich später als sonst nach Hause, da ihm ja mittags ein paar Stunden fehlen. Ich bringe das Paket noch zur Post und hole gleich die nächste Sechswochenration Windeln, wir essen zu Abend und hängen noch ein bisschen ab, bis der Zwerg müde wird und schlafen geht.

Dann folgt für mich noch eine Einheit Körper- und Schönheitspflege, und dann gehts ins Bett. Meine Nacht wird heute ruhig, ich darf vor dem wichtigen Projekttermin durchschlafen, der Dr. rer. nat. hat Dienst.

Tag 1 geschafft

Lange nix mehr geschrieben…

Die letzten vier Wochen: Kalt, Kind krank, Mann krank, alle wieder halbwegs gesund, immer noch kalt. Kind nochmal krank, aber jetzt aktuell auf dem Weg der Genesung. Will heißen: noch nicht fit genug, um ihn wieder in den Keimpool bei seiner Tagesmutter zu werfen, aber doch so fit, dass er sich zuhause langweilt.

Das Ganze wurde etwas komplizierter damit, dass ich seit heute wieder arbeite. D. h., der Dr. rer. nat. und ich haben für die zweite Wochenhälfte einen Schichtplan gestrickt, wie er und ich unsere Stunden halbwegs unterbringen und trotzdem immer jemand mit dem Zwerg zuhause sein kann.

Und so bin ich jetzt von meinem ersten Arbeitstag zurück und hüte das schlafende Kind, während der Dr. rer. nat. nach zwei Stunden Frühschicht in der Firma und viereinhalb Stunden hier wieder reingetrabt ist und weiter arbeitet.

Der erste Arbeitstag war soweit unspektakulär. Ganz viele „Nur zu Besuch oder bist du wieder da?“, einige „wie ist denn der Stand bei $altesThema?“ und diverse Anekdoten über die eigenen Kinder im vergleichbaren Alter.
Meine Elternzeitvertretung ist mir immer noch sehr sympathisch, wir haben heute schon angefangen, den aktuellen Stand von $altesThema1 durchzusprechen. Leider habe ich gleich einen Fehler in seiner Argumentationskette gefunden, das tat mir wirklich leid. Er hat dann heute nachmittag was zu tun *hust*
Dann eine halbe Stunde bei der IT verbracht, bis wir uns einig waren, wie wir meinen Rechner wieder flott bekommen, schnell was gegessen und *wusch* wieder nach Hause.

Ich glaube, der Zwerg wacht auf…

Sieben Wochen

Ja, der Titel ist unkreativ, aber er stimmt 🙂

Der kleine Mann ist jetzt tatsächlich schon eineinhalb Monate bei uns. Und jeden Tag lernt er etwas Neues, klingt anders, sieht anders aus, verhält sich anders. Irre.

Inzwischen sind wir so eingegroovt, dass ich wieder Zeit und Nerven für Unternehmungen habe. Beispielsweise waren der Zwerg und ich gestern in meiner Arbeit, um ihn dort mal vorzuzeigen und einige Kollegen wiederzusehen. Er hat die meiste Zeit verschlafen und sich nur am Ende eingekackt – whatever that means…

Die U3 letzte Woche hat er ähnlich hinter sich gebracht, es kamen insgesamt drei Moltontücher zum Einsatz. Aber als Kinderärztin ist man das vermutlich gewohnt, sie hat es zumindest mit Humor genommen. Das Ergebnis war erfreulich unspektakulär – das Kind ist von Größe und Gewicht her jetzt im Durchschnitt, die Hüften sind in Ordnung, und auch alles andere ist altersgemäß. Passt.
Ärztin und Team sind sehr nett und kommen kompetent rüber, ich hoffe trotzdem, dass wir sie erst zur U4 im April wieder sehen.

Weiterhin leben wir im Vier-Stunden-Takt von Tankstopp zu Tankstopp. Damit lebt sich’s ganz gut, stelle ich immer wieder fest, andere Jungmütter berichten da von ganz anderen Intervallen. Auch dass der Zwerg ohne Mucken in seinem Kinderzimmer schläft, sorgt gelegentlich für Neid. (Er grunzt und quakt so dermaßen im Schlaf, der Dr. rer. nat. und ich lagen die halbe Nacht wach. Wir habens ausprobiert, den Kleinen auszulagern, es kam kein Protest, also lassen wirs dabei.)
Als Ausgleich biete ich dann unsere Morgenbeschäftigung: ab vier Uhr wird gemotzt und gedrückt, dass keiner mehr schläft, da quälen den Kleinen seine Pupser. Mal sehen, ob das in den nächsten Tagen besser wird, seit heute trinke ich Stilltee. Den habe ich aufgrund der zu erwartenden Nebenwirkungen in Sachen Milchangebot bisher verweigert, aber wenns dem Kind helfen könnte, probier ichs halt aus.

Morgen bin ich bei der Abschlussuntersuchung bei meiner Frauenärztin, dann kann ich den Punkt auch abhaken. Was ich mit dem Rest der Woche anfange, weiß ich noch nicht, aber mir wird was einfallen 😀