WMDEDGT 07/2017

Heute mal ein echter Vereinbarkeitskrimi.
Seit 0:30 wimmert der Zwerg in wechselnden Abständen, auch die Ladung Nur*fensaft gegen 1:30 bringt nur wenige Stunden Ruhe. Gegen 6 quälen er und ich uns in die Senkrechte, der Dr. rer. nat. ist schon in der Arbeit, und starten (wie gestern zum Glück schon geplant) in unseren alternativen Tagesablauf.

Wir frühstücken (ich: normal Brot mit Honig und Käse, der Zwerg ein paar Stückchen Schokolade und ein Gläschen Milch, sonst nichts). Kurz nach acht informiere ich unsere Tagesmutter, dass der Zwerg seit gestern kräftig fiebert und diese Woche wohl nicht mehr zu ihr kommen wird. Gegen halb neun brechen wir zum Kinderarzt auf, ignorieren die sooo spannende!!! Baustelle auf dem Weg dorthin und sind vor neun im Sprechzimmer. Zuerst tippen wir gemeinsam auf Hand-Mund-Fuß, da es dem Zwerg aber wirklich richtig schlecht geht, macht sie doch noch ein Blutbild und voila, die Entzündungsparameter schießen gen Mount Everest. Also gibts zum Schmerz-/Fiebermittel noch ein Antibiotikum.

Punkt halb zehn drücke ich Kind und Rezept dem Dr. rer. nat. in die Arme, jogge nach Hause und spurte in die Arbeit. Eine maximal nervtötende Besprechung, in der wir zu zweit eine Dreiviertelstunde brauchen, um einem IT-Kollegen die Informationen zu entlocken und einen Zeitplan festzulegen, wie das seit zwei Monaten überfällige Update wenigstens bis Ende August live gehen kann. Ich kann nicht einschätzen, wer das gröte Hindernis auf dem Weg dorthin – der *gähn* unglaublich engagierte Kollege, die Organisation unserer IT-Abteilung oder der externe Dienstleister, bei dem wir offensichtlich Prio 316 sind.

Ich investiere eine Viertelstunde in ein Gedächtnisprotokoll dieser Besprechung, eine Stunde in meine Folien für das (eigentlich sauwichtige) Projektreview morgen, esse schnell zu Mittag und spurte wieder nach Hause, damit der Dr. rer. nat. zurück in die Arbeit kann. Der Zwerg hat eine frische Ladung Paracet*mol intus und ist daher recht aktiv, das hält aber nicht lange an. Er nascht ein paar Bissen frisches Croissant, dann spielen wir im Liegen, und nach einer Stunde schläft er nochmal. Deshalb komme ich jetzt dazu, diesen kurzen Abriss des Tages zu tippen.
In der Zwischenzeit habe ich ein Paket eingepackt, dem Zwerg eine Ladung Antibiotikum eingeflößt, eine Stunde später wieder Ibuprofen nachgelegt und Grießklößchenteig angesetzt. Wir spielen, gammmeln rum und kucken Baggervideos.

Der Dr. rer. nat. kommt deutlich später als sonst nach Hause, da ihm ja mittags ein paar Stunden fehlen. Ich bringe das Paket noch zur Post und hole gleich die nächste Sechswochenration Windeln, wir essen zu Abend und hängen noch ein bisschen ab, bis der Zwerg müde wird und schlafen geht.

Dann folgt für mich noch eine Einheit Körper- und Schönheitspflege, und dann gehts ins Bett. Meine Nacht wird heute ruhig, ich darf vor dem wichtigen Projekttermin durchschlafen, der Dr. rer. nat. hat Dienst.

Tag 1 geschafft

Lange nix mehr geschrieben…

Die letzten vier Wochen: Kalt, Kind krank, Mann krank, alle wieder halbwegs gesund, immer noch kalt. Kind nochmal krank, aber jetzt aktuell auf dem Weg der Genesung. Will heißen: noch nicht fit genug, um ihn wieder in den Keimpool bei seiner Tagesmutter zu werfen, aber doch so fit, dass er sich zuhause langweilt.

Das Ganze wurde etwas komplizierter damit, dass ich seit heute wieder arbeite. D. h., der Dr. rer. nat. und ich haben für die zweite Wochenhälfte einen Schichtplan gestrickt, wie er und ich unsere Stunden halbwegs unterbringen und trotzdem immer jemand mit dem Zwerg zuhause sein kann.

Und so bin ich jetzt von meinem ersten Arbeitstag zurück und hüte das schlafende Kind, während der Dr. rer. nat. nach zwei Stunden Frühschicht in der Firma und viereinhalb Stunden hier wieder reingetrabt ist und weiter arbeitet.

Der erste Arbeitstag war soweit unspektakulär. Ganz viele „Nur zu Besuch oder bist du wieder da?“, einige „wie ist denn der Stand bei $altesThema?“ und diverse Anekdoten über die eigenen Kinder im vergleichbaren Alter.
Meine Elternzeitvertretung ist mir immer noch sehr sympathisch, wir haben heute schon angefangen, den aktuellen Stand von $altesThema1 durchzusprechen. Leider habe ich gleich einen Fehler in seiner Argumentationskette gefunden, das tat mir wirklich leid. Er hat dann heute nachmittag was zu tun *hust*
Dann eine halbe Stunde bei der IT verbracht, bis wir uns einig waren, wie wir meinen Rechner wieder flott bekommen, schnell was gegessen und *wusch* wieder nach Hause.

Ich glaube, der Zwerg wacht auf…

Sieben Wochen

Ja, der Titel ist unkreativ, aber er stimmt 🙂

Der kleine Mann ist jetzt tatsächlich schon eineinhalb Monate bei uns. Und jeden Tag lernt er etwas Neues, klingt anders, sieht anders aus, verhält sich anders. Irre.

Inzwischen sind wir so eingegroovt, dass ich wieder Zeit und Nerven für Unternehmungen habe. Beispielsweise waren der Zwerg und ich gestern in meiner Arbeit, um ihn dort mal vorzuzeigen und einige Kollegen wiederzusehen. Er hat die meiste Zeit verschlafen und sich nur am Ende eingekackt – whatever that means…

Die U3 letzte Woche hat er ähnlich hinter sich gebracht, es kamen insgesamt drei Moltontücher zum Einsatz. Aber als Kinderärztin ist man das vermutlich gewohnt, sie hat es zumindest mit Humor genommen. Das Ergebnis war erfreulich unspektakulär – das Kind ist von Größe und Gewicht her jetzt im Durchschnitt, die Hüften sind in Ordnung, und auch alles andere ist altersgemäß. Passt.
Ärztin und Team sind sehr nett und kommen kompetent rüber, ich hoffe trotzdem, dass wir sie erst zur U4 im April wieder sehen.

Weiterhin leben wir im Vier-Stunden-Takt von Tankstopp zu Tankstopp. Damit lebt sich’s ganz gut, stelle ich immer wieder fest, andere Jungmütter berichten da von ganz anderen Intervallen. Auch dass der Zwerg ohne Mucken in seinem Kinderzimmer schläft, sorgt gelegentlich für Neid. (Er grunzt und quakt so dermaßen im Schlaf, der Dr. rer. nat. und ich lagen die halbe Nacht wach. Wir habens ausprobiert, den Kleinen auszulagern, es kam kein Protest, also lassen wirs dabei.)
Als Ausgleich biete ich dann unsere Morgenbeschäftigung: ab vier Uhr wird gemotzt und gedrückt, dass keiner mehr schläft, da quälen den Kleinen seine Pupser. Mal sehen, ob das in den nächsten Tagen besser wird, seit heute trinke ich Stilltee. Den habe ich aufgrund der zu erwartenden Nebenwirkungen in Sachen Milchangebot bisher verweigert, aber wenns dem Kind helfen könnte, probier ichs halt aus.

Morgen bin ich bei der Abschlussuntersuchung bei meiner Frauenärztin, dann kann ich den Punkt auch abhaken. Was ich mit dem Rest der Woche anfange, weiß ich noch nicht, aber mir wird was einfallen 😀

Lachendes und weinendes Auge: Mutterschutz

Tja, da sitz ich jetzt. Seit ich heute um 14:55 ausgestempelt habe, bin ich im Mutterschutz. Und auf der Heimfahrt habe ich glatt ein Tränchen verdrückt, obwohl ich total erleichtert bin. Ziemlich zwiespältig, offensichtlich.

Ich bin erleichtert, nicht mehr arbeiten zu müssen. Vielleicht mal wieder etwas Energie für mehr als nur Arbeit, Essen und Schlafen zu haben. Weniger Rückenschmerzen (ok, wenn sie nicht täglich mehr werden, reicht das auch), mehr Haushalt und Babyvorbereitungen. Mich gedanklich wirklich umstellen auf die Zeit, die vor mir/uns liegt.

Heute war trotzdem das weinende präsenter. Vermutlich dank einer gewissen Mail, wo heute plötzlich die wahrscheinliche Lösung präsentiert wurde zu einem Rätsel, das ich seit Jahren jage *hierbittemörderwütendensmileyeinfügen*. Sicher auch der lieben Worte von mehreren Kollegen, die ich vermissen werde. Dank des Lobs aus ganz unerwarteter Richtung, dass man meine Arbeit doch sehr schätzen würde und es schade wäre, dass ich jetzt erstmal weg bin.

Ab morgen ist alles anders *schluck*

Ich habe mir einiges vorgenommen für den November – zum Teil Babyvorbereitungen, aber ich will mir auch ganz bewusst Zeit und Erholung für mich gönnen. Letzte Chance zum Auftanken 😉

Kleckerkram

Es passiert nichts Weltbewegendes, aber alles fließt so vor sich hin.

Der Dr. rer. nat. durfte nach ein paar Tagen wieder heim. Vieles klappt inzwischen auch einarmig, Hilfe braucht er nur selten, aber manches geht halt einfach nicht. Schon mal Erdbeeren einhändig geputzt? Eben.

Das Kinderzimmer ist grob eingerichtet, seit einer Stunde liegt sogar der Teppich 😀 Das kann jetzt alles noch gut auslüften und ich kann nach und nach besorgen, was wir für den Anfang brauchen. Meine Haupt-Quelle werden wohl ebay und Second-Hand-Läden, gerade Babykleidung muss ich nicht neu haben.

Der Bauch wächst, wird regelmäßig von innen massiert 😉 und von außen bewundert. Erste Übungswehen merke ich auch schon, wenn ich bewusst darauf achte. Der erste Abend im Geburtsvorbereitungskurs war eher so naja, aber ein zweite Chance gebe ich der Sache noch.

In der Arbeit macht das alte Projekt (das ich 2013 abgegeben habe…) gerade wieder Fortschritte und entsprechend auch Spaß, das neue dümpelt vor sich hin. Meine Stelle ist für meine Elternzeit noch nicht besetzt, aber immerhin gibt es zwei vernünftige Kandidaten. Eilt ja nicht, mein Mutterschutz ist ja noch sieben Wochen hin, und Schwangere fallen ja nicht ungeplant früher aus <Sarkasmus Ende>.

Im Ganzen: business as usual, nix Aufregendes. Kann so bleiben.

Everything changes

Bei mir verändert sich gerade ganz vieles. Das Meiste habe ich erwartet, z. B. dass mein Körper mich mehr beschäftigt und die Arbeit weniger, dass ich mich schon jetzt mit unserem zukünftigen Mitbewohner beschäftige und dass das Tanzen unwichtig wird.

Es verändert sich aber auch das Verhältnis zu meinem Chef, und das beschäftigt mich.


Er hat letztes Jahr eine große Schulungsreihe begonnen, die ihn sehr in Anspruch genommen hat. Er investiert viel Zeit in die Vorbereitung, auch zuhause abends und am Wochenende. Ich  bin mir sicher, dass er das gut macht und dass die Teilnehmer viel daraus mitnehmen.

Die Kehrseite: Diese Schulungsreihe nimmt ihn extrem in Anspruch. Wir hatten seit einem halben Jahr keine Abteilungsbesprechung mehr, Routine zu zweit sowieso nicht. Bei meinem Projekt war das bisher kein Problem, ich habe zwei Kollegen, mit denen ich mich asutauschen kann. Alles andere besprechen wir halt mal so zwischendrin, wenn ich ein Thema habe, zu dem ich ein Statement von ihm brauche.
Er hat für dieses Jahr noch alle Urlaubstage (ok, er war ein ppar Tage auf Gleitzeit weg).

Tja, und dann bin ich schwanger geworden.

Ich habe ihn im Mai offiziell informiert, ab wann ich weg bin und wie lange etwa. Im Juli(!) hat er dann mal mit seiner Chefin gesprochen und sie haben entschieden, dass es eine Elternzeitvertretung für mich geben soll. Die Stellenanzeige hat er vor knapp vier Wochen geschrieben, so zwischen Tür und Angel kam auch mal kurz die Frage, wie lang ich jetzt eigentlich Elternzeit nehmen will. Die Ausschreibung läuft aktuell intern (meine Erwartung, wie viele sich bewerben: Null), dann extern. Zwei Monate habe ich noch bis zum regulären Mutterschutz.
Offiziell suchen wir die Vertretung zum ersten September. Ich gehe mittlerweile aber davon aus, dass ich meinen Nachfolger nicht mehr kennenlernen werde… 😦

Vor einer Woche kamen wir mal auf das Thema, wem ich wann mein Projekt übergebe.
Sinngemäß von ihm: am liebsten würde er das Projekt ja für die Zeit meiner Abwesenheit ruhen lassen (das wäre politisch nicht so richtig clever, aber ginge zur Not schon). Weil er hat ja überhaupt keinen Bock auf diese Art von Projekt und darauf, in ein laufendes Thema reinspringen zu müssen.

Da fiels mir echt schwer, ihm nicht an die Gurgel zu gehen… hätte er sich früher gekümmert, wüssten wir jetzt eventuell schon, wer wann als Vertretung kommt. Seine Entscheidung, er trägt die Konsequenzen.

Wir hatten ein ziemlich enges Verhältnis, ich bin quasi seine Arbeits-Ziehtochter. Packt ers nicht, dass ich für eine Zeit nicht arbeiten werde? dass mein Leben andere Prioritäten haben wird als seins (unverheiratet, kinderlos)?
Oder liegt es nur an der Schulung und seiner damit verbundenen Urlaubsreife?

Ich weiß es nicht, und es ist strenggenommen auch sein Problem. Trotzdem fühlt es sich blöd an, und wie gesagt, es beschäftigt mich.

Mein Chef.

„Beschäftige dich unauffällig und verbrauch nur so viel Geld wie nötig.“

So meine Arbeitsanweisung für die nächsten Tage.

Bisher keine Infos von der Projektgenehmigungsfront. Die Herren waren Samstag in der Zeitung, die kümmern sich um die wirklich wichtigen Dinge. Deshalb weiß auch schon die ganze Firma, dass Chefchen junior tierisch in  die Luft  gegangen ist, als er sein Bild in der Zeitung gesehen hat. Okay, es ist wirklich unvorteilhaft. Er sieht aus wie ein Frettchen auf Ecstasy. Hm, lasst mich nachdenken, wie er sich verhält. Oh. Egal.

Ich werde mich unauffällig verhalten und nicht mehr Geld vernichten als unbedingt notwendig. Geht klar, Chef.

*kopfschüttel*