… und manchmal ist es so einfach.

Gestern noch ein nerviges Thema, heute kam mir der Geistesblitz.

Wenn der Zwerg abends noch zu viel Energie übrig hat, will er kämpfen. Sein Kampfstil liegt irgendwo zwischen KratzenBeißenSpucken und MMA, und vor allem ist das Einverständnis seines Gegenübers völlig uninteressant.

Mich nervt das maßlos, aber ich hatte bisher keine Lösung.

Heute war Junior wieder besonders rappelig. Seinen Krabbelparcours hatten wir schon durch (Hocker, Schemel, Hocker, Tisch, Matratze, Krabbeltunnel und wieder von vorn). Irgendwann kam vom Dr. rer. nat. ein Kommentar a la „er braucht zu Weihnachten doch noch einen Boxsack“. Da assoziierte mein Hirn frei, und siehe da.

Ich habe mir unser größtes, dickstes, stabilstes Sofakissen geschnappt und bin mit dem Zwerg in den Kampf gezogen. Er konnte nach Herzenslust treten, boxen, mit dem Kopf stoßen, kneifen, reinbeißen, vollsabbern, … und ich war als Sparringspartner verfügbar, aber ohne blaue Flecken.

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WMDEDGT 12/2018

Sie kennen es, Details gibts bei Frau Brüllen.

6:14, mich weckt das Geräusch der Klotür, kurz bevor mein Wecker sich meldet. Wir sind alle angeschlagen, deshalb ist der Dr. rer. nat so spät dran und ich habe mich gestern schon krankgemeldet. Trotzdem geht der Zwerg in den Kindergarten, also muss ich früh aufstehen.

7:14, mittlerweile sitze ich mit einem frisch gewickelten Zwerg beim Frühstück. Er hat schon von seiner Aufsteh-Weltuntergangsstimmung auf fröhliches Endlosgeplapper umgeschalten. Ich sitze mit platzendem Schädel, halboffenen Augen und gefühlten 20% Gehirnkapazität daneben, bemühe mich, zu frühstücken und ihn nicht zu sehr zu ignorieren. In dem Zustand fällt es mir schon schwer, den Standardablauf (Essen. Tisch abräumen. Zähneputzen.) abzuarbeiten.

8:14, ich gebe einen protestierenden Zwerg im Kindergarten ab. Er braucht eine extra Kuschelrunde und fängt sich auch dann nur so mittel. Die Erzieherin und ich vereinbaren, seinen Kindergartentag radikal zu kürzen, d. h., ich hole ihn vor dem Mittagessen ab. So ganz fit ist er auch noch nicht wieder.
Als er sich dann doch aufs Spielen mit der großen Eisenbahn einlässt, darf ich gehen.

Um 9:14 (schaumermal, ob ich das den Rest des Tages durchziehe ;-)) sitze ich schon beim Arzt, hole mir die Krankschreibung und einen Sack voll Medikamente gegen meine Stirnhöhlenentzündung mittleren Ausmaßes. Das meiste davon nehme ich eh schon (Sin*pret, Nasenspray und Ibu), aber einen Inhalator habe ich noch nicht. Der Nutzen dieses Geräts leuchtet mir ein, das werde ich nutzen. Das „ich schreibs sicherheitshalber mal mit auf“-Antibiotikum bleibt noch in der Apotheke, das ist ja schnell besorgt, wenn ichs wirklich brauche.

Von der Apotheke bin ich etwa um 10:14 zuhause. Ich bereite schnell ein Mittagessen für den Zwerg und mich vor, koche mir eine Halblitertasse Kräutertee und setze mich mit dem Laptop aufs Sofa. Schnell noch in der Arbeit Bescheid sagen, und dann werde ich – wie schon in den letzten Tagen abends – mich weiter durch das Blog von Jule Stinkesocke lesen. Das ist teilweise sehr unterhaltsam, manchmal aber auch hart zu lesen, insgesamt sehr fesselnd.

11:14, immer noch warm eingepackt auf dem Sofa.

12:14, zuhause mit dem Zwerg und ich muss erstmal durchatmen. Das Abholen ist maximal eskaliert, dank einer Mischung aus schlechtem Timing und erschöpftem Zwerg. Morgen will er vor oder nach dem Mittagessen abgeholt werden – klingt beides vertretbar, ich hoffe, er entscheidet sich noch. Sonst haben wir die Eskalation morgen wieder.
(Nicht falsch verstehen, ich lasse ihn gerne und viel selbst entscheiden. Aber wenn ich merke, dass er überfordert ist, weil er nur noch sich widersprechende Wünsche brüllschluchzt, entscheide ich. Hieß: Ich klemme mir fünfzehn strampelnde, brüllschluchzende Kilos unter den Arm und trage sie aus dem Kindergarten. Nicht schön für alle Beteiligten, aber die kürzeste Lösung.)

13:14, ein völlig erschöpfter Zwerg ist in sein Bett verschwunden, freiwillig und alleine. Der wird groß.
Ich sitze auf dem Sofa, schnorchele und lese.

Mittlerweile ist es 15:14 vorbei, wir sind zu dritt und gammeln zuhause rum. Der Zwerg hat sich gefreut wie ein Schnitzel, als ihn der Papa aus dem Mittagsschlaf wachkuscheln kam. Wir haben gegessen, der Zwerg durfte eine Runde am Spülbecken planschen und inzwischen sitzt er auf Papas Schoß und guckt zu, wie der irgendein D&D-Spiel spielt.

Gegen 17:14 kommt noch schnell jemand, der über ebay eingekauft hat, und holt ein paar Winterstiefelchen des Zwergs ab. Wir plaudern kurz, aber nur kurz, sie muss mit dem Fahrrad noch einige Kilometer nach Hause fahren.

18:14 ist bei uns klassische Abendessenszeit, seit der Zwerg in den Kindergarten geht. Heute waren wir sogar ein paar Minuten früher dran. Wie gewünscht gab es Tütenspätzle für die Herren und belegte Brote für mich, dazu die Reste des Tages: ein paar Erbsen, ein bisschen Pudding, Obst und Gemüse aus der Frühstücksdose des Zwergs,… was halt so anfällt. Und bis auf eine kleine Apfelmus-Sauerei-Eskalation lief es erfreulich friedlich ab. Der Zwerg ist halt irgendwann satt und geht spielen, aber das ist in Ordnung.

19:14 sitzt der Zwerg vor seinem Legohaufen und flötet „Dreckbär“ in Endlosschleife, um mich davon zu überzeugen, ihm einen Bus zu bauen. Sein Charme wirkt nur leider gerade nicht, der ausgewählte Kosename ist nicht ganz nach meinem Geschmack. Etwas später flippt er mal wieder völlig rum und will „kämpfen“, also mich kneifen und boxen und ich soll bitte mitkämpfen,  aber ohne meine körperliche Überlegenheit zu nutzen. Das Verhalten kommt bei ihm nur, wenn er körperlich nicht ausgelastet ist, aber trotzdem schon ziemlich müde. Ich bin wie üblich der Spielverderber und mache nicht mit.

20:14 liegen die beiden Männer im Bett des Zwergs, lesen das aktuell beliebteste Weihnachtsbuch und irgendwann wird es dunkel und leise da drin. Ich fülle noch mal Tabletten nach und springe unter die Dusche.

21:14, aus dem Arbeitszimmer des Dr. rer. nat. hustet es, ich sitze weiterhin auf dem Sofa, surfe, lese und spiele mal wieder H*dden C*ty. Neue Events spiele ich etwas intensiver, das Alltagsspiel ist nicht mehr spannend.

Jetzt gehts nur noch irgendwann ins Bett. Licht aus um 23:14 ist wahrscheinlich 😉

 

Zwischenstand

Die Kindergarteneingewöhnung zähle ich mal als abgeschlossen – heute morgen sind wir rein, ich konnte ihm mit Mühe noch JackeMützeSchalSchuhe abschwatzen, dann war er schon unterwegs. Schließlich muss man ja allen Erzieherinnen die coole L*ghtningMcQ*een-Jeans zeigen. Ich hole ihn seit gestern um 15:00 ab, länger wird er erstmal nicht bleiben müssen. Läuft also.

Außerdem schläft das Kind abends wieder gegen halb 8 und nicht erst zwei Stunden später, d. h., wir haben wieder einen Feierabend, der die Bezeichnung verdient.

Ich habe diese Woche wieder Urlaub, erstens um greifbar zu sein, falls es im Kindergarten doch nicht rund läuft, und zweitens weil meine Sicherheitspufferurlaubstage dieses Jahr verbraucht werden müssen.

In dieser Woche habe ich schon mehr Haushalt gemacht als in den zwei Monaten davor. Es waren genügend „sollte man ein paar Mal im Jahr machen“-Aufgaben fällig.

Mein Streber-Gen wirkt auch Richtung Geburtstage bzw. Weihnachten: drei Plätzchenteige liegen im Gefrierschrank, der Geburtstagspulli für den Zwerg ist fertig, die Adventskalender sind bestellt und der Fotokalender für die Verwandtschaft ist bis November fertig.

Außerdem stelle ich heute ungefähr tausend Klamottenpakete bei eb*y ein. Das ist was, was ich wirklich nur mache, wenn ich Zeit übrig habe. Wenn ich alles abarbeite, was ich schon vorbereitet habe, sind alle zu kleinen Wintersachen drin und hoffentlich auch bald weg \o/

Der Rest des Bastelkurses mit dem Zwerg war wunderbar. Er hat erwartungsgemäß begeistert mit dem Ton gematscht, mit voller Konzentration Glitzerbilder produziert und sich wohlgefühlt. Gips gießen fand er nett, die fertigen Gipsfiguren waren aber nur interessant, weil er sie mit der Schere zerschneiden konnte. Ich habe unsere Figürchen halt sortiert, was er vor die Schere bekommt (Gipsfahrzeuge) und was nicht (meine Schneemänner und Sterne aus Ton).
Der Kurs war eindeutig auf Kinder wie ihn ausgelegt. Eine Mutter war äußerst unzufrieden, weil die Auswahl zu klein und alles nicht sauber und filigran genug war. Gibts offensichtlich auch.

Privat ist also alles absolut im grünen Bereich. Zum Ausgleich hat das Irrenhaus seinen Namen aktuell wieder mehr als verdient.
(Roman wieder gelöscht)
Kurzfassung: Mein Teilzeitantrag für das kommende Jahr liegt beim Aufsichtsrat zur Genehmigung, weil ich Stunden aufstocken will und das die Personalkosten erhöhen würde. Wenn sie ihn noch zwei Wochen reifen lassen, gilt er als genehmigt wegen Nichtreaktion.
Das ist mal echte Mitarbeitermotivation.

Mal wieder…

… kein WMDEDGT gestern.

Es war Tag 1, Kindergarteneingewöhnung für den Zwerg, der dann wohl einen anderen Tarnnamen braucht. Ganz mein Kind, war er die Tage und Nächte vorher sehr angespannt. Seit gestern nachmittag ist er wieder der Alte.

Unser Kinderkunstkurs gestern nachmittag lief super. Beim ersten Termin fand der Zwerg das alles noch sehr seltsam. Gestern war er wesentlich besser dabei. Er hat mit Hingabe Gips gegossen und mit der Spülbürste gemalt. Aber so richtig glücklich war er, als er einen knallpinkfarbenen Papierbogen mit Glitzerstreudosen verzieren konnte. (Ich hatte vorher großflächig Klebestift darauf verteilt.)

Nächstes Mal bringt die Kursleitung Ton mit. Das wird eine Riesensauerei, aber es wird ihm sehr viel Spaß machen.


Edit kurz vor 13 Uhr: Wir liegen im Bett, das Kindergartenkind schnorchelt leise vor sich hin und hat eine Hand auf meiner Schulter. Dass ich auch ganz sicher bei ihm bleibe.

Der große Kleine

… erzählt abwechselnd, er wäre ein Baby, eine Babykatze, ein liebes Babygespenst, ein lieber Babytiger oder ein Erwachsener. Ganz selten ist er auch eine böse Schlange.

… bricht in Tränen aus, wenn der Dr. rer. nat. das imaginäre Glas Orangensaft leergeTRUNKEN HAT!!!

… quatscht uns den ganzen Tag die Ohren voll. „Papa, machst du mit mir XY?“ – „Ja.“ – „Mama, ich hab den Papa gefragt, ob er mit mir XY macht. Und er hat JA GESAGT!!!1elf“

… braucht viel zu wenig Schlaf.

… ist ein absolut süßer Knopf.

WMDEDGT 09/2018

Wie immer initiiert von und gesammelt durch Frau Brüllen.

6 Uhr, der Handywecker vibriert. Ausnahmsweise ist der Dr. rer. nat. noch da und steht mit mir auf. Beziehungsweise: wir beide wachen auf, er ist 14 min später aus dem Haus, da schlappe ich gerade so ins Bad. Ich nix Morgenmensch. Er ist ein bisschen erkältet und hat aktuell viele Nachmittagstermine in der Arbeit, deshalb startet er etwas später als gewohnt.

Als ich aus dem Bad komme, steht die Kinderzimmertür offen, d. h. der Zwerg ist wach. Er kommt mir *tapptapptapp* entgegen, erkennt mich und heult auf „Neiin! Mama weg, will Papa!“, schmeißt krachend die Tür hinter sich zu und legt sich wohl wieder ins Bett. Daily business, jeden Tag wieder hasse ich es.

Etwas später kommt er wieder, als wäre nix gewesen. Wir frühstücken gemeinsam, er kreist immer wieder um sein Lego und muss sich dann doch fertigmachen lassen, damit wir pünktlich um 8 aus dem Haus kommen. Wir nehmen zweieinhalb Packungen Windeln mit, die wir einem anderen Tageskind weitervererben (merke: Die Entscheidung zum Wechsel zur nächsten Windelgröße ist so kurz wie möglich nach dem letzten Vorratseinkauf zu treffen).

In der Arbeit freue ich mich zuerst kurz über das neue Excel, das ich mir installieren habe lassen, kann ich jetzt doch ein supersexy Treemap-Diagramm für die Besprechung morgen vorbereiten. Außerdem lese ich mich noch für die zweite Besprechung morgen ein, helfe einem Kollegen mit ein paar Zahlen (nein, kein Patentrezept, nein, nicht nur ein Knöpfchen drücken, bitte Hirn einschalten und benutzen.)

Gegen 12 verlasse ich fluchtartig das Büro, schließlich war ich am Montag lange da, weil Excelschulung, und ich soll doch keine Überstunden aufbauen. Schnell ein paar Dinge einkaufen und was essen, zuhause kurz die Füße hochlegen und dann eine Runde Haushaltsdreikampf: Spülmaschine aus- und einräumen, aufräumen, Wäsche.

Um 14:30 breche ich auf und hole einen gutgelaunten Zwerg ab, der sich eigentlich viel lieber an einer geschenkten Zeitschrift festlesen möchte. Nach einiger Überredung holen wir auf dem Heimweg noch ein Grillhähnchen für den Dr. rer. nat., der Zwerg entscheidet sich aber für seinen heißgeliebten Käääääsekuchen.

Rausgehen ist heute für ihn keine Option, das geht für einen Tag mal OK, solange er sich einigermaßen alleine beschäftigt. Gestern waren wir lange auf dem Spielplatz, morgen werden wir wieder draußen sein, also soll er mit seinem Lego glücklich sein, ich muss nur ab und zu mal Steine auseinanderbauen.

Der Dr. rer. nat. kommt gegen 16:00 heim, das Wohn-Esszimmer wird zum Spielparcours und ganz nebenbei verschwindet das Grillhähnchen im Magen des großen Manns. Er bereitet sich noch einen Apfelstrudel fürs Abendessen vor, dann gehen wir gemeinsam ins Arbeits-/Legozimmer und vertrödeln den Nachmittag. Zum Abendessen gibt es für mich improvisiertes Garnelen-Nudel-PakChoi-Curry, der Zwerg pendelt zwischen unseren beiden Essen und legt noch etwas Fruchtjoghurt nach.
(Den Rausgehwunsch des Zwergs gegen 19:30 haben wir Eltern ausgesessen. Als wir das letzte Mal noch so spät raus sind, hat es danach zwei Stunden gedauert, ihn zum Schlafen runterzufahren. Nein danke.)

Vor dem Zubettgehen werden intensiv die Kuscheltiere versorgt, wir schauen Bücher an und studieren noch die neue Zeitschrift des Zwergs. Irgendwann werde ich dann abbestellt und der Papa muss zum Einschlafen rüberkommen – same procedure as every evening.
Wir Eltern werden noch ein bisschen das Internet leer lesen, dann gehts für uns auch bald ins Bett, morgen ist wieder ein voller Tag.

WMDEDGT 08/2018

Wieder ein Monatsfünfter, Sie kennen das Thema, Details gibts bei Frau Brüllen.

Der gestrige Abend hat noch ein bisschen in den Fünften reingereicht, aus Gründen bin ich kurzfristig noch ins Gästezimmer ausgewandert und musste dort erstmal lüften, bevor ich schlafen konnte. Dann war mein Buch auch noch ziemlich spannend, und überhaupt.

Schlafen durfte ich dafür bis etwa 8 Uhr heute früh, die Männer waren schon eine Weile auf und haben Baggervideos auf youtube geguckt, Kinderlieder geübt und duplo-Kräne gebaut. Meine erste Handlung des Tages: alle Fenster aufreißen, ein paar Türen sichern und die Illusion von Abkühlung genießen. Zum gemütlichen Sonntagsfrühstück gabs den halben Käsekuchen, der von gestern noch übrig war. Der Zwerg war krank und holt gerade das an Essen nach, was ihm ein paar Tage nicht schmecken wollte. Aktuell esse ich hier im Haushalt am wenigsten…

Gegen halb zehn zogen der Zwerg und ich los, am anderen Ende unseres Stadtviertels gibts einen Bäcker, der auch sonntags offen hat und Eis verkauft. Eine große Kugel Schokoladeneis mit Streuseln später sind wir auf den Spielplatz weitergezogen. Dank Schatten waren dort einige Kinder, unter anderem die kleine Freundin des Zwergs von seiner Tagesmutter. Das war eine sehr entspannte Stunde, bevor gegen elf alle gleichzeitig nach Hause wollten. Die Hitze macht zum Glück nicht nur Eltern, sondern auch Kinder träge.

Zuhause war die Begeisterung groß, als der Zwerg seinen PAPPAAAA! wieder hatte. Nach etwas Rumhängen wollte der Zwerg schlafen, der Dr. rer. nat. und ich rafften uns dann doch irgendwann auf und bereiteten das Mittagessen vor. Handgesiebte Spätzle mit Käse bzw. Zucchinigemüse fanden auch beim Zwerg Anklang. Eigentlich gehen wir nach dem Mittagessen gerne raus, bei den momentanen Temperaturen fiel die Wahl aber auf eine ausgiebige Legosession mit „Priuß“, Feuerwehrauto und Kran.

Gegen vier eskalierte die Stimmung geringfügig, bei einem krank gewesenen Zweieinhalbjährigen nichts Ungewöhnliches, nur die Intensität war untypisch hoch. Nach einer Stunde haben wir das tobende und heulende Kind nach draußen bugsiert, dort war er zunächst recht umgänglich, bis die Stimmung wieder kippte. Diesmal kam die Ansage „Hunger“, und voila, zwei Scheiben Wurstbrot später war die Laune wieder gut. Also doch fünf ernsthafte Mahlzeiten an einem Tag, okay…

Die zweite Draußenzeit des Tages hatte der Dr. rer. nat. übernommen, daher konnte ich ein bisschen weiterlesen und die Packliste für den Urlaub nächste Woche zusammenschreiben. Der Zwerg und ich fahren auf einen Familienbauernhof mit Streichelzoo, Bobbycarscheune und allem Pipapo. Ich hoffe, es ohne Stresskollaps zu überstehen – als wir den Plan gefasst haben, hatte der Zwerg gerade eine gutmütige und der Dr. rer. nat. eine schlechte Phase. Ich habe die Idee mehrfach verflucht, aber Kneifen gilt nicht. Schließlich will ich im Herbst ein paar Tage alleine nach Berlin *hier bitte das breitestmögliche Grinsen einsetzen*.

Zum Abendessen – ca. 18:45 – vernichtet der Zwerg eine weitere Scheibe Käsebrot, ein weiteres Stück Käsekuchen und schiebt jetzt – nach einer kurzen Plansch-Dusch-Unterbrechung – noch ein, zwei Scheiben Käse-Kürbiskern-Knäcke ein. Sonst gabs heute schon zwei Kiwi, eine Handvoll Tomaten, ein Viertel Käsekuchen, eine Schüssel Käsespätzle, eine große Kugel Schokoladeneis, Unmengen an Wasser und Saftschorle… Massephase, eindeutig.

Da das Planschen wegen akuter Eskalation etwas kürzer als geplant ausfiel, flitzt hier jetzt ein Windelträger „mit ohne T-Shirt“ durch die Gegend und kommandiert seinen Papa durch die Gegend.

Gegen halb neun leite ich das Abendritual ein: Antibiotikum, Zähneputzen, Nachtwindel, was anziehen, Buch anschauen,  Schlafen. Teile davon darf ich abarbeiten, dazwischen kommt immer wieder „Papa XY“. Ich spiele noch ein bisschen am Rechner und dusche dann ausgiebig.

Jetzt um 22:45 sitze ich im Schlafanzug auf dem Balkon und genieße noch die Ruhe, die angenehme Temperatur und lese, bevor mich die Vernunft ins Bett treibt. Morgen startet eine letzte vollgestopfte Arbeitswoche.