Drei Wochen

Ganze drei Wochen hats gehalten. Heute wieder Salbeitee. Und heiße Hühnersuppe – die perfekte Ausrede, um wie jeden Freitag mit den ganzen Tänzern doch noch essen zu gehen.

Ansonsten war heute nicht viel los. Am Mittwoch gabs überraschende Neuigkeiten von der Geschäftsführung (letzter Ingenieur raus, ab sofort nur noch BWLer *örks*). Die Projekt-Status-Vorsingaktion war ganz okay, leider habe ich noch kein Ergebnis. Zumindest haben wir die Ankündigung bekommen, dass wir als Projektmanagementtruppe in Zukunft wichtiger sein werden als bisher. So ein bisschen Systematik und Struktur fanden sogar die hohen Herren ganz angebracht. Also brauche ich keine Angst um meinen Job zu haben, und dann ist das Projekt auch nicht mehr ganz so wichtig.

Jetzt: Bett. Schlaf nachholen.

Der Blues

Mein Chef hatte heute den Projektblues. Ich verdränge seit einiger Zeit ganz gut, dass ich mir nicht sicher bin, am jeweils nächsten Tag noch das Gleiche machen zu dürfen wie die Tage vorher. Schließlich bin ich Projektleiterinbearbeiterin (-leiterin wäre EG12, deshalb bearbeite ich nur), und mein oberster Chef und Auftraggeber ist seit Monaten „krank“ oder „im Urlaub“. Heute war er mal wieder da, sieht besser aus  als jemals vorher, bildet sich in allem Möglichen fort und sitzt solange zwei Stunden am Tag in seinem Büro, bis das Irrenhaus sein Abfindungsangebot nachbessert. Dem Mann gehts blendend, uns nicht unbedingt. Schließlich würden wir in diesem Irrenhaus gerne in Ruhe arbeiten.

Stattdessen bauen wir Zwei-Folien-Präsentationen für BWLer, stellen uns mit Personalerinnen gut und üben uns im Schönsprechmodus, bis ich tatsächlich fürchte, dass uns demnächst die Zungen abfaulen, so verlogen klingt der managementtaugliche Laberkram.

Aber so muss das wohl sein in Firmen, denen es nicht gut geht. In denen der Personalbereich aktuell ungewöhnlich viele Listen zu bearbeiten hat. In denen ein globaler „Die Geschäftsführung lässt sich von allen Projektleitern erzählen, was sie mit seinem Geld so anstellen“-Tag als Erstes Streichkonzert betitelt wird. Und in denen gestern eins der zentralen Entwicklungsprojekte mal eben so beiläufig vom OberBWLer gestrichen wurde. Die Teile kaufen wir in Zukunft zu. Ist ja nur unser größter Fertigungsbereich und das, was uns von der Konkurrenz unterschieden hat.

Da ging heute meinem Chef die Contenance doch etwas verloren. Das hat unsere Kolleginnen schon mal völlig überfordert, für mich ist es meistens okay. Primär macht er sich Sorgen um meine Zukunft, mit der Begründung, er hätte mich ja aus meiner „sicheren Stelle“ im alten Bereich abgeworben. Als ich ihm da energisch widersprochen habe, hat er ein bisschen blöd geschaut 🙂 Klar, ohne ihn würde ich nicht das tun, was ich gerade tue – ich wäre aber auch schon längst in einem anderen Irrenhaus. Und ob das wirklich besser wäre, keine Ahnung. Schließlich arbeite ich gerne mit ihm zusammen, und ich mag das, was ich tue. Wenn das so bleibt, kann der Rest ruhig spinnen.

Ab und zu hab ich die Krise, heute war er mal dran. Solange wir uns abwechseln und nicht gleichzeitig austicken, geht das auch noch.

Dass vermutlich mal wieder ein Rückenwirbel draußen ist, ist da eher eine unwesentliche Randnotiz. Finalgon rules.

Ochnö.

Zu später Stunde noch eine schlechte Nachricht: Der Bombenleger ist schon wieder als Keimschleuder enttarnt worden. Diesmal ist es eine Infektion in seiner Wunde von der Nasenscheidewandkorrektur im Herbst.

Wieder kein Belastungstraining, wieder kein Konditionsaufbau.

Gefühlt wackelt unser Start im April schon wieder.

Gemeingemeingemein.

Die Plage des Dr. rer. nat.

Da aktuell Frau Herzbruch mit dem Thema zu tun hat, mal wieder ein Statusbericht vom Dr. rer. nat.

Für die Leser, die noch nicht so lang dabei sind: er hat sich im Herbst 2008 an einem mückenverseuchten Weiher eine Borreliose geholt, die zu spät erkannt wurde. Die ersten drei Monate waren der Horror (keine Details – ich sag nur 2x Notaufnahme), danach wurde es etwas ruhiger. Er hat bei der akuten Phase letztes Frühjahr wieder monatelang hochdosierte Antibiotika genommen, und einen Cholesterinsenker nimmt er dauerhaft, um die Neurotoxine wegzufangen, die noch in seinem Körper herumschwimmen. Es ist eine Odyssee, einen Arzt zu finden, der 1. überhaupt bereit ist zu behandeln und 2. dann noch tatsächlich  eine Verbesserung bringt. Von Wunsch 3. Kassenarzt reden wir inzwischen nicht mehr.

Über Weihnachten war er böse erkältet, weshalb er den Cholesterinsenker eine Zeitlang nicht nehmen konnte (das Zeug fühlt sich an wie Sand, morgens und abends zwei Beutelchen mit nem halben Liter Wasser auf ex. Ohne Frühstück dazu.) Die Symptome kamen wieder, er kann es also nicht absetzen. Allerdings gehts ihm zur Zeit mit der halben Dosis von davor auch ganz gut – wenigstens etwas.

Körperlich ist er wieder etwas bessser beisammen als zu den schlimmsten Zeiten, aber weit von dem weg, was er gewohnt war. Er ist natürlich auch vorsichtiger geworden, Überlastung fanden die Borrelien immer toll, danach ging es ihm zuverlässig schlecht. Ein bisschen Tanzen geht wieder, ein bisschen von seinem geliebten Krafttraining, auch Schlittschuhlaufen war okay. Mal sehen, ob Inlinerfahren im Frühjahr wieder klappt, das würde ihn sehr freuen, glaube ich.

Er schwitzt nachts immer noch stark, und eventuell sind auch seine Augen wegen der Borreliose schlechter geworden. [Dass er gelegentlich schlecht schläft, schiebe ich eher auf seine Arbeit.] Hauptsächlich ist es aber die allgemeine Belastbarkeit, die fehlt – früher war er nicht totzukriegen, jetzt habe ich manchmal mehr Power als er.

Alles in allem könnte es besser sein, es war aber auch schon wesentlich schlimmer. Ich hoffe, dass das nicht wieder kommt.

Laaangweilig.

Tag 2 auf der Couch, ganz ohne Action. Surfen,schlafen, fernsehen.

Eigentlich gings mir gut.Vorhin wollte ich die Gummibärchendose zurückstellen  in den Wohnzimmerschrank, und das schräge Runterbeugen war keine  gute Idee. Ein Stechen vom linken Iliosakralgelenk (von dem ich immer noch nicht weiß, wozu mensch das braucht). Mal sehen, wie sich das in den nächsten Tagen entwickelt, zur Not muss ich halt nochmal zum Doc. Da muss ich sowieso nochmal anrufen, ich habe den Kontrolltermin dooferweise auf den ersten SixSigma-Schulungstermin gelegt.

Morgen wieder kein Training *grummel*

P.S.: Immerhin habe ichschonmein Fernsehprogramm für Dienstag abend entdeckt. Der Titel macht mich neugierig.