Drei Wochen

Ganze drei Wochen hats gehalten. Heute wieder Salbeitee. Und heiße Hühnersuppe – die perfekte Ausrede, um wie jeden Freitag mit den ganzen Tänzern doch noch essen zu gehen.

Ansonsten war heute nicht viel los. Am Mittwoch gabs überraschende Neuigkeiten von der Geschäftsführung (letzter Ingenieur raus, ab sofort nur noch BWLer *örks*). Die Projekt-Status-Vorsingaktion war ganz okay, leider habe ich noch kein Ergebnis. Zumindest haben wir die Ankündigung bekommen, dass wir als Projektmanagementtruppe in Zukunft wichtiger sein werden als bisher. So ein bisschen Systematik und Struktur fanden sogar die hohen Herren ganz angebracht. Also brauche ich keine Angst um meinen Job zu haben, und dann ist das Projekt auch nicht mehr ganz so wichtig.

Jetzt: Bett. Schlaf nachholen.

Meine Nerven.

Gestern im Training konnte ich mich nach zwei Minuten nicht entscheiden, ob ich heimgehe und heule oder anfange zu sabbern. (Die dritte Variante „unauffällig an den Rand setzen und gaffen“ schied aus PC-Gründen aus.) Meinem Herrn und den anderen gings ähnlich.

Wir hatten einen chinesischen Trainingsgast, einen Neu-Doktoranden. Der Kerl tanzt wie ein junger Gott, technisch brillant. Unglaublich. Unsere Trainerin hat auch  kurz gestaunt, aber ihn dann  – Profi halt – ganz normal in die Runde miteinbezogen.

Den sehen wir vermutlich nicht wieder. Unsere Trainerin organisiert ihm eine Dame, und dann wird er schätzungsweise zur Konkurrenz abwandern, wo es ein paar andere Paare auf einem ähnlichen Niveau wie seinem gibt. Bei uns im Training lernt er nix, das hat er vor zwanzig Jahren schon gekonnt, womit wir uns herumschlagen.

Und ich bin immer noch geflasht.

Meine erbsenzählerische Ader

Die kam heute mal wieder durch.

Ich war am Samstag mit einer Freundin auf einem Turnier, wie gewohnt zum Zuschauen und Anfeuern. Eigentlich wollten der Bombenleger und der Dr. rer. nat. auch mitfahren, sind sie dann aber doch nicht, Freizeitstress in unterschiedlicher Ausprägung.

Ich hatte mal wieder meine Kamera dabei. Vor Ort fand ich einige Bilder ganz gut, heute hab ich sie gründlich durchgesehen und find sie schlimm. Die Mimik von uns Tänzern ist ohne Kontext einfach gruselig oder merkwürdig, die Körperpositionen wirken komisch*, und wirklich synchron sind wir auch alle nicht. Sprechen wir mal gar nicht davon, dass dem Fotografen ständig andere Paare oder Wertungsrichter ins Bild laufen.

Wenns nur darum geht, mich an was zu erinnern – kein Thema. Wenns darum geht, irgendwas nachweisbar abzuliefern – schlimm. Ich brauche Tage, um popelige dreizehn Bilder für einen Kalender zusammenzusuchen. Und ich habe drei Anläufe gebraucht, um der Tänzerin, die für unsere Pressekontakte zuständig ist, vier (!) Fotos vom Wochenende für den nächsten Bericht zu schicken.

Ein Foto geht nicht, das kuckt er so komscih. Hm, beim nächsten hat sie ne unvorteilhafte Position, die macht Röllchen. Nächstes, Arm abgesäbelt. Nächstes, Arm von anderem Tänzer im Bild. Nächstes, Wertungsrichterkopf von hinten. Waaaaah.

Dabei druckt unsere Zeitung echt alles. Leider gibts den Artikel nicht online – ein Bild von „uns allen“ aus dem Herbst – insgesamt sechs Paare, die Hälfte in Turnierklamotten, der Rest in Trainings- und Schlabberkram, teils geschminkt, teils nicht, ich mit meinen sexy weißen Frotteeschlappen. Titelseite Lokalteil.

* Die Fotos sind alle von Paaren, die ich nicht kenn und die vermutlich ziemlich gut sind. Bevor hier jemand was unterstellt.

Heute so

Heute doch kein Maßnehmen für den Frack. Der Bombenleger hatte kein Auto, und ich war nur dankbar für die Option auf einen freien Abend.

Gestern um 16:00 in der Arbeit festgestellt, dass einer Mist baut. Zwei Stunden die Welt gerettet, ins Training gespurtet, mitten in der Nacht heimgekommen, heute morgen ohne Frühstück in die Arbeit, Welt zuende gerettet, frühstücken gegangen. Unsere Kantine ist eine echte Fertigungskantine, d. h., um halb neun gibts Currywurst mit Pommes. Das passt schon für die Frühschicht mit Arbeitsbeginn um 6, aber zum Glück gibts auch Marmeladenbrötchen und Kaffee.

Danach war ein ganz normaler Arbeitstag, sogar ein relativ kurzer. Trotzdem, ich war platt.

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So eine Druckstelle an der Ferse ist blöd, kann ich euch sagen. In der Arbeit gehts, da habe ich immer noch meine sexy ESD-Schlappen. [Sieht klasse aus, wenn ich in Winterjacke und ESD-Schlappen über den Hof ins andere Gebäude laufe. Hatte ich den Eimer Streusand im Zwischengang schon erwähnt? Heute genutzt.]
Der Heimweg heute abendwar ätzend, ich bin zwar nicht weit gelaufen, aber es tat weh. Naja, morgen früh neu verpflastern, dann gehts wieder.

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Meine neueste fa*ebook-Unterhaltung: Die Seite „Du bist Tänzer, wenn…“. Ich schwanke bei jedem Eintrag zwischen „jaaaaaa“ und „ach, war das schön“. Gerade für alte Formationshasen sehr zu empfehlen.

Und ich frag mich noch…

… warum in den letzten Wochen so viel los ist hier im Blog. Gerade habe ich mich beim kleinen Brüllen in der Blogroll entdeckt und bin daraufhin mindestens drei Zentimeter gewachsen *g*

Das hat mich nicht nur dazu getrieben, mir mal wieder vorzunehmen, die Blogpausen nicht so lang werden zu lassen, ich hab auch mal wieder auf die „Wer bin ich eigentlich?“-Seite geschaut. Schließlich liegt die schon wieder ganz schön lang unangetastet rum.

Aber: da gibts nix zu ändern. Mein Leben ist in den letzten eineinhalb Jahren tatsächlich nicht umgekrempelt worden. Und mir gehts gut damit. Der Spruch „Mögest du in interessanten Zeiten leben“ war für mich immer schon eher eine Drohung als ein positiver Wunsch. Und anscheinend ist bei mir eine völlig uninteressante Phase.

Find ich gut, mir reichen die kleinen Aufreger. Und der langhaarige Bombenleger hält mich auch wieder gut auf Trab. Unser aktueller Trainingsrhythmus: ein Training fantastisch, das zweite ätzend, das dritte ausgefallen, dann fantastisch und heute so mittel.
Am Dienstag gehen wir nen Frack bestellen, darauf bin ich sehr gespannt. Der Händler hat Kontakte nach China (oder so) und lässt dort Fräcke schneidern. Die kosten dann die Hälfte eines hier hergestellten Fracks, sind qualitativ nicht ganz so gut, dafür ist der Preis wenigstens nur noch dreistellig.

Bevor ich noch weiter vom Thema abkomme: Gute Nacht.

*piep*

Hallo ihr Lieben, ja, es gibt mich noch. Allerdings ist momentan ordentlich was los in meinem Leben.

Das Wochenende habe ich im Verein verbracht, weil wir am Sonntag ein Turnier ausgerichtet haben. Diesmal hatte ich mir einen ruhigen Job gesucht, ich habe an der Kasse gesessen und Eintritt kassiert. Da kam ich nebenbei komfortabel dazu, den tanzenden Paaren zuzuschauen. Und nachdem ich viele kannte, war ich mit Anfeuern ausgelastet *g* Am  Samstag war in einem benachbarten Verein ein Turnier, wo einige unserer Anfängerpaare gestartet sind. Dort bin ich mit meinem gesamten Turnierkram bewaffnet als Unterstützung aufgelaufen und habe mich als Mama im Hintergrund nützlich gemacht. Hier noch mal nachgeschminkt, dort noch eine Sicherheitsnadel an strategisch wichtiger Stelle versenkt, die Paare angefeuert, ihnen Mut gemacht und am Schluss leider auch ein paar davon getröstet. So eine Betreuung fand ich früher selbst sehr angenehm, deshalb mache ich das für unsere Neueinsteiger, wenn ich es schaffe.

Und seit gestern ist wieder Schulung. Ganztags und auf Englisch, was  den Kursleiter nicht davon abbringt, gelegentlich auf Deutsch zu babbeln, bis unsere Italiener wieder signalisieren, dass sie nix verstehen. Jedesmalwieder lustig. Heute machen wir eine praktische Übung, wir bauen Roboter aus Legosteinen und wenden dabei an, was wir gelernt haben. Klingt unterhaltsam, hat aber einen ernsten Hintergrund – die ganze Theorie bringt uns nur dann was, wenn wir es auch umsetzen (können), und dafür nimmt der Kursleiter tatsächlich einen kompletten Tag her.

So, los gehts, Zähneputzen und hübsch machen fürs Legospielen.

*gäääähn*

Heute bin ich faul. Sehr faul. Aber dafür ist ja Wochenende. Ich habe heute gefaulenzt, gefuttert und vor dem Laptop gesessen. Sonst nichts, bis auf ein paar minimale Handgriffe in Sachen Haushalt.

Obwohl, stimmt nicht. Ich habe mir ein Haarteil bestellt. Weil nämlich:

1. sind sie doch ein bisschen sehr kurz geworden, fürchte ich. Mit viel Liebe könnte man sicher noch eine nette Turnierfrisur hinzaubern, aber da sind wir schon beim nächsten Punkt.

2. habe ich zum Haaremachen meistens eine zweite Person gebraucht. Wer das nicht glaubt, möchte sich bitte mal im Nacken vertikal eine Strähne mit einem Schieberchen festmachen – das ist anatomisch unmöglich. Einige Sachen kann der Dr. rer. nat. ganz hervorragend, z. B. eine einzelne Strähne hindrapieren oder ordentlich Haarspray drübernebeln, aber er ist halt auch kein ausgebildeter Friseur.

Und 3. spart so ein Teil massiv Zeit. Für die Haare habe ich am Turniertag morgens meistens eine Dreiviertelstunde eingeplant, plus das Verhätscheln abends, wenn man den Haarhelm wieder auseinandergerupft hat. Mit Haarteil gehts folgendermaßen: Haare satt eingelen, Pferdeschwanz machen, Teil 1 beendet. Mit ziviler Frisur zum Turnier fahren, d. h., man kann im Auto auch noch den Kopf anlehnen. Vor Ort kommt dann Teil 2: Haarteil mit ein paar Klammern befestigen, ordentlich Haarspray drauf. Auch nur zwei Minuten.

4. Ich muss abends bei der Generalreinigung nicht einen halben Meter total verzusselter Haare einweichen und auseinanderklauben, sondern nur meine Kopfhaut vom Beton befreien. Alles vom Haargummi bis zu den Spitzen war nur ein bisschen angegelt, hat aber kein Haarspray gesehen. Wieder Nerven gespart.

Voraussichtlich kostet mich das Schätzchen so um die 80 Euro – nicht wenig, aber siehe 1. bis 4., das ist es mir wert.